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Kalt wie der Winter

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Athos Milady de Winter
26.04.2014
26.04.2014
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Hallo,

Hier nun, mit erheblicher Verspätung, aber wenigstens Gründen dafür, mein Beitrag zum Valentinswichteln.
Der OS ist für reijschka, die genauen Vorgaben hat leider mein Computer gefressen.
Auf jeden Fall war es:


Musical & Pairing
3 Musketiere, Milady/Athos

Gewünschte Szene
Picknick im Schlossgarten

Schreibanstoß
Athos kann Milady nicht lieben, weil sie kalt ist, wie der Winter


Disclaimer: Mir gehört hiervon nichts, nur die Idee. Die Charaktere gehòren Alexandre Dumas und den Bolland-Brüdern (Musical).


Kalt wie der Winter

Er stand unsicher vor dem Tor zum Schlosspark und dachte darüber nach, doch noch zu gehen. Doch er konnte nicht. Nicht, wenn sie ihn sehen wollte.
Seine Gedanken waren gespalten. Einerseits war da der Hass ihr gegenüber.
Wie konnte aus solch großer Liebe wie dieser, die sie beide verbunden hatte, nur solch ein Hass entstehen?, fragte er sich in Gedanken. Doch er empfand ihr gegenüber nicht nur Hass, nein, er liebte sie noch. Auch wenn er wusste, was sie getan hatte. Wie sie ihn belogen hatte. Wahrscheinlich auch betrogen. Er konnte sie nicht lieben! Schließlich war sie so kalt, wie ihr Name. So kalt, wie der Winter. Trotzdem hinderte ihn etwas, als er wieder in die andere Richtung gehen wollte. Also ging er in den Schlosspark und versuchte, sie zu finden. Es erinnerte ihn an damals, sie hier suchen zu müssen. Damals war es allerdings ihr eigener Schlossgarten gewesen, in dem sie sich versteckt hatte. Es war die schönste Zeit seines Lebens gewesen. Als er es noch nicht wusste. Als er ihr noch blind vertraute.
Während er noch in Erinnerungen schwelgte, rief jemand nach ihm.
"Athos! Hier bin ich!", es war Anne, die dort nach ihm rief. Und sie saß auf einer Picknickdecke mitsamt Korb. Wie in alten Zeiten. Doch es waren nicht die alten Zeiten.
Er drehte sich zu ihr um. Sie trug ein überraschend schlichtes, dunkelblaues Kleid und lächelte ihm leicht entgegen. Sie sah beinahe schüchtern aus. Und unendlich nervös.
Er ging auf sie zu und ließ sich langsam neben ihr nieder.
"Was wünscht Ihr, Milady?", fragte er anstandsgemäß und weil er sich nicht sicher war, ob sie von ihm beim Vornamen genannt werden wollte.
"Mit Dir reden, Athos. Nur mit Dir reden", antwortete sie leise. Sie nannte ihn einfach nur beim Vornamen. Hätte sie ihn mit Comte de la Fère angesprochen, hätte es nur Erinnerungen hervorgerufen und ihre Fassade bröckelte schon gewaltig. Der Blick, mit dem er sie bedachte, gab ihrer Beherrschung den Rest.
"Damals ging so viel schief. Ich hätte es Dir sagen sollen. Es tut mir leid, Athos, so unendlich leid!",schluchzte sie. Er hatte den Blick gesenkt, doch nun sah ihr ins Gesicht und was er sah erschreckte ihn zutiefst: Sie weinte bitterlich. Seine Anne, die immer stark gewesen war, sich niemandem einfach so unterworfen hatte, weinte. Dieser Anblick zerriss ihm das Herz. Er schloss aus einem Impuls heraus die Distanz zu ihr und schloss sie in seine Arme. Wie eine Ertrinkende klammerte sie sich an ihn und ließ ihren Tränen freien Lauf. Hätte sie nun jemand gesehen, hätte dieser sie sicher für ein Liebespaar gehalten, wie sie sich dort in den Armen lagen und Anne hemmungslos, herzzerreißend, weinte. Immernoch schluchzend sagte sie schließlich, mit überraschend fester Stimme: "Das war damals ein riesiges Missverständnis! Ich habe dich von ganzem Herzen geliebt und war dir immer treu. Trotz so manchem unmoralischen Angebot. Und beides trifft noch heute zu. Auch, wenn ich dir körperlich nicht treu geblieben bin, so bin ich es im Geiste und in meiner Seele. Keine dieser Liasions hat mir etwas bedeutet. Keine! Ich dachte all die Jahre nur an dich und hoffte, dass du glücklich wirst. Und dass ich dich irgendwann wieder sehen würde..."
Von einer neuen Welle Tränen geschlagen, vergrub sie ihren Kopf an seiner Brust. Er hatte ihr ruhig zugehört und strich ihr nun beruhigend über den Rücken. Auch, wenn sein Herz ihr sofort glaubte, hatte sein Verstand noch Zweifel. Sie war eine gute Schauspielerin. Kalt. Gefühllos. Berechnend. Er konnte nicht wissen, ob sie es ernst meinte.
"Glaubst du...glaubst du mir Athos?", fragte sie, immer noch schluchzend. Er brachte etwas Abstand zwischen sie, um ihr in die Augen sehen zu können. Sie erwiderte seinen Blick aus tränennassen Augen.
"Ich wünsche ich könnte... Ich wünschte ich könnte dir einfach glauben und dir verzeihen. Aber ich kann es nicht. Du hast mich damals maßlos enttäuscht, Anne...", fing er an. Doch sie unterbrach ihn einfach indem sie sich vorbeugte und ihn küsste. Er hatte sie Anne genannt. Nicht Milady. Konnte er ihr vielleicht doch verzeihen?
Athos währenddessen war völlig irritiert. Warum ergriff sie die Initiative und küsste ihn einfach? War es ihr wirklich ernst? Noch immer völlig überrumpelt, erwiderte er ihren Kuss.
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