Surprise, Surprise

von - Leela -
KurzgeschichteAllgemein / P12
Brat-A-Rat Eddie Futura Jake Prime Evil Tracy
26.04.2014
26.04.2014
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Surprise, Surprise

Prime Evil schwebte unruhig durch die Hallen von Hauntquarters. Der letzte Anschlag auf die Ghostbuster war schon wieder viel zu lange her – es juckte ihn förmlich in den Fingern; nicht zuletzt, weil er ein paar wunderbar böse Ideen hatte, bei deren Durchführung er die Ghostbuster gar nicht gebrauchen konnte.
      Als er so nachdenklich durch die Halle patrouillierte, gesellte sich Bratarat zu ihm. „Was mag nur böses in Eurem Kopf vorgehen, oh großer, miesester Meister?“ fragte er neugierig.
      „Na, was schon!“ gab der Dämonenfürst barsch zurück. „Ich brauche einen Plan, um die G-g-g-ghostbuster ein für allemal auszuschalten, und zwar jetzt, sofort! Wenn ich nicht noch heute einen genialen, vernichtenden Anschlag auf diese… Widerlinge verüben kann, platze ich!“
      Bratarat war unter der immer aggressiver werdenden Stimme seines Herrn vorsichtshalber immer weiter zurückgewichen. „Heute? Aber…“
      „Was aber…?“ herrschte Prime Evil ihn an.
      „Aber… Aber heute ist doch Jakes Geburtstag!“ brachte Bratarat schwitzend heraus.
      „So? Ist das so, ja? Um so besser!“ grollte der Herr des Bösen ihn an, als wolle er verdeutlichen, wie unsinnig die Bemerkung der kleinen Geisterratte war. Plötzlich aber hielt der große Meister inne. Seine Augen verengten sich nachdenklich. „So, Kong hat heute also Geburtstag…“ kam es nachdenklich. Mit einem Mal drehte er sich um. Sein roter Mantel wehte auf, als er zum Bonetroller flog. „Das muß sich doch verwenden lassen!“
      Bratarat war sich selbst nicht so ganz sicher, ob es das gewesen war, was er mit seinem Hinweis beabsichtigt hatte, aber die Idee gefiel ihm zusehends, und so flog er an die Seite seines Meisters.
      Der hatte gerade den Bildschirm des Bonetrollers aktiviert. „Dann schauen wir doch mal, was diese… Ghostb…engel gerade so machen…!“ bemerkte der Herr des Bösen in gefährlicher Ruhe.

In der Zwischenzeit war im Ghostkommando das Chaos ausgebrochen. Futura stand am Fenster und behielt die Straße im Blick, während die anderen die letzten Vorbereitungen für Jakes Geburtstagsparty trafen.
      „Bist du sicher, daß das so eine gute Idee ist?“ fragte Tasha vorsichtig, die noch immer nicht ganz überzeugt von dem euphorischen Einfall war, der ihren Schatz zu der Feier seines Kameraden ereilt hatte.
      „Na, klar!“ meinte Eddy. „Das wird eine Klasse Überraschung. So etwas wollte ich schon immer mal machen!“
      „Ja, aber…“ Tasha machte eine hilflose Geste. „Ich weiß nicht, ob das so das richtige für Jake ist.“
      „Da muß er jetzt durch!“ erklärte Eddy kategorisch. „Man wird immerhin nur einmal 47. Und außerdem ist es ja mit Futura abgesprochen.“
      Tasha seufzte. Ganz wohl war ihr dabei zwar nicht, aber sie ließ ihn gewähren und kümmerte sich um ihr eigenes Geschenk.
      Tracy arbeitete derweil mit Bäckermütze und Schürze an der Torte und gab ihr die letzten Verzierungen. Der Gorilla hatte einmal wieder ein unglaubliches Geschick und konditorisches Talent bewiesen.
      „Das sieht klasse aus, Tracy!“ lobte Eddy.
      „Danke!“ erwiderte der verlegen.
