Out Of The Past

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P18
Gambit / Remy LeBeau Jubilee / Jubilation Lee Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Rogue / Mary D'Arcanto Sabretooth / Victor Creed Wolverine
24.04.2014
02.06.2016
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05.04.2015 1.659
 
Howdy, liebe Leser :)
Als kleine Osterüberraschung habe ich nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder ein neues Kapitel für euch! :)
In diesem Falle viel Spaß beim Lesen &  noch schöne Osterfeiertage. Lasst bei Gelegenheit ein Review da ;)
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„Aber du hast nicht nur heute, sondern auch in der letzten Zeit deutlich bewiesen, dass du fähig bist, Verantwortung zu übernehmen; in Situationen unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen, sowie deine eigenen Kräfte gezielt einzusetzen. Hinzufügen lässt sich, dass du wohl eine von Logans begabtesten Schülerinnen warst, was die Kampftechniken anbelangt und ich glaube es ist jetzt an der Zeit, dir das Angebot zu unterbreiten, Mitglied des Teams zu werden, dem du nun schon einige Male erfolgreich beigestanden hast“, fuhr er fort und Lilly sah ihn einige Augenblicke entgeistert an.
Sie sollte eine der X-Men werden?
„Es sei denn, es gäbe irgendwelche Einwände...?“, warf er eine Frage in den Raum.
Als Cyclops sich zu Wort meldete, zuckte Lilith kurz zusammen. Bestimmt würde er dagegen sprechen. Sie erwartete schon, er würde die Geschichte auf den Tisch bringen, wie sie mit Jubes nach Regina geflogen war oder wie sie später über ihn gelästert hatte.
Doch sie täuschte sich.
„Keine Einwände. Du hast alles nennenswerte gesagt, Lilith hat sich in all dem als gut bewiesen, was wichtig ist, um ein X-Men zu sein. Sie vertritt unsere Ansichten und besitzt die nötigen Fertigkeiten, zudem weiß sie sich in das Team einzufügen und ihre Kräfte sinnvoll zu nutzen. Das heute hat das nur alles bestätigt. Außerdem hat sie sich dem Team nie aufgedrängt mit der Begründung, sie sei bereit. Sie überließ es uns bzw. Charles, das zu erkennen und zu entscheiden“, stimmte er Charles zu und wandte sich dann Lilith zu, „Ich würde mich freuen, dich als Neuzugang des Teams begrüßen zu dürfen.“
Unglaublich. Sie hätte nie geglaubt, dass Scott so viel positives über sie zu sagen hatte. Nie im Leben.
Zustimmendes Gemurmel der anderen.
Erst wusste Lilith nicht, was sie sagen sollte, sie fühlte sich natürlich geehrt durch dieses Angebot und die Tatsache, dass Charles und Scott sie für würdig befunden hatten, andererseits hatte sie auch noch ein bisschen Angst davor.
Trotzdem gab sie die Antwort, die sich die anderen insgeheim schon ausgemalt hatten: sie nahm dankend an.
Wie viel hätte sie jetzt nur dafür gegeben, dass Logan das miterlebte. So schmeichelnd der Professor und Scott sich auch ausgedrückt hatten, für Lilith war kein Stolz so rührend gewesen, wie heute Mittag, diese paar Worte von Wolverine.
Sie schob den Gedanken weg.
Für den Moment half es nichts.
Sie hoffte bloß, dass Logan morgen oder zumindest sehr bald wieder ganz plötzlich zurückkommen würde, wie er ganz plötzlich an diesem Abend im Phönix gesessen hatte, nach all den Jahren. Es erschien Lilith wie eine Ewigkeit, seit sie ihr dortiges Leben zurückgelassen hatte und mit Logan hierher gekommen war.
Trotz der Sorgen, die auf den Gemütern aller lasteten, konnten alle etwas Freude für Lilith als neues Mitglied aufbringen. Besser als nichts.

