Unbestimmte Wege

von Miaumiau
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
Deckard Cain Diablo Tyrael
25.03.2014
13.05.2017
12
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25.03.2014 3.000
 
Da ich endlich den Weg hierher gefunden habe, möchte ich mich unbedingt mal an einer Diablo Geschichte versuchen. Die Handlungen, Orte und Charaktere sind an den zweiten Teil des Spieles angelehnt und ich werde versuchen mich Großteils an diesen Rahmen zu halten.

Der Name der Hauptperson ist nur aus persönlichem Gefallen gewählt und hat keinerlei Verbindung zu einer gewissen Hexe.
Viele Grüße an all die treuen Anhänger des Diablo-Universums.


Beginn

Die kalte Gischt spritzte unangenehm in mein Gesicht, das Großteils unter einer weiten dunkelgrauen Kapuze verborgen, vor den Elementen keinen ausreichenden Schutz fand. Wie kleine Eisnadeln stachen die tropfen der ausgewühlten See in meine Haut und ich zog ärgerlich meine Augenbrauen zusammen. An die Reise zu Schiff werde ich mich wohl niemals gewöhnen. Träge starrte ich auf den weiten Ozean hinaus, der all seine Macht aufbot um uns an einer weiterfahrt zu hindern.

Vielleicht ein schlechtes Omen.
Ich seufzte leise. Normalerweise liebte ich das Wasser und den Wind, ja vor allem den Wind, aber seit den letzten Tagen als der Sturm aufgezogen war verfluchte ich die Elemente beinahe.
Das heftige Schwanken des Schiffes lullte mich ein und trug meine Gedanken mit sich fort. All die Ereignisse, die zu meinem Aufbruch geführt hatten kamen mir wieder in den Sinn. Und Amygdala? ich hoffte sehnlichst ihr würde es besser ergehen als mir.

Vor drei Monaten noch, hatte ich um diese Zeit im Garten gesessen, begleitet von meiner besten und ältesten Freundin Amygdala. Wir waren beide im selben Jahr auserwählt worden, als die Schwestern des Ordens der Zann Esu in die umliegenden Dörfer reisten und alle siebenjährigen Mädchen einer Prüfung unterzogen. Dies geschah nur alle sieben Jahre, wenn die Monde eine bestimmte Konstellation aufwiesen und die Vorahnungen günstig ausfielen.  Amygdala aus dem Nachbardorf und ich waren für würdig befunden worden. Dies war der letzte Tag gewesen an dem ich meine Eltern gesehen hatte, und es würde wohl für immer so bleiben. Damals wusste ich nicht, dass dieser Abschied eine Trennung für immer sein würde, oder ich hatte es nicht verstanden. Damals wusste ich noch so wenig.

Die Unterweisung in den Elementen war hart und beschwerlich und hatte uns beide bis zum Äußersten gefordert. Aber dadurch war zwischen uns ein Band entstanden, dass niemand, nicht einmal die Zeit zu trennen vermochte. Wir waren Kinder der Zann Esu, Magierinnen der Elemente und Schwestern, auf gewisse Art und Weise.


Im Laufe der Jahre hatten wir gelernt Zauberrunen zu deuten, Schriftrollen zu lesen und uns vielfältiges Wissen anzueignen. Amygdala war eine Tochter der Erde geworden und beeindruckte durch ihren Umgang mit Heiltränken und Zaubern. Sie konnte Knochen wieder zusammenfügen und Fleisch wachsen lassen. Ihre Fähigkeiten waren den meinen in dieser Disziplin weit überlegen. Trotzdem blieb sie für mich einfach Amygdala, das kleine braunhaarige Mädchen mit den grünen funkelnden Augen und dem verschmitzten Lächeln.  Ich jedoch war ein Sturmrufer, konnte mir Blitz und Wasser zu willen machen wie es mir beliebte. Feuer und Erde antworteten ebenfalls auf mein zu tun aber sie zu beugen fiel mir bedeutend schwerer und kostete mehr Konzentration.

