Dana & Hagen - Wahre liebe kennt keine Grenzen

von Alice07
GeschichteAllgemein / P12
Dana Wolf Hagen von Lahnstein
05.04.2014
04.09.2014
7
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05.04.2014 1.236
 
Danas Sicht



Ich lag wie jeden Tag auf meinem Bett und weinte. Die vergangene Woche war die Hölle. Ich hatte das Leben meiner Schwester zerstört. Meine eigene Schwester. Wie konnte ich nur? Wie konnte ich mit ihrem Mann schlafen? Wie konnte es so weit kommen? All diese Fragen schwirrten mir durch den Kopf. Aber was noch viel schlimmer war, war die Tatsache, dass Marlene mich nie wieder sehen wollte. Das hatte sie mir sehr deutlich zu verstehen gegeben.



Flashback Anfang

„Marlene! Marlene, warte. Bitte lass es mich dir erklären.“, rief ich ihr nach. Sie blieb stehen und drehte sich um. „Du hast mit meinem Mann geschlafen und die ganze Zeit die mitleidvolle Schwester gespielt. Ich wüsste nicht worüber wir da noch reden sollten.“, sagte sie. Ich konnte den Schmerz in ihrer Stimme hören. Ich konnte das Leid in ihren Augen sehen. Ich konnte sie nicht ansehen. Ich hatte sie so sehr verletzt. Langsam wendete ich meinen Blick ab und richtete ihn auf den Asphalt. Wir waren vor dem Haus in der sich die Wohnung unserer Eltern befand. Marlene war wieder zu ihnen gezogen. Und auch das war meine Schuld. „Marlene, bitte!“, sagte ich. „Ach ja, die arme Dana die mit meinem Mann geschlafen hat!“, sagte sie. „Marlene!“, versuchte ich es noch einmal. „Nein, nichts Marlene!“, sagte sie dann. „Weißt du was du bist?“, fragte sie mich dann. Ich sagte nichts. Ich blickte nur einen Stein an, den ich plötzlich hoch interessant fand. „Schau mich an.“, sagte sie. „Schau mich an!“, rief sie jetzt schon. Langsam blickte ich hoch zu ihr. Tränen liefen ihr über die Wangen. „Weißt du was du bist?“, fragte sie noch einmal. Ich schüttelte langsam den Kopf. „Du bist ein kleines Fl****** und eine H***! Das bist du! Du kleines mieses M********! Ich will dich nie wieder sehen! Hau doch einfach ab!“, schrie sie. Danach lief sie ins Haus und ließ mich auf der Straße stehen.

Flashback Ende



Das war vor ein paar Tagen gewesen. Seitdem hatte ich Marlene so gut wie nie zu Gesicht bekommen. Und wenn dann hatte sie mir jedes Mal deutlich zu verstehen gegeben, dass sie mich nie wieder sehen will. Und meine Eltern und Kim habe ich seitdem auch nicht mehr gesehen. Sie hatten sich alle von mir abgewandt.

Nur Hagen, der versuchte es immer wieder mich dazu zu bringen uns eine Chance zu geben. Aber das konnte ich nicht. Ich konnte doch nicht mit dem Mann meiner Schwester glücklich werden. Das ging nicht. Ich hatte Marlene schon so sehr verletzt. Ich konnte einfach nicht mehr. Deshalb versuchte ich ihm so gut es ging aus dem Weg zu gehen. Nur war das gar nicht so einfach, weil er mein Chef war.



„Jetzt liege ich schon wieder hier und heule rum!“, ermahnte ich mich selbst. Marlene war schließlich diejenige die verletzt wurde und ich lag auf meinem Bett und heulte. *Vielleicht sollte ich weggehen. Für immer verschwinden.*, kam mir der Gedanke. Dieser Gedanke spukte mir schon seit Tagen im Kopf herum. Anfangs hatte ich ihn für vollkommen bescheuert gehalten, aber je mehr ich darüber nach dachte desto besser gefiel mir der Gedanke. Vielleicht war es ja wirklich an der Zeit ein neues Leben anzufangen. Vielleicht wäre das ja das Beste für uns alle. *Einen Versuch wäre es doch Wert!*, dachte ich mir. Ich fasste mir ein Herz stand auf und ging zu meinen Schreibtisch. Ich setzte mich an den Computer und fing an nach einem neuen Arbeitsplatz zu suchen. Nach langem Suchen fand ich ein hübsches Gestüt an der Ostsee, nahe Rostock. Das Gestüt war perfekt für mich. Es war zwar kein Rennstall, aber fürs erste würde es reichen. Und nach der Geschichte wollte ich sowieso bei keinem Rennstall mehr arbeiten. Außerdem könnte es sein, dass ich dann bei rennen Hagen begegnen würde und das würde ich sicher nicht gebrauchen können.

