Doan Quixotte und die Windmühlen der Bürokratie

GeschichteHumor / P12 Slash
Josef "Jupp" Schatz
16.04.2014
16.04.2014
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16.04.2014 1.442
 
Titel: Doan Quixotte und die Windmühlen der Bürokratie

Autor: Lady Charena
Kategorie: Crossover

Fandom: Orlando Outland / SK Kölsch

Pairung: Doan, Jupp Schatz

Rating: gen

Archiv: ja

Summe: Meme Crossover-Challenge – Der „Sherlock Holmes auf Stöckelschuhen“ trifft auf unser’ Jupp.



Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.





„Hey! Also wirklich... Whoa. Geht’s vielleicht etwas langsamer? Ich bin doch nicht... Hey! Hört’ mir vielleicht mal einer zu? Ich werde mich beschweren. Und... hey! Die waren teuer! Das darf doch nicht wahr sein! Jetzt ist es soweit. Der Absatz ist ab. Die waren neu!“



Der Radau auf dem Korridor lockte Jupp nach draußen. „Was ist denn hier schon wieder los?“



Flankiert von zwei Streifenpolizisten stand eine – für diese Uhrzeit reichlichst – aufgedonnerte Frau mit langen blonden Haaren, die von einem seltsamen, sehr schräg sitzenden kleinen Hut gekrönt wurden, Perlenketten und einem schicken Kostüm mit Schmutzflecken auf dem Flur. Das Keifen stammte offensichtlich von ihr, denn in der einen Hand schwenkte sie kampfeslustig eine Handtasche und in der anderen einen Stöckelschuh, von dem der Absatz schief baumelte.



Es war erst der zweite oder auch dritte Blick, der Jupp stutzen ließ. War das... Hm. Jupp kam zu dem vorsichtigen Schluss, dass es keine Frau war, die da vor ihm stand. Schließlich war auch er fähig, aus Fehlern zu lernen. Er verschränkte die Arme vor der Brust, lehnte sich gegen den Türrahmen und sah vergnügt die betretenen Mienen der beiden Polizisten. „Ist Blondie echt?“, fragte er amüsiert.



Blondie musterte ihn mit einem eisigen Blick. „Sind Sie etwa der Chef hier?“



Für ne Transe hatte der Typ aber erstaunlich wenig Make-up aufgelegt. „Nein. Und so lange Sie niemand umgebracht haben, auch nicht mein Fall.“ Jupp begann sich bereits zu fragen, ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, sich hier einzumischen.



„Vielleicht ist das eher was für... ähem... Ihren Kollegen, Herr Schatz“, kam es nun von einem der Streifenpolizisten.



Das schmutzige Grinsen, das diese Worte begleitete, gefiel Jupp überhaupt nicht. „Worum geht’s überhaupt?“, erkundigte er sich kühl und sehr dienstlich.



„Randalieren. Unsere Hübsche hier hat sich geprügelt. Wollte nicht sagen warum. Aber vermutlich war der andere Vogel ein Freier.“



Blondie schnappte empört nach Luft – und hieb dem Polizisten, der das gesagt hatte, ihre Tasche über den Kopf. „Ich möchte mir verbitten, dass man mir so was unterstellt! Ich bin hier das Opfer, damit das klar ist!“



Der andere Beamte griff ein und zog seinen Kollegen zurück, der Blondie an den Haaren erwischte, als er austeilen wollten, was er eingesteckt hatte - und auch Jupp trat dazwischen. Und obwohl er sich sicher war, dass er es bereuen würde, packte er Blondie an den Schultern und schob sie in sein Büro. „Ich kümmere mich darum, okay?“ Begleitet vom Fluchen der beiden Beamten trat Jupp in den Raum und schloss die Tür hinter sich.



Blondie hinkte auf nur einem Schuh aufgebracht durch den Raum. „Also das ist doch wohl die Höhe! Wie man hier behandelt wird! Das ist ja noch schlimmer als Zuhause! Wenn ich denke, welchen schlechten Ruf die Polizei von San Francisco hat! Völlig zu Unrecht. Und wer bezahlt mir überhaupt meinen Schuh? Mir zu unterstellen, ich sei ein... ein... EIN!“ Mit einem wütenden Laut, ähnlich einer gereizten Katze, begann Blondie eine neue Runde durch den Raum.



„Wie wär’s, wenn wir uns erstmal hinsetzen?“, schlug Jupp vor und deutete auf den Besucherstuhl vor seinem Schreibtisch. Er selbst nahm in seinem Sessel Platz.



Blondie drehte noch eine Runde, dann setzte er sich, die Beine übereinander schlagend, und zupfte den kurzen Rock zurecht.



Die Beine waren nicht mal schlecht, wie Jupp unwillkürlich feststellte. Dann räusperte er sich und sah auf die Uhr. Verdammt. Ausgerechnet heute war Falk erst nachmittags da, weil er sich in diesem Laden mit den gefälschten Schuhen umsehen wollte. „Kaffee?“, fragte er.



„Nein, danke“, kam es eisig zurück.



Jupp seufzte. Er war felsenfest überzeugt, dass Falk besser mit dem Typen zurechtkommen würde. „Fangen wir ganz von vorne an, okay. Mein Name ist Jupp Schatz, ich bin bei der Kölner Kripo und eigentlich nicht für solche Bagatellen zuständig.“



Blondie fuhr hoch und schwenkte ihren Schuh. „Das ist keine Bagatelle! Das ist... das ist Körperverletzung an einem dreihundert-Dollar-Schuh aus Manhatten! Einem ruinierten dreihundert-Dollar-Designerschuh! Aus einem Geschäft, in dem man vorher einen Termin absprechen muss, damit man überhaupt reinkommt!“



Jupp verdrehte die Augen. „Name?“



„Baby Shoes, aber das ist natürlich ein Pseu...“, erklärte Blondie, doch Jupp unterbrach ihn. „Nicht der Name des Ladens. Ihr Name.“



Blondie setzte sich wieder und verschränkte die Arme vor der Brust. „Doan“, kam es patzig zurück.