So saßen wir gemeinsam an jenem Schicksalhaften Tage in dem Garten und genossen die wenigen Minuten die uns gemeinsam blieben. Wir hatten nun jenes Alter erreicht indem wir Anspruch hatten auf den vollen Titel eines Magiers der Zann Esu. Doch bevor wir nun zu verdienten Schwestern des Ordens werden durften, stand uns noch eine letzte Prüfung bevor, die uns beiden großes Unbehagen bereitete, die Reise des unbestimmten Weges. Jeder Schützling des Ordens musste eine Aufgabe erfüllen um sich würdig zu erweisen die vollen Weihen zu empfangen. Niemand wusste wie diese Reise aussehen würde, oder welche Gefahren auf uns zukamen. Doch noch viel Schlimmer wog der Umstand, dass wir diese Reise jeweils alleine antreten mussten. Seit ich mit sieben Jahren den Boden des Ordens betreten hatte, war ich nicht von Amygdala getrennt gewesen, und nun sollten wir aufbrechen, schon bald und alleine, jede ihrem Schicksal entgegen.

Die Zeit kam schneller als uns beiden lieb war. Die Oberin des Zirkels trat zu uns in den Garten und ich werde niemals ihren festen Blick vergessen, der bis tief in meine Seele vordrang.

„Amygdala“, sprach sie meine Freundin zuerst an, während ich im Schneidersitz abwartend daneben saß und beinahe die Luft anhielt.

„Ja, ich höre“, gab sie die korrekte Antwort.

„Es ist nun an der Zeit deinen Weg ins Ungewisse zu beschreiten“, verkündetet die alte Frau „Du besitzt große Fähigkeiten in der Heilkunde. So brich morgen, beim ersten Sonnenstrahl gen Osten auf. Folge deinem Herzen und tue was von dir verlangt wird“, sie strich meiner Freundin sachte mit ihrer gegerbten Hand über das Haar, während diese den Kopf vor ihr beugte.

„Du Adrianna, Sturmgeborene“, wandte sie sich nun an mich und ich zuckte leicht zusammen. „Deine Kenntnisse werden im Westen gebraucht, im Land der untergehenden Sonne. Auch du wirst dich morgen auf eine Reise machen, eine weite Reise in die Königreiche von Kandhuras“.
Meine Augen rundeten sich wie Kugeln.
„Dort wirst du einem Mann begegnen. Wir kennen uns schon sehr lange. Du wirst ihn begleiten wo auch immer sein Weg ihn hinführt. Er wird deine Aufgabe sein“. Auch mich traf ihre sanfte Berührung auf meinen langen schwarzen Haare.
„Nun geht, meine Kinder, morgen werdet ihr uns verlassen“, mit diesen Worten wandte sie sich ab und lies uns alleine und verwirrt im Garten zurück.

„Hast du gehört?“, durchbrach schließlich meine Freundin den Augenblick der Stille. „Unsere Wege werden sich trennen“.

Ich nickte traurig, doch was sollte ich tun?.  An der Entscheidungen der Oberin war nicht zu rütteln. „Unser Schicksal ist uns vorherbestimmt“, wiederholte ich nur die Worte die wir als kleine Kinder so oft zu hören bekommen hatten, wann immer uns etwas gegen den Strich gegangen war.

Amygdala lächelte kurz. Auch bei ihr riefen diese Worte stets Erinnerungen wach. „Schwestern für immer“, versprach sie mir dann und sah mir lang in die Augen.

„Ja, Schwestern für immer und ewig“, bestätigte ich ihr.


Von allerlei sentimentalen Gefühlen übermannt schloss ich für einen Moment meine Lider, bis sich die Welt um mich in kleine schwarze Punkte aufzulösen begann. Dieser magische Augenblick war nun über drei Monate her und kam mir bereits wie eine kleine Ewigkeit vor. Nun befand ich mich seit zwei Wochen auf diesem riesigen Schiff, mit einigen Händlern und anderen dubioseren Gestalten verschiedenen Ursprungs, und erwartete die Ankunft in Kandhuras.  Es war wirklich eine Laune des Schicksals mich ausgerechnet auf ein Schiff zu verfrachten.

Ich als Sturmrufer, Gebieterin über Wind und Wasser litt unter einem flauen Magen und krallte mich in meinen Stoffmantel, als ob dieser mich dann besser vor der Witterung schützen würde. Amygdala hätte mir bestimmt schon einen Heiltrank zubereitet oder mir die Hände aufgelegt und mich von diesen dummen Symptomen kuriert, die hartnäckig von mir Besitz ergriffen hatten. Bei all den Göttern der Elemente, wieso ausgerechnet ein Schiff?.

„Ihr seid ein wenig blass um die Nase, bekommt euch das schöne Wetter nicht?“, fragte mich ein stämmiger Mann, dessen untere Gesichtshälfte von einem ausufernden dunklen Bart überzogen war, indem kleine Wassertropfen festgefroren waren. „Vielleicht solltet ihr lieber unter Deck gehen“, schlug er mir vor, aber ich schüttelte tapfer den Kopf.

