Season Two

von Al3xa
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
12.04.2014
30.06.2020
21
46.044
6
Alle Kapitel
70 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
30.06.2020 1.971
 
Kapitel 21 - Coming Home

Es war ein seltsames Gefühl. Sie konnte den Blick nicht abwenden, und doch wollte sie nichts sehnlicher tun, als umzudrehen und diesen grauenhaften Ort zu verlassen.
Die Kälte fraß sich langsam durch ihre Kleidung, die Nässe vom Schnee ließ ihren Mantel schwer an ihr hängen, die Stiefel waren schon längst durchgeweicht. Und doch konnte sie sich keinen Zentimeter bewegen.
In der Kirche hinter ihr klangen leise Stimmen zu ihr, die Messe schien gerade beendet zu sein, die Menschen strömte laut tratschend aus dem heiligen ort. Sie verschwendeten keinen zweiten Gedanken an das junge Mädchen dass nur weniger Meter weiter stand, den Blick auf das frisch ausgehobene Grab gesenkt, in dem ihre Eltern lagen.

Cat hatte schon vor einige Zeit aufgehört zu weinen, sie Tränen waren einfach versiegt. Wie wusste nicht mehr, was sie noch auf dem Friedhof tun sollte, und doch wollte sie nicht weg. Es stand noch kein Grabstein vor der frischen - nun von einer Schneeschicht bedeckten - Grabstelle. Für jeden anderen war es nur ein anonymes Grab, doch für sie war es so viel mehr.
Der Schnee fiel immer noch unerlässlich vom Himmel, so wie auch die Tage vorher. Weihnachten war gekommen und genauso schnell wieder gegangen. Nur noch die Dekoration, die an den Häusern hing, zeugte von dem Fest, das gefeiert wurde.

Es war das erste Weihnachtsfest, welches Catherine ohne ihre Eltern verbracht hatte - das erste Fest überhaupt. Sie konnte immer noch nicht ganz begreifen, was vor gerade mal zwei Wochen geschehen war. Sie hatte getrauert, war am Boden zerstört, hatte tagelang mit niemandem gesprochen - und doch saß sie am gestrigen Morgen da und hatte es vergessen. Sie hatte vergessen, dass ihre Eltern ihr Leben gelassen hatten und sie fühlte sich schuldig. Es war gerade einmal zwei Wochen her und sie hatte es vergessen.
Tränen traten ihr wieder in die Augen, doch bevor sie ihre Wangen herunter rollen konnten, wischte sie sie harsch weg.

Bereits am frühen Morgen- Sirius hatte noch geschlafen - war sie aus dem Haus gegangen, nur Mister Potter war wach gewesen und hatte ihre Weg nickend zur Kenntnis genommen. Er wusste, wie sie sich fühlte. Oder er konnte es erahnen. Es war nicht leicht für sie, für keinen von ihnen. Die Zauberwelt stand an der Kante zwischen Schreckensherrschaft und Freiheit und man konnte es überall spüren. Die Winkelgasse war wie ausgestorben, sogar über Weihnachten war kaum eine Seele zu sehen. Im Ministerium wurde in allen Ecken getuschelt und geflüstert, niemand wusste so genau, wie es wirklich um sie stand. Jeden Tag tauchten neue Vermisstenmeldungen aus, die Todesanzeigen häuften sich.
Cat wusste nicht, was schlimmer war: zu wissen, dass man jemanden nie wieder sah oder in der Ungewissheit zu leben, was sein könnte.

Sie hörte Schritte, die leise auf sie zukamen, doch machte sich nicht die Mühe, sich umzudrehen. Catherine war sich sicher, dass Mister Potter jemanden informiert hatte, wo sie war oder sogar jemanden zu ihrem Schutz hinterhergeschickt hatte. Er hatte immerhin deutlich gemacht, dass keiner der Kinder mehr alleine raus durfte.

“Wenn du hier weiter so rum stehst, holst du dir noch eine Erkältung. Und das wollen wir ja nicht, oder?”
Eine Stimme, die sie bereits seit Monaten nicht mehr gehört hatte, holte Cat aus ihren Tagträumen und schnell drehte sie sich um.
Die Person vor ihr trug ein schmales Lächeln im Gesicht, welches gerade so hinter dem dicken Schal hervor lugte, der um ihren Hals gewickelt war. Die Hände tief in dem burgunderroten Mantel vergraben, beobachtete sie ihre beste Freundin.

Mit einem Schluchzen fiel Catherine Ashley um den Hals. Sie hatte seit Monaten nichts mehr von ihr gehört, alle Briefe blieben unbeantwortet, nicht einmal Professor McGonagall konnte ihnen antworten, und doch lagen die beiden Mädchen sich nun in den Armen.
Fest an sie gedrückt strich Ashley Catherine über den Rücken, murmelte immer wieder beruhigende Worte, um das weinende Mädchen in ihren Armen zu trösten.

