Let me go...

von miririmi
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
OC (Own Character) Sophie Koch Sören Petersen Susanne Kaspary
23.04.2014
12.11.2018
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*Siara*

Ich hatte keine Pause, konnte somit nichts rauchen und wurde auch noch Zu getextet. Ich war mittlerweile über 180, ich brauchte also eigentlich dringend eine Zigarette um mich etwas abzureagieren, aber daraus wurde leider nichts da mir auf halben Wege Frau Kröger entgegenkam "Siara, wo willst du denn hin? Wir haben doch jetzt zusammen Unterricht?" flötete sie mir lächelnd entgegen. Kurz überlegte ich einfach abzuhauen aber noch einen Anruf bei meiner Mutter konnte ich ihr echt nicht zu muten. Ich trottete meiner Klassenlehrerin also hinter her. Ich konnte nur hoffen dass niemand mich in den nächsten 2 Stunden auch nur blöd angucken würde, ich wusste genau dass ich mich dann nicht mehr beherrschen könnte.

*Sophie*

"Ich muss noch aufs Gericht" meinte Susanne sichtlich genervt und verschwand somit aus dem Raum. Verdutzt schaute ich ihn an. "Was war das denn jetzt für ein Abgang?" fragte ich. Sören grinste nur "Du kennst doch unsere Susanne, bestimmt hat irgendeins ihrer 4 Kinder Mist gebaut, dann ist sie halt leicht gereizt" Ebenfalls grinsend bestätigte ich ihm seine Vermutung und wir beschlossen eine Pause im Café gegenüber einzulegen. Gelangweilt wartete ich auf meinen Kollegen als plötzlich mein Handy Klingelt. „Sophie Koch?“ „Hallo, Frau Kröger hier. Sind sie die Schulsozialarbeiter?“ „Ja, das sind wir. Was gibt es denn?“ „Ich rufe aus der Brüder Grimm Schule an. Es geht um eine meiner Schülerin, können sie so schnell wie möglich herkommen? Bitte es ist dringend!“ dann legte sie auf. Etwas verwirrt starrte ich auf mein Handy. „Sophie dein Café“  riss Sören mich aus meinen Gedanken. „Der Café muss warte“, rief ich und warf ihm seine Jacke entgegen. Nun schien auch er leicht verwirrt aber folgte mir. „Wir müssen schnell zu Brüder Grimm Schule“, wies ich ihn an. Er trat ins Gas. „Was ist denn passiert?“ fragte er. „Ich weiß es nicht genau. Mich hat eine Frau Kröger angerufen es geht wohl um eine ihrer Schülerinnen und es wäre dringend, wir sollten so schnell es geht kommen.“ Sören fuhr tatsächlich etwas schneller als sonst und so waren wir bereits nach 7 Minuten an der Realschule angekommen. Wir liefen ins Gebäude, suchend blickte ich mich um. „Und nun?“ fragte ich Sören. Auch er blickte sich suchend um. „Ich weiß nicht? Vielleicht ins Sekretariat, die wissen bestimmt wo wir diese Frau Krüger finden.“ „Kröger“, verbesserte ich ihn leicht schmunzelnd, auch wenn ich meinen Kollegen echt lieb hatte Namen konnte er sich noch nie gut merken. Wir waren gerade auf dem Weg zum Sekretariat als uns eine Aufgeregte Schülerin entgegenkam. „Sind sie Sophie Koch?“, fragte sie mich. „Ja das bin ich und das ist Sören Petersen“, wies ich mit einem Blick zu ihm. Wir gaben ihr die Hand. „Ich bin Melanie, Frau Kröger schickt mich. Sie sollen mitkommen.“ Melanie führte uns in einen Klassenraum. Was war den hier passiert? Es lag ein Tische auf dem Boden der ins zwei hälften geteilt war. Nach dem ich meinen Blick durch die Klasse geschweift hatte, glaubte ich mir einen Reim rausmachen zu können. In der einen ecke der Klasse standen einige Jungs und Mädels die sich scheinbar prächtig amüsierten. Etwas Abseits von ihnen stand eine etwas größere und leicht schockierte Gruppe wie ich es an ihre Mimik nicht schwer erkennen konnte. Und in einer anderen Ecke stand ein Mädchen und zitterte vor Wut, diese war bestimmt die Schülerin von der Frau Kröger gesprochen hatte, und vor ihr stand eine Lehrerin, ich nahm an das es die war die angerufen hatte. Sören und ich näherten uns den zweien. Da sie uns zu erst nicht bemerken zu schienen räusperte Sören sich kurz. „Sie müssen die Sozialarbeiter sein, nicht wahr?“ sichtlich erleichtert reichte die Lehrerin uns die Hand und stellte sich als Frau Kröger vor. Wir nickten und stellten uns ebenfalls vor. „Was genau ist denn nun passiert?“ fragte Sören sie. Frau Kröger schaute sich kurz um und meinte dann „Das sollten wir vielleicht lieber woanders besprechen“ wir stimmten ihr zu und nachdem sie der Klasse einige Anweisungen gegeben hatte gingen wir zusammen mit dem immer noch leicht zitternden Mädchen in ein leeren Klassenraum.

