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Was wäre, wenn...? (One-shot)

OneshotFreundschaft / P6 / Gen
Tsumugi Kotobuki
12.04.2014
12.04.2014
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“Mugi-chan…?” Mit diesen Worten trat Yui an ihre Freundin Tsumugi, die von allen nur mit ‘Mugi’ angesprochen wurde, heran. “Hm? Was gibt es?”, wollte die Blonde wissen, die gerade damit beschäftigt war, aufgewaschene Teetassen in den Schrank im Clubraum zu räumen. “Die anderen sind schon losgegangen, soll ich auf dich warten?”, fragte das Mädchen mit den zwei Haarspangen. “Nein, nein.”, winkte Mugi leicht lächelnd ab. “Musst du nicht. Du kannst dich ruhig auf den Weg nach Hause machen.” - “Na wie du meinst.”, nickte Yui. “Bis morgen.” Sie verließ nun den Raum. Mugi blieb zurück und sortierte weiter das Geschirr ein. Leise summte sie dabei die Melodie von ‘Honey sweet Tea Time’. Wie die meisten Lieder des Popmusikclubs hatte Mugi auch dieses selbst komponiert. Zum Teil hatte sie auch die Lyrics geschrieben, bei denen Mio sie allerdings etwas unterstützt hatte. An diesem Text hatten beide sehr lange gesessen und sie hofften, dass der Song beim Publikum gut angekommen würde. Aber beim Texten hatten Mugi und Mio auch sehr viel Spaß gehabt. Ein kleines Lächeln erschien auf dem Gesicht der Keyboarderin. Allgemein hatte sie mit ihren Freundinnen schon soviel gelacht und sie war sich sicher: Wäre sie damals nicht in den Club eingetreten, hätte sie so Einiges verpasst. Doch wenn sie nun so darüber nachdachte… Was wäre, wenn es niemals einen Popmusikklub gegeben hätte? Genau diese Frage ging ihr nun im Kopf herum, auch noch, als sie alles eingeräumt hatte und sich auf den Weg zum Bahnhof machen konnte, wo sie gleich nach Hause fahren würde. Ein Blick auf die Uhr verriet Mugi, dass sie sich beeilen musste, wenn sie ihren Zug schaffen wollte, auf den nächsten müsste sie eine ganze Stunde warten. Darauf bedacht, nicht zu spät am Bahnhof zu erscheinen, nahm das blonde Mädchen ihre Schultasche und rannte aus dem Schulgebäude. Schnellstmöglich eilte sie über den Schulhof und hastete die Straße bis zum Bahnhof entlang. Aufatmend ging Mugi über den Bahnsteig. Genau als sie angekommen war, hielt die Bahn und sie konnte einsteigen. Wie immer war der Zug keineswegs gefüllt. Schnell hatte die Keyboarderin einen Platz hinten am Fenster gefunden, auf den sie sich seufzend fallen ließ. Schließlich fuhr die Bahn los. Mugi lehnte sich entspannt zurück und war sehr schnell eingeschlafen.

Der Klang der Schulglocke ließ Mugi aufwachen und sie schaute sich etwas verschlafen um. “…Hä…?”, brachte sie schließlich heraus. “Das kann nicht sein… Ich saß doch noch eben im Zug… Glaub ich zumindest…” Die Ratlosigkeit konnte man in ihrem Gesicht deutlich ablesen, doch auf das blonde Mädchen schien niemand zu achten. Mugi fühlte sich wie in das zweite Jahr an der Oberschule zurückversetzt. Sie saß im selben Klassenzimmer wie damals, auf dem selben Platz und vor ihr lag ein Test im Fach Japanisch, der Mugis Vermutung bestätigte. “Name: Kotobuki, Vorname: Tsumugi, Klasse: 2-2.” Scheinbar befand sie sich tatsächlich im zweiten Jahr. “Ach so!”, schoss es der Blonden da durch den Kopf. “Ich träume bestimmt nur. Dann ist ja alles gut.” Da alle Schülerinnen um sie herum ihre Sachen zusammenpackten, war höchstwahrscheinlich gerade Schulschluss. Mugi war der Meinung, es wäre schlau, genau das zu tun, was sie im zweiten Jahr nun ebenfalls getan hätte: In den Clubraum gehen. Kurz erinnerte sich die Blonde, dass sie damals mit Ritsu und Yui in einer Klasse gewesen war. Ihre Schlussfolgerung war, dass sie wenigstens eine von beiden jetzt irgendwo in der Klasse antreffen