Verstümmelung des Glaubens

GeschichteAllgemein / P12
03.04.2014
03.04.2014
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Verstümmelung des Glaubens



Es war ein Tag, einer dieser Tage an dem Ich ein schlechtes Gefühl wieder hatte. Oft war es nur eine Paranoia und nicht wirklich ernst zu nehmen. So wie immer ignorierte ich es.



Der Abend brach herein, über den großen Basar Kurasts. Ich stand am Rande des Tummel und beobachtete wie jeden anderen Tag, wie die Händler um ihre Waren werben, die Adligen sich am Markt vergnügten und dies geschah jeden Tag. Es war eine einfache Routine, selten geschah etwas. Wenn es Probleme gab waren es nur lästige Diebe, die etwas Essen klauten oder andere Waren, die man ebenso schnell im Mantel verstecken konnte. Zusammen mit meinem Freund Katúr hielten wir wache und sahen nach dem Rechten.



Es war kurz vor Ende, Mitternacht nun sollte es enden und ich sehnte mich schon begierig nach meinem Bett im Warmen. Doch etwas stimmte nicht, denn mehrere Zakarum-Gläubige kamen aus Richtung Travincal gerannt. Wir begaben uns zu ihnen und versuchten sie zu fragen was geschehen ist, dennoch hörten wir es bevor wir es sahen. Schreie, grauenhafte und verzehrte Menschenschreie kamen aus der Tempelstadt.

Was ist es fragte ich mich, das Bild das sich mir bietet war schrecklich. Viele der Gläubigen waren gehüllt in schwarzen Mäntel und nicht mal mehr ihre Gesichter erkannte man, denn sie waren übersehnt mit frischen Wunden. Aber warum?

Die Gläubigen wüteten und brachten alles um was sich ihnen in den Weg stellte. Wir machten uns auf den Weg zum nächsten Wachposten der Stadtwache, dieser Übermacht konnten wir uns nicht alleine stellen.



Auf dem Weg dorthin sahen wir das Chaos das entstand, überall waren die Menschenmassen so dicht, sodass ein vordringen unmöglich erschien. Wir kämpften uns mühsam durch die Masse und versuchten den Wachposten zu erreichen. Aber es war zu spät Chaos herrschte in der Stadt, die Zakarumiten waren schon in der Stadt und schlachteten die Bewohner wie Lämmer zur Schlachtbank.

Dennoch wir schafften es und erreichten den Wachposten, dieser jedoch war schon fast komplett ausgelöscht, nur noch Hauptmann Fâres und vier weitere Männer der Stadtwache lebten noch.

Wir schilderten das erlebte aus der Tempelstadt, aber Niemand hatte eine Erklärung für den Wahnsinn der Zakarumiten. Bevor wir eine Erklärung für dieses Blutbad hatten, wurden wir überrannt von den Gläubigen. Sie stürmten durch die Blockade, der Tür und stießen gegen uns. Wir stellten uns in Reih und Glied und hofften die anstürmenden Angreifer aufhalten zu können, aber es waren zu Viele.



Selbst nach mehreren Minuten des Kampfes war kein Ende zu sehen. Einer war schon gefallen, ich überlegte wie lange wir diesen aussichtslosen Kampf noch überstehen würden. Es schien eine Pause einzusetzen, sie fliehen.

Die Gunst der Stunde war gekommen, der Hauptmann erklärte uns den Ausbruchsversuch und den weiteren Fluchtversuch. Wir mussten raus aus der Stadt, Kurast war nicht sicher. Jemand schlug vor zum Hafen zu fliehen, aber Fâres verneinte mit der Begründung das dort das Gemetzel weitergehen würde und wir dort nur in der Falle säßen.





Nun wurde es Zeit, wir bewegten uns in Abmarschposition und warteten auf den Befehl. Es begann in dem Moment als die Zakarumiten sich bereit machten. Sie stürmten wieder auf unsere Position zu und dann geschah das Wettrennen. Wir nahmen die Schilde hoch und stürmten aus der Tür heraus, die Überraschten wurden von den Hieben der Schilde sofort zu Fall gebracht und wir teilten uns, damit sie uns nicht einfach Verfolgen konnten ohne sich selbst zu trennen.

Im vorbeischnellen zählte ich in etwa zwanzig oder vielleicht auch dreißig Zakarumiten, diese hatten sofort mit der Verfolgung begonnen, aber deren schwere Waffen die sie trugen, ermöglichte uns einen kleinen Vorsprung. Wir rannten zur Tempelstadt um von dort aus die Kanalisation zu benutzen und aus der Stadt zu entkommen, die langsam zu einem Todeskessel mutierte.

Überall war nur der Tod vertreten, der Basar war ein komplettes Leichenhaus. Was trieb sie nur zu diesen Gräueltaten?

Nur noch ein paar Meter und ich wäre in der Tempelstadt angekommen, aber als ich mich umsah war alles Still, wo waren die Anderen?

Ich konnte sie nicht im Stich lassen, doch wo könnten sie sein. Bevor ich überlegen konnte, herrschte ein Schrei durch den Basar und paralysierte mich komplett.

