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As Deep As Only True Love Can Be

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Dylan Hunt Tyr Anasazi
20.04.2014
20.04.2014
9
15.799
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20.04.2014 1.930
 
Obgleich ihn Tyrs Worte durchaus nachdenklich machten, glaubte Dylan weiterhin, sein Partner würde alles künstlich dramatisieren, zumal ihm die Situation Recht zu geben schien.
Andrem Verjar versuchte zwar weiterhin, Dylan anzubaggern, insbesondere, wenn er mit ihm allein war, doch er nahm Dylans Zurückweisungen gelassen hin und machte keinerlei Anstalten, zudringlich zu werden.
Dylan konnte sich des Reizes nicht entziehen, den der Flirt mit diesem ungemein attraktiven Mann auf ihn ausübte. Vermutlich war Tyr auch nur deshalb so aufgebracht, weil es ihn eifersüchtig machte, Dylan von einem anderen Nietzscheaner umgarnt zu wissen.
Dylan war sich sehr wohl bewusst, dass er mit Tyrs Gefühlen nicht spielen durfte. Hinsichtlich der Liebe kannten Nietzscheaner keinen Humor. Den Flirt mit dem fremden Nietzscheaner durch eigenes Zutun zu fördern und Tyr absichtlich eifersüchtig zu machen, wäre weder ihm noch Andrem Verjar gut bekommen. Deshalb blieb Dylan bei seiner reserviert-distanzierten Haltung und verneinte ein ums andere Mal, wenn Andrem, wie bei ihrem ersten Gespräch auf dem Aussichtsdeck, um etwas mehr Intimität bat.
Sich in den Weiten des riesigen Raumschiffs hin und wieder zu begegnen blieb indessen nicht aus. Deshalb traf Dylan auf Andrem, als er zwei Tage später auf dem Weg zu seinem Quartier war. Er hatte sich den ganzen Tag über nicht wohl gefühlt und Tyr eine Stunde vor dem offiziellen Ende seines Dienstes gebeten, für die restliche Zeit das Kommando über die Andromeda zu übernehmen.
Dylan beabsichtigte, sich hinzulegen. Er litt seit dem Morgen unter diffusen Schwindelgefühlen und sein Rücken schmerzte.
Während er sich durch die endlosen Korridore des Raumschiffs ging und sich die Schmerzen verbiss, die bei jedem Schritt durch seinen Rücken tobten, fragte sich Dylan ernsthaft, wie lange er den Dienst auf dem Raumschiff gesundheitlich überhaupt noch ausüben konnte.
Ein Lächeln erschien auf seinen blassen Zügen, als er daran dachte, dass Tyr und er endlich Zeit zum Heiraten haben würden, wenn er den anstrengenden Dienst quittierte, der den größten Teil seiner Lebenszeit forderte. Doch ganz so einfach würde Dylans Ausstieg aus der Ehrengarde nicht werden, nicht einmal dann, wenn ihn gesundheitliche Gründe dazu zwangen. Er konnte sich nicht einfach aus dem Staub machen. Er würde den neuen Captain der Andromeda zunächst gründlich einarbeiten müssen, bevor es ihm die Ehrengarde gestattete, sich auf einem Planeten niederzulassen, wie Tyr es für sie beide plante.
Dylan vergaß seine Schmerzen, als er ins Träumen kam. Tyr wollte ein schönes, großes Apartment für sie mieten, und sie würden frei und ohne Verpflichtungen sein, konnten den Tag genießen und nach Lust und Laune herumreisen. Vielleicht würden sie sich ein Boot kaufen und übers Meer fahren, endloses Wasser und nur sie beide.......
"Hallo, Dylan!"
Dylan erschrak. Er war völlig seinem Tagtraum versunken. Er blickte auf und schaute in Andrem Verjars attraktives Gesicht.
"Oh...... hallo Andre."
"Alles in Ordnung mit Dir?"
Verdammt. Sah er so krank aus?
"Äh....... Ich....... Ja. Alles okay."
Andrems sanfte Hände umfassten die seinen. "Du siehst nicht so aus, als sei alles okay, Dylan. Ich begleite Dich."
"Das ist...... nicht nötig, Andre, vielen Dank!" Dylan entzog dem anderen Mann seine Hände. "Ich komme schon klar."
"Wohin gehst Du?"
"In mein Quartier. Ich möchte mich hinlegen."
"Also geht es Dir nicht gut!"
"Mein Rücken", gestand Dylan zerknirscht. "Ich habe manchmal Probleme. Das lange Stehen, weißt Du."
Dylan ging weiter, und Andrem lief neben ihm her.
Irgendwann fasste Andrem nach Dylan und zwang ihn, stehenzubleiben. "Dylan, ich kann Dir helfen. Ich kenne eine Massagetechnik, danach wirst Du vollkommen schmerzfrei sein."
"Nein, Andre. Danke. Du brauchst Dich nicht um mich zu kümmern."
Andrem lächelte und strich mit dem Finger an Dylans Wange entlang. "Warum so genant? Hast Du Angst, ich könnte ein wertvolles Teil von Dir zu Gesicht bekommen?"