      Tasha drehte sich zu Jakes Frau um. „Futura, alles ruhig bei dir?“
      „Alles in Ordnung! Ich habe Jakes Vater gesagt, er soll ihn möglichst lange aufhalten. Sie kommen nachher zusammen her.“
      „Bis dahin müssen wir alles fertig haben!“ trieb Tasha.
      In Windeseile wurden Geschenke drapiert, die Torte plaziert und Eddys Überraschung vorbereitet. Als sie fertig waren, begutachteten sie ihr Werk prüfend.
      Tasha nickte. „Perfekt! So. Jetzt kann der Herr kommen!“
      Zufrieden wechselten die Freunde ein Lächeln, bevor sie sich etwas überlegten, womit sie die Zeit überbrücken konnten.

Die Überraschung war schon gelungen, als Jake und sein Dad im Ghostkommando eintrafen. Als Futura das Auto gehört hatte, hatten die Freunde das Gorilla-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel zur Seite geschmissen, um sich in Position zu bringen, und das Geburtstagskind mit einem enthusiastischen „Alles Gute zum Geburtstag“ zu begrüßen, genau in dem Moment, als ihr ahnungsloser Kamerad die Tür zum Büro aufgeschlossen hatte.
      Der blonde, sportliche Ghostbuster blieb in der Tür stehen und stockte überwältigt, als er das liebevoll hergerichtete Szenario betrachtete; der Tisch im Zentrum des Büros, auf dem die Geschenke aufgebaut worden waren, und mit der riesigen Geburtstagstorte in der Mitte, auf der ganz groß „Happy Birthday, Jake!“ stand, und seinen Freunden, die ihn erwartungsvoll anlächelten.
      Jack schob sich mit einem Schmunzeln an seinem Sohn vorbei zu den anderen herüber.
      „Wow.“ brachte Jake nur hervor. „Leute, ihr seid…“ Ihm fehlten schier die Worte. „… großartig!“
      „Warte ab, wie großartig der Abend noch werden wird!“ prophezeite Eddy.
      „Ja! Eddy hat noch eine besondere Überraschung für dich!“ meinte Futura. Sie wechselte mit dem braunhaarigen Ghostbuster einen Blick. „Zuerst die Torte?“
      „Ja! Zuerst die Torte!“ bestätigte Eddy.
      Neugierig und erwartungsvoll beobachtete Jake das Geschehen. Was mochte Eddy sich nur ausgedacht haben? Mußte er jetzt bis nach der Torte warten, um das Geheimnis zu erfahren, oder hatte sich sein Kumpel lediglich eine besondere Geschmacksrichtung für die Torte einfallen lassen?
      Die Freunde machten etwas Platz, damit der Blick auf die Torte frei war, und Eddy machte eine theatralische Geste. „Also, dies ist eine exklusive Geburtstags-Überraschungs-Torte, nur für dich! Wir wünschen dir damit viel Spaß!“
      Wie auf Stichwort flog die oberste Schicht der Torte mit viel Glitter und Luftschlangen auf, und in einem Konfettiregen schoß Prime Evil daraus hervor. „Herzlichen Glückwunsch, Jakey!“ proklamierte er höhnisch.
      Jake stand geschockt nur wenige Meter von ihm entfernt da. „Ist das deine Überraschung, Eddy?“
      Die Freunde waren in dem Augenblick ebenso bewegungsunfähig vor Überraschung.
      Dies war der Moment auf den Prime Evil gewartet hatte. Mit einem gehässigen Lachen glitt er aus der Torte in das Ghostkommando, bereit, seine ganze Energie einzusetzen, um das ganze Ghostkommando zu vernichten.
      Jack reagierte als erster. „Los, wir müssen ihn bekämpfen mit allem, was wir haben!“ Er griff sich eine Flasche Geisterentfernerspray, die er am schnellsten erreichen konnte, und gab Prime Evil ohne groß zu überlegen eine Ladung, bevor er reagieren konnte.
      Die kleine Ablenkung machte den Herrn des Bösen nur noch wütender, mittlerweile hatten sich die anderen aber wieder berappelt und reagierten ebenfalls. Als Prime Evil dazu ansetzte, einen Energiestoß abzufeuern, sprang Jake außer Reichweite auf Tracys Werkbank zu, um sich den Dematerialisator zu schnappen.