Seit gestern haderte ich mit dem Gedanken, die Elemente ein wenig zu meiner Bequemlichkeit zu beeinflussen, aber noch weigerte ich mich dies zu tun. Ich würde viel Energie verschwenden und andererseits reiste ich inkognito. Außer ein bisschen Geld, einer  geheimen Schriftrolle verschlossen durch ein Siegel, die in meinem Rucksack versteckt war und ein wenig Proviant, trug ich nur dass was ich am Körper hatte bei mir. Dies war meine erste Reise außerhalb der Ordensmauern und obwohl ich viel gelesen hatte über die Welt da draußen hatte ich doch erst jetzt zum ersten Mal Gelegenheit einen Blick darauf zu werfen und sie mit eigenen Augen zu entdecken. Die Gebräuche und Umgangsformen waren mir fremd und so hielt ich mich Abseits der anderen Reisenden stets an Deck auf. Die Nähe und die Gerüche der sogenannten Zivilisation ließen ein Gefühl der Unruhe in mir aufkeimen.
Ich war eine Frau und ohne Begleitung und allein dieser Umstand ermahnte mich zur erhöhten Vorsicht. Trotz Unerfahrenheit war ich schließlich nicht dumm, und meine Dolche, die in meinem Gürtel steckten sowie mein Stab, als Gehhilfe getarnt, würden mich in äußerster Not beschützen. Gut, wenn es erst nicht soweit kommen musste.

„Keine Sorge, morgen früh erreichen wir den Hafen“, der Mann klopfte mir kameradschaftlich auf die Schulter und drängte sich wieder hinunter in den Bauch des Schiffes. Erfreut nahm ich diese Information zur Kenntnis. Alles ist besser als sich tagelang durchschütteln zu lassen.

Die Stadt, welche sich an die Hänge eines kleinen Berges drängte, verschlug mir den Atem. Ich hatte noch nie eine solche Ansammlung von Häusern auf so kleinem Raum erblickt. Die Gebäude reihten sich terrassenartig nebeneinander und schlängelten sich einen Bergkamm hinauf. Vom Hafen bot sich ein ungehinderter Blick in das Getümmel aus Leuten.
Der Mann der mir gestern die frohe Kunde überbracht hatte, war einer der ersten der das Schiff verlies, vollbeladen mit kleinen Kisten, die andere Männer in einfacher Kleidung hinter ihm hertrugen. Vögel kreischten und umkreisten die Fischer, die auf den Hafendämmen saßen und ihre Angeln ausgeworfen hatten. Ein buntes Durcheinander aus verschiedenen Sprachen und Kulturen brach über mich hinein, als ich mich schließlich dazu durchringen konnte den Schutz des großen Holzschiffes zu verlassen.

Als meine Beine wieder festen Boden unter den Füßen spürten, wäre ich fast seitlich eingeknickt, aufgrund der ungewohnten Festigkeit des Untergrunds. Ungeduldig schulterte ich mein Bündel und bahnte mir einen Weg durch die Masse an Leibern. Meine Reise war hier noch lange nicht zu Ende und so begab ich mich ein wenig bergauf und fort von dem Gewühl in der Nähe des Hafens. Die Sonne lachte auf mein Haupt hinab und kündigte von einem schönen ungetrübten Tag.
Eine kühle Brise begleitete meine Schritte, die mich immer weiter von dem Hafen fort führten und das laute Getöse der vielen Stimmen und Geräusche senkte sich auf ein erträgliches Maß.


