Säuberungsprogramm Z

von xanonyme
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 Slash
25.04.2014
24.08.2015
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PROLOG


„Sie sollen es spüren. Sie sollen merken, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen und wie man sich in Extremsituationen verhalten soll. Die ganze Zeit sitzen sie vor ihren Computern und ballern sich ihre virtuellen Köpfe weg. Das ist unsere Jugend. Das ist die Generation, die nach uns die Welt erhalten soll. Aber so wird das nicht funktionieren, ganz sicher nicht.
Unsere Eltern waren es, die diese Zivilisation aufgebaut haben. Deshalb wissen wir sie noch zu schätzen. Uns ist klar, dass man viel dafür tun muss, um die Strukturen zu erhalten, denn es sind gute Strukturen.
Seit nun fast schon einem ganzen Jahrhundert hat es keine Kriege zwischen den Großmächten mehr gegeben. Und warum nicht? Weil alle das gleiche System verwenden, welches funktioniert.
Jedoch wird es nicht erhalten bleiben, wenn unsere Kinder verantwortungslos sind und in einer solch sorglosen Umgebung aufwachsen. Sie nehmen es als natürlich an, und glauben, sie müssten nichts dafür tun. Aber so läuft das nicht. Die Zukunft muss abgesichert werden.“

Als er diese Worte ausgesprochen hatte, sah Lebuine Osvine in die Runde. Er war zufrieden mit sich, denn es schien zu fruchten. Immer schon war er bekennender Anhänger von Panem gewesen. Die dortige Regierung machte es richtig. Sie zügelte ihre Jugend und zeigte ihnen, wo es lang ging.
Lebuine sah in jedes einzelne Gesicht und zum Schluss musterte er den Mann, der ihm gegenüber auf einem erhobenen Sessel trohnte.

„Denken Sie nicht auch, verehrter Herr Präsident, dass man sich an Panem ein Beispiel nehmen könnte und auch hierzulande eine… nennen wir es einfach eine Säuberungsmaßnahme einführen sollte?“

Vermutlich war Lebuine der einzige in der Runde, der es sich herausnahm, den Präsidenten einfach anzusprechen, ohne darum gebeten worden zu sein. Aber er konnte es sich leisten. Ohne ihn würde der alte Mann nicht mehr viel auf die Reihe bringen und er war sich sicher, dass er eines Tages als Nachfolger eingesetzt werden würde.
Hrothgar Veland zählte mittlerweile stolze siebenundneunzig Jahre und hatte keine Kinder. Die lebensverlängernden Medikamente, die er sich schon lange selbst verschrieb, hatten verheerende Auswirkungen auf seine Potenz gehabt und so war Lebuine der einzige, mit dem Hrothgar so etwas wie ein Vater/Sohn-Verhältnis pflegte.

„Möglicherweise haben Sie recht“, gab der alte Mann mit zitternder Stimme von sich. Obwohl er so gebrechlich war, strahlte er doch so viel Macht aus. Der Präsident nahm seinen Siegelring vom rechten Zeigefinger und drehte ihn in seiner Hand herum. Lebuine wusste, dass er beim Überlegen war. Und er wusste auch, dass Hrothgar genau das beschließen würde, was Lebuine ihm einredete. Der Präsident war äußerst leicht zu manipulieren. Zumindest dann, wenn man ihn kannte.

„Ja, ja ich denke, es ist eine gute Idee. Säubern wir die Bevölkerung. Wie viele wären es pro Jahr? Zweiundzwanzig?“, erkundigte sich der alte Präsident.

„Dreiundzwanzig.“, korrigierte ihn Lebuine, „Vierundzwanzig werden hineingeschickt, einer kommt wieder heraus. Das ist eine überschaubare Anzahl. Auch vom Land her wäre es kein Problem. Die Distrikte sind fast ausschließlich an der Küste angesiedelt, da gibt es in der Mitte des Kontinentes unglaublich viele Möglichkeiten.“

„Machen Sie es, Lebuine. Hiermit übergebe ich Ihnen die Vollmacht. Der Rest stimmt doch zu, oder?“

Jetzt sah der Präsident in die Runde. Natürlich stimmten offiziell alle zu. Alle wollten sich gut stellen, weil jeder von ihnen die Hoffnung auf die Nachfolge noch nicht aufgegeben hatte.