Es war Katúr, ich rannte in Richtung des Schreies und blickte völlig verstört umher, doch ich sah ihn nicht. Vor völliger Erschöpfung brach ich zusammen, nichts konnte mich noch retten und mein Freund war verloren, wären wir doch bloß nicht getrennt worden.

Doch was dann geschah, wie konnte ich nur glauben. Seine Stimme, es war seine Stimme die meine Ohren vernahm.

„Komm hier rüber!“, hörte ich sie sagen und die Person von der sie kam stand im Schatten.

Doch ich war zu benommen in diesem Moment, ich kroch zu ihm, ich wollte nur entkommen.

Es war eine schöne Illusion, die mich täuschte. Vor meinen Augen wurde aus der noch menschenähnlichen Gestalt, ein Monstrum. Aus seinen Körper strömte Blut und widerwärtige Geräusche hallten durch die Gasse. Im Schatten sah ich wie aus seinem Körper ein Dämon heraus barst und sich durch sein Fleisch fraß. Angewidert vom Anblick dieser grausamen Vorstellung übergab ich mich und wimmerte vor Furcht.



Ich war verloren, nun bin ich tot, ein Dämon. Die Missgeburt der Hölle bewegte sich langsam auf mich zu und lachte widerlich, doch ich wollte nicht kampflos aufgeben. Meine Klinge und meinen Schild festumgriffen machte ich mich bereit, die letzten Kräfte aufzubrauchen.

Nun war es vor mir und sein scheußliches Antlitz war im prächtigen Mondlicht gut zu erkennen. Mit der Wut im Körper wurde ich zu einem schmerzunempfindlichen Bollwerk. Es rammte seine deformierte Hand in meinen Unterleib, doch es war mir egal.

Meine Klinge glitt durch seine Magengrube und mein Schild schlug wie ein Hammer in die hässliche Fratze. Mit schmerzerfülltem Schrei wich die Kreatur zurück, ein brennendes Gefühl fuhr durch mich hindurch.

Das Blut floss aus der weiten Wunde heraus und langsam verlor ich das Bewusstsein, dennoch diesen Hund schicke ich noch in das Loch zurück aus dem er herauskam.

Ich stürmte rücksichtslos auf ihn zu und hielt meinen Schild schützend vor mich während ich zum Stoß ansetzte. Meine Klinge durchdrang den Brustkorb und hörte wie sein Brustbein knackend nachgab. Es ging zu Boden und schrie ohrenbetäubend. Mit einem Tritt gegen den Schädel ging es zu Boden und nun holte ich zum finalen Schlag aus und enthauptete den Hund. Ich hab es geschafft doch trotzdem sterbe ich. Meine Augen schlossen sich und ich brach zusammen, aber im letzten Moment hörte ich eine vertraute Stimme.





Meine Augen öffneten sich, aber es war nicht die Wirklichkeit, ein Traum. Selbst wenn ich es spürte war es wiederum sehr real. Der Ort an dem ich war, er war dunkel ähnlich einem Verlies. Und dann erschien ein mächtiger Dämon, wenn ich es nicht besser gewusst hätte.

Er war es, Er, wieso der Herr des Hasses, dieses Monster. Mephisto der älteste der großen Übel und nun ist er hier. Er war es also der die Zakarumiten verdarb und sie in diesen Wahnsinn trieb.



Meine Augen blitzen auf und ich erkannte sofort dass ich wach war und um mich herum standen wenige Überlebende der Stadtwache, darunter auch Fâres der mich versorgte. Ihre Gesichter waren geprägt von Angst und sie waren alle erschöpft, das sie stehen konnten war ein Wunder. Mein Bauch schmerzte und das Atmen war sehr mühsam. Aber ich war am Leben. Fâres sah mich an und blickte mir mit seinem starren Blick in die Augen, es sprach Bande, dieser Blick konnte nur bedeuten dass er tot war.

„Es tut mir leid.“, begann er langsam. Mit langsamer und ruhiger Stimme erzählte er mir was geschah. Er gab sich die Schuld für seinen Tot und den Tod der Anderen. Doch nun war nicht die Zeit der Trauer. Wir waren immer noch zu nah an der Stadt. Kurast war zu nah, es sind nur Minuten, mit Glück eine Stunde, bis die Zakarumiten uns finden würden.

Ich konnte nur mit großer Anstrengung die Balance halten und das Laufen war eine Herausforderung, mit dem starken Schmerz. Wir liefen und liefen, aber es war eine Ewigkeit und wir waren mitten im Dschungel. Ein kleines Fischerdorf musste hier sein, wir mussten dort ankommen und sie Warnen.



Ohne Pause ging es durch den nur schwer zu überwindenden Dschungel. Und nun da alle dachten es wäre vorbei geschah es. Die Schreie der Fanatiker, der Zakarumiten waren wieder da. Aber wie konnten sie uns nur so schnell hinterher jagen.

