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Die Spieluhr

von -Madara-
KurzgeschichteAngst, Freundschaft / P12 / Gen
12.04.2014
12.04.2014
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Hallo!

Hier also der dritte Beitrag zum Projekt... Auch hier habe ich wieder so lange geschrieben, wie das Lied lief. Danach habe ich nur noch die Wortwiederholungen und Tippfehler verbessert. Alles wie gehabt.

Hier der Link zum Projekt:
http://forum.fanfiktion.de/t/8376/3



Drei Lieder – Schandmaul

Tungdil seufzte leise und ließ den Blick über die Landschaft schweifen, die die Stollen umgab in denen er aufgewachsen war und in denen sich einst die Zauberschule von Lot-Ionan befunden hatte.
Sie hatte sich dort befunden, bevor Nudin zu Nod’onn geworden war und die anderen Magi getötet hatte – bis auf Andokai. Aber auch diese war inzwischen tot. Tungdil hatte in seinem Leben viel zu viel Tod und Leid gesehen.
Dennoch hatte es ihn zurück in die Stollen gezogen, wo er darauf hoffte seinen Frieden finden zu können. Oft erinnerte er sich an die Jahre hier zurück. Und obwohl er beständig das Opfer von den Famuli seines Ziehvaters gewesen war, waren es glückliche und gute Jahre gewesen, mit ihm teuren Menschen an seiner Seite.
Gedankenvoll strich Tungdil über das alte Halstuch an seinem rechten Handgelenk, dass seine menschliche Freundin Frala ihm als Glücksbringer überreicht hatte, als er damals aufgebrochen war, um ein paar magische Artefakte ihrem eigentlichen Besitzer zurückzubringen.



Die zweite Seele – Schandmaul

Es war eine kalte Nacht im Blauen Gebirge.
Doch Boindil Zweiklinge fühlte die Kälte in dieser Nacht nicht. Fühlte nicht, dass der Wind an Haar und Bart riss. Das Gefühl in seinen Händen hatte er längst verloren. Vielleicht schon seit Stunden starrte er auf den Grabstein, vor dem er kniete.
Nur in der Nacht wagte er sich hierher. Nur in der Nacht gestattete er es sich das Grab Smeraldas aufzusuchen. Das Grab der Zwergin, die er im Wahn getötet hatte. Noch immer erinnerte er sich nicht daran. Er erinnerte sich nur an ihren Leichnam, der im eigenen Blut gelegen hatte. Erinnerte sich daran, wie sein Bruder ihm erzählt hatte, dass er es gewesen war, der Smeralda umgebracht hatte.
Vollkommen zu Recht hatte ihr Bruder ihm gedroht Rache an ihm zu nehmen. Boindil hätte es verdient.



Der Kuss – Saltatio Mortis

Rodario wusste sehr wohl um seine Wirkung auf das andere Geschlecht. Und viel zu oft – jedenfalls für den Geschmack der Väter und Ehegatten der Damen – machte er von diesem Wissen auch Gebrauch. In vielen Städten hatte er recht überstürzt aufbrechen müssen.
Häufig zog der Zwerg Boindil vom Stamm der Zweiten ihn deswegen auf. Doch Rodario machte sich nichts daraus, war der Zwerg doch durch die gemeinsam verlebten Abenteuer ein Freund geworden.



Die Schlinge – Oomph!

Boindil beobachtete seinen Freund Tungdil, der bereits mehr Bier und Branntwein getrunken hatte, als gut für ihn gewesen wäre.
Bei diesem Anblick zog er die Nase kraus. Tungdil hatte zugenommen und ließ sein Kettenhemd rosten. Es war ein glücklicher Umstand, dass die Feuerklinge eine magische Waffe war und nicht dem gleichen Verfall ausgesetzt war.
Der Zwilling war sich noch nicht ganz sicher, was die Veränderung von Tungdil bewirkt hatte, doch er wusste, dass sich etwas daran ändern musste. Sonst würde Tungdil sich selbst früher oder später noch umbringen. Und das würde Boindil gewiss nicht zulassen, so lange es in seiner Macht lag daran etwas zu ändern.



Bis in alle Ewigkeit – Subway to Sally

Schweigend blickte Rodario zu Furgas, der schlafend auf dem Bett des Wagens lag. Blickte zu Furgas, der endlich eingeschlafen war.
Sie waren Freunde und so war es Rodarios Pflicht gewesen Furgas nicht nur zu retten, sondern ihm auch jetzt noch beizustehen. Und das hätte er schon viel früher getan, wenn Furgas nicht davongelaufen wäre ohne ein Abschiedswort. Inzwischen konnte der Mime zumindest Ansatzweise verstehen, was Furgas vor fünf Zyklen durchgemacht hatte, als Narmora und ihre gemeinsamen Kinder gestorben waren. Und nun kamen noch die seelischen Wunden hinzu, die die Gefangenschaft bei den Dritten ihm zugefügt hatten, sowie das Wissen, welchen Schaden er den Völkern des Geborgenen Landes zugefügt hatte.
Doch Rodario hatte sich geschworen seinen besten Freund mit der Schuld nicht alleine zu lassen und ihm beizustehen.



