Der Graf von Cosinus

von Charlie22
GeschichteHumor / P12
14.04.2014
14.04.2014
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Hallo, ihrs! Ich hatte vor nicht allzu langer Zeit meinen letzten Schultag und bringe es nicht übers Herz, all die schönen Erinnerungen an Mathe einfach so versickern zu lassen. Deswegen habe ich die wichtigsten Begriffe der Oberstufe noch einmal anschaulich zusammengefasst.

Disclaimer: Die Geschichte hab ich mir ausgedacht und die Rechte liegen somit bei mir.


Der Graf von Cosinus

Der Graf von Cosinus zeichnete sich im allgemeinen durch sein unbestimmtes und sprunghaftes Verhalten aus. In seinem Umkreis mochte sich keiner lange aufhalten, so dass er bald völlig vereinsamte und sich auf seinen Landsitz am Limes zurückzog. Seine einzige Freude war das Züchten von Tang-Enten, die er im heimischen Teich schwimmen ließ und die laut gängigen Lexika zur Gattung des Kleinvieh gehören. Sonst war sein Leben sehr monoton.

In regelmäßigen Intervallen (jeden Freitag) fuhr der Graf von Cosinus jedoch mit Pferd und Wagen in die Kneipe um seinen Wurzeltee zu trinken und mit einigen weiteren Grafen die Würfel zu werfen. Häufig, wenn ein schönes Mädchen sich annäherte, führten sie rege Kurvendiskussionen über die Vorzüge desselben und über ihre eigene Potenz.
Das eine Mal gerieten sie darüber so sehr in Streit, dass dem Grafen von Cosinus das Blut bis in den Scheitelpunkt stieg, er alle üblichen Grenzen und Werte über Bord warf und dem Grafen von X die Faust in den Mittelpunkt des Gesichtes rammte. Als er sie wieder weg nahm, klaffte anstelle der Nase eine große Lücke, die sich nach mehreren Versuchen nur mit Klammern schließen ließ.
Den Grafen von X tangierte es jedoch peripher, der Mittelpunkt eines großen Kreises von Schaulustigen zu sein. Er setzte sorgfältig seinen Zylinder ab, vollführte eine Drehung und erwischte den Grafen von Cosinus mit seinem Messer am Arm. Die Schnittstelle war aber nicht der Rede wert.

Die Stimmung hatte ihren Tiefpunkt erreicht und die Grafen stürzten sich aufeinander. Jeder Beobachter konnte daraus ableiten, dass mit großer Wahrscheinlichkeit bald noch jemand in diesen Brennpunkt geraten würde, wenn nicht etwas den Verlauf dieser Stichprobe unterbräche. Glücklicherweise öffnete sich wenige Augenblicke später die Tür und ein Fremder betrat den Raum. Man erkannte erleichtert den großen Problemlöser Pytagoras. Als der den Grafen von Cosinus senkrecht auf dem Grafen von X stehen sah, machte er vor Schreck einen Satz. Dieser wurde später nach ihm benannt.
Pytagoras, der einst den Pfadfindern angehört hatte und noch alle Pfadregeln beherrschte, bemühte sich sofort, alles wieder ins Lot zu bringen. Er brachte Abstand zwischen die zwei nun reichlich gekrümmten Grafen, indem er seine Division äußerst verlässlicher Soldaten hereinbeorderte. Als der Puls der Grafen wieder stetig verlief, unternahm man den Versuch, sie loszulassen. Sie blieben tatsächlich konstant. Außer einem Bruch und der großen Lücke im Gesicht waren die Grafen nicht weiter auseinandergegangen, obwohl sie ihre Grenzen um einen großen Betrag übertreten hatten.

Pytagoras forschte nach dem Ursprung dieser Meinungsungleichung und testete ein paar selbst aufgestellte Hypothesen. Drei Tage später kam er zu dem Schluss, dass es ganz einfach daran liegen müsse, dass die Grafen zu wenige Parallelen hätten. Da der Graf von Cosinus und der Graf von X anscheinend nicht auf einen Nenner kommen konnten ohne dass die Wut sofort wieder exponentiell anstieg, verschrieb Pytagoras ihnen einige Variationen von Yogaübungen.
Der Graf von Cosinus versprach variabler und positiver zu werden, bestieg seinen Wagen und befuhr wieder den geraden Weg Richtung Limes in die blaue Unendlichkeit. Man hörte nie wieder von ihm.

Pytagoras errechnete, dass sein Wagen wahrscheinlich an einer Wendestelle der Straße einen Achsenbruch hatte und des Grafen Lebenskraft die Nullstelle erreichte noch bevor er in den heimischen Koordinaten anlangte.


Ende
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