      Futura generierte indes bereits ein Energieschild und nahm Jakes Platz ein, um die Energie zu ihrem Verursacher zurückzuschicken.
      Prime Evil lachte nur noch höhnischer. „Ihr wißt, daß ihr mich nicht mit euren Spielzeugen bekämpfen könnt!“ Er zielte ein weiteres Mal auf Jake, als der sich noch nicht ganz zu ihm umgedreht hatte.
      „Nein!“ Der Ruf kam von Futura, die ihm von ihrer Seite einen Energiestoß aus ihren Händen gegen den Leib feuerte, so daß der Herr des Bösen ins Straucheln kam und seine Attacke kurzfristig abbrechen mußte.
      „Danke, Turi!“ rief Jake atemlos, der sich schon nahe seines Untergangs gesehen hatte, da wirbelte ihr Widersacher aber auch schon zu der Frau mit den langen schwarzen Haaren herum, um sich zu revanchieren. Innerhalb von Sekunden war es ihnen gelungen, Prime Evil zum Kochen zu bringen. „Jetzt bist du dran, Hexe!“ zischte er der Frau aus der Zukunft zu.
      „Das werden wir sehen!“ gab sie zurück, und nur wer sie kannte, merkte das leichte verunsicherte Zittern in ihrer Stimme. Doch es gelang ihr, seine Attacke mit ihrem Energieschild erneut zu ihm zurückzuschicken.
      Tracy hatte mittlerweile ohne zu überlegen seinen Rucksack auf dem Boden des Büros ausgekippt und sich die Freezomatic geschnappt.
      Ein Schuß Dematerialisatorfeuer von Jake prallte gerade wirkungslos von dem Dämonenfürsten ab. „Wir müssen ihn schwächen, Leute!“ rief er seinem Team zu.
      Tracy landete noch während seiner Worte einen guten Schuß mit der Freezomatic und fror ihren Widersacher kurzerhand ein.
      Eddy hatte sich in der Zwischenzeit aus dem Chaos aus Tracys Rucksack ein paar Geistergranaten geschnappt. „Wir müssen kombinieren!“ rief er. „Anders kriegen wir ihn nicht!“
      Tasha war sprang zur Werkbank und schnappte sich die Geisterpatsche, genau in dem Moment, in dem Prime Evil das Eis durchbrach und vor Wut dampfte.
      „Ich bin wirklich wütend!“ grollte der Dämonenfürst.
      „Und du bist nicht eingeladen!“ schoß Jake zurück.
      Als wäre es das Stichwort gewesen, gaben alle was sie hatten: Jake schoß den Dematerialisator auf maximaler Einstellung im Dauerfeuer ab, Futura setzte mit Dematerialisatorfeuer aus ihrem Multigem nach, Eddy zielte mit den Geistergranaten auf den Herrn des Bösen, während Jack ihm zeitgleich das Geisterspray auf den Leib sprühte.
      Unter der geballten Gegenattacke wand sich der selbsternannte Herr der Geister und versuchte selbst aus der mißlichen Lage heraus einen Gegenangriff. Doch er mußte sich zu sehr darauf konzentrieren, den kombinierten Geisterabwehrmaßnahmen standzuhalten, so daß der Versuch ins Leere ging. Jake tauschte schnelle Blicke mit seinem Team, mit denen er seine Kameraden anwies, ohne Unterbrechung alle Mittel einzusetzen, die sie hatten, um dem ungewollten Gast beizukommen. Sie durften sich jetzt keine Nachlässigkeit erlauben, denn wenn ihnen eines bewußt war, dann, daß sie Prime Evil niemals unterschätzen durften. Zwar wurde er schon deutlich schwächer, aber noch immer war er Gefahr genug.
      Tasha wagte sich am nächsten an den Herrn des Bösen, um die Geisterpatsche einzusetzen, in der Hoffnung, dies wäre das letzte fehlende Stück, um ihrem Erzfeind den Gar auszumachen. Zwischen Geistergranaten und Dematerialisatorfeuer schlug sie dem Dämonenfürsten die einer Fliegenklatsche nicht ganz unähnlichen Patsche, die eigentlich auf diese Weise die spirituelle Substanz der Geister in ihre eigene Dimension zurückschickte, auf den Rücken.