musste. Tatsächlich konnte Mugi die Schlagzeugerin entdecken, die gerade das Klassenzimmer verlassen wollte. Mugi hielt sie auf. “Ri-chan!”, rief die Blonde, woraufhin Ritsu sich umdrehte. “Ja?” - “Wollen wir zusammen zum Popmusikclub gehen?”, fragte Mugi freundlich. “Äh… Wie kommst du jetzt darauf?”, stellte die Braunhaarige nur verwundert eine Gegenfrage. “Wir sind doch beide in dem Club…”, kam es leise von Mugi. Ritsu schüttelte den Kopf. “Den gibt’s doch gar nicht mehr.” - “Was? Warum?”, wollte die Keyboarderin wissen. Sie hatte realisiert, dass sie hier nur einen Traum hatte, aber trotzdem hatte sie nicht mit dem gerechnet, was Ritsu ihr eben gesagt hatte. Die Braunhaarige schaute Mugi erstaunt an. “Sag mal, was hast du überhaupt? Hast du vergessen, dass wir damals zwar beide in dem Club waren, aber dieser aufgelöst werden musste?” Mugi nickte leicht. “Ja, das habe ich vergessen. Davon weiß ich gar nichts. Wieso musste er aufgelöst werden?” - “Weil wir bis Ende April letzten Jahres kein viertes Mitglied gefunden haben. Kannst du dich echt nicht daran erinnern?”, fragte Ritsu. Beide Mädchen waren jetzt alleine in dem Klassenraum, da mittlerweile alle ihre Mitschüler sich auf den Weg nach Hause oder in ihre AG gemacht hatten. “Ich verstehe das nicht.”, meinte Mugi. “Yui-chan ist doch unser viertes Mitglied geworden…” - “Hä? Welche Yui denn?”, wollte die Braunhaarige wissen. “Du meinst doch nicht etwa Hirasawa-san aus unserer Klasse? Die tollpatschige Schnecke?” Mugi sah Ritsu einfach nur an. Sie wusste, dass Ritsu Yui anfangs so bezeichnet hatte, aber seit Yuis Beitritt war dieser Spitzname nie wieder gefallen. “Na ja, doch, genau die meinte ich.”, antwortete Mugi nach einigen Sekunden. Ritsu grinste sie an. “Du scheinst ja wirklich irgendwie ‘nen Filmriss gehabt zu haben. Was würde die denn im Popmusikclub wollen? Ich wette, die kann nicht mal Mundharmonika spielen.”, kam es lächelnd von ihr. Ritsus Verhalten irritierte Mugi sehr. Wieso redete sie so über Yui? Mugi wusste, dass sie nur träumte, aber… Das fühlte sich alles so echt an. War das vielleicht doch die Realität? “Stimmt, das kann sie nicht.”, sagte Mugi mit leiser Stimme. “Aber Gitarre spielen kann sie. Sehr gut sogar, auch wenn sie oft die Griffe vergisst.” - “Woher willst du das wissen? Sag nicht, du bist mit ihr befreundet!”, meinte Ritsu und klang dabei irgendwie ziemlich abfällig. “Ich dachte, sie hätte keine anderen Freunde außer der vom Schülerrat, Nodoka heißt sie, bei der sie sich dauernd ausheult.” Mugi sagte nichts mehr. Möglicherweise träumte sie ja doch nicht. Alles wirkte auf sie so echt und dass, was Ritsu eben gemeint hatte, versetzte ihr einen Stich ins Herz. “Warum ausheulen?”, fragte Mugi. “Weil niemand was mit ihr zu tun haben will. Außer Nodoka, aber die ist ja nicht mehr mit Yui in einer Klasse.”, antwortete Ritsu ihr und schien noch immer belustigt. “Sie tut mir leid.”, kam es traurig von der Blonden. “Meinst du? Na ja, ich geh dann mal.” Ritsu wandte sich zum Gehen. “Warte mal. Bist du in irgendeinem Club?” Ritsu schüttelte den Kopf. “Nein, aber das weißt du doch.” Mugi fragte weiter: “Was ist mit Mio-chan? Und Azusa-chan? Und mit mir? Bin ich in einem anderen Klub?” - “Mio ist dem Literaturklub beigetreten, weil der Popmusikklub aufgelöst wurde, eine Azusa kenn ich nicht und von deinem Kram hab ich keine Ahnung.”, beantwortete Ritsu nacheinander Mugis Fragen und verschwand dann ohne eine Verabschiedung aus dem Raum. Sie ließ einen sehr traurige und verwirrte Mugi zurück. “Was ist denn mit Ri-chan los? Sie war so abweisend… Das ist doch sonst nicht ihre Art.”, überlegte sie. Seufzend ließ sie den Kopf hängen. Sie ging nun ebenfalls aus dem Klassenraum.

