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Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

KurzgeschichteAllgemein / P6
Brave Starr
09.04.2014
09.04.2014
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Vorwort:
Gewidmet all den Brave Starr Schreibern die uns hier mit so vielen Geschichten versorgt haben, allen voran Meg-Giry, MariLuna und Rose-de-Noire.

Ich weiß, ich bin ein bischen sehr spät dran bei der Party und leider sieht es mit neuen ffs mit TH/BS Paarung anscheinend auch sehr schlecht aus.
Wenn ich nur nicht so schlecht im Schreiben von Mehrteilern wäre. Aber Ideen und plotbunnies habe ich zu dem Thema, falls jemand Inspiration sucht.

Disclaimer:
Die Charaktere gehören mir nicht und Geld springt auch nicht für mich raus.

Und nun zur Kurzgeschichte:

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Es war Sonntag und Brave Starr räkelte sich genüsslich in seinem Liegestuhl auf seiner Dachterrasse – seiner NEUEN Dachterrasse. Er war nur mit kurzen blauen Shorts bekleidet und trug eine Sonnebrille im Stil einer altertümlichen Pilotenbrille aus dem 20sten Jahrhundert. Neben ihm auf einem kleinen Beistelltischchen stand ein großes Glas eisgekühltes Sweetwater mit einem lila Strohhalm darin. Irgendwie konnte er immer noch nicht glauben, dass er hier lag und sich die Sonnen auf den Bauch scheinen ließ.

Dass ihm Derringer letzten Monat eine Gehaltserhöhung gegeben hatte, hatte ihn schon ein bischen aus dem Konzept gebracht. DERRINGER, der Geizkragen schlechthin, hatte ihm eine GEHALTSERHÖHUNG gegeben und zwar eine ganz schön saftige. Allein die beiden Worte: "Derringer" und "Gehaltserhöhung" hatte er eigentlich immer für unvereinbar gehalten. (Es sei denn, es handelte sich um des Oberbürgermeisters eigenen Lohn.)

Dazu kam dann auch noch der geradezu aufgezwungene Aus- und Umbau seiner Dienstwohnung. Die hatte es zugegebenermaßen auch dringend nötig gehabt, aber da sie inklusive Mobiliar von der Stadt gestellt wurde, musste er sich vorher für jede Veränderung eine Genehmigung einholen und bis jetzt hatten sich Derringer und der Stadtrat immer quer gestellt, von wegen zu hohen Kosten. Wenigstens ein neues Bett hätten sie ihm spendieren können, aber nein, diese alten Knausel von der Verwaltung waren sogar dazu zu geizig. War es da ein Wunder, das er meistens im Stuhl auf der Veranda vor dem Marshallbüro döste oder gleich ganz auf der Couch im Hinterzimmer schlief? D.h. sofern die nicht gerade von Thirty belegte wurde. Sie wechselten sich da immer ab, je nachdem, wer offiziell im Dienst war. Und nun plötzlich hatte er einen Freifahrtsschein für eine Komplettrenovierung bekommen - zuzüglich der Gehaltserhöhung.

Brave Starr wusste, dass das ganz bestimmt nicht auf Derringers Eigeninitiative zurück zu führen war, aber es gab eigentlich nicht viel, das den Oberbürgermeister dazu veranlassen konnte mehr Geld das Minimum rauszurücken. Als er ihm den Kostenvoranschlag gezeigt hatte, wäre der Derringer fast ihn Ohnmacht gefallen, aber ein scharfer Blick von seiner Frau hatte genügt um jeden Widerspruch im Keim zu ersticken. Da wusste man gleich, wer zu Hause die Hosen an hatte.

Mrs. Derringer schien ihm schon immer eine wesentlich vernünftigere und pragmatischere Person zu sein als ihr Mann. Zudem war sie in jedem ihm bekannten Wohltätigkeitsverein von Fort Kerium tätig… und strickte ganz wunderbare Pullover, auch wenn die hier auf Neu Texas eigentlich überhaupt keiner gebrauchen konnte. Trotzdem kriegte er seit er hier war jedes Jahr zu Weihnachten einen geschenkt. Letztes Jahr war es ein grüner mit einer roten Erdbeere darauf. Was sie sich dabei wohl gedacht hatte? Na ja, wie heiß es so schön: „Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul.“. Das sollte er mal besser nicht Thirty hören lassen, dachte er kichernd und schnappte sich seinen Drink.

Genüsslich zog er das kühle Nass durch den Strohhalm und seufzte wohlig. Ja, so ließ es sich leben. Wochenende, kein Dienst und auch sonst nix los und er jetzt hier auf seiner neuen Dachterrasse mit einem kühlen Getränk und halbnackt im Liegestuhl. Der Marshall grinste. Glücklicherweise war die Dachterrasse vor neugierigen Blicken durch jede Menge Grünzeug, bei dem Mrs. Derringer darauf bestand, dass es absolut notwendig sei, geschützt. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

Brave Starr stellte sein Glas wieder ab und blickte kurz über die Schulter zur Tür, durch die gerade jemand mit einem großen Thermo-Glaskrug mit eisgekühltem Sweetwater kam und ihn auf dem Tischchen abstellte.

"Wirklich schön hast du es hier, Marshall."

"Mmh-mmh. Ich weiß."

Über den Rand der Sonnebrille blickte er zu seinem Gast hinüber, der es sich jetzt in einem zweiten Liegestuhl ebenfalls bequem gemacht hatte.

"Und danke auch noch mal dafür."

Ein Grinsen zeichnete sich auf dem Gesicht des anderen ab als er sich die eigene Sonnebrille auf die Nase schnippte. Und ein Schelm, wer böses dabei denkt.

<Ende>
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