      Prime Evil heulte wie unter Schmerzen, obwohl ´sich das Team sicher war, daß es mehr Frust war.
      „Es reicht noch nicht!“ rief Futura. „Er ist viel zu mächtig!“
      „Himmel!“ keuchte Eddy. „Eine Maßnahme allein reicht eigentlich normalerweise schon aus, um einen  Geist in seine eigene Dimension zurückzuschicken.“
      „Aber nicht  bei Prime Evil!“ rief Jake. „Und anscheinend ist er mächtiger denn je!“
      „Worauf du wetten kannst…“ brachte Prime Evil hervor, der mit aller Macht versuchte, sich gegen die geballte Ladung Geistervernichtungswaffen zu behaupten, und es zumindest schaffte, sich soweit dagegen zu wehren, daß es ihn nicht zurück in die Geisterdimension riß. „Ihr könnt das nicht ewig durchhalten!“
      Wie recht er hatte, merkte gerade Jake, denn der Dematerialisator machte in dem Moment schlapp. Erschrocken schnappte der hochgewachsene Mann nach Luft. „Nein, nein, nein, das kann doch nicht sein, nicht jetzt, bitte!“
      Eddy rannte in der Zwischenzeit zur anderen Seite des Büros herüber, da ihm gerade die Geistergranaten ausgegangen waren, und durchsuchte die Werkbank nach irgend etwas, das sie gebrauchen konnten. Er fand dabei den Geisterschnapper, ein kleines Gerät, mit dem man Geister fixieren und verkleinern konnte. Schnell richtete er es auf Prime Evil und aktivierte es.
      Der Strahl lähmte den Geist zwar zusätzlich, doch schaffte er es noch immer erfolgreich, gegen die Wirkung der Verkleinerung anzukämpfen.
      Eddy versuchte verbissen, den Regler zu betätigen, doch Prime Evil hielt ebenso verbissen dagegen.
      „Wir brauchen mehr Energie!“ schrie Futura, die mittlerweile mit ihrem Multigem und einem Energiestrahl, den sie aus den Händen erzeugte, arbeitete.
      Tasha hatte sich nach einer ruckartigen Bewegung Prime Evils schnell aus dessen Reichweite zurückgezogen und war über irgend etwas gestolpert und zu Boden gegangen.
      „Wir dürfen nicht aufgeben, Leute!“ rief Jake.
      Tracy setzte noch mal mit der Freezomatic nach, um dem Team noch einmal etwas Zeit zu verschaffen. „Hält diesmal vielleicht länger!“ meinte der Gorilla.
      „Ja, vielleicht ist er mittlerweile zumindest soweit geschwächt, daß er länger braucht, um sich zu befreien.“ keuchte Tasha und sammelte sich vom Boden auf.
      „Oder er kommt gar nicht mehr allein raus!“ hoffte Eddy, der vergebens versuchte, den Geisterschnapper einzusetzen, und mißmutig feststellte, daß der durch die Wirkung der Freezomatic blockiert war.
      „Darauf würde ich nicht hoffen, Eddy!“ gab Jake mit einer deutlichen Warnung zur Achtsamkeit in der Stimme zurück, während er den Dematerialisator checkte. „Wir müssen gleich noch einmal alles geben, was wir haben. – Tracy, hattest du wirklich nur die vier Geistergranaten bei dir?“
      Tracy nickte.
      „Ich kann mich an Zeiten erinnern, da haben wir Prime Evil mit einer Geistergranate und dem Dematerialisator erledigt!“ grummelte Eddy.
      „Ja, oder dem Dematerialisator und dem Multigem!“ bestätigte Futura.
