Du gehörst zu mir

von Julirot
GeschichteRomanze / P16
Kensi Blye Marty Deeks
06.04.2014
18.12.2014
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Ich konnte mich einfach nicht vollständig von meiner Geschichte trennen und da ich gemerkt habe, dass viele von euch brennend daran interessiert sind, wie es mit Kensi und Deeks nach dem Ende meiner Geschichte "Der Traum vom Glück" weitergehen könnte, musste ich einfach so eine Art Fortsetzung schreiben. Ich hoffe ihr seid wieder mit dabei und euch gefällt das turbulente Leben der beiden. Hier kommt Teil 1. Ich hoffe es sagt euch zu.


„Und hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau. Sie dürfen die Braut jetzt küssen“, sagte der Pfarrer begeistert und lächelte das Brautpaar an. Deeks schaute zu Kensi und sah, dass sie verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel wischte. Sanft nahm er ihre Hand und drückte sie. Sie drehte den Kopf und blickte ihn an. In stiller Übereinkunft sagten sie einander ‚Ich liebe dich‘, dann flüsterte Kensi:
„Sie sind einfach ein traumhaftes Paar, nicht wahr?“ Deeks nickte. Jetzt hatten sich die beiden Hauptpersonen des heutigen Tages zu ihren Gästen herumgedreht und gaben sich unter lautem Beifall einen innigen Kuss. Dann liefen sie den langen Gang zwischen den Kirchenbänken hindurch und alle anderen folgten ihnen. Deeks und Kensi standen ebenfalls auf und liefen hinter den anderen Gästen her nach draußen.
„Na los Cassy, du solltest jetzt und hier gleich deinen Brautstrauß werfen“, sagte eine laute Stimme hinter Kensi und sie musste beiseite treten, um die völlig hysterische junge Frau durchzulassen. Kensi wurde gegen ihren Partner geschoben und fand sich in seinen Armen wieder. Es war ein schönes Gefühl. Er umschlang sie von hinten und gab ihr damit Wärme und Geborgenheit. Dieses Gefühl war so überwältigend, war es doch in den letzten Monaten öfter einmal zu kurz gekommen. Sie legte den Kopf an seine Schulter und gemeinsam sahen sie dem glücklichen Paar zu, wie sie von allen Seiten umringt und beglückwünscht wurden. Dann stellte Cassy sich wirklich mit dem Rücken zu ihren Gästen auf und rief:
„Ich tue es jetzt. Also Mädels aufgepasst.“
„Macht man das nicht eigentlich erst nach Mitternacht?“ fragte Kensi flüsternd.
„Ich habe keine Ahnung Sweetheart. Ich gehe eigentlich nicht auf Hochzeiten. Außer vielleicht auf meine eigene… nicht dass ich da schon mal gewesen wäre… ich … du verstehst schon… vielleicht tritt ja irgendwann mal der unwahrscheinliche Fall ein… und dann würde ich natürlich hingehen, aber da dies ja noch nicht so ist, da hab ich mich lieber von dir überreden lassen, deiner Freundin da zuzusehen… vielleicht kann ich ja noch was lernen…“
„Deeks.“ Unterbrach ihn Kensi indem sie sich leicht zu ihm herumdrehte und ihm einen Finger auf den Mund legte.
„Was?“
„Hör auf zu plappern.“
„Ich plappere nie.“
„Doch …du merkst es schon gar nicht mehr.“
„Scht.“ Machte Deeks dann und deutete nach vorne. „Es geht los.“ Cassy beugte sich gerade ein wenig nach vorne und holte Schwung. Dann warf sie den Strauß. Alle schauten nach oben und sahen dem Flug des Straußes voller Spannung zu. Kensi und Deeks hatten ebenfalls die Köpfe in den Nacken gelegt und fragten sich gerade wo die Blumen wohl landen würden, als sie direkt in Kensis Arme flogen. Sie hatte aus einem Reflex heraus einfach die Arme geöffnet und den Strauß aufgefangen. Als sie sich der Situation bewusst wurde, wurde sie augenblicklich rot und trat ein wenig von Deeks weg.
„Oh, da muss ich wohl doch langsam mal anfangen zu üben“, meinte er und lächelte der noch immer verdutzten Kensi zu. Cassy kam auf sie zu, ihren frisch Angetrauten im Schlepptau und umarmte Kensi fest.
