Out Of The Past

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P18
Gambit / Remy LeBeau Jubilee / Jubilation Lee Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Rogue / Mary D'Arcanto Sabretooth / Victor Creed Wolverine
24.04.2014
02.06.2016
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Dieses Kapitel
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01.02.2015 2.174
 
Hallo ihr Lieben :)
Hatte endlich mal wieder Zeit ein Kapitel hochzuladen, wünsche euch viel Spaß beim Lesen :)
Lasst bei Gelegenheit ein Review da ;)
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Er wandte sich nicht einmal um, als sie auf ihn zukam.
„Was gefunden?“, fragte sie.
„Nein“, entgegnete er ohne ihr den Blick zuzuwenden, „Jedenfalls keine Ausbruchsspuren. Es wäre, als hätte er seine Zelle nicht verlassen. Die Tür wurde nicht geöffnet!“
Wolverine klang deutlich nachdenklich.
„Wie kann jemand aus einer Zelle kommen, ohne die Tür zu öffnen?“, hakte Lilly nach.
„Überleg mal scharf. Hier im Institut gibt es auch jemanden, der das kann“, erwiderte Logan abwesend und schien Lilith gar nicht so wirklich zur Kenntnis zu nehmen.
Bei ihr jedenfalls fiel der Groschen
„Ein Teleporter?“, riet sie – sie hatte nach seinem Hinweis natürlich direkt an Nightcrawler gedacht –  und Logan nickte.
„Aber warum sollte jener Teleporter extra hierher kommen und Sabretooth nur aus seinem Gefängnis befreien? Dann hätte er ihn doch auch gleich mitnehmen können?“, sagte sie.
„Das ist ja das, was mir Sorgen macht. Es muss noch mehr dahinter stecken, als nur Creeds Wille dir zum Abschied noch einen ordentlichen Schrecken einzujagen“, murmelte er.
Dann erst rührte er sich wieder, wandte sich um.
„Lass uns im restlichen Haus nach Fährten suchen. Ich bin mir sicher, dass der Teleporter noch irgendetwas anderes gewollt hat. Creed war das Ablenkungsmanöver. Ich weiß nur noch nicht genau für was“, meinte er und Lilith folgte ihm.
Plötzlich blieb sie ruckartig stehen und es fiel ihr wie Schuppen von den Augen.
„Logan. Warum wurde Sabretooth erst jetzt von hier weg geholt? Er muss auf den richtigen Moment gewartet haben... Was ist, wenn er und der Teleporter auch etwas mit den Kindesentführungen zu tun haben und Creed die Ablenkung war, um eines der Kinder hier weg zu holen? Jetzt, wo weder Charles noch Jean hier sind, um ihr verschwinden telepathisch zu bemerken. Und was ist, wenn es von Anfang an irgendwie geplant war, dass Sabretooth hier ist?“, sagte sie und Wolverines Bewegung fror augenblicklich ein. Aber nur einen Augenblick, dann hatte er es plötzlich furchtbar eilig.
„Schnapp dir Ororo und findet raus, ob eins der Kinder fehlt und welches. Sofort!“, wies er sie an, während er zum Fahrstuhl joggte. Lilith holte ihn gerade noch ein, bevor die Türen zu glitten.
„Und was ist mit dir? Was machst du?“, fragte sie.
„Ich verfolge Sabretooth. Seine Spuren sind noch nicht kalt, ich kann ihn noch finden“, entgegnete er, während der Aufzug nach oben in den ersten Stock fuhr.
„Du kannst ihm nicht allein nach“, sagte Lilith ernst.
„Und ob. Du und Storm, ihr bleibt hier wegen der Schüler“, entgegnete er und kaum, dass sich die Türen geöffnet hatten, begab er sich schnellen Schrittes in sein Zimmer. Lilith vermutete, er würde nur schnell ein paar Sachen zusammenpacken und seine Motorradschlüssel holen, ehe er dann mit dem Bike auf und davon wäre.
Als sie bei seiner Zimmertür ankam, bestätigte sich ihre Vermutung. Er hatte nur schnell seinen Kampfanzug und ein paar andere Dinge in die Satteltaschen seines Motorrads gestopft und sie sich über die Schulter geworfen, um nun zu gehen.
