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Undercover 2

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
25.03.2014
31.03.2014
3
1.269
 
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25.03.2014 610
 
Etwas magisches geht von diesem Theater aus. Ich setze mich auf die Mauer, die Türe fest im Auge. Niemand da, außer mir. Ich habe für "Ihn " eine Rose mitgebracht; für meinen Rusty. Ein Mann auf einem Fahrrad. Nein, er lüftet seine Sonnenbrille. Nein, er ist es nicht. Da kommt ein Taxi. Mein Herz fängt wie wild an zu klopfen. Ich glaube, das ist er. Er steigt aus. Ja, er ist es. Ich nehme meine Rose und gehe hin. Vor Aufregung habe ich mein Programmheft und den Edding-Stift auf der kleine, roten Mauer liegen lassen. Ich wollte doch ein Autogramm. Mist!!! Ich drehe mich um, um das Heft und den Stift zu holen. Verdammt!!! Er ist wieder weggegangen. Er ist hinter der Türe verschwunden. Wie konnte ich nur so dumm sein? Mit langsamen Schritten nähere ich mich der Tür , unentschlossen, was ich tun soll. Weit kann er nicht sein. Wenn ich drinnen nachfrage, kommt er vielleicht nochmal zurück. Vor Nervosität spiele ich an meinem Ohrhänger. Plötzlich heult hinter mir ein Motor auf und die Bremsen des schwarzen Busses mit den verdunkelten Scheiben quietschen. Es ist ein Fahrzeug eines Bochumer Consulting-Unternehmens. Eine kleine Gruppe in dunkle Anzüge gekleideter Herren in Damenbegleitung steigen aus und gesellt sich nach und nach zu mir. Ehe ich mich versehe, befinde ich mich in Mitten einer Gruppe Menschen, denen die Türe von innen aufgetan wird und der kleine Besucherstrom zieht mich mit ins Innere des Gebäudes. Eine freundliche Dame führt die Besucher in einen langen Gang mit weißen Wänden und  grauem, grobem Teppichboden. An den Wänden die Kunstwerke kleiner Bewunderer neben Fotografien von großen Stars. Mir wird schwindelig.Auf einmal das rumpelnde Geräusch von heran rollenden Skates. Und Glitzer. Glitzer über Glitzer. Electra begrüßt seine Gäste mit einem freudigen
"Hey you".
Er schüttelt ein paar Hände. Die Gruppe geht weiter den Gang hinunter, hinter Ihrer "Führerin" her. Wie angewurzelt bleibe ich im Gang vor den zahlreichen Fotografien stehen. Ich hätte das nicht tun sollen. Ich schaue mich nervös um, aber niemand ist da. Ich sollte gehen, bevor mich jemand vom Sicherheitsdienst beim Schlawittchen packt. Da öffnet sich plötzlich eine Türe. Wie aus dem Nichts steht plötzlich Dinah vor mir. Sie ist in Make-up und Perücke und unter ihrer Trainingsjacke schaut ein Teil des Unterkostüms hervor. Sie kommt mir vor, wie eine Erscheinung.

" Is that for me?"sagt ihr kleines Gesicht mit den roten Wangen.

Große Augen blicken aus einer gewaltigen , blonden Lockenfrisur.
Sie hat etwas von Doris Day, denke ich immer noch völlig paralysiert. Erst jetzt bemerke ich, daß ich immer noch die Rose und das Heft in den Händen halte. Ich stammele irgend etwas Unverständliches. Ja, es ist tatsächlich, wie in einer anderen Galaxie. Ich hatte sie schon auf vielen Bildern gesehen, im Fernsehen und auf Plakaten. Trotzdem wirkte sie auf ihren Rollschuhen und mit ihrer Perücke irgendwie kleiner, als ich sie mir vorgestellt hatte. Fast zerbrechlich, wie eine Porzellanpuppe. Ich halte ihr die Rose hin.
"Very nice"
Ich halte das Heft mit dem Stift hin, unfähig etwas zu sagen, oder auch nur die richtige Seite aufzuschlagen. Vorsichtig blättert sie die Seiten um, um dann ihr Autogramm, quer über den Text neben ihrem Bild zu setzten.
"You are so wonderfull", wispere ich.
Sie berührt mit ihrer Wange die Meine. Meine Hand fährt an ihr Haar und betastet die weichen, blonden Locken. Ein Ruck macht dem Traum ein Ende und so schnell, wie sie da gewesen war , ist sie wieder weg. Ich schnappe nach Luft. Auf einmal ist alles, wie im schwarz/weiß Film, dann Streifen vor den Augen, dann ....Dunkel.
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