„Hier, nehmen Sie den“, krächzte Hrothgar und hielt Lebuine seinen Siegelring entgegen, „Versiegeln Sie damit das Gesetz. Es wird nicht notwendig sein, es korrigieren zu lassen. Sobald es fertig und mit dem Siegel unterzeichnet ist, geben Sie es bekannt. Wir halten uns ganz an unsere Nachbarn. Lebuine, ich lege diesen Auftrag vollkommen in Ihre Hände. Vermasseln Sie es nicht.“

Lebuine ging um den großen Tisch, um den sich alle versammelt hatten, herum und nahm den Ring entgegen. Natürlich würde er es nicht vermasseln. Immerhin war es ja seine Idee gewesen. Jedoch ließ er den Präsidenten gerne in dem Glauben, es wäre ihm selber eingefallen.






VORWORT/ERKLÄRUNG


Hallo. Ja. Begrüßungen sind nicht meine Stärke.
Wie ihr seht, handelt es sich hierbei um meine erste Panem-MMFF. Wenn sie auch nicht so klassisch ist, wie viele andere, hoffe ich doch, dass sich der ein oder andere Teilnehmer findet.

Sicherlich wird im Prolog nicht alles geklärt und deshalb will ich meine Idee hier noch einmal anführen:

Die Geschichte spielt 800 Jahre nach uns, wie ihr vielleicht, hoffentlich bereits bemerkt habt. Die Welt hatte einige Probleme, sowohl mit der Umwelt, als auch mit Kriegen, etc. Jedoch hat sie es schlussendlich geschafft, sich neu zu ordnen und es existieren jetzt sechs große Staaten-Konstrukte, die da wären:

Panem - das ehemalige Nordamerika.
Die USSA (United States of South America) - das ehemalige Südamerika.
Die USWE (United States of Western Europe) - Europa bis auf Russland.
Russland - das gleiche Gebiet, welches das heutige Russland ausmacht.
Asien - das gleiche Gebiet, welches das heutige Asien ausmacht.
Australien - der australische Kontinent.

Australien ist fett gedruckt, da sich die Geschichte hier abspielen wird. Wie man aus dem Prolog entnehmen kann, nehmen sich die Australier ein Beispiel an Panem und führen die Hungerspiele, getarnt als das "Säuberungsprogramm Z"ein.

Alle Konstrukte werden von einem ähnlichen System aufrechterhalten, sprich überall gibt es die Distrikte, wenn auch deren Anzahl etwas variiert. Jedoch gibt es in Australien, genauso wie in Panem, zwölf davon. Und natürlich darf man die Hauptstadt, das Kapitol, nicht vergessen.

Auch die Aufgaben der Distrikte sind sehr ähnlich verteilt.

Distrikt 1 stellt Luxusartikel her und ist außerdem für den Abbau von Gold und Silber verantwortlich. Dieser Distrikt ist der reichste aufgrund seines lukrativen Wirtschaftszweiges. Gold, Silber und Luxusartikel bringen viel ein. Die Kinder schließen mit vierzehn die Schule ab und fangen dann an, zu arbeiten.

In Distrikt 2 wird das Militär ausgebildet. Dieser Distrikt liefert außerdem Schuss- und Atomwaffen. Auch hier geht es den Leuten ziemlich gut. Wenn sie für das Militär ausgebildet werden sollen, brauchen sie etwas zwischen den Zähnen. Für Jungen ist das Militär ab 14 Jahren Pflicht, aber auch Mädchen können freiwillig dabei sein. Die Grundausbildung geht normalerweise zwei Jahre. Man kann sich dann auch eintragen lassen, um als Aufsicht in einen anderen Distrikt verlegt zu werden, oder aber auch kann man weiterhin in Distrikt 2 beim Militär dienen. Die dritte Möglichkeit ist, nach der Grundausbildung das Militär prinzipiell aufzugeben und eine andere Arbeit zu verrichten.

