Gefährliches Familientreffen

von -Malyn-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
08.04.2014
14.07.2019
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Robin und Will verließen widerwillig den Saal und schlugen den Weg zu den Stallungen der Burg ein. Die Rüstungen boten ihnen auch in diesem Fall Schutz. Unter einem Vorwand würden sie den Jungen fort schaffen können. Zu Robins Erleichterung hatten es Allan, Djaq, Much und John zum Stall geschafft, ohne bemerkt zu werden. Auf seine Freunde war eben Verlass. Ohne sie würde so vieles nicht möglich sein.

In den Stallungen herrschte, keine Menschenseele war dort. Das Glück schien auf ihrer Seite zu sein. In der Stille hörte Djaq ein leises Schluchzen. Sie begab sich auf die suche und ging jede einzelne Box ab, bis sie fündig wurde. In der hintersten Ecke saß ein Junge zusammengekauert in Stroh und weinte. Es musste Richard sein, der von seiner Mutter so sehr vermisst wurde. „Da bist Du ja, Kleiner!“, freute Djaq sich. Er schien unversehrt, was ein Zeichen dafür war, dass er seine Arbeit gut machte. Man würde es sehen, wenn dem nicht so wäre…

„Hör zu, wir sind hier, um Dich nach Hause zu bringen. Du musst jetzt ganz still sein, denn die Wachen da draußen dürfen uns nicht bemerken.“ Robin ging langsam auf Richard zu, der ihn ängstlich anblickte. Er nahm seinen Helm ab und kniete sich zu ihm ins Stroh. „Weißt Du, wer ich bin? Ich bin Robin Hood. Und das hier sind meine Freunde. Wir wollen Dir helfen, Du kannst uns vertrauen.“ Robin sprach beruhigend auf ihn ein. Richard konnte es kaum fassen. Robin Hood – sein Vorbild stand genau vor ihm.

Jedes Kind aus Nottingham und den Dörfern, ja vermutlich aus ganz England wollte so sein wie Robin. Ein Held. Ein Kämpfer für die Armen. Ein Meisterschütze. Und jetzt wurde er von ihm gerettet…  Allan dauerte das zu lange. „Wenn wir noch länger hier bleiben, werden wir vielleicht noch entdeckt. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich will nicht im Kerker landen, Leute.“ Doch er hatte Recht. Sie mussten endlich aufbrechen. Eine Kutsche, beladen mit Stroh, stand vor dem Stall. Von draußen hörte man immer noch das Klirren von aufeinander schlagenden Schwertern. Robin bereitete das immer noch große Sorgen. Nach dem sie ihre Rüstungen abgelegt und versteckt hatten, jedoch die Schwerter behielten, versteckten sie sich zusammen mit Djaq, Richard und Allan an der langen Seite der Kutsche.

John und Much stiegen auf und setzten das eingespannte Pferd in Bewegung. Sie bahnten sich einen Weg zum Tor, doch dieses war nicht mehr unbewacht. Drei Wachen hatten die anderen ohnmächtigen gefunden. Als sie die Kutsche erspähten, zogen sie ihre Schwerter. „Djaq wir lenken sie ab, schaff du den Jungen hier raus!“, trug Robin ihr auf und machte sich bereit für den Kampf, welcher ihnen bevor stand.  Allan und Robin sprangen hinter der Kutsche hervor und schon krachten die Klingen der Schwerter aneinander. John und Much mischten sich ebenfalls ein. Die Wachen richteten ihre gesamte Aufmerksamkeit auf die Outlaws, sodass Djaq mit dem Jungen fliehen konnte. Der Kampf ging unerbittlich weiter. Doch eine der Wachen gehörte zu denen aus dem Burghof. Robin merkte, wie viel stärker dieser Mann war.

Er hatte alle Mühe, gegen ihn anzukommen. Gegen die Männer des Sheriffs wäre es ein Kinderspiel gewesen. Es ließ sich nicht abstreiten, dass dieser Soldat eine gute Ausbildung genossen hatte. Das Glück schien sich von den Outlaws abzuwenden. Robin nutzte eine Gelegenheit, um mit dem Schwert auszuholen, doch sein Gegenüber war schneller. Er traf Robin am Arm und hinterließ eine tiefe Schnittwunde in dessen Oberarm. Robin schrie auf und wurde zu Boden gestoßen. Er stürzte und spürte einen derben Tritt in den Bauch, das Schwert glitt aus seinen Fingern. Er sah, wie der Mann erneut mit seinem Schwert ausholte, doch plötzlich fiel auch er zu Boden, dank Will, welcher seine Axt in der Hand hielt. Robin war gerettet. Die Wunde an seinem Arm brannte, als würde jemand immer und immer wieder hindurch schneiden. Der Schmerz in seinem Bauch hinderte ihn daran, aufzustehen. Robins Hemd färbte sich rot. „Robin!“ Much stürzte auf seinen Freund zu. „Das muss abgebunden werden, damit die Blutung stoppt“, wusste Djaq.

„Robins Halstuch, damit müsste es gehen“. Sie nahm es ihm ab und band es über der gefährlich aussehenden Wunde straff um seinen Arm. „Wir… wir müssen ihn ins Camp bringen! John muss ich tragen!“, verkündete Much panisch. Er konnte es nicht mit ansehen, wenn Robin verletzt war. Zu sehr erinnerte es ihn an die Zeit im heiligen Land. Dort wurde Robin einmal schlimm verwundet und hatte Fieber bekommen. Keiner wusste, ob er es überleben würde. Robin fand heraus, dass es Gisborne war. Er wollte den König töten und ihm waren alle Mittel recht, um sein Ziel zu erreichen.
Allan meldete sich zu Wort. „Ich will ja nichts sagen, aber wir haben die Kutsche. Warum stehlen wir sie nicht einfach und bringen ihn damit zum Camp?!“ Zugegeben, das war eine gute Idee, wie John sich eingestehen musste. Dieser beförderte Robin vorsichtig in das aufgeladene Stroh, die anderen gesellten sich zu ihm. John fuhr erneut die Kutsche und preschte in vollem Galopp zum Tor von Nottingham hinaus, das gerade zu ihrem Vorteil offen stand.
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