Eier bemalen, oder: Wenn Rumpel eine Idee hat

von Synanka
GeschichteRomanze / P12
19.04.2014
19.04.2014
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Hallo ihr Lieben,
ein kleiner Grumpel-OneShot zum gestrigen Stream (Nr. 82).
Hoffe er gefällt ^_^

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Eier bemalen, oder: Wenn Rumpel eine Idee hat


„Und wir sind raus.“
Mit diesen Worten beendete Rumpel den Stream. Heute war Karfreitag und die beiden Chaoten hatten mal wieder maßlos überzogen.
Manu sank seufzend in seinen Stuhl zurück und atmete einmal tief durch, bevor er aufstand und ins Studio rüberging. Den Regieraum würden seine Kollegen aufräumen, aber das Studio übernahm er lieber selbst.

Dort traf er auf Valentin und Erik, die gerade ihre Rechner runterfuhren und immer noch am rumalbern waren. Vielleicht hatten sie vorhin doch zu viel von der Essigessenz eingeatmet? Anders konnte sich Manu das abgedrehte Verhalten jedenfalls nicht erklären.
Durch eine Hand an seiner Schulter wurde er aus seinen Gedanken gerissen und sah direkt in Eriks strahlend blaue Augen. Als dieser sich Manuels Aufmerksamkeit sicher war, beugte er sich vor und hauchte ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen. Bevor Manu diesen erwidern konnte, war er auch schon vorbei und er warf Erik einen gespielt schmollenden Blick zu, durch den der Größere sich erweichen lies und einen längeren, intensiveren Kuss folgen lies. Sie waren seit ungefähr drei Monaten ein Paar, aber Manu kam es manchmal noch so vor, als würde er Erik zum ersten Mal küssen. Ihre Lippen bewegten sich sanft gegeneinander und eine freche Zunge bat um Einlass.
Nach einigen Augenblicken löste sich Manu aber, als ihm bewusst wurde, dass sie nicht allein waren. Valle hatte derweil seine Sachen zusammengepackt und hob erst wieder den Kopf, als er sich verabschiedete und den beiden augenzwinkernd ein schönes Wochenende wünschte.

Erik drehte sich wieder zu seinem Freund und setzte zum Sprechen an, aber Manu kam ihm zuvor: „Fahr ruhig schon nach Hause, du wolltest ja sowieso noch aufnehmen. Ich mache hier noch in Ruhe Klarschiff und komme dann nach.“
Er erntete einen erleichterten Blick von Erik. Manu wusste, dass er dasselbe vorschlagen wollte, aber immer ein schlechtes Gewissen bekam, wenn er ihn wegen einer Aufnahme allein lassen musste. Genaugenommen war das schon ein bisschen albern, er war schließlich ein erwachsener Mann, aber so war Erik nun einmal und Manu liebte diese fürsorgliche Art. Deshalb machte er solche Vorschläge meist von sich aus, damit Erik kein allzu schlechtes Gewissen hatte.
Lächelnd und mit einem geflüsterten „Danke, Schatz!“ zog ihn Erik in einen erneuten Kuss. Dieser viel „etwas“ wilder aus als der letzte, da sie jetzt unter sich waren. Leicht keuchend lösten sie sich wieder und Erik verabschiedete sich mit einem „bis später“ und einer letzten Umarmung.

Nun stand Manu alleine im Studio und machte sich ans Aufräumen. Beim großen Tisch gab es diesmal nicht so viel zu tun, dafür in der Sofaecke umso mehr. Als ersten wanderte die Osterdeko in eine Kiste, inkl. der beiden Hasen, auf denen „Gronkh“ und „Sarazar“ stand. Bei dem Anblick musste er grinsen. Er hatte die Hasen absichtlich in dieser eindeutigen Position aufgestellt, einerseits ein bisschen als Fanservice für die ganzen Fangirls da draußen und andererseits, um die Zuschauer von der Wahrheit abzulenken. Die Community wusste nämlich (noch) nichts von ihrer Beziehung, aber sie konnten es nicht lassen, sich während dem Stream Andeutungen und Neckereien zuzurufen, die beim Zuschauer hoffentlich als Rumgebrokebacke ankamen. Deshalb streute er gern so kleine Hinweise in Richtung Vallerik ein, (diesen Begriff hatte er auf fanfiktion.de gefunden, wo er natürlich nur zu Recherchezwecken ein bisschen gestöbert hatte), um sich selbst ein wenig aus dem Fokus der Zuschauer zu bringen. Er brauchte sich keine Sorgen zu machen, dass Erik oder Valentin das zu ernst nehmen würden, da Valle selbst in einer Beziehung war, von der die Community nichts wusste.

