Our Epic Story

KurzgeschichteDrama, Romanze / P12
Logan Echolls Veronica Mars
28.03.2014
28.03.2014
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28.03.2014 4.172
 
I thought our story was epic,
you know, you and me.
Spanning years and continents.
Lives ruined, bloodshed.
EPIC



Warum ist es so, dass ich mich aus Ärger einfach nicht raushalten kann?
Als würde ich es immer magisch anziehen. Als wäre ich der Magnet und Ärger der Gegenpol.
Ich dachte, ich war draußen, weit davon entfernt, weg von all dem.
Ich dachte, ich wollte weit weg davon sein.
Und doch bin ich hier.

Ich könnte lügen und sagen, dass ich nur zurückkam um Logan zu helfen. Aber die Wahrheit ist einfach, dass ich es vermisse mitten in einem Fall zu stehen. Dieses Adrenalin. Dieses Gefühl, gleich erwischt zu werden. Dieses Gefühl, gleich selber jemanden zu erwischen. Dieser Nervenkitzel, wenn man einer heißen Spur hinterher jagt.
Ich habe es vermisst, diese Abenteuer, das Adrenalin, die Aktion.
Logan.
Ich habe ihn vermisst.
Es tut mir Leid, dass es mit Piz so geendet ist, wie es geendet ist. Er ist dieser wundervolle Typ, der immer Verständnis für dich hat, der deine Wunden verarztet und dich festhält. Er ist der Typ, der immer für dich da sein wird, an den du dich ankuscheln kannst, der dich einfach hält. Piz ist der Typ, der dich immer lieben wird.
Aber er ist nicht derjenige, der dir hilft die Ausrüstung für deinen nächsten Fall zusammen zu stellen.
Piz hatte mich geliebt, so aufrichtig wie nur er es konnte, ohne Wenn und Aber, ohne Forderungen, ohne Bitten und Betteln, ohne Drama. Vor allem ohne Drama.
Ich hatte mich die ganze Zeit bemüht, die Frau zu sein, die an Piz‘ Seite gehört. Die Frau, die jemand wie er, verdient.
Aber inzwischen glaube ich, dass ich mich immer viel zu sehr bemüht habe, diese Frau zu sein, aber ich diese Frau niemals wirklich sein würde.
Wie kann es sein, dass ich mich bei Logan niemals bemühen musste? Da ging es einfach nur um ihn und mich.
Und ja, auch um viel Drama.
Unsere Beziehung bestand nur aus Dramen.

Also hier bin ich, beobachte wie Gias Blut über das Parkett rinnt und sich in den Teppich saugt. Es regnet durch die zerstörte Fensterscheibe.
Ärger blieb nie lange von mir entfernt. Es schien mich immer zu suchen und mich auch zu finden. Es schien um der nächsten Ecke schon für mich bereit zu stehen, wartend.
Aber bereue ich es? Bereue ich es, dass ich hier in Neptun bin und nicht meinen Job bei der Anwaltskanzlei in New York antrete? War das meine Chance, Neptun zu verlassen und glücklich zu werden? Bereue ich es, diesen Weg nicht weiter gegangen zu sein? Habe ich zu früh aufgegeben? Hatte ich Angst vor Veränderung?
Nein, sogar jetzt, wissend dass der Mörder von Gia auf den Weg ist um seinen Job zu beenden. Ich bereue es nicht. Nicht eine Sekunde.
Selbst wenn er erfolgreich sein und ich das hier nicht überleben sollte, werde ich es nie bereuen, hier her gekommen zu sein, um Logan zu helfen. Weil ich weiß, dass es das Richtige war.
So wie er alles für mich stehen und liegen lässt, wenn ich ihn brauche, so würde ich das auch tun. Immer wieder. Das war ein Teil unseres Dramas.