“Du hast mir so gefehlt.”, sagte Cat schließlich schniefend, sich die Tränen von den Wangen wischen.
“Ihr mir auch, so sehr. Es tut mir unendlich leid, dass ich nicht für dich da war. Es tut mir so leid.”
Catherine schüttelte mit dem Kopf, sie wieder an sich drückend: “Du hattest selber genug zutun, es in in Ordnung.”

Als sie sich das nächste Mal voneinander trennten, hatte der Schneefall zugenommen, erschwerte den Blick über den Friedhof.
“Wir sollten reingehen. Du zitterst ja.”, schlug Ashley vor und zügigen Schrittes verließen die beiden den Friedhof, die Straße entlang in Richtung eines kleinen Cafes laufend.

Das gemütliche Cafe war mäßig gefüllt, nur einige der Messegäste hatten sich niedergelassen. Die Glocke über der Tür klingelte, als die Gryffindors den Raum betraten. Sofort durchströmte sie ein Gefühl der Wärme und einen Platz in einer der Ecken wählend, legten sie ihre Winterkleidung ab.
Catherine trug nur eine dünne Hose und Sirius Pullover, welchen sie sich morgens schnell übergezogen hatte und war dementsprechend durchgefroren.

Eine ältere Dame, mit Grübchen und diesen herzlichen Augen begrüßte sie stürmisch und nahm ihre Bestellung auf, ehe sie wieder hinter das Tresen verschwand. Dunkelblaue Sessel schmückten das Etablissement, sie standen um kleine Holztische herum angeordnet im Raum verteilt. Auf den Tischen lagen farblich passende Tischdecken und von der Decke hingen tiefe Lampen, die eine heimische und gemütliche Atmosphäre lieferten.

Während die heiße Schokolade der Mädchen vorbereitet wurde, unterhielten die zwei Freundinnen sich. Ashley hatte Cats neues Armband bemerkt und lächelnd erzählte Cat die Geschichte hinter dem Geschenk.
“Du hättest ihn sehen sollen, so glücklich und gespannt auf meine Reaktion. James war danach richtig genervt, dass er das Grinsen nicht mehr aus seinem Gesicht bekam.”
Ashley lachte auf, den kleinen Hund berührend: “Ich kann es immer noch nicht ganz fassen, dass du es tatsächlich geschafft hast, Sirius Black zu zähmen. Ich meine, wenn es eine schaffen würde, dann du. Das stand von Anfang an fest, aber trotzdem.”
Lächelnd nickte Cat nur. Ash hatte Recht. Hätte ihr vor drei Jahren jemand gesagt, dass sie den Weihnachtsabend mit Sirius Black verbringen würde, verliebt und mit der Welt im Reinen, nur die zwei zusammen - denjenigen hätte sie ausgelacht.

“Wie läuft es bei Potter und Lily? Hat sie mittlerweile nachgegeben?”
“Noch nicht ganz, aber lange wird es nicht mehr dauern. Sie spricht ihn schon mit Vornamen an, das fassen wir als gutes Zeichen auf.” Wieder erklang ein glückliches Lachen.
“Gibt mir Bescheid, wenn es soweit ist. Ich werde ihm eine Karte schicken.”

Als ihnen der Kakao gebracht wurde, kehrte kurz Stille ein. Eine angenehme Stille, beide hingen ihren Gedanken nach. Catherine war froh zu wissen, dass es Ashley gut ging, und trotzdem fürchtete sie den Moment, wenn sie wieder gehen würde. Sie wollte sie nicht gehen lassen, nicht jetzt und nicht so.

“Was ist mit dir? Wie geht es dir?”, fragte sie deshalb leise nach, noch einen Schluck vom Kakao nehmend.
Ashley blickte kurz nach unten, ehe sie ihrer besten Freundin in die Augen schaute: “Ich kann dir nicht viel erzählen, es ist zu gefährlich. Aber uns geht es gut. Wir verstecken uns. Der Orden hat Hinweise darauf, dass die Todesser hinter meinem Dad her sind. Du weißt schon, wegen dem, was er im Propheten gesagt hatte.”
Cat nickte. Ashleys Vater war ein angesehener Journalist gewesen, bevor er untergetaucht war. Er hatte immer offen zu Dumbledore gestanden und die Aktionen der Todesser verurteilt - hatte sich generell gegen den ganzen Wahnsinn um das reine Blut ausgesprochen - und nun schien es ihm zum Verhängnis geworden sein.

“Aber uns geht es gut. Nur der Kontakt nach außen ist schwierig. Es tut mir leid, dass ich nicht öfter schreiben kann.”
Ashley schien geknickt, und Cat griff nach ihrer Hand, ihr beruhigend über den Handrücken streichend, sie lächelte.
“Es ist alles gut, Ashley. Eure Sicherheit geht vor. Das wissen wir alle.”
“Ihr fehlt mir.”
“Du uns auch.”

