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Every tear is a step in the right direction

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Candace Gertrud Flynn Ferb Fletcher Jeremy Johnson Phineas Flynn
23.04.2014
29.04.2017
14
29.976
5
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
9 Reviews
 
 
23.04.2014 1.461
 
Hey :)
Da ich letztens auf der Suche nach FFs in diesem Fandom gewesen bin, ist mir aufgefallen, dass es echt so gut wie keine richtigen FFs gibt :)
Und das muss man jetzt wirklich ändern.
Also habe ich mich dran gesetzt, eine Idee zu finden und diese ein Stück weit auszubauen^^.
Die FF ist jetzt nicht wirklich fröhlich zu Beginn, da ja auch ein bisschen was passiert ist und so :D
Aber keine Sorge, nicht jedes Kapitel wird so deprimiert und emotional sein :)
Und naja – Candace ist in der FF 17 Jahre alt und in diesem Alter spielt Liebe schon eine große Rolle ^^ Und ich bin kein großer Freund, von Kindergarten Beziehungen, höhö :3 (Man beachte, dass die FF P16 ist)
Ich hoffe ich kann euer Fanherz mit dieser FF erwärmen und so ;)
Viel Spaß beim Lesen :)

LG Blacky :)

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Worry and guilt


Sonnenstrahlen kitzelten Candace im Gesicht und holten sie ganz langsam aus dem Reich der Träume. Müde schlug sie ihre Augen auf und blinzelte gegen das helle Sonnenlicht, welches durch das Fenster ins Zimmer fiel. Ihr Blick flog zu ihrem Wecker. 07:30. Mit einem leisen stöhnen vergrub sie ihr Gesicht in ihrem Kopfkissen. Es war zu früh um an einem Samstagmorgen in den Sommerferien wach zu sein. Abgesehen davon, dass sie sowieso erst um 2 Uhr Morgens ins Bett gekrochen war.

Augenblicklich verkrampfte sich ihr Magen. Plötzlich kam es ihr unmöglich vor, noch viel länger im Bett liegen zu bleiben. Gähnend schlug sie die Bettdecke zurück, schwang ihre Beine über die Bettkante und blieb einen Moment sitzen. Sie fuhr sich durch die roten Haare und wusste, auch ohne einen Blick in den Spiegel, dass ihre Haare total durcheinander waren. Ihr unruhiger Schlaf zeichnete sich nicht nur in ihren Haaren ab. Die Kissen, die normalerweise neben ihrem Kopfkissen waren lagen über den Fußboden verstreut. Ihre Bettdecke war im Bettbezug an ein einziges Ende gerutscht.

Der Schlafmangel machte sich nun langsam bemerkbar. Ihre Glieder schmerzten vor Müdigkeit und sie fühlte sich, als würde Blei durch ihre Adern fließen. Ihre Augenlider waren schwer, so dass Candace sich ziemlich sicher war, dass sie auch im Sitzen einschlafen würde. Mit einem müden Seufzen hievte sie sich hoch und trat an ihr Fenster. Sie öffnete das Fenster ließ die morgendliche Sommerluft in ihr Zimmer und blickte hinaus auf den Hinterhof ihres Hauses. Der große Baum lag verlassen da. War dieser Baum vor einigen Tagen noch ein normaler Ort, so war er seit dem vergangenen Tag eine schlechte Erinnerung.

Traurigkeit hing in ihrem Bauch und beschwor einen Kloß, der in ihren Hals stieg und dort stecken blieb. Sie wandte sich vom Fenster ab. Mit schnellen Schritten durchquerte sie ihr Zimmer und öffnete die Tür. Mit dem warmen Sommerwind, der durch das Fenster herein kam, im Rücken verließ sie ihr Zimmer.
Im gesamten Haus herrschte eine geisterhafte Stille. Candace bezweifelte stark, dass es einzig an der früher Uhrzeit lag. Müde schlurfte sie die Treppe hinunter und begab sich in die Küche. Gegen ihre Prinzipien schaltete sie die Kaffeemaschine ein.

Normalerweise verabscheute das Mädchen Kaffee, aber in diesem Moment hatte der Gedanke an das heiße Getränk etwas tröstliches. Mit dem, nicht wirklich leisen, Rattern der Kaffeemaschine war das Haus nicht mehr ganz so still. Leise setzte sie sich auf einen Küchenstuhl und blickte einfach aus dem Fenster. Gedanken rasten durch ihren Kopf, aber es gelang ihr nicht, auch nur einen davon aufzugreifen. Die Geräusche der Kaffeemaschine verstummten und holten Candace in die Wirklichkeit zurück. Sie stand auf, schenkte sich Kaffee in eine große Tasse ein und setzte sich wieder hin.

„Candace.“ Erschrocken, plötzlich ein Stimme zu hören, hätte sie beinahe den Kaffee verschüttet.
Schritte ertönten und im nächsten Moment setzte sich jemand neben ihr auf einen Stuhl. Candace stellte ihre Kaffeetasse auf den Tisch und drehte ihren Kopf herum. Die grünen Haare ihres Stiefbruders Ferb waren verwuschelt. Tiefe Augenringe lagen unter seinen blauen Augen und ein Schatten lag auf seinem Gesicht.
„Konntest du auch nicht ordentlich schlafen?“ Candace wusste, dass die Frage eigentlich total unnötig war, denn wieso hätte er auch gut schlafen sollen, nach all dem, was passiert war.

