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I'm Guilty

von Ebi
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Chiaki Nagoya Hijiri Shikaido Marron Kusakabe Miyako Toudaiji Noyn Claude Yamato Minazuki
08.04.2014
01.02.2015
2
3.812
 
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3 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
08.04.2014 1.135
 
Vorneweg ein paar Infos: Diese Geschichte ist aus meiner Fantasie entsprungen und hat somit nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun. (Also keine Dämonen, Jeanne usw. Aber trotzdem sind alle Charaktere vorhanden.) Noyn spielt eine ganz große Rolle und ist in dieser FF – genauso wie im Anime – Geschichtslehrer an Marons Schule. ABER sein Aussehen entspricht dem des Dämons Noyn Claude und nicht dem von „Hijiri Shikaido“ (unter dem Namen hat er sich ja den Menschen vorgestellt.) Also er hat dunkle Haare usw. Und nicht rot.
Er heißt hier Noyn Shikaido – ich fand den Nachnamen so passender für den eines Geschichtslehrers, weil er diese Rolle ja nach wie vor übernimmt.
So, ich hoffe das war nicht alles zu verwirrend.
Also – keine Dämonen. All Human. :)

Ps. Die Geschichte ist P18. Bitte nicht vergessen.

Viel Spaß mit dem ersten Kapitel.

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Kapitel 01 - Sommernachtgewitter






SONNTAG, 2. JUNI 2013
20:45Uhr

Der rauchige Wolkenteppich verschluckte jegliches Licht am Firmament, unsagbar trist und metallkühl. Groteske Silhouetten zeichneten sich in der fragmentarischen Dunkelheit aus, sie wirkten beinahe jämmerlich hilflos, suchten vergebens irgendwo Unterschlupf – scheinbar hatte sie der plötzliche Wetterwechsel ziemlich überrumpelt. Mit den Fingerkuppen fuhr ich zaghaft über die Scheibe, lauschte halbherzig dem Regen, der dumpf an das Fenster klopfte. Diese bittersüße melancholische Atmosphäre war mir bereits vertraut, gängig, wie eine alltägliche Routine die ich immer wieder verübte; allein in diesen vier Wänden, die Welt dort draußen, bekannt und zugleich so unfassbar fremd – wie die Melodie eines Liedes, an deren Text man sich nicht erinnerte, ein Duft, der in der Nase hing, aber nicht zuzuordnen war.

Meine Melodie war Chiaki Nagoya gewesen. Der Text sehr wahrscheinlich eine Liebe, an die ich mich kaum noch erinnerte, obwohl die offizielle Trennung gerade einmal drei Tage her war – am 30. Mai. Ironischerweise an meinem Geburtstag. Doch die Flamme unserer Liebe war bereits schon lange davor erloschen, alles, was uns danach noch zusammengehalten und verbunden hatte, war die krankhafte Sucht nach dem anderen gewesen. Das Verlangen nach Berührung, die Nähe nach dem anderen; aber reden...gerade das hatte alles kaputtgemacht. Unsere Streitereien dauerten manchmal tagelang, wir hassten uns, warfen uns grauenhafte Dinge an den Kopf, bis wir uns letztlich rein gar nichts mehr zu sagen hatten und das Kriegsbeil mit Sex begruben. Mir sehr viel Sex.
Aber nach zwei Jahren war das genug. Ich war vor Kurzem erst 18 geworden, in einem Monat würden die Sommerferien beginnen und danach war mein letztes Jahr in der Schule.
Ich konnte meine ganze Kraft, meine Zeit und Nerven nicht mehr in eine ungesunde und zerstörerische Beziehung investieren, die wahrscheinlich mein Untergang werden würde.

Jedoch wusste ich sehr genau, dass es ungeheuer schwer werden würde, ihn komplett aus meinem Leben und meiner Gedankenwelt zu verbannen, denn wir gingen auf dieselbe Schule. Viel schlimmer war, dass er in dem Apartment neben mir wohnte; ich konnte mir noch nicht einmal ansatzweise vorstellen, wie ich damit umgehen würde, wenn er irgendwann einmal eine Frau mit nach Hause bringen und ich davon Wind bekommen würde...