Weitere Stunden vergingen und es war bereits nach Mittag, als die zwei das warme Cafe verließen und hinaus in die Kälte traten.
“Wie hast du mich eigentlich gefunden?”, fragte Catherine, als sie sich den Schal um den Hals wickelte und die Kapuze über den Kopf zog.
Ashley zwinkerte verschwörerisch: “Ein Vogel hat mir gezwitschert, dass du Gesellschaft brauchen könntest.” Mit einem Kopfnicken deutete sie auf die gegenüberliegende Straßenseite, wo eine getigerte Katze auf einem stillgelegten Brunnen saß und die beiden zu beobachteten schien.
Lachend schüttelte Cat den Kopf. Das hätte sie nicht vermutet.

Ashley umarmte ihre Freundin zum Abschied, drückte sie noch einmal fest an sich und flüsterte ihr letzte, abschließende Worte ins Ohr, ehe sie mit einem Plopp verschwand. Die beiden würden sich für lange Zeit nicht wieder sehen.
Geknickt überquerte Catherine die leere Straße und ging auf die Katze zu, neben der sie schließlich Platz nahm.
“Dankeschön, Professor.”

Die Katze blickte sich suchend um, und in der nächsten Sekunde saß Professor McGonagall neben ihr. Die Professorin, die Cat schon so viele Jahre kannte, trug einen gefütterten, dunkelgrünen Mantel und einen farblich passenden Hut auf dem Kopf.

“Es ist Weihnachten, Miss Smith. Da sollte man die Menschen um sich haben, die einem am meisten bedeuten. Und gerade sie haben nach den letzten Wochen ein wenig Freude verdient, finden sie nicht auch?”, abwesend nickte Cat, hielt den Blick auf ihre Umgebung gerichtet.

“Es ist schwer, glücklich zu sein, wenn man bedenkt, was einen dort draußen erwartet. Wenn die letzten Wochen mir etwas gezeigt habe, dann, dass keiner von uns in Sicherheit ist.”
Überraschenderweise griff die Professorin nach der Hand ihrer Schülerin und drückte sie einmal fest, ehe sie sie wieder losließ.
“Sie sind jung, Miss Smith, viel zu jung, um so etwas durchleben zu müssen. Darüber können Sie sich Gedanken machen, wenn ihre Ausbildung in Hogwarts vorbei ist. Genießen Sie diese letzten Monate, denn glauben Sie mir, das ist die schönste Zeit ihres Lebens.”
Professor McGonagall war während sie gesprochen hatte aufgestanden, und bedeutete Cat, dasselbe zu tun.
“Lassen Sie uns gehen. Mister Black und Mister Potter machen sich bestimmt schon Sorgen.”
“Oh davon können Sie ausgehen. Die zwei sind schlimmer als jede Entenmutter.”
Lächelnd verschwanden die beiden vom Fleck weg und verpassten somit den jungen Mann, der nur wenige Meter neben ihnen erschien.

***

“Merlin sei Dank, da bist du ja.”, waren die Worte, mit denen Catherine begrüßt wurde, als sie über die Schwelle des Potteranwesens trat, die Professorin folgte ihr.

James hatte sie beschützerisch in seine Arme geschlossen und tat so, als wäre sie wochenlang verschwunden gewesen. Wie eine Mutter tätschelte er ihr Gesicht und untersuchte sie nach möglichen Verletzungen, während Sirius kopfschüttelnd hinter ihm an der Wand gelehnt stand.
“Wie eine Entenmutter, sagte ich doch.”, äußerte Catherine und schlug seine Hand weg, die an ihrem Gesicht zog.
“Tut mir leid, dass ich mir Sorgen mache, wenn du einfach so mitten in der Nacht verschwindest.”

James ignorierend ließ sie sich von Sirius in die Arme schließen, der ihr einen kurzen Kuss aufdrückte, ehe er seine Professorin begrüßte, die die Umarmung nur kopfschüttelnd über sich ergehen ließ.
“Ach Minnie, sie machen doch jeden Tag gleich viel besser.”
“Wie oft habe ich Ihnen schon gesagt, Mister Black, dass sie mich nicht so nennen sollen?”, murrte sie genervt und drückte den Jugendlichen von sich.
“Sie können es so oft sagen, wie Sie wollen. Wir beide wissen doch, dass es Ihnen gefällt.”
Sie antwortete nicht, sondern begrüßte nur Dorea, die im Raum erschienen war, ehe sie sich schon wieder verabschiedete und durch den Kamin zurück nach Hogwarts flohte.

“Erstmal, James -”, diskutierte Cat währenddessen weiter mit James, “- war es nicht mitten in der Nacht. Nur weil du bis Mittag schläfst, heißt das nicht, dass alle anderen das auch tun. Und zweitens, wusste Charlus wo ich bin.”
“Dad!”, folgte auch sogleich der empörte Ausruf des jüngsten Potter und die Stimme seines Vaters erreichte ihn aus weiter Entfernung: “Du musst nicht alles wissen, Sohn.”
James stolzierte wie ein beleidigtes Hühnchen der Stimme seines Vaters hinterher, während die verbliebenen nur den Kopf schütteln konnten.

“So, wer will Kekse?”
Review schreiben