Out Of The Past

GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P18
Gambit / Remy LeBeau Jubilee / Jubilation Lee Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Rogue / Mary D'Arcanto Sabretooth / Victor Creed Wolverine
24.04.2014
02.06.2016
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24.04.2014 2.376
 
Howdy liebe Leutchens :)
Viel Spaß beim lesen und einen schönen restlichen Mittwoch wünsche ich euch ;)
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Bald nach dem Neujahrstag kamen die Schüler nach und nach zurück. Die meisten bestückt mit den Geschenken, die sie zu Weihnachten bekommen hatten und nun natürlich als neues Gepäck mit zur Schule brachten.
Lilith war froh, dass die Flure, Zimmer und der Garten der Mansion wieder viel belebter war, als zuvor.
Manchmal hatte man zwar das Gefühl, man fände im ganzen Haus keinen ruhigen Ort, doch nach so langer Stille freute sie sich nun richtig, dass wieder überall Schüler herum rannten und auch auf ihren Unterricht.
Sie hatte über die Feiertage so viele neue Ideen für die Stunden mit den Schülern gesammelt. Charles hatte sie auch in den vergangenen Tagen darin bestärkt, ihren Unterricht weiterhin so zu gestalten, wie bisher, denn für einige der Schüler waren die wenigen Grenzen in Miss Stewarts Unterricht sehr angenehm im Vergleich zu den anderen Fächern. Die Kreativität tat den Schülern gut.
Der Januar war sehr verregnet und die wunderschöne Schneepracht gehörte schon bald der Vergangenheit an.
Der Regen erinnerte Lilith an den Besuch bei Stan Miller und an Raymond.
Und wie wenn der Regen und Liliths Gedanken so etwas angezogen hatten, bekam Charles erneut zwei Nachrichten, dass Kinder verschwunden waren. Mutanten-Kinder. Und wie auch bei Raymond blieben keine Spuren zurück oder nur so wenige, das sich nichts damit anfangen ließ.
Wieder Kinder, denen sie nicht helfen konnten, so sehr sie auch wollten und wieder Eltern, die ihren Söhnen und Töchtern nachweinten, weil sie nicht wussten, ob sie sie überhaupt wiedersehen würden.
Es war ein weiterer Junge, sein Name war Jason und er hatte laut seinen Eltern die Fähigkeit, Feuer zu spucken.
Er war 17 Jahre alt, kam aus Washington und verdiente sich mit seiner Fähigkeit einen Zusatz zum Taschengeld, in dem er auf verschiedenen Märkten seine Kräfte wie ein gewöhnlicher Feuerspucker zur Schau stellte. Sein Künstlername lautete – wenig verwunderlich – Dragon.
Von einem dieser Ausflüge war er nicht zurück gekommen.
Es hatte genug Menschen gegeben, die ihn gesehen hatten, natürlich. Die Passanten, anderes auftretendes Schausteller-Volk, die Besitzer und Angestellten der umliegenden Geschäfte und ebenso die Verkäufer der Marktstände. Aber niemand hatte gesehen, wo der Junge hingegangen war, nachdem er seine Show beendet hatte.
Und dann war da noch Gwen, ein 15jähriges Mädchen aus New Orleans. Sie konnte das Wasser nach ihrem Gutdünken manipulieren. Wie praktisch in einer solchen Stadt.
Sie war – etwas untypisch für ein Mädchen – großer Football-Fan und hatte oft Spiele der städtischen Mannschaft in einem der großen Stadien angesehen. Aber eines Tages war sie einfach in den Menschenmassen verschwunden, fast vor den Augen ihrer Eltern.
Sie hatte nur kurz auf die Toilette gewollt und war davon nicht wiedergekommen. Wie in Luft aufgelöst.
Und in dem überfüllt gewesenen Stadion war es im Nachhinein auch unmöglich gewesen irgendwelche Spuren zu finden, da so viele Gerüche übereinander gelegen hatten, dass sich nicht ausmachen ließ, welcher der Gerüche bzw. dessen dazugehöriger Mensch Gwen zum verschwinden gebracht hatte.
Lilith war auf beiden Einsätzen dabei, in der Hoffnung, sie könne irgendwie helfen, aber es war zum Verzweifeln.
Es konnte nichts gefunden werden, die Entführer hatten ihre Arbeit perfekt gemacht.
Nun ja, fast. Es war nämlich nicht zu übersehen, dass die drei Fälle, Raymond, Gwen und Jason, irgendwie zusammenhingen. Drei Mutanten-Kinder, die spurlos verschwanden und keine Spuren zurückließen? Das konnte kein Zufall sein. Zudem waren sie mit Cerebro nicht auffindbar.