Entgegen Liliths Hoffnung kam Wolverine am folgenden Tag nicht zurück.
Jubilee war die erste, die sie an diesem Morgen zu Gesicht bekam. Ihre Augen zeigten Angst, Sorge und das viel zu viel davon, auch wenn sie versuchte es zu unterdrücken.
„Logan ist weg?“, fragte sie, während sie dicht vor Lilith stand.
Diese nickte niedergeschlagen. Jubilee und Kurt waren relativ spät vom gestrigen Ausflug zurück gekommen und sie hatte nichts mehr mitbekommen von dem, was vonstatten gegangen war.
Sie musste eines der Gerüchte gehört haben, die sicherlich schon im Umlauf waren. Cyclops hatte die heutige Trainingsstunde von Wolverine übernommen.
„Wir haben jeglichen Kontakt zu ihm verloren und nur sein Handy und sein Motorrad gefunden“, führte Lilith es etwas weiter aus, ehe sie hinzufügte, dass der Professor ihn nicht mithilfe seiner Telepathie zu erreichen vermochte.
Noch einen Augenblick lang starrte Jubilation fassungslos und noch verängstigter und besorgter in Liliths Augen, dann senkte sich ihr Blick.
Kurz waren beide regungslos und still, dann schloss Jubes Lilly in eine verzweifelte Umarmung, die von Lilith ebenso fest und hilfesuchend erwidert wurde.
Jubilee empfand die selbe Angst, wie Lilith, das konnte sie fühlen.
„Er muss zurückkommen. Er muss einfach“, wisperte Jubilation gegen Liliths Schulter.
„Vielleicht ist er bald wieder da. Du...du kennst ihn doch, er...er ist rastlos. Manchmal verschwindet er einfach und kommt dann ebenso plötzlich wieder“, versuchte Lilly mehr sich selbst gut zuzusprechen, als ihrer Freundin. Die beiden klammerten sich so fest an diese Hoffnung, wie sie sich an sich klammerten.
Für Jubes war Wolverine schon vom ersten Tag hier im Institut eine Art großer Bruder, eine Art Vater gewesen, der immer auf sie Acht gegeben hatte. Es bestand eine ganz besondere Bindung zwischen ihnen, wie auch Lilith eine besondere Beziehung zu Logan pflegte, die sich nicht so ganz in Worte fassen ließ.
Doch Logan blieb verschwunden. Er kam nicht am nächsten Tag, nicht am übernächsten und auch nicht in den Tagen danach.

Um sich abseits ihres Unterrichts – bei dem hin und wieder erneute Fragen zu der Konfrontation mit Sabretooth gestellt wurden, die Lilith meist abschmetterte, denn so viel Trubel wollte sie darum auch nicht machen – überlegte sie sich einen Namen für sich, denn wenn sie nun ein Mitglied der X-Men werden sollte, dann brauchte sie auch einen Namen, der sie als solche kennzeichnete und ihre wahre Identität verschleierte.
Auch arbeitete sie mit Rogues und Storms Hilfe an einem eigenen Kampfanzug.
In der anderen Zeit hockte sie viel mit Jubilation zusammen, denn so sehr Wolverine den anderen Bewohnern der Mansion fehlte, für die beiden Freundinnen war es noch schlimmer. Zu sehr hingen ihre Herzen an dem oft grummeligen Kanadier mit der harten Schale und dem weichen Kern.
Irgendwie hatte Lilith nach ihrer lodernden Erkenntnis über den wahren Grund von Sabretooths Rolle im ganzen Gefüge vermutet, dass es einen Angriff auf das Institut geben würde. Doch das war nicht passiert, der der die Fäden zog hielt sich weiterhin im Schatten und wagte es nicht, auf die Bildfläche zu treten.
Andererseits waren ja auch seine Absichten noch verborgen, also war es möglich, dass alles was passierte, nach seinem Plan geschah und Lilith und die anderen X-Men gar nichts davon wussten und sich nicht einmal im Traum würden ausmalen können, wie er aussah.
Doch was half es, sich darüber den Kopf zu zerbrechen?
Richtig.
Gar nichts.
Lilith würde nicht mehr wissen, wenn sie darüber nachgrübelte. Und es würde auch Logan nicht zurückbringen.
Es hieß weiterhin abwarten und hoffen. Und beten vielleicht.