Die Polizei habe ich bereits angerufen und gesagt, dass ein Polizeibeamter angeschossen wurde. Ich weiß, das ist eine Lüge. Aber so würden sie schneller hierher kommen und wenn sie hier sind und feststellen, dass die Angaben nicht richtig sind, können sie gerne meckern, aber dann sind sie schon hier und können Gia vielleicht noch helfen.
Ich blicke auf das Handy in meiner Hand. Ich kann Logan Bescheid geben, ihm sagen, was ich herausgefunden habe. Ich kann ihm sagen, wer der Mörder von Carrie ist.
Aber zuerst muss ich mich verstecken.
Suchend blicke ich mich in Gias Loftwohnung um. Mein Blick bleibt bei den Schränken in der offenen Küche hängen. Ich bin klein genug, um da rein zu passen.
Ich öffne gerade die Tür von einem der Schränke, als ich höre, wie jemand die Wohnungstür öffnet.
Cobb. Er ist da.
Ich höre wie Cobb redet, er sucht nach mir.
Ich weiß, dass ich nicht mehr viel Zeit haben werde. Es gibt in dem Loft nicht so viele Möglichkeiten sich zu verstecken.

Schnell tippe ich eine Nachricht an Logan in mein Handy. >Cobb hat Carrie getötet. Er gab Susan in der Nacht auf der Yacht Drogen.< Ich tippe und lausche nach Cobb. Wie nah war er meinem Versteck schon. >Sie haben Sie mit dem Anker versenkt, weil sie gestorben war. Dick wusste absolut gar nichts, er war zu betrunken. Er wurde auch nicht wie die anderen erpresst. Gia wurde angeschossen. Ich liebe dich, Logan, das habe ich immer. Tut mir Leid, dass ich nicht schon früher zurückgekommen bin.<

Ich höre, dass Cobb über Gia steht, sie betrachtet, er redet mit ihr. Ich kann seine genauen Worte nicht hören.
Mein Atem ist hektisch, ich muss mich beruhigen. Doch der Adrenalin hindert mich daran, ruhig zu bleiben.

Ich habe noch Zeit für eine SMS, an Dad. >Ich liebe dich, deine Veronica.<
Ich weiß, dass er mit dieser Nachricht sofort weiß, dass etwas nicht stimmt. Dass ich in Gefahr bin. Er wird sich Sorgen machen. Aber er kann nichts tun, er liegt im Krankenhaus. Ich will einfach, dass dies meine letzten Worte an ihn sind, falls mir doch etwas passieren sollte.



Logan war nicht begeistert darüber, dass Veronica sich alleine um Gia und Cobb kümmern wollte. Er wollte sie nicht alleine lassen. Deswegen war er zurückgekommen und wartet nun seit fünf Minuten in seinem Wagen, welcher ein wenig die Straße herunter steht. Nur für den Fall, dass sie ihn vielleicht doch brauchen konnte. Natürlich würde Veronica das nie zugeben. Sie war eben Veronica Mars, sie legte sich alleine mit den Bösewichten an. Dabei brauchte sie nur selten Hilfe.
Seine Finger tippen unruhig auf dem Lenkrad herum. Es ist fast wie ein Hämmern.
Er blickt zu dem Wohnungsgebäude und hofft auf irgendein Zeichen, dass Veronica alles in Griff hat, als sein Handy vibrierte.
Eine SMS. Sie ist von Veronica.
Er überfliegt sie kurz, reißt im nächsten Moment schon seine Wagentür auf und eilt zu dem Häuserblock, noch bevor er sie wirklich zu Ende gelesen hat.
Er war gerade dabei Veronica wieder in sein Leben zu haben und er würde alles in seiner Machtstehende tun, damit das auch so blieb. Niemand würde sie wieder von ihm wegbringen. Er würde jeden grün und blau schlagen, falls es doch einer versuchen würde. Veronica war das Beste in seinem Leben. Schon immer gewesen und es würde auch immer so bleiben.