Fâres machte eine kurze Handbewegung und befahl der Truppe sich zu sammeln, aber es war zu spät, denn der erste der Verfolger ließ sich blicken und stürmte in unsere Reihen. Nach kurzer Zeit begann wieder das Schlachtengetümmel und wieder wurde Blut vergossen, die Männer schafften es sie abzuwehren. Zwei Männer nahmen mich und im Eiltempo ging es weiter.



Da war es, das Fischerdorf. Völlig erschöpft und kraftlos ging es durch deren Tore. In kurzer Zeit versammelte sich eine große Menschenmasse um uns herum, der Dorfälteste begab sich zu Fâres und fragte ihn aus. Nachdem er ihm alles erklärte, war das Gesicht des alten Mannes völlig Bleich und Leer, er konnte das Geschehen wohl nicht ganz erfassen. Wieder, dieses elende Geschrei dieser Hunde war zu hören, die Wachen auf dem Wachturm ließen die Hörner erklingen und die Wachen versammelten sich. Das Tor wurde eingerissen und die Zakarumiten stürmten das Dorf, ein erbitterter Kampf begann.

Ich saß auf dem Rand des Brunnens im Dorfzentrum und versuchte mich zu erheben, doch der Schmerz, er war unerträglich. Aber dann geschah es, Mephisto ließ sich Blicken. Sein knochiger Körper, der mit wenigen Fleischfetzen über dem Boden schwebte war ein angsteinflößender Anblick und seine Stimme erschallte, nun war alles totenstill. Die Zakarumiten verneigten sich vor ihrem neuen Meister und ließen Lobpreisungen nur so fließen wie ein Wasserfall der sich über ihm vergießt. Vor Angst erstarrt, rührte sich keiner der Männer, alle schauten ihn den Herrn des Hasses an.









Durch den Anblick Mephistos waren alle am Ende, nun war der Tod selbst hier einmarschiert. Viele brachen zusammen und fingen an zu den Göttern zu beten, oder bettelten um ihr Leben, nur Fâres schien noch klar zu denken. Mit einem Schrei aus Wut rannte er auf ihn zu und erhob seinen mächtigen Zweihänder. Der Herr des Hasses war nicht wirklich beeindruckt und lachte schallend. Kurz vor dem Aufprall der Klinge verschwand er, Fâres war völlig irritiert und blickte durch die Reihen der Zakarumiten. Dann auf einmal war er wieder da, mit höllischer Magie durchbrannte er den armen Hauptmann, ohne das er irgendeine Chance hatte auszuweichen. Fâres ging zu Boden, schwarzer Qualm stieg aus der völlig verbrannten Wunde und der Geruch verbrannten Fleisches verbreitete sich.

In mir sammelte sich wieder immense Wut, die darauf wartete auszubrechen und der Herr des Hasses war ein perfektes Ziel meinen Zorn entweichen zu lassen. Meine Wunde war auf einmal schmerzlos und mein Gefühl war völlig verzehrt, mein ganzer Körper wurde angenehm Warm und mein begehren nach Blut stieg.

Mit neuer Kraft erhob ich mich und schritt ihm entgegen, dem großen Herr, doch er war schwach und nur ein Feigling. Nun stand ich direkt vor ihm und blickte in seine Visage, mit großer Verachtung blickte er auf mich herab und lachte.

Ich bin vielleicht nur ein Mensch aber du wirst mich fürchten, Mephisto, denn nun wirst du sterben.

Mit einem Griff nahm ich Fâres Waffe und machte mich bereit. Der große Mephisto versteckte sich wieder in den Schatten, doch etwas zeigte mir seinen Weg, ein Licht erschien mir und nun war meine Zeit gekommen. Mit einer schnellen Drehung wich ich seinem Griff aus und erhob die große Klinge. Mit schnellem Schnitt durchtrennte ich das verdorbene Fleisch und den Knochen. Er schreckte zurück und aus der Wunder brennte es in seinen Körper, schreie erbrachen sich aus ihm, schmerzende Schreie.

Die mächtige Klinge glühte und ein wärmendes Licht strotze aus der Klinge, doch der Feigling zeigte sein wahres Gesicht, nur ein Schwächling.

Er verschwand und die Zakarumiten brachen aus ihrer Gebetshaltung zu Gunsten ihres Herrn, Schreie ertönten und so rannten sie auf mich zu.

Voller Trauer erhob ich die Klinge und durchtrennte ihre Reihen mit der Heiligen Waffe, so wollte ich dann doch nicht töten, denn es war die Verderbnis, die Saat des Hasses die sie zu diesen Monstern machten.



Und so war es zu Ende, Kurast fiel in Mephistos Hände und an diesem verheerenden Tag schwor ich mir, die Verderbnis aus Kurast zu läutern und den großen Herrn des Hasses zurück in die Hölle zu befördern. Er soll Leiden für den Schmerz meines Volkes und nie wieder soll er auf dieser Welt einen Fuß setzen.

Wenn es sein muss wird ich jeden Dämonen läutern um das Recht wiederherzustellen und die Menschheit vor solch einen Unheil zu bewahren.
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