      „Prime Evil hat sich vorbereitet, so viel ist klar!“ meinte Jake gedankenvoll, während er eine Einstellung am Dematerialisator prüfte. „Aber er hat auch nicht mit einem Gegenangriff in dieser Form gerechnet. Soviel ist auch klar, sonst hätten wir ihn nicht so schnell zu fassen bekommen.“
      Tracy deutete in Eddys Richtung auf eine Schublade in der Werkbank. „Dort könnten noch Granaten drin sein.“
      Der etwas korpulentere Ghostbuster schaute sofort nach und atmete erleichtert auf, als er noch zwei Geistergranaten fand.
      Tracy durchsuchte derweil noch einmal den chaotischen Haufen aus seinem Ghostpack, in dem sich eine Unmenge an Dingen befand, die wenig hilfreich in ihrer Situation waren.
      Tasha robbte zu ihm herüber. „Verstärkt das Ghostgum nicht den Dematerialisierungseffekt?“
      „Oki Doki!“ bestätigte Tracy.
      Das reichte Tasha als Anlaß, um sich sofort ein paar von den Geistergummibällen zu schnappen, die in dem Durcheinander lagen.
      Jake beobachtete angespannt die Lage. „Wir müssen gleich alle zusammen reagieren! Seid ihr fertig, Leute?“
      Eddy nickte.
      Futura und Jack bestätigten ebenfalls.
      „Okay!“ sagte Tasha zu.
      Tracy sah alarmiert auf, als das Eis zu knacken begann. Der Herr des Bösen war drauf und dran, sich ein weiteres Mal zu befreien.
      Konzentriert gingen alle auf ihre Positionen.
      „Haltet euch bereit…“ gab Jake leise Anweisung. „Der erste Schuß muß sitzen!“ Langsam begann der Eis zu brechen, und der Anführer des Teams ließ den Dämonenfürsten nicht aus den Augen. „Jetzt!“ schrie er, in dem Moment, als das Eis entgültig brach.
      Tasha reagierte schnell und warf dem Herrn der Geister die Gummibälle auf den Leib. Bei der ersten Berührung zerplatzen die Bälle, so daß er mit dem Ghostgum zugekleistert wurde. Eddy, Jake und Futura setzten zeitgleich nach und schossen mit Dematerialisatorfeuer und gut gezielten Geistergranaten auf ihn. Jack setzte nur eine Sekunde später mit dem Geisterentfernerspray ein.
      Die Wirkung sorgte zwar dafür, daß Prime Evil nicht aktiv angreifen konnte, das war aber auch der einzige Erfolg, den das Team zu verbuchen hatte. „Das gibt es doch nicht!“ rief Jake ärgerlich, als es Prime Evil noch immer gelang, sich gegen die Kombination aus Ghostgum, zwei Mal Dematerialisatorfeuer, Geistergranaten und Geisterspray zu behaupten.
      Der Dämonenfürst lachte. „Diesmal werdet ihr mich nicht so einfach los! Im Gegenteil! Diesmal werde ich euch los!“
      Jake hielt geschockt den Atem an und starrte seinen Widersacher mit gut verborgener Panik an. Als Eddy und Futura Blicke tauschten, wußten sie, daß es ihnen nicht besser ging. Futura konnte langsam nicht mehr und hatte kaum noch Kraft, ihren Energiestrahl aufrecht zu erhalten, und Jack schüttelte verbissen die Flasche, als das Geisterspray drohte, zur Neige zu gehen. Prime Evil bekämpfte geduldig den Angriff und schien nur darauf zu warten, daß eine der Komponenten ausfiel. „Das war’s…“ murmelte Tasha unhörbar, als sie die Situation bestürzt aus ihrer Position betrachtete und schluckte. Wenn auch nur eines der eingesetzten Mittel wegfiel, dann hatte Prime Evil gewonnen, dessen war sie sicher.
      Eddy hatte die beiden Geistergranaten inzwischen aufgebraucht und stand hilflos an der Werkbank, doch alles, was er finden konnte, half ihnen nicht weiter. Verzweifelt schüttelte Jack indes die Geistersprayflasche noch einmal; der Moment reichte fast schon aus, um das Prime Evil genug Energie für einen Gegenangriff sammeln konnte. Gerade, als er die Hände erneut gegen Jake erhob, versuchte Jack noch einmal sein Glück und schaffte es erleichtert, noch einen Schuß Geisterspray auf den Dämonenfürsten einzusetzen. Er wußte allerdings im gleichen Moment, daß es der letzte Einsatz des Geistervernichtungsgases gewesen war. „Mist.“ entfuhr es ihm in der stillen Erkenntnis, daß sie den Kampf verlieren würden.