Als sie ihm den Weg vertrat, schob er sie ohne Kraftaufwand zur Seite.
„Was ist, wenn du ihn nicht findest? Es könnte eine Falle sein, warum sollte Creed zu Fuß abhauen und Spuren hinterlassen, wenn er die Möglichkeit hat, an jeden Ort zu gelangen, an den er will, mithilfe des Teleporters?“, gab Lilly zu bedenken und folgte ihm, als er den Flur zurück zur großen Treppe ging.
„Ich weiß es nicht, aber ich werde es herausfinden. Ich bin bald zurück. Es wird nicht lange dauern, bis ich ihn aufgespürt und gefunden habe“, entgegnete er hart und ließ sich nicht aufhalten.
„Du darfst nicht gehen, Storm hat im Moment das Kommando, weil weder Charles noch Cyclops hier sind!“, versuchte sie ein letztes Argument, doch Logan hielt nur kurz auf der Treppe inne und wandte sich mit einem grimmigen Lächeln zu Lilith um.
„Lil', du kennst mich jetzt schon so viele Jahre, langsam dürftest du wissen, dass ich wenig darauf gebe, was andere mir sagen und noch schlimmer: wenn sie mir was befehlen“, sagte er, drehte sich wieder um und ging weiter.
„Bitte, Logan, geh nicht. Warte wenigstens bis einer der anderen zurück ist, dass du nicht allein gehen musst!“, flehte sie ihn fast an, doch er blieb hart.
„Wenn ich warte, könnte er schon zu weit weg sein oder auf die Idee gekommen sein, seine Spuren zu verwischen. Netter Versuch, Lilly, aber ich werde gehen“, meinte er.
Trotzdem lief sie ihm noch nach bis in die Garage und versuchte vehement ihn dazu zu überreden nicht zu gehen oder wenigstens zu warten. Ohne Erfolg. Er umarmte sie zum Abschied und stieg dann auf seine Maschine. Und dann fuhr er davon. War weg.
In manchen Dingen würde er wohl immer der einsame Wolf bleiben. Und so sehr Lilith das auch bedauerte, sie würde es nicht ändern können.
Doch für den Moment galt es, nicht mehr Zeit zu verlieren. Sie suchte Ororo auf und teilte ihr die Erkenntnisse und Befunde mit, die sie erlangt hatte und kurz darauf waren alle der Schüler in der großen Halle versammelt. Es war schon bald klar, dass eines der Kinder nicht mehr da war.
Joey, ein 13 Jahre alter Mutant, der begrenzt in die Zukunft sehen konnte. Er hatte gelegentlich Visionen, die manchmal mehr und manchmal weniger treffend waren.
Er war einer der Schüler, die immer an der Schule blieben, also blieb es den beiden Frauen wenigstens erspart, seine Eltern oder Angehörigen zu informieren, denn er hatte keine, die sich um sein Wohlergehen kümmerten.
Das Einzige, was noch zu tun blieb, war Charles zu informieren und ihn zu bitten, so bald wie möglich wieder zu kommen oder Jean mit dem Jet zurück zu schicken, damit sie mit Cerebro versuchte den Jungen zu finden. Allerdings war Storm und Lilith schon vorher klar, dass das wahrscheinlich vergebliche Liebesmüh war.
Nach einem Anruf bei Scott machten er, Jean und der Professor sich eiligst auf den Weg zurück nach New York, was aber natürlich einige Zeit in Anspruch nahm. Lilith war unwohl dabei. Jede Minute bewegte Logan sich weiter von der Mansion fort und vielleicht würden sie ihn dann nicht mehr einholen oder finden können.
Während sie zusammen mit Storm auf die anderen wartete, saß sie wie auf heißen Kohlen.
Und als die anderen X-Men eintrafen, wollten sie natürlich zuerst wissen, was überhaupt passiert war und wie ein Schüler einfach so verschwinden konnte, ohne dass jemand es bemerkte.