Als die Deko verräumt war, wurden erst die ganzen Folgen der Eierbemalen-Aktion sichtbar: Der halbe Tisch schwamm in dem bunten Wasser-Essig-Gemisch und Valle hatte anscheinend nicht nur sein Ei bemalt, sondern auch eines der Sofakissen. Seufzend packte er es zu seinem Rucksack, wenn er es jetzt nicht zum Waschen mitnahm, würden die Flecken auch nächstes Ostern noch da sein. Die Überschwemmung wischte er mit Küchentüchern weg, von denen er in weißer Voraussicht eine Rolle unter dem kleinen Tisch verstaut hatte.
Dann nahm er die übriggebliebenen Eier in die Hand und stellte fest, dass die beiden vorhin nicht übertrieben hatten, die Eier stanken bestialische. Warum konnte er sich nicht erklären, er hatte sie schließlich ganz normal gekocht, aber es war ihm jetzt auch egal, er warf sie einfach in den nächsten Mülleimer.
Nun lagen nur noch die bunten Stifte und der kleine Malkasten vor ihm. Sollte er sie wegwerfen? Eigentlich wäre es schade drum, da die Farben ja praktisch unbenutzt waren, aber andererseits, wann bemalte er denn schon Eier?
Plötzlich kam ihm eine Idee! Er wusste noch nicht, ob er sie wirklich umsetzen würde, oder ob es eine dieser Schnapsideen war, wo er sich in einer halben Stunde fragen würde, welche Drogen er genommen hatte, um sie dann zu verwerfen. Jedenfalls packte er die Farben in einige Lagen Küchenpapier und dann in seinen Rucksack.
Er lies noch einen prüfenden Blick durch das Studio wandern, ob er auch nichts vergessen hatte, löschte das Licht und verlies das Gebäude.

Draußen stellte er fest, dass er den Bus knapp verpasst hatte und der nächste erst in 20 Minuten fahren würde. Zu Fuß brauchte er ungefähr eine halbe Stunde zu Eriks Wohnung und so beschloss er, noch einen kleinen Abendspaziergang zu machen.
Es war für ihn mittlerweile ganz normal, diesen Weg einzuschlagen und er lächelte bei dem Gedanken, dass er Eriks Wohnung in Gedanken immer öfter „unser Zuhause“ nannte. Manu hatte zwar noch seine eigenen Wohnung, war in den letzten Wochen aber nur zum Aufnehmen dort, oder um frische Klamotten zu holen. Er setzte sich eine geistige Notiz, dass er unbedingt das Thema „Zusammenziehen“ ansprechen musste.
Dann zwang er sich aber, mit den Gedanken zu seiner Idee zurückzukehren. Er hatte Eiermalfarben und wusste auch welche (oder besser gesagt „wessen“) Eier er bemalen wollte, aber würde Erik da mitspielen? Wenn er auf den Geschmack gekommen war, würde es ihm sicher gefallen, aber soweit musste er ihn ersteinmal kriegen. Also, wie konnte er Erik dazu bringen still zu halten?

Während seiner Grübelei hatte er gar nicht gemerkt, dass er schon an seinem Ziel angekommen war. Er hatte immer noch keine Lösung, aber da sein Partner sicher noch eine Weile aufnahm, hatte er ja noch ein bisschen Zeit. Allerdings brauchte er die gar nicht mehr, denn als er die Wohnung betrat und seine Schuhe auszog, fiel sein Blick auf die Garderobe, an der mehrere Schals hingen. Grinsend nahm er ein paar davon, schlich sich ins Schlafzimmer und verstaute sie zusammen mit den Farben im Nachschränkchen.
Danach versuchte er eine neutrale Mine aufzusetzen und ging leise in Eriks Büro. Er zog ihn ein Stück vom Mikrofon weg und drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen, bevor er sich einen Stuhl nahm, um das Spiel zu verfolgen. Erik war gerade dabei, den Moment der Stille in der Aufnahme mit einer Fliege zu erklären, die er verscheuchen musste.
Manu lächelte und dachte sich, dass er Erik für die Bezeichnung als Fliege noch leiden lassen würde, und zwar, indem er sich besonders viel Zeit beim Eier bemalen lies.

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Den weiteren Verlauf der Nacht überlasse ich eurer Fantasie, da ich mir Lemon noch nicht zutraue.
Lasst mir doch bitte einen Review da, damit ich weiß ob euch solche Geschichten gefallen oder was ich evtl. verbessern könnte. :3

Liebe Grüße,
Eure Tschuly


P.S.: Eine wichtige Inspiration war auch dieses Bild: http://animexx.onlinewelten.com/fanart/doujinshi/34703/1693314/
(Ihr müsst Volljährig sein und einen Animexx-Account haben um es anzusehen)
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