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Gefährliches Familientreffen

von -Malyn-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
08.04.2014
14.07.2019
20
29.127
3
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08.04.2014 1.005
 
Marian nahm sich vor, sich erst am nächsten Tag wieder in der Burg sehen zu lassen. Unter welchem Vorwand sollte sie heute auch dorthin zurückkehren.  Sie nutzte stattdessen das wunderschöne Wetter und machte mit ihrer Stute einen kleinen Umweg. Sie genoss die warmen Sonnenstrahlen, die sich durch das Blätterdach des Sherwood Forest kämpften. Die Gewissheit, dass es Robin gut geht und Djaq sich um ihn gekümmert hat beruhigte sie umso mehr. Sie konnte den Tag genießen. In weichem, ruhigem Trab flog ihre Stute dahin, als würden ihre Hufe den Waldboden kaum berühren.
Als Marian schließlich Knighton Hall erreichte, bemerkte sie ein Pferd von fast schwarzer Farbe.
Mit eingeknicktem Huf stand es angebunden ruhig vor ihrem Haus. Nur seine Ohren spielten ihr Spiel. Sie kannte es. Guy´s Pferd.

Doch bevor Marian sich erkundigte, was der Grund für seinen Besuch sei, versorgte sie ihr Pferd. Das tat sie immer selbst. Nachdem das Wasser frisch aufgefüllt und die Ausrüstung an seinen Platz gebracht worden war, betrat sie nun das Haus. Zu ihrer Erleichterung schien Ärger nicht der Anlass für sein Erscheinen in Knighton zu sein…Edward und Guy saßen gemeinsam an dem großen Tisch und unterhielten sich, doch konnte Marian nichts verstehen. Also trat sie näher. „Marian, endlich“, lautete Guy´s Begrüßung, die Marian mit einem Lächeln beantwortete. „Wo warst du so lang? Du hast Nottingham schon vor einiger Zeit verlassen und kommst erst jetzt hier an?“ Nun war Marian doch etwas beunruhigt. Wusste er wo sie war? Und bei wem? Nein. Das war ganz unmöglich. Guy ahnte von ihrer Verbindung zu Robin. Doch mehr auch nicht. „Ich habe einen kleinen Umweg gemacht. Das Wetter war ideal für einen längeren Ausritt. Ich habe die Zeit also etwas genutzt“, lautete ihre Antwort. „Nun wie auch immer.“

Er schien das Thema wechseln zu wollen. „Marian, der Sheriff veranstaltet ein kleines …Festessen… in Nottingham um die Ankunft Lord Edmure´s zu feiern. Die Lady konnte einen leicht gereizten Unterton in seiner Stimme ausmachen. Der Lord schien nicht gerade sein bester Freund zu sein. Doch das wunderte sie eher wenig. „Würdest du mich zu dieser …Festlichkeit… begleiten?“ Noch etwas klang in seiner Stimme mit. Doch konnte Marian sich nicht genau festlegen, was es war. Klang es drohend, sodass ein `Nein´ jetzt die falsche Antwort wäre? War es Sorge? Aufgrund dessen wollte sie Guy nun nicht zusätzlich verärgern und stimmte zu.  Marian wollte Guy zur Tür begleiten, als er sich noch einmal an sie wandte. „Ich lasse Dich kurz vor Sonnenuntergang abholen. Marian, Lord Edmure wird Dir diese Frage im Laufe des Tages ebenfalls stellen wollen. Da ich der Meinung bin, dass dieser Mann nicht der richtige Umgang für Dich ist, war es mein Anliegen, Dich vor ihm zu fragen.“ Sie war überrascht. Obwohl sie dagegen ankämpfte, spürte sie, dass seine Worte sie berührten. Zu ihrer Verwunderung war sie froh darüber, dass Guy zu erst zu ihr kam und nicht Lord Edmure. Doch bedeutete das nicht, ihm bei dem Fest aus dem Weg gehen zu können. Doch zumindest konnte sie sich in Guy´s Nähe etwas sicherer fühlen.

