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Gefährliches Familientreffen

von -Malyn-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
08.04.2014
14.07.2019
20
29.127
3
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
08.04.2014 1.048
 
So endlich habe ich es geschafft weiter zu schreiben.....
Viel Spaß beim Lesen

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Djaq ging langsam der Atem aus, doch an eine Pause war jetzt nicht zu denken. Schließlich musste sie zu Fuß ein Pferd einholen, das in vollem Galopp über den Waldboden donnerte. Sie rannte so schnell ihre Beine sie trugen und benutzte alle Abkürzungen, die ihr bekannt waren. Von Robin lernte man so einiges. Trotzdem fühlte es sich wie eine Ewigkeit an, bis sie endlich Nettlestone erreichte. Doch zu ihrem Entsetzen fand sie dort nicht nur die eine Wache die sie verfolgt hatte, sondern fünf! Wie konnte das möglich sein? Ihre Chance, mit dieser „einen“ Wache fertig zu werden, sank gen null. Gegen fünf Männer konnte sie allein nun wirklich nicht ankomen. Ein Kreischen weckte augenblicklich wieder ihre Aufmerksamkeit. Richard´s Eltern wurden grob in die Mitte des Dorfes gezerrt und von gezogenen Schwertern eingekreist. Djaq versteckte sich eilig am Waldrand hinter einem Baum und beobachtete machtlos das Drama. „Wo ist der Junge?! Sprich Weib, wenn dir dein Leben lieb ist!“

Tränen flossen der Jungen Mutter über das Gesicht, als ihr eine der Wachen diese bitteren Worte entgegenbrüllte. „Ich weiß es nicht, so glaubt mir doch! Er ist nicht hier. Ich flehe Euch an, verschont uns…bitte!“ Sie weinte bitterlich. Aus Angst um ihren Sohn. Aus Verzweiflung, da ihr niemand zu glauben schien. Aus Angst um das Leben ihres Mannes und ihr eigenes. Sie hoffte so sehr, dass Richard nicht ausgerechnet jetzt zurück gebracht werden würde. Nicht in diesem Moment. Wenn die Wachen ihn finden würden, dann… Plötzlich ging eine der Wachen stürmisch auf sie zu und erhob die Hand. „Halt! Bestraft mich und nicht meine Frau oder meinen Sohn!“, schrie Richards Vater dazwischen und bewahrte damit seine Frau vor einem harten Schlag. Ängstlich beobachteten einige der Dorfbewohner die Szene. Die Wache hielt inne, für einen Moment. „Wir werden nicht “dich“ bestrafen, wir werden EUCH bestrafen! Nehmt sie beide mit nach Nottingham. Wir werden schon noch erfahren wo dieser Junge steckt. Na los!“

Beiden wurden die Hände gefesselt und an die Männer übergeben, die noch auf ihren Pferden saßen. Grob wurden sie hinterher gezogen und konnten sich nur schwer auf den Beinen halten. Djaq tat es tief im Herzen weh, nicht eingreifen zu können. Doch noch einen Alleingang würde Robin sehr verärgern. Sie kroch aus ihrem Versteck hervor. In dem kleinen Dorf vor ihr herrschte Aufregung. Kinder versteckten sich hinter ihren Eltern und wimmerten. Hier konnte Djaq nichts mehr ausrichten. Die Wachen waren weg und die Menschen wieder in Sicherheit. Nur für wie lange? Sie musste Robin überreden, mit nach Nottingham zu gehen, um die beiden zu befreien. Das würde die einzige richtige Entscheidung sein.  Doch noch wichtiger war, dass Richard von alldem nichts mitbekam. Möglicherweise käme er auf dumme, sehr dumme Gedanken und würde sich und alle anderen in Gefahr bringen. Das durfte nicht passsieren. Diese Situation war schon verzwickt genug und nun war es an ihnen, das Beste daraus zu machen. Djaq wandte sich ab und machte sich schweren Herzens auf den Weg ins Camp.