Ich nahm meine Hausschlüssel aus der Schüssel, schlüpfte im Gehen in meine weißen Ballerinas und trat aus der Wohnung.
Was ich gerade am nötigsten hatte, war Luft. Obwohl es regnete, trug ich nur ein kurzes weiß-gelbes Sommerkleid.
Aber es war warm, mild und wegen dem Regen sicher auch ganz schön feucht; schließlich hatte der Sommer bereits begonnen.
Aus seiner Wohnung dröhnte ungeheuer laute Musik, doch ich versuchte überhaupt nicht darauf einzugehen und verschwand im Fahrstuhl. Als ich an die frische Luft trat, schloss ich einen Moment die Augen und atmete tief ein. Es war eine wunderschöne Sommernacht, das Gewitter hatte abgenommen, es nieselte nur noch ein wenig.
Ich machte einen kleinen Schritt vor und trat aus dem Schutz des Apartmentvordachs; gleichzeitig bekam ich eine Gänsehaut, als die kühlen Regentropfen auf meinen Armen landeten.
Mein Weg führte mich wie selbstverständlichen in den Momokuri Park, obwohl ich kein Ziel hatte.
Gedankenverloren setzt ich mich auf die Parkbank und schloss die Augen, genoss die allumfassende und wundervolle Stille. Die Welt ertrank in Tintenblau...

Wahrscheinlich hatten wir uns niemals so richtig geliebt; wussten wir doch beide nicht, was genau das war. Zwei gebrochene Kinder, die nach der Suche nach Liebe beinahe ihr eigenes Todesurteil unterschrieben hätten. Unsere Anfangszeit war sicherlich nur die naive Verliebtheit zweier Teenager gewesen, aber Liebe...Liebe war so ein großes mächtiges Wort; wie definierte man sie?
Ich sorgte mich um ihn.
Ich war eifersüchtig, wenn er manchmal mit anderen Frauen flirtete.
Ich mochte es, wie sein Haar im gleißenden Licht des Sonnenuntergangs glänzte.
Ich sehnte mich nach seinen Berührungen.
Ich hörte ihm gerne dabei zu, wie er einen Witz erzählte, dabei maßlos übertrieb und dann in Gelächter ausbrach, wenn er meinen ungläubigen Blick sah.


Ich konnte es nicht ausstehen, wenn er manchmal alkoholisiert und ohne jeglichen Grund ausrastete und dann seine ganze Wut an mir ausließ.
Ich hasste es, dass er des Öfteren sogar anderen Frauen äußerst auffällig hinterher sah, obwohl ich gerade neben ihm stand.
Ich mochte es nicht, wenn er mich immer in Ungewissheit ließ, was seine nächtlichen Telefonanrufe betraf und er es mir niemals erlaubte, in sein Handy zu schauen.
Ich hasste es, dass wir nicht einmal zwei Stunden nebeneinander sitzen konnten, ohne dass wir anfingen zu streiten und alles in einem fürchterlichen Chaos ausartete.
Ich hasste es, dass er so ungeheuer eifersüchtig war und mir immer irgendwelche Sachen unterstelle, obwohl er zur jederzeit Zugang in mein Laptop und Handy hatte.


Ein Ruck ging mit mir und ich stand auf. Es reichte, verdammt.
Ich wollte einfach nicht mehr daran denken...an ihn.
Unverzüglich machte ich mich auf den Weg nach Hause, versuchte alle Gedanken zu verbannen.
Im Moment hatte die Schule Priorität, schließlich war es mein letztes Jahr. Gleich morgen würde ich mir in die Schule stürzten und sämtliche Ferienkurse belegen, damit ich nicht nur eine Ablenkung hatte, sondern auch etwas für mein nächstes Schuljahr lernte. Das war die zündende Idee; genau das würde ich tun. Chiaki würde sich niemals in den Ferien in der Schule blicken lassen, was für mich ein Vorteil war – ich konnte ihm so aus dem Weg gehen, mich sammeln und anfangen zu vergessen. Oder es wenigstens versuchen.

Das Hupen eines Auto katapultierte mich augenblicklich aus meiner Gedankenwelt; ich wandte meinen Kopf zur Seite und meine Augen erblickten abstrus zwei Scheinwerfer, die mir urplötzlich so grell vorkamen, als würden sie die ganze Umgebung erleuchten und in den Tag tauchen.
Mein Herz setzte einen Schlag aus, das Auto versuchte zu bremsen, kreischend quietschten die Reifen – es ging mir durch Mark und Bein.
Aus einem Impuls heraus legte ich mir meinen rechten Arm schützend vor das Gesicht, denn ich wusste, dass es zu spät war...

Ist es zu Ende?



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Sehr viel Drama am Anfang, aber danach wird es etwas besser. Versprochen.
Wie hat es euch gefallen?
Lasst mir doch eure Meinung da :)
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