Die Blonde lief langsam durch den Flur, immer noch machte sie sich über Ritsu Gedanken. Was war nur mit der Schlagzeugerin passiert? Und Yui musste ja todunglücklich sein, wenn sie außer Nodoka niemanden hatte! “Mugi! Was machst du denn noch hier?”, fragte da eine bekannte Stimme in die Richtung der Keyboarderin. Die Angesprochene drehte sich um und sah vor sich Mio stehen. “Oh, hallo.”, meinte sie und klang etwas niedergeschlagen. “Ich bin noch hier, weil… weil… Ich weiß auch nicht so genau, warum.”, antwortete sie. “Ist irgendwas mit dir?”, fragte die Schwarzhaarige besorgt. “Na ja. Ri-chan war nur gerade irgendwie komisch zu mir und… Ich mach mir Sorgen um Yui-chan. Aber du kennst sie sicher gar nicht, oder?!”, antwortete Mugi. “Ritsu hat vielleicht einfach nur einen schlechten Tag.”, versuchte Mio ihre Freundin etwas aufzumuntern. “Und Yui ist doch ein Mädchen aus eurer Klasse, richtig?!” Mugi nickte und war erstaunt, dass Mio Yui kannte. “Stimmt. Die Arme scheint außer Nodoka-chan niemanden zu haben…” - “Ja. Nodoka ist ihre beste Freundin und deswegen ist Yui oft in unserem Klassenzimmer. In eurer Klasse hat sie scheinbar keine Freundinnen. Und deshalb sorgst du dich sicher um sie, oder?!”, stimmte Mio ihr zu. “Weißt du, wo ich Yui-chan finden kann?”, fragte die Keyboarderin. “Nicht genau, aber bestimmt ist sie bei Nodoka im Schülerratsbüro.”, gab die Schwarzhaarige Mugi Auskunft. “Okay, danke. Was machst du hier eigentlich, Mio-chan?” - “Ich? Ich wollte eben zum Literaturclub.”, erklärte Mio. “Ach so. Und wie ist der Club so?”, fragte die Blonde. Ihre Traurigkeit war etwas verschwunden, da Mio wenigstens nicht so komisch wie Ritsu zu ihr gewesen war. “Um ehrlich zu sein, hatte ich mehr erwartet. Ist etwas langweilig , aber ich komm klar. Obwohl ich sagen muss, dass Ritsus Idee von damals mit dem Popmusikclub wirklich nicht so schlecht war. Nur leider hätten wir ja mindestens zu viert sein müssen.”, sagte Mio. War Mugi denn wirklich die Einzige, für die der Popmusikclub Realität war? Genau das fragte die Blonde sich nun. Das musste einfach ein Traum sein! “Mio-chan!”, meinte Mugi da. “Würdest du mich bitte in die Wange kneifen?” - “Was? Wieso denn?”, fragte die Schwarzhaarige, doch sie tat, was Mugi ihr gesagt hatte. “Autsch!”, kam es von der Blonden. “Also doch kein Traum…”, dachte sie und fühlte sich sehr seltsam. “Ich muss dann los, in meinen Club. Bis später, Mugi.”, verabschiedete Mio sich. Mugi nickte. “Ja… Tschüss.” Es war für sie ein Rätsel. Realität oder Traum? Alles wirkte echt, aber Mugi konnte es nicht fassen. Oder vielleicht wollte sie es auch einfach nicht fassen.