Gisborne war schon einige Zeit fort, als erneut Pferde vor Marians Haus halt machten. Sie musste nicht nachschauen, wer ihr Besuch sein würde. Guy´s Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. Lord Edmure stieg von seinem Pferd, einem großen weißen Hengst, der jedoch stark die Ohren anlegte. Mit großen Schritten ging er auf die Tür des Hauses zu, doch anstatt zu warten bis ihm geöffnet wurde, trat der Lord einfach ein und rief nach Lady Marian. Entsetzt über dieses Verhalten beschwerte sich Edward. „Wie könnt Ihr es wagen dieses Haus ohne Erlaubnis zu betreten?! Hat man Euch keine Manieren beigebracht?“ Doch der ungebetene Gast schien ihn einfach zu überhören. „Lord Edmure, wenn ich mich vorstellen darf. Ich danke Euch für Eure Gastfreundschaft. Mit einem widerlichen Grinsen im Gesicht sah er sich um, dann sprach er mit Edward, ohne ihn auch nur eines Blickes zu würdigen. „Ihr müsst Lord Edward sein. Eure Tochter erwähnt, dass Ihr Euch gesundheitlich nicht besonders wohl fühlt. Doch diesen Eindruck kann ich nicht mit ihr teilen."

Lord Edmure schien eine Antwort zu erwarten, denn nun hatte er seinen Blick auf Edward gerichtet. Doch was sollte er ihm jetzt sagen?!Zu seiner Erleichterung hatte Marian den Besuch bemerkt und kam nun die Treppen herunter. „Ah, Lady Marian.“  Er schob sich vor Edward und wieder wollte er nach ihrer Hand greifen, doch Marian verschränkte schnell die Arme auf dem Rücken, als hätte sie es nicht bemerkt und platzte nun mit einer Frage heraus. „Was ist der Anlass für Euren Besuch, Lord Edmure?“ „Nun wie Euch sicherlich zu Ohren gekommen ist, veranstaltet der Sheriff heute Abend ein kleines Festessen. Ich nehme an, dass Ihr und Euer Vater ebenfalls zugegen sein werdet. Und bevor dieser hochnäsige Nichtsnutz Gisborne auf die Idee kommt, schlage ich vor, dass Ihr mich zu diesem Fest begleitet.“ In Marians Ohren klang das nicht nach einer Frage. Guy hatte also Recht.  Scheinbar hatte er sie gerettet… Vor einem Abend an der Seite dieses Mannes. Sie setzte ein braves Lächeln auf, um Lord Edmure nicht zu verärgern. „Ich hoffe Ihr seid nicht allzu enttäuscht, doch Sir Guy ist Euch zuvorgekommen. Ich werde ihn begleiten. Aber sicher findet Ihr eine andere reizende Begleitung für das Fest.“ Noch immer lächelte sie so brav sie konnte, um ihren Hass und Ekel ihm gegenüber zu verstecken.

Nun starrte er sie an ohne auch nur ein Wort zu sagen. Mit jeder Sekunde wurde Marian unsicherer. Warum sagte er nichts? Wollte er sie einschüchtern? Glaubte dieser Mann, sie so umstimmen zu können? Doch dann brach er das Schweigen. „Nein.“ Was sollte das bedeuten? Marian wechselte einen Blick mit ihrem Vater. „Nein?“ fragte sie. „Nein. Ihr werdet ihn nicht begleiten. Ich verbiete es Euch.“ Marian konnte sich ein entsetztes Lachen nicht verkneifen und ihr Vater ahnte bereits, dass seine Tochter wieder anfing zu reden ohne darüber nachzudenken. „Ihr verbietet es mir? Mit welchem Recht galubt Ihr…“, doch er fiel Marian einfach ins Wort. „Ich habe sämtliche Freiheiten von meinem…vom Sheriff erhalten. Ihr werdet MICH begleiten und niemanden sonst.“ Mit diesen Worten und einem Blick, der keine Widerworte zuließ, machte er kehrt und verließ das Haus. Entsetzt und zugleich geschockt von der Skrupellosigkeit dieses Mannes blieben Marian und ihr Vater allein in ihrem Haus zurück….
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