Dylan wurde innerlich heiß, und er hoffte inständig, nicht zu erröten. "Bitte, Andre, ich würde mich wirklich gern hinlegen......"
"Und ich hätte nichts dagegen, mich dazuzulegen", hauchte Andrem anzüglich und brachte sein Gesicht nahe an das von Dylan. "Du hast ja keine Ahnung, was ich Dir alles zeigen könnte! Ich bin ein Experte für menschliche Anatomie......."
Das habe ich doch vor kurzem schon einmal gehört, dachte Dylan ironisch. Diese Nietzscheaner!
Der Gedanke verschwand, als Dylan Andrems Hand an seinem unteren Rücken spürte, wie sie über den Stoff seiner schwarzen Uniform glitt. Ein wohliges Gefühl verbreitete sich in Dylans Unterleib. Ein Gefühl, von dem er wusste, er musste es schleunigst eindämmen oder es würde die Kontrolle über sein Gehirn übernehmen.
"Bitte, nicht, Andre!" Entschlossen fasste Dylan nach dem Arm des Nietzscheaners und schob ihn von sich weg. "Ich denke, ich habe meine Einstellung zu Deinen Wünschen deutlich gemacht."
"Und ich sage, es gibt immer noch etwas hinter einer vorgefassten Meinung. Etwas, das sich lohnt, entdeckt zu werden", säuselte Andrem.
Sanft drängte der Nietzscheaner Dylan mit dem Rücken gegen die Wand des Korridors.
Verflixt! Ausgerechnet jetzt! Dylan konnte sich wegen der Rückenbeschwerden ohnehin kaum rühren. Es war ihm nicht möglich, sich körperlich zu wehren.
Andrem kam näher und näher. Seine Lippen fanden zuerst Dylans Wange, dann seinen Mund.
"Du schmeckst fantastisch", brachte der Nietzscheaner leise zwischen den Küssen hervor, die er Dylan aufzwang.
Dylan fühlte sich wehrlos, und reumütige Gedanken an Tyrs Warnungen keimten in ihm auf. In der Liebe waren Nietzscheaner nicht vernünftig, hatte Tyr gesagt. Und was Andrem hier tat, war in der Tat nicht vernünftig.
Die ungewollten Liebkosungen hielten an. Andrems Hände fuhren über Dylans Uniform, fanden den Reißverschluß der schwarzen Hose. Zerrten daran, während seine Augen Dylans Gesicht fixierten, als wollte er ihn mit seinen Blicken gefügig machen.
Rückenschmerzen hin oder her, Dylan musste etwas tun, um dem Treiben Einhalt zu gebieten. Er hob die Arme und drückte den Nietzscheaner von sich, indem er die Hände gegen dessen Schultern stemmte.
"Es ist genug, Andre!" sagte er dabei entschlossen. "Lass’ mich los!"
Andrem lächelte ihn an und näherte sich erneut, so dass er ganz nahe vor Dylan stand. "Es macht mich scharf, wenn Du so lieb bittest."
Dylan schluckte. Er begann zu ahnen, was Tyr mit seinen düsteren Prophezeiungen gemeint hatte.
Keiner der beiden Männer bemerkte die kleine Gestalt, die seit geraumer Zeit am Beginn des Korridors stand und die Szene beobachtete.
Seamus Harper hatte eigentlich zum Computerdeck gewollt, war angesichts des seltsamen Verhaltens von Dylan und dessen Gast aber hinter der Biegung stehengeblieben. Er merkte schnell, dass etwas nicht stimmte. Als Dylan versuchte, Andrem mit beiden Händen von sich wegzuschieben, dieser den Abstand zu Dylan jedoch sofort wieder verkleinerte, hatte Seamus kehrt gemacht und war zum Kommandodeck zurückgeeilt. Irgendwie schien es ihm, dass der Captain der Andromeda in Gefahr war. In welcher auch immer.
"Ich bin nicht in Stimmung, Andre", versuchte Dylan erneut, dem Treiben des fremden Nietzscheaners Einhalt zu gebieten.
"Das verstehe ich", erwiderte Andrem, "allerdings haben wir beide nicht alle Zeit der Welt. Wenn wir herausfinden wollen, ob wir uns lieben, sollten wir jetzt damit anfangen."
"Es gibt nichts herauszufinden", erklärte Dylan seinem Verehrer. "Mein Herz gehört Tyr. Du verschwendest Deine Zeit."
"Sich um jemanden zu bemühen, der es wert ist, ist niemals Zeitverschwendung", behauptete Andrem und schickte sich an, Dylan erneut auf die Lippen zu küssen.
Dylan drehte den Kopf zur Seite und stieß den schlanken, aber dennoch kräftigen Nietzscheaner von sich weg, obgleich der Schmerz in seinem Rücken dadurch aufflammte. "Verschwinde jetzt, Andre! Es ist genug."