Ferb seufzte tief und blickte kurz aus dem Fenster. Als er seinen Blick wieder Candace zuwandt, konnte sie die kleinen Tränen sehen, die in seinen Augen schimmerten.
„Eigentlich wollte ich weiter schlafen. Aber dann habe ich das leere Bett gesehen und musste einfach das Zimmer verlassen.“
Candace bedachte ihren Stiefbruder mit einem mitleidigen Blick, musste sich aber gleichzeitig ein Grinsen verkneifen. Noch nie hatte sie den grünhaarigen Jungen so viel reden gehört. Normalerweise war Ferb eher schweigsam und ließ lieber.. ihn.. reden.

Candace schluckte und richtete ihren Blick auf den Tisch. Den Tisch, an dem sie so oft mit ihren Brüdern gegessen hatte. An dem sie so oft den Plänen ihrer Brüder gelauscht hatte. Der Tisch, an dem sie sich noch gestern so schrecklich mit Phineas gestritten hatte.
Sie wusste nicht mal mehr, weswegen sie sich mit ihrem Bruder gestritten hatte. Aber sie wusste noch die letzten Worte, die sie vor dem Unfall an ihren Bruder gerichtet hatte. Und sie wusste alles, was danach geschehen war, mehr oder weniger..

„Candace.. das ist doch nicht so schwer zu verstehen..“ Phineas' dunkelblaue Augen funkelten herausfordernd. Für einen Jungen seines Alters war er zwar ziemlich schlau, dafür aber auch des öfteren ziemlich frech zu seiner Schwester.
„Weißt du was?“, Candace' Denken wurde von der Wut in ihrem Bauch übernommen. „Ist mir doch egal was ihr macht. Interessiert mich ab sofort halt nicht mehr, ob ihr euch in Gefahr begebt oder kurz vor einem schweren Unfall steht! Mir doch egal, ob du dich schwer verletzen kannst. Du bist mir egal, Phineas!“
Im nächsten Moment hätte Candace ihre Worte am liebsten wieder zurück genommen. Ihr kleiner Bruder – ihre beiden Brüder – waren ihr alles andere als egal. Doch wenn sie ihre Aussage jetzt ändern würde, dann würde der Respekt ihres kleinen Bruders ihr gegenüber schrumpfen. Mit zusammengekniffenen Augen beobachtete sie, wie die Worte auf ihren Bruder wirkten. Das Grinsen, welches auf seinen Lippen lag, verschwand kurz, ehe Phineas auch schon herumwirbelte und die Küche durch die Hintertür verließ. Der Sturm der draußen herrschte zerrte an den Blumen vor dem Küchenfenster und Candace war es schleierhaft, warum Phineas unbedingt bei solchem Wetter das Haus verließ. Im Grunde war es ihr auch egal, denn die Wut pulsierte immer noch durch ihre Adern. Wut auf ihren kleinen, 12-jährigen Bruder, dass er seine 5 Jahre ältere Schwester einfach nicht respektierte. Warum konnte er nicht..
Ein lauter Knall schreckte sie aus ihren Gedanken hoch. Ein schriller Schrei ertönte und ehe sie auch nur einen Gedanken fassen konnte, war Candace auch schon aus der Hintertür heraus. Wind zerrte an ihren Haaren und peitschte ihr Regen ins Gesicht. Ihre Wut verrauchte in dem Moment, in dem sie ihn sah. Er lag unter dem großen Baum. Ein großer, breiter Ast drückte ihn zu Boden. Candace fing an zu rennen und warf sich neben ihn auf die Knie. Blut lief aus seiner Nase, Kratzer zierten sein Gesicht, sein Arm war unnatürlich verbogen.
„Phineas..“ Candace erkannte ihre Stimme kaum. So weinerlich, verletzt und besorgt klang sie selten. Tränen trat aus ihren Augen, rannen über ihre Wangen und tropften auf sein, sowieso schon durchnässtes, T-Shirt. Phineas blickte sie aus glasigen Augen an. Sein anderer Arm lag auf dem Ast, welcher auf seinem Bauch lag und ihn auf den Boden drückte. Selbst mit größter Anstrengung war Candace unfähig, den Ast auch nur ein kleines Stück zu bewegen.
„Keine Sorge.. Wir.. Ich.. Wir kriegen das schon hin. Guck.. guck mich einfach weiter an. Und ganz wichtig ist, du darfst auf keinen Fall einschlafen. Egal, wie müde du dich auch fühlen magst, Phineas. Okay?“
Das war doch richtig oder? Oder galt das mit dem Einschlafen nur, wenn man Gefahr lief zu verbluten? Candace schüttelte den Kopf. Es war egal, wichtig war, dass er irgendwie da raus kam.
„Mum! Dad!“ Ihr Ruf verhallte in dem Sturm, doch trotzdem kamen im nächsten Moment alle aus dem Haus. Ihre Mutter, ihr Stiefvater, Ferb und sogar Perry, das Schnabeltier. Die nächsten Stunden waren wie ein Film für Candace. Wie der Krankenwagen kam, wie man sie von ihrem Bruder wegzerrte, wie sie mit ihren Eltern ins Krankenhaus fuhr. Die Stunden die sie während Phineas Not-OP verbrachten kamen ihr vor wie Wochen,die Nachricht, dass ihr Bruder erst Mal im Koma lag war wie ein schlechter Film.

Die Erinnerung an den vergangenen Tag ließ die Tränen hervor brechen, die hinter Candace Augen brannten. Ein Schluchzen stieg ihre Kehle hoch und sie war unfähig es zu unterdrücken. Ein Seitenblick zu Ferb verriet ihr, dass auch er seine Tränen nicht mehr halten konnte. Und so saßen sie da und weinten, weinten um ihren Bruder, bis ihre Tränen versiegten.

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