*Siara*

Ich zitterte am ganzen Körper, auch wenn dieses Zitterten sich deutlich gebessert hatte war es immer noch zu bemerken. Ich folgte der blonden Frau, deren Kollegen und Frau Kröger in den Klassenraum. Ich war zu sehr aufgebracht und wusste wenn ich nun abhauen würde das ich es nicht weit schaffen könnte, da ich durch das Zittern mich eh schon kaum auf den Beinen halten konnte. Die drei setzten sich hin, aber ich blieb stehen. Daran bedacht, sobald das zittern sich einstellte, wegzulaufen.

*Sophie*

Wir ließen uns nieder aber das Mädchen blieb stehen. Obwohl es 24 Grad waren hatte sie einen Langen Pullover an und trug eine Jeans, außerdem war sie ziemlich dünn. Ich merkte sofort dass bei ihr einiges im Argen war. „Das ist Siara.“, meinte Frau Kröger und zeigte kurz auf sie. „Hallo Siara. “ Sören und ich standen kurz auf um ihr die Hand zu geben aber sie schaute nur kurz auf unsere Hände und verschränkte dann ihre Arme. Eindeutige Abwehrhaltung, das würde schwer werden ihren Panzer zu durchdringen, aber ich nahm mir fest vor es zu schaffen. Wir zwei blieben nun einfach stehen da es uns komisch vorkam wenn wir saßen und Siara stand. Auch Frau Kröger stand nun auf. „Also was war denn nun los?“ fragte Sören mit einem Blick zu Siara und dann zu Frau Kröger. „Ich kann es ihnen nicht genau sagen, aber als ich mich gerade mit Tom, einer meiner Schülern unterhielt, hörte ich plötzlich Siara rumschreien und dann folg auch schon ihr Tisch durch die Gegend und zerbrach in der Mitte.“ „Oh ok. Was genau hat sie denn geschrien?“, fragte ich mit einem Blick auf Siara. „Ich glaube es war so etwas wie: Lass mich doch einfach in ruhe und Kümmre dich um deinen eigenen Kram.“ Ich merkte das Siara etwas grinsen musste bei den Worten ihrer Lehrerin sich schnell aber wieder fang und weite zu Boden starrte. „Ich habe dann versucht sie zu beruhigen aber da fingen einige Schüler an zu lachen da sie die Situation wohl ziemlich komisch fanden und Siara wurde immer wütender. Ich habe mehrmals versucht zu fragen was los ist aber sie redet nicht mit mir. Und da ich nicht weiter wusste habe ich sie um Hilfe gebeten.“ Endete die junge Lehrerin mit ihrer Schilderung. „Kam sowas denn schon öfter vor?“ fragte Sören nun. „Ja schon. Sie ist seid einigen Monaten ziemlich auffällig geworden. Sie wirkt in der letzten Zeit auch oft abwesend und ihre Noten haben sich ebenfalls um einiges verschlechtert. Ich habe auch schon mehrmals versucht mit ihr zu sprechen, aber sie blockt immer ab und meint alles wäre in Ordnung. Gestern auf der Klassenkonferenz kamen mehrere Lehrer mit ähnlichen Schilderungen zu mir.“ Das hörte sich ja toll, dachte ich mir. Mir war klar das Siara unsere Hilfe brauchte nur glaube ich da sie das nicht ganz so sieht. „Was sagen denn die Eltern dazu?“ fragte ich. „Ich habe gestern mit der Mutter telefoniert und wollte sie eigentlich zu einem Elterngespräch einladen aber sie sagte dass sie zurzeit eine starke Grippe habe. Also einigten wir uns auf ein Telefonat, ich habe ihr die Situation geschildert und sie meinte das ihr auch schon aufgefallen wäre. Siara habe sich in letzter Zeit auch sehr aus dem Familienleben zurückgezogen und wäre sehr Aggressiv ihren Eltern und vor allem ihrem Bruder gegenüber.“ Das hörte sich ja gar nicht gut an, wieso verändert sich ein so junges Mädchen in so kurzer Zeit so stark. „Sie meinte auch sie würde sich große Sorgen um Siara machen, konnte sich aber nicht erklären woher die Veränderung plötzlich kam.“ Fügte Frau Kröger noch hinzu. Und mit einem Blick zu Siara meinte sie dann „Rede doch endlich mal mit uns wir machen uns alles Sorgen um dich.“ „Sie brauchen sich aber Verdammt noch mal keine Sorgen zu machen.“  Erschrocken zuckte ich zusammen, Siara sprach weiter „Mir geht es gut, vielleicht bin ich in letzter Zeit etwas genervt aber das sind die Hormone. Und jetzt lassen sie mich endlich in ruhe. Auf Wiedersehen!“ mit diesen Worten rannte sie aus dem Raum. Sören wollte ihr folgen, ich hielt ihn aber an seinem Arm fest, mir war klar dass wir heute eh nichts mehr aus ihr rausbekommen würden. Wir verabschiedeten uns von Frau Kröger, nicht ohne zu versprechen morgen noch einmal wieder zukommen und machten uns dann zurück auf den Weg ins Büro.
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