Jubilee seufzte lautstark, Lilith hörte es kaum.
Sie war versunken in ihre Grübelei über einen Namen.
Die Sonne wanderte unablässig über das Firmament, während Lilith und Jubilee im Garten der Mansion im Gras lagen und ihren Gedanken nachhingen.
„Was hältst du von Memory?“, fragte Lilith. Sie verdrängte den Gedanken, dass Wolverine nun schon eine Woche fort war besser als Jubilation.
„Klänge an und für sich ja gut, aber meine erste Assoziation war das Spiel „Memory“. Weißt du was ich meine? Da muss man so gleiche Kärtchen finden“, antwortete Jubes und setzte sich auf, die Knie an den Körper gezogen und zum Haus hinüber starrend.
„Wie wäre es mit Shadow?“, hakte Jubilee nach und sah zu Lilly hinüber.
„Habe ich auch schon überlegt. Genau wie Mirror. Aber ich bin weder ein Schatten, noch ein Spiegel“, erwiderte Lilith nachdenklich und setzte sich ebenfalls auf, die Beine halb angewinkelt am Boden gelassen und sich mit einer Hand hinter sich am Boden abstützend, „Ich bin ein kleiner Dieb. Ich stehle die Kräfte von anderen, mache sie zu meinen eigenen. Kopiere sie. Reproduziere sie. Wie auch immer du es nennen magst.“
Jubes sah nachdenklich drein.
„Wie weit bist du mit deinem Anzug?“, wollte sie wissen.
„Fast fertig. Rogue und ich machen ihn heute fertig, denke ich“, antwortete Lilith und strich sich ihre langen, braunen Locken aus dem Gesicht.
„Du musst ihn mir dann zeigen, ja?“, sagte Jubilation, woraufhin Lilith wie selbstverständlich nickte.
„Wie klingt Diversity?“, fragte Lilith, nach einem kurzen Schweigen.
„Hört sich an als kämst du aus dem Film „Matrix““, entgegnete ihre Freundin und verzog ein wenig das Gesicht.
Nun war es an Lilith zu seufzen. Es war wirklich nicht einfach, sich einen Namen auszudenken, der passte und gut klang.
„Variety?“, fuhr Lilith fort, doch auch dieses Mal schüttelte Jubilation den Kopf.
Lilith dachte selbst ohnehin, dass es nicht gut klang.
Sie sah auf, als sie unweit entfernt einen vertrauten Knall hörte.
„Na ihr beiden?“, fragte Kurt, der sich hinter die beiden teleportiert hatte.
„Hey Kurt“, erwiderte Jubes und ließ sich wieder auf den Rücken ins Gras fallen und sah Nightcrawler von unten herauf an.
„Hast du eine Idee für Liliths Namen?“, fragte sie dann, „Wir haben schon einiges durch, aber vielleicht fällt dir ja etwas ein?“
Grübelnd ließ Kurt sich neben Lilith im Schneidersitz nieder.
„Wie wäre es mit Copycat?“, witzelte er grinsend, woraufhin Lilith ihn gegen die Schulter boxte.
„Selber Copycat. Außerdem haben wir schon eine Shadowcat, da brauchen wir nicht noch eine Katze. Übrigens, Jubilee: Ein weiterer Grund, warum Shadow sich nicht eignet“, sagte sie.
„Replica“, sagte Nightcrawler dann vollkommen ernst.
„Was?“, hakte Jubes nach.
„Replica. Eine Kopie. Ein Replikat. Das ist es doch, was deine Fähigkeiten tun, nicht wahr?“, wiederholte und erläuterte er.
Lilly und Jubilation sahen sich einen Moment an.
„Das ist perfekt!“, entfuhr es dann Lilith und Nightcrawler grinste triumphierend, „Danke, Kurt!“
In ihrer Freude, ein Problem weniger zu haben, umarmte sie ihn und drückte ihm einen Kuss auf die pelzige, blaue Wange.
„Gern geschehen, Lilith. Äh...ich meine Replica“, lachte er und erwiderte kurz die Umarmung, bis Lilith sich wieder von ihm löste.
Etwas euphorisch erhob sie sich.
„Ich gehe dann mal nach drinnen und verkünde die frohe Botschaft“, kicherte sie und hüpfte wie ein kleines Mädchen ins Haus, um es zumindest einmal Charles zu sagen.
Nun kamen die Gedanken an Logan wieder und ihre Freude war schon fast verflogen. Niemandem hätte sie das so gern erzählt wie ihm.
Sie schluckte schwer und versuchte den Gedanken zu unterdrücken, während sie sich zu Charles begab.
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