Also erzählte Lilith, wie sie gegen Sabretooth gekämpft hatte, was für Spuren Wolverine im Keller gefunden bzw. nicht gefunden hatte und wie sie diese gedeutet hatten.
Für den Moment verlor keiner ein Wort über Creed und den Teleporter, Charles begab sich augenblicklich nach Beendigung der Erzählung zu Cerebro und versuchte Joey zu finden.
Aber wie Lilly und Ororo bereits erwartet hatten, war er nicht aufzufinden, so sehr Chuck sich auch Mühe gab, der Aufenthaltsort des Jungen blieb verhüllt.
„Wo ist Logan?“, fragte Jean, während der Professor mit der Suche beschäftigt war und sie, Lilith, Storm und Scott auf ihn warteten.
„Nachdem klar war, dass irgendetwas faul ist und er sich wohl ziemlich sicher war, dass ein Schüler verschwunden ist, wollte er Creed nach. Er ließ sich von mir nicht dazu überreden nicht zu gehen oder wenigstens auf euch zu warten und glaubt mir, ich habe mir die größte Mühe gegeben“, erzählte Lilith kleinlaut, „Er ist mit dem Motorrad weg gefahren.“
Scott schien wenig überrascht.
„Er ist einfach gegangen?“, fragte Jean etwas ungläubig. Lilith nickte.
„Er meinte, er könne Sabretooth noch einholen und vielleicht herausfinden wo die Kinder hin gekommen sind. Auf meinen Einwand hin, dass es möglicherweise eine Falle sein konnte, ging er gar nicht erst ein. Beziehungsweise, es war ihm egal. Ich brauche wohl nicht dazu zu sagen, dass es mir nicht im Geringsten gefällt“, bejahte sie.
Cyclops schüttelte entnervt den Kopf.
„Tu nicht so, als ob es dich wundert, Jean. Du kennst Logan doch! Es war klar, dass er über kurz oder lang wieder sein eigenes Ding durchzieht und keine Hilfe dabei will“, meckerte er und warf fast schon wütend die Hände in die Luft.
Jean machte ein verkniffenes Gesicht. Sie schien gar nicht erfreut darüber zu sein, dass Wolverine gegangen war.
„Ich kann Lilith nur zustimmen, mir gefällt es auch nicht. Ich habe ein ungutes Gefühl dabei“, murmelte sie, „Wir sollten ihm nach.“
Scott schnaufte geräuschvoll.
„Wahrscheinlich ist die Fährte von Sabretooth bald kalt und er findet nichts, kommt zurück und ist mies gelaunt“, war er sich sicher, „Lasst euch doch seinetwegen keine grauen Haare wachsen, der Kerl ist ohnehin nicht kaputt zu kriegen.“
„Tut mir Leid, Scott, aber in dieser Angelegenheit muss ich mich auf Liliths und Jeans Seite stellen... Die Sache stinkt zum Himmel. Wir sollten versuchen ihn zu finden, auch wenn er darüber nicht erfreut sein wird und du auch nicht. Aber wenigstens ist er nicht allein, falls unsere Sorgen nicht unbegründet waren“, meldete sich nun Storm zu Wort.
Scott murmelte etwas unverständliches und begab sich dann zu Charles, um mit ihm Rücksprache zu halten.
Dieser war ebenfalls der Meinung, man solle ein Team hinter Logan her schicken.
Also begaben sich Scott, Ororo und Lilith in den Blackbird und folgten dem Signal von Logans X-Phone.
Allerdings endete ihre Suche per Luftlinie abrupt, als der blinkende Punkt, der Logans Standpunkt bezeichnen sollte, stehen blieb und sich keinen Deut mehr rührte, bis sie an jenem Ort angekommen waren.
Liliths Knie wurden weich und sie drohte zusammen zu klappen, als sie in einem kleinen Waldstück nicht nur das Handy im Gebüsch fanden, sondern auch Wolverines Harley Davidson.
Jede Hoffnung, er möge das Telefon einfach nur verloren haben, wurde in Luft aufgelöst.