„Ich denke, du weißt was das bedeutet Kens.“
„Aber…“ Weiter kam Kensi nicht, denn Cassy hatte nun Deeks umarmt und flüsterte ihm gerade irgendetwas ins Ohr, was Kensi nicht verstehen konnte.
„Cassy, ich dachte du bist meine beste Freundin?“
„Na klar Süße. Und gerade deswegen hab ich doch den Strauß zu dir geworfen. Ich sehe, du hast auch endlich den passenden Deckel gefunden meine Liebe. Er sieht gut aus.“
„Cassy …“ Kensi wollte, dass ihre Freundin einfach nur aufhörte. Sie redete fast so viel wie Deeks in seinen besten Zeiten und dass konnte einem manchmal ganz schön auf die Nerven gehen.
„Nix da Kens. Wir alle erwarten eine Hochzeit in naher Zukunft, verstanden. Und jetzt lasst uns endlich feiern gehen.“ Damit drückte sie Kensi einen Kuss auf die Wange und warf Deeks noch einmal einen undefinierbaren Blick zu. Dann zog sie ihren Ehemann mit sich fort und verschwand in der Menge. Kensi schaute Deeks unsicher an und dieser nahm ihr die Blumen ab.
„Es gibt doch kein Gesetz innerhalb welcher Zeit man das Versprechen erfüllen muss oder? Kenselina, also musst du auch nicht so betröppelt gucken. Ich habe nicht vor, dich in den nächsten 24 Stunden zu heiraten.“ Er grinste sie an und dann folgten sie den anderen zum Festsaal.

„Hallo.“ Kensi war hinter ihn getreten als er sich gerade ein Glas Bowle einschenkte. Er drehte sich um und lächelte.
„Hallo Sweetheart.“ Rief er und konnte sie nur noch anstarren. Ihm blieb der Mund offen stehen und sie schaute zweifelnd an sich herunter. Sie hatte sich umgezogen und trug nun ein langes weinrotes Seidenkleid mit einem ziemlich gewagten Ausschnitt. Ihre Haare hatte sie hochgesteckt und um den Hals trug sie eine schmale silberne Kette. An ihren Ohrläppchen baumelten silberne Herzen und sie trug sogar ein wenig Make up.
„Wow.“ Formte er lautlos mit seinen Lippen und konnte den Blick nicht von ihr wenden.
„Pass auf“, rief sie und konnte gerade noch verhindern, dass er das Glas Bowle, welches er in der Hand hielt, auskippte.
„Ist das so ok?“ fragte sie und zupfte verlegen an ihrem langen Rock herum.
„OK? Bist du von allen guten Geistern verlassen? Es ist der Hammer.“
„Wirklich?“ Er stellte das Glas ab und trat auf sie zu. Dann nahm er sie in die Arme und beugte sich zu ihr hinab, um ihr einen Kuss auf den Mund zu drücken.
„Du siehst einfach wunderschön aus Kenselina.“
„Du siehst aber auch nicht schlecht aus“, meinte sie mit einem Blick auf seinen Smoking, den er sich von Hetty ausgeliehen hatte. Er selbst besaß nichts edles, außer ein paar weißen Hemden und einigen schon etwas in die Jahre gekommenen Jackets. Und Hetty hatte  erstaunlicherweise sofort ja gesagt, als Deeks ihr erzählt hatte, dass Kensi ihn zur Hochzeit ihrer besten Freundin mitnehmen wollte und er dafür einen Smoking brauchte. Und nun waren sie hier.
„Lass uns tanzen“, meinte er nach einer Weile und Kensi schaute ihn ängstlich an.
„Wir hatten eine einzige Tanzstunde zusammen Deeks. Ich glaube nicht, dass ich in der Lage bin, mich sinnvoll zu der Musik zu bewegen. Und schon gar nicht in diesem Kleid und mit diesen Schuhen.“ Sie sah an sich herunter und war wieder die unsichere Kensi, die sonst nur in Jeans und Shirt herumlief. Er fasste unter ihr Kinn und hob ihren Kopf zu sich hoch, so dass sie ihn anschauen musste.