Weitere Einsätze gingen in jenem Januar vonstatten. Die X-Men mussten sich mit einigen der Anti-Mutanten-Gruppen auseinandersetzen, Professor Xavier hatte einige Pressekonferenzen im Beisein von President Kelly, der zwar gewöhnlicher Mensch war, aber trotzdem viel für Mutanten übrig hatte, jedenfalls nachdem (so hatte Lilith sich erzählen lassen) die X-Men ihm vor einiger Zeit, als er noch Senator gewesen war, das Leben gerettet hatten; und zudem gab es noch Zwischenfälle mit ausfällig werdenden Mutanten, die Menschen bedrohten, im Kontrast zu den Anti-Mutanten-Gruppen.
Jedoch begleitete Lilith die X-Men nicht auf diese Einsätze.
Sie war noch nicht bereit für so etwas, jedenfalls fühlte sie sich noch nicht bereit dafür.
Außerdem...sie hatte ja gar keinen Kampfanzug wie die anderen und sie wusste auch nicht, wie gut sie im Team agieren konnte. Sie wollte nicht für irgendwelche Fehler verantwortlich sein, nur weil sie etwas nicht besser wusste.

Freitag Morgen, Lilith kam gerade aus ihren ersten beiden Schulstunden an diesem Tag.
Die Schüler ihrer Klasse waren alle schon aus dem Klassenraum gestürmt, um ihre Pause zu genießen, als sie die Tür hinter sich zumachte. Auch sie war nicht böse über einige Zeit für sich allein, auch wenn sie die Schulstunden an sich nicht wirklich anstrengten.
Als sie den Flur entlang ging, sah sie eines der Kinder an der holzvertäfelten Wand am Boden sitzen, die Beine dicht an den Körper gezogen und das Kinn auf den Knien abgelegt.
„Chloe? Alles in Ordnung mit dir?“, fragte Lilith vorsichtig.
Chloe sah erst gar nicht zu ihr auf. Sie war eine von Liliths Schülern und wenn sie sich richtig erinnerte, war sie gerade 15 Jahre alt.
„Ja, alles bestens, Miss Stewart“, antwortete sie, unüberhörbar, dass es nicht so war.
Lilly setzte sich direkt neben ihr auf den Boden, in einer ähnlichen Haltung.
„Was ist los?“, hakte sie nach.
Chloe zuckte mit den Schultern, während Lilith sie genau beobachtete. Chloe war eine der Mutantinnen, denen man ihre Mutation ansah und das schon beim ersten Blick.
„Es ist nur...wissen Sie... Meine Freundinnen schwärmen immer von Jungs und probieren neue Schminke aus, machen sich Komplimente darüber, wie wunderhübsch sie sind und ich... Sehen Sie mich doch an!“, rückte sie dann mit der Sprache heraus und fuhr sich mit der Hand über die für einen Menschen unnatürlich aussehende grün schimmernde Haut.
Aber es war nicht nur ihre Haut, die sie offensichtlich als Mutant identifizierte. Ihre Ohren liefen Spitz zu, ihre Fingernägel waren von Natur aus hellblau und ihren Augen fehlte das weiß, es war wie wenn die dunkelgrüne Iris das ganze Auge überspannen würde, abgesehen von der Pupille.
„Das tue ich. Aber ich weiß nicht, worauf du hinaus willst“, sagte Lilith.
„Welcher Junge könnte jemand ein Mädchen wie mich hübsch finden?“, flüsterte Chloe, „Ich bin ein Desaster.“ Jetzt erst verstand Lilith, worauf sie hinauswollte.
„Du übertreibst maßlos, Chloe“, sagte sie also und setzte sich anders hin, sodass sie direkt in Chloes Blickrichtung hockte.
„Hör mir zu. Abgesehen davon, dass es noch immer die inneren Werte sind, die am meisten zählen, bist du ein wunderhübsches Mädchen und das meine ich wirklich Ernst“, fuhr sie fort und schenkte Chloe ein Lächeln, doch sie schien nicht überzeugt.
„Das sagen Sie nur, um mich aufzuheitern. Hat nicht funktioniert, tut mir Leid“, entgegnete Chloe traurig und ließ den Kopf hängen.
„Nein, ich meine das wirklich Ernst. Ich wünschte, ich wäre eine kleine so hübsche Elfe wie du“, meinte sie, noch immer Lächelnd. Die Schülerin musterte sie prüfend.
„Was denkst du, wenn du Nightcrawler ansiehst, hm? Denkst du dann das selbe wie von dir?“, fragte Lilith.