Als sie nun den Flur entlangging, sah sie plötzlich ein schwarzhaariges Mädchen mit zwei Zöpfen. Sie lief genau wie Mugi durch das Schulhaus, anscheinend wollte sie gerade nach Hause. Mugi rief schnell: “Azusa-chan! Warte bitte!” Azusa blieb stehen. “Äh ja?! Kennen wir uns?”, fragte sie und schaute Mugi an. “Ja, glaube ich. Aus dem Popmusikklub… Den es ja nicht gibt.“ - “Hä?“ Azusa legte den Kopf schief. “Was meinst du damit?“ - “Ach… Vergiss es bitte. Ich weiß nicht… Ich dachte… Du scheinst genauso wenig von dem Club zu wissen, wie alle anderen, oder?!“, meinte Mugi und war wieder aufs Neue verwirrt. Auch Azusa war verwundert, doch keine von beiden sagte mehr dazu. Azusa ließ Mugi einfach weiter gehen und setzte selbst ebenfalls ihren Weg fort. Die Blonde wusste nicht was los war. Sie lief weiter ziellos durch das Schulgebäude und kam schließlich beim Büro des Schülerrates an. Ihr fiel ein, dass Mio vorhin erwähnt hatte, dass Yui hier zu finden wäre. Beim Schülerrat schien niemand weiter zu sein, nur zwei Mädchen: Yui und Nodoka. “Bitte, Nodoka-chan. Ich will nicht alleine gehen. Du bist die Einzige, die ich fragen kann, Ui ist auch schon zu Hause.” - “Ach, Yui. Tut mir ja leid, aber wir können heute nicht zusammen nach Hause gehen. Ich hab hier noch beim Schülerrat zu tun.” Mugi hatte die Tür einen Spalt weit geöffnet und versuchte dem Gespräch zuzuhören. “Ich finde das gemein. Ich fühle mich immer wie eine Außenseiterin, nur weil jeder, außer mir, dauernd irgendwelchen Clubaktivitäten nachgehen muss.”, kam es von Yui. “Wie gesagt, es tut mir leid für dich.”, seufzte die Brillenträgerin. “Aber ich kann heute echt nicht. Du wirst es ja wohl fertig bringen, allein nach Hause zu laufen.” - “Ich gehe mit dir, Yui-chan.” Plötzlich stand die Blonde im Raum. “Wer ist sie?”, fragte Nodoka an Yui gerichtet. “Kotobuki-san aus meiner Klasse.”, stellte das Mädchen mit den Haarspangen fest. “Und ihr seid befreundet?”, fragte Nodoka weiter. “Ja, sind wir.”, wollte Mugi antworteten, aber Yui kam ihr zuvor. “Nein, eigentlich nicht.”, antwortete diese. “Stimmt ja.”, dachte die Blonde. “Hier gibt es keinen Popmusikclub. Und deswegen kennen Yui-chan und ich uns auch nur als Klassenkameradinnen und nicht als Freundinnen.” Yui kam auf Mugi zu und meinte freudig: “Das finde ich echt nett von dir. Danke!” - “Keine Ursache.”, lächelte Mugi.
“Sag, Yui-chan…”, fing die Blonde an, als sie und Yui auf den Weg nach Hause waren. “Kommt dir das alles auch so unwirklich vor?” - “Hä? Wie meinst du das?”, fragte die Braunhaarige verwundert. “Ich fühle mich so seltsam…”, begann Mugi langsam. “Als wäre das hier ein Traum. Ich bin davon überzeugt, dass die Wirklichkeit ganz anders verläuft. Du, Mio-chan, Ri-chan, Azusa-chan und ich sind im Popmusikclub, wir haben eine Band mit dem Namen ‘Ho-kago Tea Time’. Wir sind beste Freundinnen und machen alles zusammen. Alles ist viel schöner, als das hier… Nicht so trist und seltsam…”, erzählte sie nun und redete jetzt ziemlich schnell. Irgendwie war es für sie nicht so leicht gewesen, ihre ganzen Gedanken so auszusprechen. “Aber du wirst mir nicht glauben, nicht wahr?!”, schloss Mugi ab. Yui blieb kurz still. Dann sagte sie: “Ich weiß nicht. Das klingt für mich sehr komisch.” - “Wusste ich es. Niemand glaubt mir.”, seufzte Mugi. Sie könnte verzweifeln. Würde dieser Traum irgendwann ein Ende haben? War es überhaupt ein Traum oder war das die echte Realität?
Mugi schreckte hoch. Sie sah sich langsam um. “Ich bin… im Zug?”, flüsterte sie. Tatsächlich lief sie nicht mehr mit Yui den Weg nach Hause, sondern saß in der Bahn. “Es war ein Traum…”, sagte sie leise. “Ein Traum… Nicht die Realität.” Sie begriff: Der Traum wollte ihr einfach nur die Augen öffnen und ihr zeigen was geschehen wäre, gäbe es den Popmusikclub nicht. Ein Lächeln bildete sich auf Mugis Gesicht. Sie war einfach viel zu glücklich, dass sie im Hier und Jetzt lebte. Ihr kam ein Einfall. Schnell nahm sie ihr Handy aus der Schultasche und schrieb, immer noch grinsend, eine Rund-SMS an ihre vier besten Freundinnen.

An: Azusa-chan; Mio-chan; Ri-chan; Yui-chan
Unser Popmusikclub ist einfach genial, nicht wahr!? ^^ Vielen Dank, dass ihr so tolle Freundinnen seid! Ich drücke euch ganz fest!!! <3 DANKE!
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