„Dieses Kleid muss einfach auf diese Tanzfläche.“
„Oh lieber nicht Deeks“, jammerte sie und er lächelte sein verschmitztes Lachen, welches nichts Gutes verhieß.
„Vertrau mir einfach mal Kenselina. Ich werde dich führen.“
„Sehr witzig. Du kannst doch auch nicht tanzen.“
„Woher willst du das denn wissen? Wir haben noch nie zusammen getanzt, außer vielleicht in dieser einen Stunde bei Madame Pompadour.“
„Pompawas?“ fragte Kensi.
„Du weißt schon wen ich meine …“
„Wenn Hetty das erfährt, bist du einen Kopf kürzer“, meinte Kensi und erinnerte sich an ihre Chefin wie sie sie beide durch den Fitnessraum gescheucht hatte.
„Du brauchst es ihr ja nicht zu erzählen.“
„Das überlege ich mir noch. Und außerdem, ich kenne dich... Du und tanzen.“
„Bist du dir da wirklich ganz sicher?“ Sein Lächeln durchbohrte sie und ihr wurde heiß und kalt zugleich. „Ach komm schon Kensi. Tu’s für mich.“
„Nein.“
„Komm schon. Für mich.“ Bettelte er weiter.
„Nein.“
„Bitte.“ Er zog eine Schnute und sie musste lachen.
„Also gut.“ Stimmte sie schließlich zu. Er wollte sie gerade mit sich in Richtung Tanzfläche ziehen, da nahm sie kurzerhand das Glas Bowle, welches er auf den Tisch gestellt hatte und trank es in einem Zug leer. Er schaute ihr erstaunt zu. Dann nahm sie seine Hand und sagte:
„So, jetzt können wir loslegen.“
„Du bist unmöglich“, flüsterte er ihr ins Ohr während sie anfingen sich im Takt der Musik zu bewegen. Die Band spielte einen Walzer und Deeks drehte Kensi geschickt hin und her. Sie ließ es geschehen und schaffte es sogar, ihm nicht andauernd auf die Füße zu treten.
„Meine Schuhe bringen mich um“, meinte sie, als sie sich eine Weile durch den Raum gedreht hatten.
„So lange hast du sie ja noch gar nicht an“, sagte er und kam aus dem Takt. Sie trat ihm auf die Zehen und er stöhnte auf.
„Tschuldigung“, murmelte sie.
„Kein Problem. Du kannst mir ja nachher im Hotel eine kleine Fußmassage angedeihen lassen.“
„Träum weiter.“ Er zog sie enger an sich heran und wirbelte mit einem Mal so heftig mit ihr über die Tanzfläche, dass Kensi für einen Augenblick ganz schwindlig wurde.
„Vielleicht wäre auch eine Ganzkörpermassage nicht schlecht. So als kleine Entschädigung.“
„Keine Chance.“
„So was tut man für den Mann, den man liebt.“
„Du bist ganz schön eitel.“
„Sagt die Frau, die sich teure Schuhe kauft und dann nicht mal in ihnen tanzen kann, autsch.“ Sie hatte ihn schon wieder getreten. Ob mit Absicht oder nicht, das konnte er im Augenblick nicht mal genau sagen.
„Dann stell  deine Füße nicht immer dort hin wo ich gerade hintrete.“
„Sorry, dass ich auch ein wenig Raum einnehme.“
„Ich glaub so bringt das einfach nichts“, sagte Kensi frustriert.
„Wenn du nicht so viel quasseln würdest, sondern dich einfach mal der Musik und meinen Führungskünsten hingeben würdest, dann würde das hier schon irgendwie funktionieren.“ Er schaute sie streng an und sie schloss den Mund. Er hatte ja irgendwie Recht. Wieder umschloss sein linker Arm ihre Taille und seine rechte Hand hielt ihre ganz fest. Dann drehte er sie im Takt des nächsten Walzers zur anderen Seite des Raumes und sie ließ sich dieses Mal sogar führen. Sie schafften es eine ganze Weile nichts zu sagen sondern sich einfach nur in die Augen zu sehen. Die Stimmung war romantisch aufgeladen und sie hatten beide das Gefühl, dass dieser Augenblick gerade einer der schönsten, wenn nicht gar der schönste in ihrem Leben war.
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