Zögernd schüttelte Chloe den Kopf. Natürlich nicht! Sie hatte ihn sehr gern, sein Äußeres störte sie nicht im Geringsten.
„Siehst du. Und so geht es anderen auch. Sie mögen dich so, wie du bist und ich verwette alles was ich habe darauf, dass es Jungs gibt, die dich mehr als nur mögen“, war Lilith sich sicher und zwinkerte dem Mädchen zu, ehe sie aufstand und Chloe die Hand hinhielt.
„So und nun ab mit dir, du solltest deine Pause nicht damit vergeuden, Trübsal zu blasen“, wies Lilith sie an, nachdem sie aufgestanden war.
„Danke, Miss Stewart“, sagte sie noch schnell, lächelte und eilte dann davon. Lilly schmunzelte und sah ihr nach. Sie war wirklich ein hübsches Mädchen, das hatte sie nicht nur so gesagt und offenbar hatte sie das auch klar genug übermittelt.
Schließlich wandte sie sich ab und ging in ihre eigene Pause.

Am Nachmittag, Liliths Kunststunde neigte sich schon dem Ende zu, klopfte es plötzlich und als Lilith ein deutliches 'Herein!' hören ließ, trat Jean ein.
„Lilith, da ist jemand für dich am Telefon“, sagte sie. Lilith warf einen prüfenden Blick auf die Uhr. 10 Minuten vor Schluss.
„Alles klar, wir machen dann nächstes Mal an dieser Stelle weiter“, sagte sie und verabschiedete sich dann von den Schülern, ehe sie Jean zum Telefon im Flur folgte.
„Wer ist es?“, wollte Lilith mit gedämpfter Stimme wissen.
„Ich weiß es nicht, er hat keinen Namen genannt, sondern nur gesagt er möchte dich sprechen“, erwiderte Jean, während sie mit den Schultern zuckte. Lilly runzelte die Stirn und nahm dann den Hörer entgegen.
„Hallo?“, fragte sie.
„Lilith. Du bist es tatsächlich“, antwortete ihr eine verzerrte Männerstimme.
„Wer ist da?“, wollte Lilith wissen. Eine Gänsehaut lief ihr über den Rücken. Ihr Instinkt sagte ihr, dass hier etwas ganz deutlich nicht stimmte.
Keine weitere Antwort folgte, nur ein Klicken und ein Tuten. Er hatte aufgelegt.
Jean musterte Liliths Mienenspiel genau, bemerkte ihre Unsicherheit.
„Lass uns nach unten in den Kontrollraum gehen und den Anruf zurückverfolgen“, schlug sie vor, legte kurz ihre Zeige- und Mittelfinger an die Schläfen, ehe sie sie senkte und zum Fahrstuhl ging.
Lilith legte eilig auf und folgte ihr. Als die Fahrstuhltüren sich öffneten und Cyclops und Charles sich im Aufzug befanden, war Lilly sich sicher, dass Jean die beiden auf telepathischem Wege kontaktiert hatte.
„Was war das für ein Anruf?“, fragte Charles. Lilith zuckte mit den Schultern.
„Ich habe eine Männerstimme gehört, die meinen Namen sagte und „Du bist es tatsächlich“. Ich kann die Stimme allerdings nicht zuordnen, sie war verzerrt. Ich kann nur mit Sicherheit sagen, dass es ein Mann war“, erklärte Lilith ihm. Jean schien nichts mehr dazu hinzuzufügen wollen.
Im Kontrollraum angekommen, der an Cerebro angeschlossen war, als Beratungsraum der X-Men diente, von dem aus sich einiges im Haus überwachen ließ – zum Beispiel ein Teil des Gartens im Falle von Eindringlingen und das Kellergeschoss –, der zudem das Sicherheitssystem der Mansion beherbergte UND in dem sich tolle technische Spielereien befanden, die es unter anderem erlaubten, Anrufe, die ins Institut kamen, zurückzuverfolgen und zu orten.
Lilith stand mit Jean hinter Cyclops und Charles, die beiden Männer bedienten die Technik. Auf einem Bildschirm tauchte die Weltkugel auf, die sich langsam aber stetig um die eigene Achse bewegte und ein sich drehender Ring in der unteren, rechten Ecke zeigte an, dass die Suche lief.
Schließlich wurde auf Nordamerika gezoomt, dann auf Kanada. Immer näher wurde auf die Provinzen gezoomt, schließlich auf Saskatchewan, dann auf die Stadt Regina, immer dichter, bis schließlich ein Pfeil auf einem einzelnen Haus auftauchte und blinkend an der Stelle verharrte.