      Genau in diesem Moment fand Tracy was er suchte, und reagierte blitzschnell. Er warf den Geisterreifen direkt über den Herrn des Bösen, als das Geisterspray noch wirkte. Das denkbar einfache Gerät, das aussah, wie ein harmloser Hula-Hoop-Reifen, legte sich in Tracys gezieltem Wurf genau über den Geist, der darin komplett verschwand, bis der Reifen einen kurzen Augenblick auf dem Boden trudelte, bevor er sich still niederlegte und Leere zurückließ.
      Die Freunde atmeten tief und erleichtert auf. Futura ließ sich erschöpft zu Boden sinken, Eddy hatte an der Werkbank lehnend die Hände vors Gesicht geschlagen, Jake stand keuchend, die Hände auf die Oberschenkel gestützt, und Tasha gab erst langsam ihre zusammengerollte Position auf dem Boden auf. Jack merkte erst jetzt, daß er die Flasche mit dem Geisterspray krampfhaft umklammert hielt. Tracy ging vorsichtig in den Raum und hob sachte den Geisterreifen auf. Doch er war inaktiv, so wie es sein sollte, und von Prime Evil fehlte jede Spur.
      „Danke, Tracy. Das hat es echt gebracht!“ meinte Jake außer Atem.
      „Na, Gott sei Dank!“ Futura deaktivierte ihr Multigem, und gemeinsam machten sich die Freunde daran, aufzuräumen.
      „Also, eines kann man ohne jeden Neid sagen, Eddy,“ meinte Jake während sie das Büro wieder auf Vordermann brachten. „… deine Überraschung ist dir wirklich gelungen!“
      In den braunen Augen seines Partners spiegelte sich Verzweiflung, und er machte eine hilflose Geste. „Das war sicher nicht die Überraschung, die ich geplant hatte!“
      „Naja, aber immerhin kann nicht jeder von sich behaupten, seine Geburtstagstorte mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gebustet zu haben.“ kommentierte Futura, und mittlerweile waren alle wieder soweit, daß sie darüber lachen konnten.
      „Ja.“ bestätigte Jack. „Und immerhin haben wir jetzt etwas zu erzählen, wenn die anderen Gäste kommen.“
      Eddy richtete sich nachdenklich auf. „Aber eines würde mich jetzt schon brennend interessieren…“ Als die anderen ihn neugierig ansahen, erklärte er: „Wenn Prime Evil aus der Torte gesprungen ist, was ist dann mit dem Playmate passiert, das wir in der Torte versteckt hatten…?“

Was in der Zwischenzeit in Hauntquarters geschehen war:
      „Äh, nein, eigentlich habe ich heute gar nicht Geburtstag…“ versuchte ein deutlich konfuser Bratarat der knapp bekleideten Lady mit den langen dunklen Haaren begreiflich zu machen, während er sich deutlich fragte, was schiefgegangen war, seit sein Herr den Entschluß gefaßt hatte, sich in der Geburtstagstorte seines Erzfeindes zu verstecken.
      „Nun, es ist aber niemand anderes hier, und mir wurde gesagt, ich soll einem Geburtstagskind heute einen besonders schönen Abend bereiten!“ säuselte die junge, gut gebaute Dame, während sie die Geisterratte unter dem Kinn krauelte.
      „Ich sage doch, ich habe keinen…“ begann Bratarat erneut, hielt dann aber inne, als sich die Finger des Mädchens über seine Schultern bis zu seinem Rücken vorarbeiteten. „Ach, was soll’s.“ lenkte er seelenvoll ein. „Vielleicht habe ich ja doch Geburtstag.“

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Anm. d. Aut.: Zu Jakes Geburtstag am 26.04.2014, sowie von Sascha Draeger, seiner Synchronstimme, der lustigerweise auch gleichzeitig die Synchronstimme von Bratarat ist. ^^
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