Mit ihrem kümmerlichen Wissen übers Spuren und Fährten lesen konnte Lilith erahnen, dass es einen kurzen Kampf gegeben haben musste, auf ein paar Blättern klebte sogar Blut, das sie als das von Logan identifizierte. Dann endete alles im Nichts. Wie bei den entführten Kindern.
Nach kurzer Rücksprache mit Charles der nächste Schock: Nicht nur Logans Spur hatte sich in Luft aufgelöst, sondern anscheinend auch er selbst.
Er war mit Cerebro nicht mehr zu finden, ebenfalls wie es bei den Kindern der Fall war. Und nicht nur sie waren verschwunden, sondern auch Wolverines Zielperson: Sabretooth.
Lilith war nach dem Erhalt dieser Information sehr still geworden. Allerdings war es ja auch nicht verwunderlich. Sie machte sich so große Sorgen um Logan!
Natürlich hatte Scott Recht, Wolverine war äußerst widerstandsfähig und wer sich vornahm, ihn zur Strecke zu bringen hatte es ganz gewiss nicht leicht...aber das hieß nicht, dass er keinen Schmerz empfand oder nicht früher oder später den Verstand verlor, wenn man ihn nur lange genug auf die eine oder andere Weise malträtierte.
Lilly wurde Himmelangst bei dem Gedanken, allerdings zwang sie sich zur Ruhe.
Vielleicht gab es ja irgendeine andere Erklärung hierfür!
Vielleicht war Logan tatsächlich in einen Kampf mit Sabretooth verstrickt gewesen und war dann mithilfe des Teleporters und Creed zu jenem Ort gekommen, wo die Kinder sich versteckt hielten. Und jetzt war er schon dabei, jenen Ort auseinander zu nehmen und die Kinder zu befreien!
Die Möglichkeit, dass es gerade so passierte, war gering, die Hoffnung und der Wunsch allerdings von unglaublicher Größe. Und Hoffnung, pflegte Charles zu sagen, war manchmal das wichtigste und stärkste, was man besitzen konnte. Solange man Hoffnung hatte, war alles möglich, auch wenn die Wahrscheinlichkeit noch so klein war.
Lilith hielt sich an dieser Weisheit fest, genau wie an ihrer Hoffnung.

Die Stimmung an diesem Abend war gedrückt. Auch die anderen X-Men waren nach Hause gekommen und waren wenig erfreut über die neusten Ereignisse.
Schließlich war es Nightcrawler, der versuchte die Stimmung ein wenig zu heben. Mal wieder fand er Worte, wenn die anderen dazu nicht richtig fähig waren.
„Ich weiß, es gibt viel, um das wir uns Sorgen machen müssen“, sagte er, als sie sich gegen 22:30 Uhr – nach der um 22:00 Uhr beginnenden Bettruhe der Schüler, die zu ihrem Bedauern auch Jubilation einzuhalten hatte, zumindest noch – im Kontrollraum versammelt hatten, „Aber andererseits sollten wir auch das wenige Positive daran sehen: Niemand wurde von Sabretooth verletzt und Lilith hat sich offenbar geschlagen wie eine mutige Löwin, als sie sich ihm in den Weg gestellt hat. Die Kinder können gar nicht mehr aufhören, davon zu erzählen.“
Auch Kurt wusste, wie viel Angst Lilly vor Creed gehabt hatte und man sah ihm an, dass er genau deswegen stolz auf sie war. Sie hatte ihn und ihre Angst besiegt, zumindest beides vorübergehend.
Während Kurts Worten hatten sich die Blicke der anderen auf sie gerichtet.
Ein dünnes Lächeln tauchte auf Charles Gesicht auf.
„Danke, Kurt. In all dem Aufruhr, hatte ich daran gar nicht mehr gedacht. Du hast Recht, Komplimente und Lob wären wohl angebracht“, meinte er, ehe er Lilith ansah, „Du hast im besonderen Moment richtig gehandelt, Lilith. Du hast die Kinder beschützt, ohne daran zu denken, was mit dir geschehen würde.“
Er machte eine kurze Pause, ehe er weitersprach und Lilith glaubte kaum, was er dann von sich gab.
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