Veronica zuckt jedes Mal zusammen, wenn Cobb eine der Türen der Küchenschränke öffnet. Sie weiß, dass es nicht mehr lange dauert, bis er sie gefunden hat.
Dann knallt die Türe neben ihrer zu.
Jetzt ist es so weit. Die nächste Tür ist ihre.
Sie hat den Taser fest in der Hand. Das Gewicht dass Gerätes ist ihr vertraut. Sie weiß, wie man mit dem Gerät umgeht. Es passt perfekt in ihre Hand hinein. Sie hält ihn auf Anschlag, bereit ihn zu benutzen.
Als er die Türe öffnet, drückt sie den Taser gegen seinen Oberschenkel. Eine Ladung Strom jagt durch seinen Körper, während sie schon aus dem Schrank springt, um wegzurennen.
Sie kommt nicht weit, weil sie mit dem Gesicht nach vorne auf dem Boden landet. Cobb hat sie umgeworfen, zieht sich jetzt näher zu ihr, sein eines Bein ist taub.
Veronica versucht ihn mit dem anderen Bein, welches er nicht festhält, zu treten. Cobb weicht ihren Tritt geschickt aus, packt ihr anderes Bein und zieht sich an ihr hoch. Er ist über ihr.
„Du dumme Schlampe“, spuckt er. „Hast du gedacht, du würdest mich stoppen können? Du solltest deine Nase nicht mehr in die Angelegenheiten anderer stecken. Du bist nicht mehr das Liebling irgendeines High School Jungen.“ Er lacht, blickt sie herablassend an. „Du spielst jetzt mit den großen Jungs.“
Veronica versucht weiter zu kämpfen, versucht weiterhin sich freizukämpfen. Sie würde niemals einfach so aufgeben.
Sie schafft es, ihr Knie hochzuziehen und Cobb damit in dessen Leiste zu treffen.
Cobb zuckt stöhnend zusammen und sie schafft es, sich von ihm loszureißen und zur Wohnungstür zu hasten.

Sie öffnet die Tür zum Treppenhaus und hört den lauten Knall, gleichzeitig spürt sie das Brennen in ihrem rechten Oberschenkel. Sie weiß was das bedeutet.
Sie fällt nach vorne. Sie schafft es nicht, sich am Geländer fest zu halten, um den Sturz abzufangen, sondern fällt die Stufen hinab. Es sind nicht viele, dennoch tut jede einzelne weh, presst die Luft aus ihrer Lunge.
Sie hat keine Zeit sich dem Schmerz hinzugeben, auch wenn ihr alles weh tut. Deswegen greift sie sofort nach dem Geländer, als ihr Fall endlich stoppt und versucht sich hochzuziehen.
Cobb könnte jeden Augenblick hinter ihr sein. Sie muss sich beeilen. Sie muss hier raus kommen.
Doch sie schafft es nicht, sich hochziehen. Ihr Bein versagt den Dienst. Sie schluckt schwer.


Logan rennt ins Treppenhaus als er den Schuss aus einer Waffe hört. Er erstarrt für einen Augenblick, bevor er noch schneller die Treppen hinauf rennt. Er ist kurz vor Gias Wohnung, als er sieht, dass Veronica die Treppe herunterfällt. Er greift nach ihr, packt sie unter seinen Armen.
„Veronica! Bist du okay?”
Sie kann nicht sagen, wie erleichtert sie ist, ihn zu sehen. Aber dafür hat sie jetzt auch keine Zeit. Sie müssen hier weg. „Cobb hat mich angeschossen”, erklärt sie ihm objektiv. „Er kommt. Wir müssen hier raus.“
„Dieser Schweinehund“, meint Logan. „Ich schwöre, ich werde ihn…“
„Töte ihn später“, unterbricht sie ihn. „Raus jetzt!”
Er braucht nicht lange zu überlegen, legt seinen Arm unter ihre Knie und hebt sie hoch, bevor er die Treppe herunter rennt. Er hält sie fest an sich gedrückt.
Sie hört wie die Tür zum Treppenhaus mit einem Knall geöffnet wird.
Cobb ist hinter ihnen.
„Veronica!“, hört sie seine Stimme durchs Treppenhaus hallen. „Warte auf mich. Wir sind noch nicht fertig, mit unserem kleinen Spiel.“
Veronica blickt in Logans Gesicht, versucht zu erkennen, was in ihm vor sich geht. Doch er ist zu angespannt. Das Adrenalin pumpt durch seinen Körper.  
„Komm schon, mach es für uns beide einfacher. Das hier endet auf die eine oder andere Weise. Wir könnten vorher noch etwas Spaß zusammen haben. Na, was sagst du, Veronica?“