Ich suchte mir die Nummer raus und wählte sie. Es piepte einmal, zweimal, dreimal, bevor jemand ranging. „Gestüt Rosenberg, Sophie Winter, guten Tag?“, meldete sich eine Frau. „Guten Tag. Mein Name ist Dana Wolf. Ich rufe wegen der Stelle als Pferdewirtin an. Ist die Stelle denn noch frei?“, fragte ich Sophie Winter. „Sie wollen sich also für die Stelle als Pferdewirtin bewerben.“, fasste Frau Winter zusammen. „Genau. Ist die Stelle noch frei?“, fragte ich sie. „Ja, die Stelle ist noch zu haben. Schicken Sie mir doch einfach ihre Unterlagen per Mail und ich melde mich dann.“, meinte Frau Winter. „Gerne.“, sagte ich. Die Frau klang richtig nett, ich hoffte, dass das etwas werden würde. Sophie Winter sagte mir noch die E-Mailadresse und dann legte sie auf. Ich machte mich gleich daran ihr die Unterlagen zu schicken. Danach verfasste ich eine Kündigung. Den Brief würde ich später zur Post bringen und als einschreiben versenden lassen. Ich wollte Hagen nicht noch einmal über den Weg laufen. Danach rief ich Christian an und bat ihn mir meine Sachen vom Gestüt mitzunehmen. Allerdings musste ich ihm mein Vorhaben erzählen, aber er versprach mir niemandem etwas zu sagen. Danach holte ich mir einen Koffer und begann zu packen.



Den WG-Mitbewohnern würde ich es heute Abend sagen. Ich würde für sie kochen um mich bei ihnen zu bedanken. Ich würde sie alle total vermissen, aber es war besser so. Nach einer Weile hatte ich schon ein paar Sachen gepackt, als mir einfiel, dass ich noch gar nicht wusste wie ich es meiner Familie sagen sollte. Ich entschied mich dazu sie anzurufen, jedoch erst kurz bevor ich aufbrechen würde. Nicht dass sie mich noch davon abhalten würden.



Eigentlich war es ja vollkommen bescheuert jetzt schon zu packen. Wo ich doch noch gar nicht wusste, ob ich den Job überhaupt bekommen würde. Aber egal, ich würde trotzdem fahren. Und Rostock war weit weg. Naja, soweit auch wieder nicht, aber fürs erste würde es reichen.



Nur, was würde ich Marlene sagen? Sie wollte mich ja nie wieder sehen. Vielleicht sollte ich ihr schreiben. Das war eigentlich eine gute Idee, eine sehr gute sogar. Ich holte mir Papier und einen Stift und begann zu schreiben:



Liebe Marlene!



Wenn du diesen Brief liest, dann bin ich nicht mehr in Düsseldorf.



Ich weiß wie sehr ich dich verletzt habe. Und es tut mir so unendlich leid. Wenn ich könnte, dann würde ich es rückgängig machen. Die Zeit zurück drehen, aber es geht nicht.

Ich weiß, dass das was ich getan habe unverzeihlich ist. Ich kann es mir ja selbst nicht einmal verzeihen. Wie sollst du es mir da verzeihen können?

Vielleicht kannst du es ja irgendwann. Vielleicht können wir irgendwann wieder an einem Tisch sitzen und reden, einfach unbeschwert und glücklich sein, so wie früher. Aber jetzt ist es noch zu früh dafür.



Und deshalb habe ich mich dazu entschlossen weg zu gehen. Es ist das Beste für uns alle. Ich werde weggehen aus Düsseldorf, ans andere Ende von Deutschland. Ich werde auf einem kleinen Gestüt in der Nähe von Rostock arbeiten.



Ich hoffe wirklich, dass es irgendwann einmal wieder so wird wie früher.



Deine dich liebende Schwester,



Dana.



Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich zu weinen begonnen hatte. Die Tinte war ein bisschen verwischt, aber man konnte es trotzdem noch lesen. Sorgfältig faltete ich es zusammen und gab es in einen Briefumschlag. Danach schrieb ich die Adresse darauf. Ich nahm die Kündigung und ging zur Post. Den Brief für Marlene würde ich noch nicht abschicken, da ich ja noch hier bin.
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