Andrem packte Dylan und schob ihn nachdrücklich gegen die Wand, um sich erneut vor ihm aufzubauen. "Es macht mich total heiß, wenn Du Dich wehrst. Hast Du je s/m probiert, Dylan? Mit Tyr? Alle Nietzscheaner sind scharf darauf. Du würdest staunen, zu welchen Höhenflügen Du fähig wärst!"
Dylan erstarrte regelrecht. Es war ihm nie in den Sinn gekommen, dass Nietzscheaner auf exotische Sexpraktiken stehen könnten. Jedenfalls hatte Tyr nie etwas derartiges von ihm verlangt, war immer liebe- und rücksichtsvoll gewesen und offenbar zufrieden mit seinem gewöhnlichen Sexleben. Würde das irgendwann noch kommen? Vielleicht sollte er wirklich noch einmal überdenken, ob es richtig war, Tyr zu heiraten!
"Armer Kerl! Jetzt habe ich Dich verschreckt, wie?" Andrems Finger spielten mit Dylans Kinn. "Du musst keine Angst haben! Ich bin sehr vorsichtig."
Dylan schüttelte den Kopf. "Ich habe kein Interesse."
"Natürlich nicht. Weil Du keine Erfahrung hast", meinte Andrem. "Von mir könntest Du alles lernen, Süßer. Wirklich alles! Mit mir gibt es keine Tabus. Danach wird Dir Analsex wie Kinderkram vorkommen."
Andrems Daumen fuhr über Dylans Lippen. Eine laute, scharfe Stimme im Korridor ließ den Nietzscheaner plötzlich innehalten.
"Verjar! Sie haben genau eine Lichtsekunde, um Ihre Dreckspfoten von ihm zu nehmen!"
Andrem und Dylan wandten den Kopf, und es erstaunte Dylan nicht weniger als Andrem, Tyr Anasazi am Beginn des Korridors stehen zu sehen.
"Verdammt", sagte Andrem zu Dylan. "Dein Höllenhund......"
Weiter kam er nicht. Tyr stürmte heran und ging ohne weitere Vorwarnung auf Andrem los, riss ihn von Dylan weg und verpasste ihm einen kräftigen Hieb ihn in die Seite.
"Tyr!" rief Dylan. Er wusste, dass der Nietzscheaner allzu leicht in Rage geriet. "Hör’ auf damit! Lass’ ihn!"
Zu spät. Tyr sah Rot! Er prügelte auf Andrem ein, der Mühe hatte, sich ausreichend zur Wehr zu setzen.
Dylan konnte nicht untätig zusehen. Er sprang auf die Kämpfenden zu, versuchte, Andrem von Tyr wegzuziehen. Andrem schien jedoch in der gleichen Raserei gefangen zu sein wie Tyr, denn der blonde Nitzscheaner packte Dylan, und, als würde er nicht merken, um wen es sich handelte, schleuderte ihn von sich. Dylan prallte mit dem Rücken gegen die Metallwand des Korridors und schrie auf. Der Schmerz, der durch seinen Rücken flammte, war so brutal, dass er zusammenbrach.
Aus tränengefüllten Augen beobachtete Dylan, wie Tyr und Andrem sich prügelten. Um ihn! Jetzt fühlte er sich endgültig wie ein Kaninchen, um das zwei hungrige Wölfe kämpften.
Und die beiden Nietzscheaner machten es sich nicht leicht. Sie schlugen aufeinander ein, bis ihre Kräfte erlahmten, doch das dauerte. Am Ende war es Tyr, der Andrem in die Flucht schlug.
"Ich sage es nur einmal", keuchte Tyr, während er Andrems Kehle gepackt hielt und den ebenfalls nach Luft schnappenden Nietzscheaner an die Wand drückte. "Wenn ich Sie noch ein einziges Mal in Dylans Nähe erwische, bringe ich Sie um. Nachdem Sie selbst ein Nietzscheaner sind, wissen Sie, dass das keine leere Drohung ist."
Andrem spuckte in Tyrs Gesicht. "Sparen Sie sich Ihr aufgeblasenes Getue, Anasazi! Dylan soll selbst entscheiden, mit wem er zusammen sein will."
"Mit Abschaum wie Ihnen bestimmt nicht", sagte Tyr grob, wischte sich die Spucke von der Wange und ließ Andrems Hals los. Er schaute sich um. Sein Herz raste vor Sorge. Er hatte aus den Augenwinkeln gesehen, wie Dylan gestürzt war, doch er konnte nichts tun, solange der Gegner nicht ausgeschaltet war. Jetzt lief er zu Dylan, der immer noch zusammengekrümmt auf dem Boden lag, und fiel neben ihm auf die Knie.
"Baby", keuchte Tyr. "Alles okay?"
Dylan wimmerte vor Schmerzen, als Tyr ihm half, sich aufzusetzen. Tyr strich mit der Hand über Dylans Rücken. Dylan zuckte zusammen.
"Komm' her", sagte Tyr sanft, und während Andrem Verjar davontorkelte, stützte Tyr seinen Partner, der unter Schmerzen aufstand, und führte ihn langsam zu ihrem Quartier.
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