„Doan - und wie weiter?“



Doan warf das Blondköpfchen zurück. „Ich finde, Doan ist völlig ausreichend für so einen... einen... Ignoranten. Und mehr sage ich nicht, bevor ich nicht mit meinem Anwalt gesprochen habe. Mir steht ein Anruf zu. Ich kenne meine Rechte. K.C. wird Ihnen die Hölle heißmachen. Er verehrt mich und...“



„Hey, hey, ganz ruhig. Okay?“, unterbrach Jupp ihn, bevor er eine neue Tirade vom Stapel lassen konnte. Oh ja, er hätte sich definitiv nicht einmischen sollen. „Doan, also. Klären wir erstmal, warum Sie hier sind, bevor wir die ganze Sache mit einem Anwalt verkomplizieren. Also, Sie wurden verhaftet wegen...?“



„Aufgrund eines Irrtums natürlich“, erwiderte Doan eisig. Er hatte weder vergeben noch vergessen.



„Sie haben sich mit einem Mann geprügelt. Und den... den Beweisen auf Ihrer Kleidung nach haben Sie entweder das getan, oder sind über jemand gestolpert und hingefallen.“ Jupp griff nach seiner Kaffeetasse. Er hatte sich eben eine frische Tasse eingeschenkt, als der Radau auf dem Flur anfing.



Doan sah an sich herunter und stieß einen Entsetzensschrei aus. Jupp verschüttete fast Kaffee über sich und seinen Schreibtisch.



„Wie ich aussehe!“, jammerte Doan. Seine Hände fuhren hoch und rückten an dem merkwürdigen Hütchen herum, dann zog er ein Taschentuch aus seiner Handtasche und rieb damit an einem der Schmutzflecke auf seinem Rock herum. Erfolglos natürlich. „Das wäre alles nicht passiert, wenn ich Binky bei mir gehabt hätte.“ Doan seufzte herzzerreißend und schniefte in sein Taschentuch. Warum hatte er eigentlich mit der Schauspielerei aufgehört?



„Binky? Ist das ein Hund?“, fragte Jupp.



Doan grinste bei der Vorstellung, was Binky dazu sagen würde. Doch dann besann er sich, dass Empörung vielleicht das bessere Ausdrucksmittel sei. „Aber natürlich nicht! Binky ist meine allerbeste Freundin und meine Partnerin – wir sind nämlich Privatdetektive! Und sie nimmt Karateunterricht, ihr Freund hat ihr nämlich dazu geraten, weil...“



Dieses Mal ließ Jupp um ein Haar die Kaffeetasse fallen. „Privatdetektiv?“, wiederholte er fassungslos und stellte die Tasse weg. Der Kaffee war ohnehin kalt. „Dann... dann ist das so ne Art Verkleidung? Ich meine, der Fummel.“



„Fummel!! Verkleidung!“ Doan schnaubte empört. „Das ist ein Chanel-Kostüm und nicht aus einem Outlet-Store, wenn ich bitten darf. Außerdem, meckere ich vielleicht daran herum, was Sie da tragen? Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass diese Rockerkluft seit den späten 80zigern so was von out ist?“ Mit hochgezogenen Augenbrauen sah Doan gezielt Jupps Lederweste an.



„Ach wirklich? Und warum kam es dann zu der Schlägerei?“ Jupp hatte Mühe, sein Temperament im Zaum zu halten. Dieser Doan hatte so eine Art ihm auf die Nerven zu gehen...



„Ich wollte lediglich die Sehenswürdigkeiten besichtigen, von denen im Reiseführer so geprahlt wurde. Und dann fällt mich dieses Arsc...“ Doan unterbrach sich, weil ihm einfiel, was Luke über das Verwenden von Schimpfwörtern in einem Polizeiverhör gesagt hatte. „Und dann werde ich von so einem Ignoranten angefallen, der mich beleidigte.“ Oh ja, Luke sollte jetzt hier sein, der würde diesen Westentaschen-Columbo ungespitzt in den Boden stampfen. Eine sehr erheiternde Vorstellung. Doan versteckte sein Grinsen hinter dem Taschentuch.



„Und wie hat er Sie beleidigt?“ Jupp dachte bei sich, dass jemand der so rumlief an Beleidigungen gewöhnt sein musste. Aber vermutlich war das in San Francisco anders, nach allem, was er davon gehört hatte.



Doan riss dramatisch die Augen auf. „Um. Was. Es. Ging. Fragt. Er!“ Er wischte ein Stäubchen vom Revers. „Um mein Chanelkostüm natürlich. Er behauptete, es wäre eine billige Kopie aus Taiwan. Als hätte ich es nötig, Kopien zu kaufen! Oder Blusen aus Polyester – gegen das Zeug bin ich allergisch – ich lasse nichts anderes als hundertprozentige Seide an meine empfindliche Haut.“



Jupp starrte ihn lange an. Doan starrte unbeeindruckt zurück und gab sich sehr gelangweilt. Dann räusperte Jupp sich. „Ich denke, es ist besser, wenn wir warten, bis mein Kollege zurück ist.“



„Ach wirklich?“, gab Doan ätzend zurück. „Damit Sie böser Bulle, guter Bulle spielen können?“



Jupp schüttelte den Kopf. „Nein, er kennt sich nur mit diesem Modekram besser aus...“





Ende
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