In der Zwischenzeit hatten sich Djaq und Will gemeinsam mit Richard auf den Weg gemacht um den Jungen nach Hause zu bringen. Seit sie ihn in ihrer Obhut hatten, fand er nicht viele Worte die er mit den Outlaws teilen wollte. Doch nun, da er Nettlestone und damit seinen Eltern immer näher kam, teilte er seinen beiden Begleitern ununterbrochen mit, wie sehr er sich freue, wie erleichtert seine Eltern sein würden. Djaq musste über den plötzlichen Wortschwall schmunzeln, steckte Will auch noch an. Nun hatten beide damit zu kämpfen, nicht zu lachen. Natürlich freuten sie sich mit dem Jungen. Noch ein gutes Stück Weg lag vor ihnen und nach einiger Zeit wurde Will nachdenklich. Wie würde die kleine Familie damit zurecht kommen, nicht in ihrer Heimat bleiben zu können? Robin hielt es für sicherer, wenn sie Nettlestone verlassen würden. Robin hatte schon etwas organisiert. Sie könnten in einem Dorf weit weg von Nottingham ein neues Leben beginnen. Trotz das Robin ein Outlaw wurde, hatte er noch genügend Kontakte.  

Der schnellste war der Sheriff ja nun nicht. Bis er etwas merken würde, wäre die kleine Familie verschwunden. Schon am nächsten Tag.
Trotzdem spürte Will das Gefühl von Sorge. Ein Geräusch, welches wie ein Donnern klang, verscheuchte blitzartig seine Gedanken. Doch es war kein Gewitter!
„Will, hörst du das?“, fragte Djaq ihn hektisch. Er hörte genauer hin. „Pferde!“, rief Will und bedeutete den beiden, sich rechts von ihnen im Gebüsch zu verstecken. Kaum hatten sie es in letzter Sekunde in das stachelige Gesträuch geschafft, stürmten auch schon fünf der unbekannten Wachen um die Kurve des Waldweges. Die Hufe der Pferde bohrten sich in den Waldboden. „Wir teilen uns auf. Findet diesen Stallburschenaus Nettlestone!“, brüllte der erste der Reiter. Die Wachen trennten sich und ritten jeweils in eine andere Richtung. Auch nach Nettlestone… „Wir können ihn jetzt unmöglich dorthin bringen, Will. Es ist zu gefährlich. Djaq legte ihre Hände auf Richards Ohren. „Bitte bring ihn wieder zum Camp.
Ich muss wissen, was diese Wachen mit seinen Eltern vorhaben“, flüsterte Djaq besorgt.

Will legte seine Stirn in Falten. „Djaq, das ist viel zu gefährlich! Was…was ist wenn sie dich sehen?! Glaubst du, sie würden dich freundlich darauf hinweisen, dass du nach Nottingham gebracht und gefoltert werden könntest?!“ Nun legte Djaq ihre Hände vor Richards Augen und küsste Will um ihn zu beruhigen. „Ich weiß, aber sie werden mich nicht sehen. Ich werde vorsichtig sein.“ Mit einem Lächeln stand sie auf und machte sich auf den Weg. „Was hat sie vor?“, fragt Richard und Will suchte nun verzweifelt nach einer Antwort. „Mach dir keine Sorgen, sie wird bald zurück sein.“ So hoffte Will es zumindest. Robin würde von diesem Alleingang nicht begeistert sein. Da war es wieder, dieses Gefühl. Die Sorge. Doch er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Richard musste nicht wissen, dass das Leben seiner Eltern in Gefahr war. „Komm, wir gehen zurück ins Camp. Much hat sicher eine Mahlzeit zubereitet.“ `Hoffentlich nicht Eichhörnchen´, dachte Will noch bei sich…
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