Distrikt 3 beherbergt die chemische Industrie und dort werden neue Technologien erforscht. Außerdem wird an Biowaffen geforscht. Distrikt 3 hat ebenfalls eher hohe Einnahmen. Trotzdem nicht so viel wie 1 oder 2. Der Zweig ist für das Kapitol aber äußerst wichtig. Die Ausbildung dauert hier ziemlich lange. Die Menschen fangen durchschnittlich mit Mitte zwanzig an zu arbeiten.

Distrikt 4 liefert Fisch. Er ist klimatisch der Wärmste, auch wenn es nicht so große Unterschiede gibt, wie in Panem. Deshalb können die Menschen das ganze Jahr durch gut arbeiten, was auch diesen Distrikt zu einem der reicheren macht. Hier können bereits die Kinder freiwillig zum Arbeiten eingesetzt werden. Pflicht wird es erst ab vierzehn.

Distrikt 5 ist für die Stromversorgung zuständig. Dort gibt es viele Windkraftwerke und auch Kernfusion wird betrieben. Distrikt 5 gehört, wie Distrikt 3, eher zur Mittelklasse. Trotzdem geht es den Menschen dort mehr oder weniger gut. Es gibt jedoch auch einige Arme hier. Die Jugendlichen fangen hier erst mit achtzehn an zu arbeiten, da die spezifische Ausbildung länger dauert.

Distrikt 6 ist für den Transport zuständig. Außerdem gibt es dort Rohstoffe wie Eisenerz. Distrikt 6 gehört zu den ärmeren Distrikten. Er ist zwar wichtig, aber bekommt nicht viel für das Eisenerz. Das Arbeitsalter beträgt hier vierzehn. Nach der neunjährigen Pflichtausbildung fangen sie an zu arbeiten.

Distrikt 7 liefert Holz und Stein. Er gehört zur Mittelklasse. Hier beginnen die Jugendlichen ebenfalls mit vierzehn die Arbeit.

Distrikt 8 stellt die Textilindustrie. Er arbeitet eng mit Distrikt 3 zusammen. Distrikt 8 ist eher arm. Es gibt dort ein großen Gefälle zwischen Arm und Reich. Die Armen setzen ihre Kinder auch schon in jungen Jahren zum Arbeiten ein. Pflicht wird es ab vierzehn.

In Distrikt 9 wird Getreide angebaut und verarbeitet. Dieser Distrikt gehört zur Mittelklasse. Eigentlich würde das Getreide nicht mehr bringen als zum Beispiel die Textilien, aber das Kapitol hält diesen Distrikt für extrem wichtig und fördert ihn. Man muss ab vierzehn arbeiten.

Distrikt 10 steht für die Viehzucht und -schlachtung. Distrikt 10 gehört zu den ärmeren Distrikten. Er wäre, aus Kapitolssicht, eigentlich entbehrlich, da man auch einfach auf Distrikt 4 zurückgreifen könnte. Und Tiere gibt es überall. Deshalb wird er weder subventioniert, noch sind die Einnahmen hoch. Auch hier werden die Kinder schon in jungen Jahren neben der Schule zum Arbeiten eingesetzt, wenn sie wollen.

Distrikt 11 baut Obst und Gemüse an. Hier steht es ähnlich wie in Distrikt 10, was die Finanzen und das Arbeitsalter angeht.

Distrikt 12 liefert Kohle und stellt Graphit her. Dieser Distrikt ist der ärmste von allen. Sein Wirtschaftszweig verläuft sich langsam im Sand, da man Kohle gut ersetzen kann. Trotzdem existiert er noch. Vielleicht wird ihm eines Tages jedoch ein anderer Zweig zugeteilt, was ihn reicher machen könnte. In Distrikt 12 gehen die Jugendlichen erst mit achtzehn ins Bergwerk, da es vorher zu gefährlich wäre.


So, ich hoffe, das war jetzt halbwegs verständlich. Falls es noch Fragen gibt, könnt ihr die gerne per Mail stellen.