Logan ist extrem wütend. Er hat das Ende der Treppe erreicht. Er öffnet die Haustür und setzt Veronica sanft ab, so dass sie sich an die Wand lehnen kann. Er drückt sich vor sie, wartet auf Cobb.
Veronica blickt ihn besorgt an. Sie weiß, dass das hier nicht gut enden wird. „Logan, was tust du?“
„Ich werde das jetzt beenden.“
Cobb schwang die Tür auf, Logan springt im gleichen Moment auf und schlägt ihn mit allem was er hatte in die Mitte des Gesichts.
Cobb sinkt nach hinten, überrascht von dem Angriff, während Logan weiter auf ihn losgeht und immer wieder auf ihn einschlägt.
Sie weiß, dass er nicht aufhören wird, wenn sie ihn davon abhält.
Veronica richtet sich auf, indem sie sich an der Wand nach oben drückt. Sie berührt seine Schulter, als sie die Sirenen hört, welche immer lauter werden. „Logan, Stop! Es ist vorbei. Die Polizei ist schon auf den Weg, komm schon.“
Logan hört auf, seine Atmung ist hektisch.
Er blickt sie an, sieht in ihr Gesicht, das ein wenig mitgenommen aussieht, aber sie ist für ihn immer noch die schönste Frau überhaupt. Und sie ist hier bei ihm.
Er steht auf, schnappt sich Veronica, drückt sie einfach nur an sich. Sie hört, dass er an ihren Kopf gelehnt weint.
Erst jetzt bemerkt sie, dass sie auch selbst weint. Nicht nur wegen dem, was gerade passiert war. Nicht wegen dem Schmerz in ihrem Oberschenkel. Nein, für all die verlorenen Jahre, die jeder mit seinen eigenen Schmerzen und Albträumen verbracht hatte. Für jeden Moment in diesen Jahren, die sie nicht zusammen verbracht haben. Für all die verpassten Augenblicke. Und auch für diesen Moment, jetzt, wo sie glücklich darüber war, dass er sie einfach nur festhält.
Dieses Gefühl macht sie unglaublich müde.

Logan hält sie einfach nur fest. Die Tränen der Erleichterung benetzten ihre blonden Haare. Die letzten Jahre hatte er sie so sehr vermisst. Es gab keinen Tag, an dem er nicht an sie gedacht hatte. Er hatte sich an ihre gemeinsame Zeit erinnert. Das mit ihr, war das Größte was er jemals hatte. Es war so groß, dass es ihm oft genug Angst eingejagt hatte. Die Gefühle waren so gewaltig, so intensiv, dass er glaubte, sie würden ihn schwächen. Dabei hatten sie ihn immer nur gestärkt.
Dass er sie nun wieder hatte, nachdem er es so oft versaut hatte, war das schönste Gefühl überhaupt. Dennoch wusste er, dass er sie jederzeit wieder verlieren konnte und das jagte ihm Angst ein. Aber mit dieser Angst würde er leben können, solange sie bei ihm war.

Dann fühlt er, wie Veronica in seinen Armen erschlafft und ihn mit sich zieht. Er blickt in ihr Gesicht, ihre Augen sind kaum noch geöffnet, sie scheint das Bewusstsein verloren zu haben.
„Veronica“, schreit er sie panisch an. „Nein, komm schon, bleib bei mir.“ Er schüttelt sie leicht.
Ihre Augen öffnen sich wieder und suchen seinen Blick.
„Genau, bleib bei mir.“
Ihr Blick wirkt verträumt, als wäre sie trotz ihrer wachen Augen, nicht wirklich bei ihm.
Er will schreien. Er will irgendetwas tun. Aber es gibt nichts, außer sie fest zu halten. „Hörst du die Sirenen? Hilfe ist gleich da.“
Logan sinkt mit ihr in seinen Armen, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, zu Boden.
„Du wirst okay sein“, sagt er mehr zu sich selber, als zu ihr, die ihm vermutlich gar nicht mehr hört.
Er zieht sich schnell seine Jacke aus und nimmt diese um mehr Druck auf die Schusswunde an ihrem Oberschenkel ausüben zu können. Er weiß, dass er das schon viel früher hätte machen sollen. Sie hat schon zu viel Blut verloren.

Er blickt auf, sieht die Sanitäter. Ein paar von ihnen rennen ins Haus. Polizisten kommen auch. Zwei weitere Sanitäter kümmern sich um Veronica, legen sie auf eine Bahre. Ein anderer beugt sich über Cobb, der stöhnt. Er lebt noch.
Logan blickt dabei wie ein Zuschauer, der ein Theaterstück ansieht, zu. Er kann nichts mehr tun, außer bangen und hoffen und warten.
Man schiebt sie, bewusstlos wie sie ist, in den Krankenwagen.
Logan bleibt die ganze Zeit bei ihr, denn sie hat seine Hand nicht einen Moment losgelassen.



