Bleib’ bei mir

KurzgeschichteDrama, Thriller / P16 Slash
Alexander von Brennenburg Daniel
19.04.2014
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Bleib’ bei mir

„Nein! Bitte! Bitte lasst mich gehen!“ Klägliche Schreie stieß die erbärmliche Kreatur vor ihm aus. Sollte er nur weiter um sein Leben flehen. Helfen tat ihm dies jedenfalls nicht. Inzwischen war der junge Mann zu sehr von seinen Taten gezeichnet, als noch etwas wie Mitgefühl oder Reue zu fühlen. …Fühlte Daniel überhaupt noch etwas? All die vergangenen Prozeduren. All die vergangenen Folterungen, von ihm persönlich ausgeführt, sie langweilten ihn nur noch. Ihn kümmerte es nicht, wenn durch seine Hand Männer, Frauen und selbst Kinder starben. Dort, wo anfangs noch ein Mann stand, der sich nie im Leben getraut hätte, einer Fliege auch nur ein Haar zu krümmen, stand nun ein Mann, blutbefleckt und mit den Augen eines Irren.

„Es ist genug, Daniel!“ befahl der Baron und hielt den Angesprochenen davon ab, den Körper des schon toten Mannes weiter zu schänden. „Bist du dir im Klaren, wie wichtig dieser Körper für uns gewesen wäre? Mit ihm hätten wir weiter Forschen können!“ Alexanders letzte Worte gingen bei ihm rein und raus. Hängen blieb nur ein kurzer Teil. …Wie wichtig dieser Körper gewesen wäre?!... War ihm der Leichnam dieses Trottels wichtiger als Er? Wenn es in Brennburgs Umfeld etwas gab, dass ihm wichtig sein sollte, dann war dies Daniel selbst!

Seine eigenen Gedankengänge verleiteten den Archäologen dazu, der Welt um sich keine Beachtung zu schenken. Erst als er aus dem Augenwinkeln Alexanders Schritte zur Tür bemerkte wandte er sich diesem zu. Wieso wollte er gehen? Er solle hier bleiben! Bei ihm! So wie er es ihm versprochen hatte. So viel hatte er ihm versprochen… erinnerte er sich überhaupt noch an eines davon? Sein schwur ihn zu beschützen und nie allein zu lassen?

Daniel beschleunigte seine Schritte und als der Baron die Tür auch nur einen Spalt geöffnet hatte schlug er sie zu. Irritiert beobachtete Alexander, wie ihm sein Schützling den Weg versperrte. Und obwohl dieser gut einen Kopf kleiner, als der Aristokrat selbst, war befand er sich zwischen der geschlossenen Tür und Daniel gefangen, dass schlimmste ohne den Grund seiner Taten zu kennen.

Als Daniel dann seinen Mund öffnete und etwas zu sagen schien, war dies gerade so verständlich, dass das kleinste zu hören war. „…bleibst bei mir…“ Traurig lächelnd hob er anschließend den Kopf. Daraufhin versetzte etwas den Baron in eine starre. Seine Augen, sie zeigten plötzliche leere, als wäre der Körper des jungen Mannes nichts weiter als eine Seelenlose hülle… als hatte sich sein gesamtes Bewusstsein mit seinem schlag abgeschalten. Alexander fixierte sich zu stark darauf, ihm entkam auf Daniels Handbewegung zu achten. Hätte er sich nur nicht so plötzlich um ihn gesorgt… Denn wenige Sekunden nach seiner Erkenntnis, um den Zustand des jüngeren, spürte er einen stechenden Schmerz in seiner Brust.

„Da…niel…?!“ Den Dolch schon längst losgelassen, schlang Daniel seine Arme um ihn. Sagte er nicht, er würde nicht noch einmal einfach so weglaufen können und ein für alle male bei ihm bleiben?
Immerhin…

Ich liebe dich.“ Flüsterte er dem Baron zu.

Daniel liebte ihn! Und besser er sagte es ihm jetzt, wo er ihn zwar noch hören, dennoch keine Antwort von sich geben konnte. Denn eine Abfuhr würde er nicht ertragen können. Ebenso wie er dies hier nicht ertrug. …doch…die Erkenntnis seines Vergehens kam ihm viel zu spät.
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