Irgendetwas regte sich in Lilith, aber sie wusste es nicht einzuordnen.
„Lilith, sagt dir der Ort irgendetwas?“, fragte Charles. Sie überlegte einen Augenblick, dann schüttelte sie den Kopf.
„Du wirkst unsicher“, meinte Scott.
„Ja, ich...ich habe das Gefühl, dass mir das alles etwas sagen müsste, aber ich komme nicht darauf“, murmelte Lilith nachdenklich und zermarterte sich das Hirn darüber, „Ich...kann mich nicht erinnern.“
Xaviers Blick wandte sich zu Jean.
„Würdest du bitte Wolverine hierher bestellen? Vielleicht kann er ein wenig Licht ins Dunkel bringen“, bat er sie. Sie nickte und kontaktierte ihn per Gedankenübertragung und verließ dann den Raum. Lilith sah ihr abwesend nach.
Regina. Irgendetwas klingelte da.
Nur kurze Zeit später betrat Logan nichtsahnend den Kontrollraum.
Kaum dass er anwesend war, überfiel Scott ihn mit den Vorgängen und deutete dann auf die Karte und den Ort, von dem der Anruf wohl gekommen war. Wolverines Miene war mehr als Ernst und der Blick aus seinen klaren, blauen Augen durchdrang Lilith beinahe.
„Du erinnerst dich nicht?“, fragt er sie und sie schüttelte den Kopf.
„Das ist das Haus, in dem du mit Ava gelebt hast, nachdem Jack starb. Die Wohnung, die abgefackelt ist, befand sich in diesem Haus“, sagte Logan, dabei hatte er sich die Karte noch nicht einmal so genau angesehen.
Doch bei Lilith war schon der Groschen gefallen.
„Ja! Du hast Recht, jetzt kommt alles wieder! Ich wurde in Moose Jaw geboren, lebte aber mit meinen Eltern nach meiner Geburt außerhalb von Regina in einem kleinen, ehemaligen Farmhaus... Nach dem Tod meines Dads zogen wir in die Innenstadt“, erinnerte sie sich, sah die Straße deutlich vor ihrem geistigen Auge, die Nachbarhäuser, die Ampel an der Kreuzung am Ende der Straße. Der kleine Park, 5 Minuten Fußweg von der Wohnung entfernt. Die kleine Grünfläche hinter dem Haus, auf der sie mit Logan gestanden hatte, bevor etwas in der Wohnung explodiert war.
Wolverine nickte und studierte die Karte nun etwas genauer.
„Wer würde mich von dort aus anrufen?“, fragte sie nachdem einige Minuten Totenstille geherrscht hatte.
„Jemand, der dich offenbar besser kennt, als du denkst“, murmelte Logan ernst.
Es war unübersehbar, dass er keine positiven Gedanken dabei hegte.
Charles meinte, er würde sich an Cerebro setzen und herausfinden, wer sich so in der Gegend herum trieb, auch wenn es möglich war, dass derjenige schon längst über alle Berge war.
Scott, Lilith und Wolverine ließen ihn allein, um ihn nicht seiner Konzentration zu berauben.
„Tu mir einen Gefallen und geh nirgends mehr alleine hin, wenn du das Gelände verlässt“, brummte Logan, während Scott voraus ging.
Lilly sah ihn entgeistert an.
„Ich kann doch nicht permanent hierbleiben?“, entgegnete sie.
„Das habe ich auch nicht behauptet. Aber geh nicht mehr alleine irgendwo hin. Derjenige hat nicht umsonst aus Regina und aus diesem Haus angerufen. Er hat gewusst oder sogar darauf gesetzt, dass wir den Anruf zurückverfolgen und sehen von wo der Anruf kommt. Egal, wer dieser jemand ist, er scheint über die Vorkommnisse von damals Bescheid zu wissen und er weiß jetzt, dass du hier bist. Das ist nicht gut“, sagte er und schob die Hände tief in seine Hosentaschen.
Lilith sah nachdenklich zu Boden.
Ob Logan jemals so dicht an ihren Verfolgern gewesen war, als er es vielleicht jetzt sein mochte ohne es zu wissen oder etwas dagegen zu unternehmen? Falls dieser Anruf überhaupt etwas damit zu tun hatte. Das galt es noch heraus zu finden.

Später am Abend suchte Lilly Jubilee auf und erzählte ihr von dem Anruf.
Aber nicht nur das. Sie hatte auch eine Bitte an ihre Freundin, denn sie war die einzige, die einen der Minijets einigermaßen fliegen konnte und neugierig und abenteuerlustig genug war, um Lilith auf eine solche Mission zu begleiten...
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