Give you what you like – Avril Lavigne

Balyndis stieß ein leises Seufzen aus, als sie Tungdil wie an jedem anderen Abend in den vergangenen Zyklen in dem alten Arbeitszimmer vorfand, eine Flasche Branntwein vor sich auf dem Tisch.
Wieder einmal war Tungdil betrunken. Und obwohl Balyndis sich sicher war, dass ihr Gemahl sie auch in dieser Nacht wieder von sich weisen würde, so wollte sie es zumindest versuchen. Irgendwann musste zu ihm durchdringen, dass sie ihm nicht die Schuld am Tod ihres Sohnes gab.
Irgendwann musste es zu ihm durchdringen, weil Balyndis sonst die Kraft fehlen würde, weiterhin bei ihm zu bleiben.



Totentanz – Die Streuner

Bavragor Hammerfaust verließ die Schänke und trat hinaus auf den Gang der Zwergenfestung. In seiner Hand hielt er noch immer einen Humpen Bier. Er würde ihn dem Wirt an einem anderen Abend zurückbringen. Wankend machte er sich auf den Weg zurück zu seinen Zimmern, zurück zu seinem Clan.
Irgendwo hörte er auf seinem Weg Lachen und Musik. Vor seinem Inneren Auge stiegen Bilder seiner Schwester auf. Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Humpen. Bier lief ihm aus den Mundwinkeln und in den Bart.
Irgendwann würde er die Erinnerungen ertränken, so hoffte er.





Sündenfall – Saltatio Mortis

Yrdiss und Lotrobur wussten beide, dass ihre Liebe zueinander nicht rechtens war. Sie wussten es beide und Salfalur wusste es auch.
Yrdiss wickelte ihren kleinen Sohn Calúngor in eine weitere Decke, während Lotrobur hastig einige Dinge zusammensuchte und in einen Rucksack stopfte.
Sie würden fliehen, noch heute Nacht. Sie würden das Schwarze Gebirge verlassen und sich irgendwo einen Ort suchen, wo die Häscher der Dritten sie nicht würden finden können. Wo sie miteinander leben und ihren Sohn aufwachsen lassen konnten.
Der kleine Calúngor war ein Zeichen ihrer Liebe zueinander und niemals wären Yrdiss und Lotrobur bereit zuzulassen, dass dem kleinen Jungen etwas zustieß.
Lortobur blickte seiner Geliebten entschlossen ins Gesicht und nickte. Yrdiss erwiderte das Nicken und drückte das Baby fester an sich, dann stießen sie die Tür auf.



Tippelbruder – Schandmaul

Tungdil mochte die Botengänge für seinen Ziehvater. Er war gerne unterwegs und lernte gerne neues kennen. Und er hatte immer die Hoffnung, dass er auf einen der fahrenden Zwerge stoßen würde, um endlich einen anderen Angehörigen seines Volkes zu treffen.
Er war neugierig, wie andere Zwerge waren. Alles was er über sein eigenes Volk wusste, dass hatte er von Lot-Ionan oder aus Büchern erfahren, die sich in dessen Bibliothek befanden.
Und immer wenn Tungdil in einem Gasthaus für die Nacht einkehrte, dann hatte er Gelegenheit neue Dinge zu erfahren und interessante Geschichten zu hören.



Wieder unterwegs – Saltatio Mortis

Entschlossenen Schrittes stapfte Boindil Zweiklinge die staubige Straße Sangrains entlang nach Norden. Noch viele Meilen lagen vor ihm, bis er den Steinernen Torweg und das Reich der Fünften erreichte, wohin er von Großkönig Gandogar gebeten worden war.
Aber er folgte dem Ruf seines Großkönigs gerne, wenn es darum ging seinem alten Freund Tungdil in einem neuen Abenteuer beizustehen. Auch dann, wenn die heiße Glut seiner Lebensesse abgekühlt war und Boindil die letzten Zyklen einen ruhigeren Lebensstil gepflegt hatte als zuvor.
Staub haftete an seiner Kleidung, der Wind riss Ingrimmsch an Bart und Haaren und die Meilen schmolzen unter seinen Stiefeln dahin.
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