Keine zwei Stunden später saß ich auf einem Pferd und folgte einer Karawane weiter Richtung Westen. Es fiel mir nicht schwer die Händler zu überzeugen mich in ihre Reihen aufzunehmen, denn ich zahlte einen Silberling und präsentierte die Geschichte einer Nichte die ihre Tante besuchen wolle, da diese im Sterben lag. Ich hielt mich kurz, ohne viele Fakten, die zu unangenehmen Fragen führen konnten. Die Händler zeigten sich einverstanden mich ein Stück des Weges mitzunehmen und nun streckte ich meine Beine links und rechts des Pferdes genüsslich aus. Die Grundzüge des Reitens waren uns schon früh vermittelt worden, sodass wir uns auf einem Pferd halten konnten, mehr jedoch auch nicht.
Gegen Abend, ich spürte die Hälfte meiner Extremitäten bereits nicht mehr, gelangten wir in ein Dorf um dieses bereits sehr zeitig am Beginn des nächsten Tages wieder zu verlassen.
Dieses Spiel wiederholte sich fünf Mal, und allmählich begann sich mein Körper an diesen Tagesablauf zu gewöhnen. Meine Beine schmerzten nicht mehr so stark und auch mein Rücken fühlte sich deutlich besser an von meinem Hintern ganz zu Schweigen.  Die Kost war einfach, aber sättigend und wurde im Kreis der anderen an einem gemütlichen Feuer eingenommen. Geschichten lockerten  die abendliche Eintönigkeit ein wenig auf und bis lang ist es mir gelungen nicht viel preis geben zu müssen. Die Männer hätten anderes zu tun als sich um ein Weib zu kümmern.
Ich genoss die Nächte unter freiem Himmel, der meist sternenklar den Blick auf die unzähligen Leuchtenden Punkte freigab die vor sich hin funkelten. Ob Amygdala wohl jetzt dieselben Sterne erblickte, und vielleicht in eben diesem Moment ihren Kopf zum Firmament hob?. Es war ein tröstender Gedanke.

Am sechsten Tag erreichten wir ein Lager mitten in der Wildnis, dass durch einen hohen Palisadenzaun mit gefährlichen Spitzen geschützt wurde. Wenige Zelte waren im Inneren aufgeschlagen und die Menschen großenteils weiblichen Geschlechts, trugen Bögen und Lederrüstungen, wie Krieger und hantierten äußerst geschickt mit dem Schmiedehammer und anderen Werkzeugen.
Die Pferde wurden versorgt und ich stand abwartend neben der Feuerstelle in der Mitte des Lagers und beobachtete das Geschehen. Ich hatte keine Ahnung was wir hier taten, oder warum wir gerade hier halt gemacht hatten, aber vielleicht würden die Händler es mir später verraten.
Eine ältere Frau in einem violett farbenen fließenden Gewand, trat schließlich auf die Händler und mich zu. Auch ohne sie genauer zu betrachten, bemerkte ich die Energie die von der schlanken Person ausging. Das war bestimmt keine einfache harmlose alte Frau.
Besagte, trat in die Mitte der Gruppe und hob einladend beide Hände.
„Seid gegrüßt, ich bin Akara die Hohepriesterin der Schwesternschaft vom verborgenen Auge und heiße euch in meinem Namen willkommen“.

Schweigend starrten die Männer und ich auch die Sprecherin an. Sie war also eine Hohepriesterin, ja, ihre Macht umgab sie wie ein Nebel.

Der Anführer der Händler, ein dürrer Mann mit grauen Haaren und kurzgestutztem Bart, verneigte sich leicht und ergriff nun seinerseits das Wort. „Seid gegrüßt, es ist uns eine Ehre hier sein zu dürfen. Doch wollen wir uns nicht lange aufhalten, wir müssen heute noch zum Pass“.

Unbemerkt waren auch zwei Kriegerinnen, vermutlich ebenfalls Schwestern des Ordens, an uns herangetreten. Sie hatten ihre Waffen griffbereit und beobachteten schweigend das Szenario, um jederzeit eingreifen zu können.

„Es tut mir leid euch schlechte Nachrichten überbringen zu müssen, aber der Pass ist zur Zeit nicht passierbar“, verkündete Akara.

„Wie kommt das?“, fragte der Händler, „die Witterung ist gut und beständig“.

„Das Wetter ist nicht euer Feind, da mögt ihr recht haben“, lenkte Akara ein, „doch ist etwas anderes Erwacht, etwas Böses“. Ich hielt unbemerkt den Atem an. „Vor einer Woche mussten wir aus dem Kloster fliehen. Wir haben so lange ausgehalten wie wir konnten, doch selbst unsere Flucht hat vielen tapferen Schwestern das Leben gekostet. Das Kloster ist gefallen und der Pass mit ihm“, ihre Stimme trübte sich voll Schmerz und auch ihre Augen umwölkten sich.

„Was ist geschehen?“, fragte der Händler verblüfft. Die anderen schüttelten verwundert die Köpfe.

