Gefährliches Familientreffen

von -Malyn-
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
08.04.2014
14.07.2019
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„Wir danken Euch Robin Hood!“ „Gott segne Euch!“. Die Stimmen der Menschen tönten von überall her, sprachen Lob und Dank aus. Robin, Much und Will Scarlett verteilten Nahrung und etwas Geld an jede Familie in Locksley. Er, Robin Hood, Gesetzloser und von allen Adligen und Lords verhasst, war einmal ihr Herr gewesen. Die Familien waren glücklich, mussten keinen Hunger leiden oder um ihr Überleben kämpfen. Es gab keine grausamen Strafen oder Erniedrigungen. Bis Robin mit dem König für fünf Jahre in den Krieg zog, in seiner Abwesenheit Sir Edward, der Sheriff von Nottingham abgesetzt wurde und ein neuer dessen Amt übernahm.

Doch war dieser bösartig, gierte nach Macht und Geld, spielte mit den Leben der Menschen. Er empfand keinerlei Mitleid,  verlangte Steuern, die keine Familie aus den Dörfern um Nottingham bezahlen konnte. Der Markttag wurde abgeschafft, sodass kein Mann sich den Lebensunterhalt für seine Familie verdienen konnte. Eines Tages kehrte Robin ahnungslos gemeinsam mit Much zurück und wurde nach einigen Geschehnissen kurzer Hand zum Gesetzlosen erklärt. Nach und nach wuchs die Gruppe um Robin. Die Outlaws machten es sich zu ihrer Aufgabe zu helfen und die Pläne des Sheriffs zu durchkreuzen.
Ein kleines Mädchen von etwa fünf Jahren zupfte vorsichtig an Robins Ärmel und riss ihn aus seinen Gedanken.

„Kommt ihr denn bald wieder?“ Mit großen Augen schaute sie fragend zu ihm auf. „So bald wie möglich, kleine Lady“, versprach er ihr, da ihn die Hoffnung in ihrem Blick berührte.
Die glücklichen Gesichter um ihn herum zeigten ihm immer wieder aufs Neue, dass das was sie hier taten, einfach nur richtig sein konnte.

Djaq, die sarazenische Frau, Allan a Dale und Little John hatten sich nach Nettlestone aufgemacht, um auch dort Geld und Nahrung zu verteilen. Auch sie wurden mit Dank überhäuft. Nachdem alle Vorräte gerecht verteilt waren, machten sich die drei Outlaws auf den Weg zum Camp. Doch Djaq blieb stehen. Sie hörte etwas. Als sie den Blick durch das kleine Dorf schweifen ließ, auf der Suche nach dem was sie hörte, viel ihr Blick auf eine Frau, welche sich von den anderen entfernt hatte. Sie weinte. Djaq wusste, ihr war ein Leid widerfahren und nun verzweifelte sie daran. Sie ging zu ihr hinüber und versuchte, mit einfühlsamer Stimme die weinende Frau etwas zu beruhigen. „ Dir bereitet etwas Kummer. Ich will dir helfen.“ „Der Sheriff“, schluchzte die Frau  “er hat meinen Jungen holen lassen.
Er soll als Stallknecht und in der Burg für ihn arbeiten. Er ist doch erst elf!“ Tränen rannen ungebremst über das Gesicht der jungen Frau. Ihre Worte berührten Djaq sehr. Wie musste es für einen Jungen von elf Jahren sein, plötzlich von Wachen aus dem Haus der Eltern gezehrt und in die Burg gebracht zu werden, um dort für einen Mann zu arbeiten, der grausam war und kein Mitgefühl oder Verständnis für andere aufbrachte. „Wir werden deinen Jungen wieder zurück bringen. Das verspreche ich. Wie heißt er?“ „Richard…Er heißt Richard“. Noch immer weinend lief die verzweifelte Mutter zu ihrer Hütte zurück. Djaq wollte ihr Versprechen einhalten, egal was die anderen davon hielten. Doch sie war sich sicher, sie würden genauso denken. Ein Kind in den Fängen des Sheriffs zu lassen, wäre ebenfalls grausam. Djaq lief eilig los, um die anderen einholen zu können.

Im Camp angekommen zögerte Djaq nicht allzu lang und schilderte die Situation der Familie aus Nettlestone.
Wie sie es erwartet hatte, stimmten alle ihrem Vorhaben zu. Das Wohlergehen des Jungen lag ihnen besonders am Herzen. Am nächsten Tag würden sie bei Morgengrauen nach Nottingham aufbrechen. Es hätte keinen Sinn, jetzt noch loszuziehen, da sich der Tag dem Ende entgegen neigte und die Sonne bereits unterging. Noch lange beschäftigten Djaq die Worte der Mutter. Sie musste sich so hilflos fühlen. Und der kleine Richard…Wie würde er sich fühlen? Sie versuchte, einen Plan zur Rettung des Jungen zu schmieden, doch die Müdigkeit überkam sie und nach einiger Zeit schlief sie erschöpft ein…


Zu dieser Tageszeit wurde das Tor von Nottingham von zwei Soldaten des Sheriffs bewacht.
Doch das hatten die Outlaws schon eingeplant. Much stützte sich mit einem Arm bei  John ab und humpelte auf die Wachen zu, indem er ein Bein beim Gehen nachzog. „Mein Freund hier ist verletzt. Wir kehrten nach langer Reise zurück und wurden im Wald überfallen. Er braucht dringend Hilfe.“
„Da habt ihr leider Pech. Wir haben Anweisung, niemanden durch zu lassen“, antwortete eine der Wachen. Doch John störte das nicht. Er schob Much von sich,packte beide Wachen und stieß sie mit den Helmen aneinander, sodass beide zu Boden gingen. „Nein, ihr habt Pech“, knurrte John noch, bevor sie das Tor passierten. Die anderen folgten ihnen, so schnell sie konnten.
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