Langsam öffnet Veronica ihre Lider. Es ist hell und weiß.
Ihr Blick fällt sofort auf Logan, der neben ihrem Bett sitzt, ihre Hand festhält und seinen Kopf auf ihr Bett gelegt hat. Sie braucht eine Weile, um zu registrieren, das sie im Krankenhaus ist.
Sofort kommen ihr die Ereignisse der letzten Nacht ins Gedächtnis, als würde sie einen Film schauen. Nur kann sie nicht auf Stopp oder Pause drücken. Der Film rast wie ein Zug durch ihren Schädel.
Sie hebt ihre linke Hand und fährt mit den Fingern durch das kurzgeschnittene blonde Haar von Logan.

Selbst nach all der Zeit, hier sind wir. Er und ich.
Habe ich mich nicht immer gefragt, was passieren würde, wenn ich wieder nach Hause kommen würde?
Die treibende Kraft, die dafür gesorgt hatte, dass ich von Neptun ging, ich glaube nicht, dass es die Uni oder der Anwaltsjob in New York war, oder sogar Piz. Es war mehr der Gedanke oder das Wissen, das egal, was ich auch tat oder wo ich war, ich war immer in der Lage zu Logan zurückzukehren. Er würde immer da sein. Einfach dieses Wissen hat mir sehr viel Kraft gegeben.
Ich ging weg von Neptun, um mir und allen anderen zu beweisen, dass ich etwas anderes tun konnte, das ich jemand anderes sein konnte. Aber wer bin ich letztendlich?
Ich bin Veronica Mars, Privatdetektivin in Neptun, Kalifornien.
Ich gehöre hierher. Ich gehöre zu ihm.
Ich dachte, ich müsste gehen, dass es die beste Gelegenheit für uns beide war. Nicht nur für mich, auch für ihn. Vielleicht war es auch zu einer gewissen Zeit eine wirklich gute Entscheidung. Es gab uns die Möglichkeit zu wachsen und uns zu dem werden zu lassen, wer wir jetzt sind. Wir konnten uns unabhängig voneinander entwickeln.
Es gab uns die Gelegenheit zu realisieren, was wir vom Leben wollen. Was wir uns von dem Leben wünschen. Was will ich?
Ich habe kein Problem damit genau das zu machen, was auch mein Dad macht, auch wenn er es für einen schlechten Job halt. Er will etwas Besseres für mich.
Aber ich möchte hier sein und ich kann mir mein Leben nirgendswo anders vorstellen.
Dad denkt, Neptun zieht einen runter, holt nur das schlechteste aus einem Menschen, die Schattenseiten. Aber mir hat diese Stadt geholfen, mich selbst zu verwirklichen.
Ich mag diese Person.

In ihren Gedanken versunken, bekommt Veronica gar nicht mit, wie Logan aufwacht.
Er hebt seinen Kopf und blickt sie an. Sie liegt immer noch in diesem Krankenhausbett, doch ihre Augen sind nun offen und sie hat dieses wissende Lächeln auf dem Gesicht. Es ist dieses Lächeln, welches er so oft an ihr sah und dass er liebte. Doch viele Jahre konnte er dieses Lächeln nicht sehen und er bereut die Momente, die er verpasst hat. Wenn es nach ihm ging, dann würde er dieses Grinsen für den Rest seines Lebens jeden einzelnen Tag in ihrem Gesicht sehen wollen. Vielleicht wenn sie zusammen aufwachten oder den Tag zusammen verbrachten.
Er wird sie nicht wieder gehen lassen.
Er versteht, warum sie ihn verlassen hatte und nach einer gewissen Zeit der Verarbeitung wusste er, dass es das Beste war, was Veronica für ihn und sich selber tun konnte. Wenn sie ihn nicht verlassen hätte, hätte er nie so sehr an sich gearbeitet. Er wäre sich dann nie so bewusst gewesen, was er wirklich vom Leben wollte. Er hätte sie nie so sehr vermisst, wie es war, als sie nicht bei ihm war.
Aber auch dass sie zurückgekommen war, war das Beste was sie tun konnte.
Er brauchte sie und er hoffte auch, dass sie ihm sagen würde, dass sie ihn auch brauchen würde.
Logan drückte ihre Hand, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen und holte sie aus ihren Gedanken heraus.
„Hey, wie fühlst du dich?“
„Momentan fühle ich nicht wirklich etwas. Aber ich weiß, dass der Schmerz da ist. Aber die tatsächlichen Gefühle überrollen mich wie ein Güterzug.“
„Was meinst du?“
„Hast du meine SMS Nachricht bekommen, die ich dir geschickt habe.“
„Ja.“ Logan nickt. „Das erste Mal habe ich sie nicht zu Ende gelesen, weil ich schon ins Gebäude gerannt bin. Aber seit wir im Krankenhaus sind, hatte ich nichts anderes zu tun, als zu warten und da habe ich die Nachricht gelesen.“ Er blickt sie ernst an. „Glaubst du wirklich, es ist so leicht sich zu verabschieden?“ Er klingt ein wenig sauer. Wütender als er eigentlich klingen wollte. „Dich zu verabschieden, nach all dem was war.“
„Ich habe in diesem Moment nicht wirklich nachgedacht. Ich hatte nicht gerade wirklich Zeit“, erklärt sie ihm. „Ich dachte, er hat mich gleich. Und das obwohl ich dachte, ich wäre längst davon weg als Privatdetektiv zu arbeiten und meine Nase in die Angelegenheit anderer Leute zu stecken.“ Sie blickt ihn an und überlegt, wie sie die richtigen Worte finden soll. „Ich wollte dich wissen lassen, was ich für dich fühle. Wie ich schon immer für dich gefühlt habe. An meinen Gefühlen für dich hat sich nie etwas geändert.“ Sie schluckt. Es fiel ihr noch nie leicht über Dinge, wie Gefühle zu reden. „Wie hast du es überhaupt geschafft, so schnell ins Gebäude zu kommen?“
„Ich kam zurück“, antwortete er ihr. „Ich hatte ein schlechtes Gefühl und wollte einfach in der Nähe sein, falls du mich brauchen solltest. Ich sah zu wie Cobb in Gias Apartmentblock ging, aber ich blieb im Wagen sitzen, bis deine Nachricht kam.“ Hätte er gewusst, das Cobb der Mörder gewesen wäre, wäre er nicht tatenlos im Wagen gesessen und hätte Däumchen gedreht. Er hätte ihn schon in diesem Moment zusammen gepackt.  
Veronica nickt. Sie war sich nicht sicher, wie sie da Gespräch anfangen sollte, was sie beide endlich führen mussten. Sie wusste, dass es endlich nötig war.

Nach ein paar Momenten der Stille, wusste sie wie sie das Gespräch anfangen sollte, hatte sie die richtigen Worte gefunden, war es jedoch Logan der zuerst weiter sprach.
„Gia ist tot“, sagte er. Er blickte sie nicht, sondern strich das Bettlaken an der Stelle glatt, wo er eben mit dem Kopf drauf gelegen hatte. „Die haben Cobb auf einem anderen Stockwerk untergebracht. Wachen stehen vor seiner Tür. Er wird ins Gefängnis kommen, sobald er in der Lage dazu sein wird. Luke brachte man zum Verhör aufs Revier, er sagt der Polizei alles was passiert war. Die haben auch Dick vernommen, aber er konnte ihnen nichts sagen, weil er sich an nichts erinnert. Luke hat bestätigt, dass Dick in der Nacht voll betrunken war. Er hatte Glück.“ Er blickt Veronica an und lächelt leicht. „Er sitzt jetzt draußen und wartet darauf, dass er sich bei dir bedanken will. Er will sich auch entschuldigen, wie er dich behandelt hat.“
„So war Dick schon immer.“ Sie lächelt Logan an. „Er muss sich für nichts entschuldigen. Jedes Mal wenn der seltene Moment kam und ich seine Hilfe brauchte, hat er mir geholfen. Und bedanken muss er sich schon gar nicht bei mir. Wie du schon sagtest, er hatte Glück.” Sie blickt auf ihre Hand, welche Logan immer noch fest umschlossen halt. „Es tut mir Leid, dass Gia gestorben ist. Ein Teil von mir fühlte sich schuldig und bevor du irgendetwas dagegen sagst, es ist einfach das was ich fühle.“ Logan schmunzelt, als sie das sagt. „Und was Cobb angeht, es ist besser wenn er den Rest seines elendes Lebens im Gefängnis verbringt.“
„Ja und wenn er das nicht sollte, habe ich kein Problem damit, mich um ihn zu kümmern. Jeder der es wagt, dich anzufassen, bekommt es mit mir zu tun.“ Er sagt das mit absolut ernster Stimme. Sie weiß, dass er das ernst meint. Zu oft hatte er das schon bewiesen. Auch wenn sie stark ist und selbst auf sich aufpassen muss, Logan findet immer eine Art, wie er sie doch beschützen kann. Auf seine Art und Weise.
„Wo wir gerade davon reden“, sie drückt seine Hand, damit er sie ansieht, während sie mit ihm spricht. „Logan, es tut mir sehr leid, dass ich nicht schon früher zurückgekommen bin. Aber ich liebe dich. Ich habe dich immer geliebt. Und das ist es auch was ich will, ich will hier bei dir sein. Für immer. Mit dir.”
Veronica wusste, dass Logan sie genauso sehr liebte, wie sie ihn liebte. Sie war sich nur nicht sicher, ob er eine ernsthafte Beziehung mit ihr wollte, nach all der Zeit, nach all den Dingen, die sie zusammen erlebt haben. Obwohl sie mit Piz zusammen war und er mit Carrie. Bevor sie sich weiter dafür entschuldigen konnte, dass sie nicht früher zu ihm zurückgekommen war und ihr Herz vor ihm ausleerte, sah sie, wie er sie anlächelte.
Es war ein kleines Lächeln, ein Schmunzeln auf seinem Gesicht. „Nun“, fängt er an. „Unsere Geschichte ist episch. Du und ich. Jahre und Kontinente umspannend, Leben ruinierend, Blut vergießend. Episch.”
Sie lächelt. Das hatte er damals schon zu ihr gesagt.
„Also wer bin ich, wenn ich versuchen würde es zu leugnen. Du weißt, ich habe dich immer geliebt, Veronica. Du warst schon immer die Einzige für mich. Die Einzige mit der ich zusammen sein wollte.“
Sie nickt, blickt auf ihre Hand. Logans Daumen streicht über ihren Handrücken. „Ich brauche dich, Logan. Ich brauche dich in meinem Leben. Ich muss in der Lage sein, dich jeden Tag zu sehen, dich zu berühren, mit dir zu sprechen. Ich will jeden Tag mit dir zusammen sein. Für immer.“ Das war es, was sie wollte. Sie wollte eine ernsthafte Beziehung mit ihm. Für immer mit ihm zusammen sein. Mit ihm alt werden.
„Das ist ein Erstes Mal.“ Er grinst sie an. „Die unglaubliche, unabhängige Veronica Mars erzählt mir, dass sie mich braucht. Nun das ist gut, denn ich brauche dich auch.“ Logan lehnt sich nach vorne und berüht mit seinen Lippen vorsichtig die ihre. Es ist ein keuscher, vorsichtiger Kuss. Doch Veronica packt ihn und zieht ihn in eine feste Umarmung, festentschlossen, ihn nicht mehr gehen zu lassen.
Logan grinst sie an, während der Kuss fester, intensiver wird.
Da war dieses Wissen in ihr, dass sie das ihn auch gar nicht mehr loslassen musste. Dieser Moment fühlte sich so an, als hätte alles was verloren war endlich seinen Bestimmungsort gesucht. Als wäre eine ewige, endlose Suche endlich beendet. Es ist so wie es schon immer hätte sein sollen.
Sie verstand jetzt besser als jemals zu vor, dass alles aus einem gewissen Grund passierte. Es war egal welche Entscheidung sie traf, nichts würde sie von ihrem Schicksal abbringen.
Sie war gerade unglaublich glücklich, denn das Schicksal war der Meinung, dass Logan und Veronica zusammen gehörten.
Und wer war sie schon, sich dem entgegen zu stellen.
Sie sind, Logan und Veronica.

Die epischste Liebesgeschichte von allen.
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