„Das Böse hat seine gierigen Hände nach uns ausgestreckt und sich nun um uns zu verhöhnen in den ehemals heiligen Hallen eingenistet. Wir, die hier stehen, sind die Einzigen die von dem mächtigen Orden noch übrig sind. Wir haben uns mit letzter Kraft hierher retten können, in dieses Lager um die Ausbreitung der Ausgeburten der Hölle zu verhindern, doch sind sie uns schon bis hierher gefolgt“. Akara wies mit dünnen Fingern zum Tor hinüber. „Wir sind nicht mehr viele, zahlreich jedoch unsere Gegner, lange werden wir auch hier nicht durchhalten können“, ihre Stimme wurde kraftlos.
„Es tut mir leid, aber ihr könnt eure Reise nicht weiterführen“. Mit diesen Worten wandte sie sich ab und schritt zu ihrem Zelt zurück um im Inneren zu verschwinden.
Unschlüssig schaute ich in die Runde. Wenn ich meine Reise nicht fortsetzten konnte, so würde ich den mir aufgetragenen Mann auch nicht finden.  Doch noch viel wichtiger war, vor welchem namenlosen Bösen sich die Schwestern so ängstigten. Was hatte diese starken Frauen aus ihrer Heimat vertrieben. Jede der Jägerinnen, war athletisch gebaut und wusste mit zahlreichen Waffen exzellent umzugehen. Welcher Schrecken hatte es geschafft, sie zu überwältigen?.
Die Stimmen der Händler die durch einander sprachen rissen mich aus meinen Überlegungen.

„Wir können hier nicht warten und untätig herumsitzen“, meldete sich ein dick beleibter Mann zu Wort und erntete nickten und Zustimmung. „Das Wetter ist gut“; er wies mit seiner Hand gen Himmel, „ich gebe nichts auf irgendwelches Geschwätz“.

„Wenn die Kriegerinnen sagen es sei zu gefährlich, dann sollten wir ihren Rat beherzigen“, warf ein anderer Mann ein und scherte mit dem Fuß unruhig auf dem Boden.
„Und auf das ganze Geld hier verzichten“, der dicke Mann machte eine ausholende Handbewegung. „Diese Waren sind für den Palast bestimmt und bringen gutes Geld.  Der Pass ist nur einen Tagesmarsch entfernt, was soll uns schon am Tage in der kurzen Zeit geschehen. Ich bin dafür, dass wir morgen früh aufbrechen“.

Ich entfernte mich von der Debatte und schlenderte im Lager umher. Akara saß vor ihrem Zelt und winkte mich zu sich als sie meiner ansichtig wurde. Ohne zu zögern kam ich heran und setzte mich nach ihrer Aufforderung. „Sie gehen in ihr verderben“, sprach sie ohne mir in die Augen zu blicken.

„Ihr wisst, dass die Händler weiter ziehen wollen?“, ich war einigermaßen überrascht.
Akara jedoch nickte nur. „Es gibt Mächte zwischen Himmel und Erde die wir nicht verstehen. Aber sie“, sie deutete auf die Gruppe der Männer hinüber, die sich noch immer Nahe der Feuerstelle berieten, erkennen die Zeichen nicht. Niemand kann sie aufhalten und wenn sie es so beschlossen haben, dann mögen sie ihrem Schicksal folgen“.

„Was habt ihr vorhin gemeint, mit dem Bösen?“, fragte ich neugierig.

Akara schenkte mir einen eindringlichen Blick. „Ihr seid nicht von hier, und auch keine Händlerin“, stellte sie leise fest. „In euch verbergen sich große Kräfte, mein Kind“. Ich musste schmunzeln, Kind hatte mich jetzt schon für eine lange Zeit niemand mehr genannt. „Ihr seid auch eine Ordensschwester nicht wahr?“, fragte Akara und ich nickte mit dem Finger auf den Lippen. Sie lächelte und verstand.

Ein paar Minuten vergingen schweigend ehe sie wieder das Wort an mich richtete. „Mein Kind, wir haben lange auf jemanden wie dich gewartet. Du musst uns helfen, diesen Schrecken dorthin zurück zu drängen, von wo er gekommen ist. Meine Schwestern und ich sind müde, des Kampfes müde und viele wagen sich nicht mehr dorthinaus. Sie haben zu viel gesehen“.
Sie schluckte schwer aber ich wagte es nicht sie zu unterbrechen.
„Eine Böse Macht hat sich vor den Toren dieses Lagers zusammengerottet. Werdet ihr uns helfen das Licht in unsere Hallen zurück zu holen?“, sie schaute mich erwartungsvoll an.

War das die Aufgabe die mir zugetragen war?, Den Schwestern dieses Ordens zu helfen, ihre Heimat wieder zu erlangen?. Ich konnte meinen Weg nicht fortsetzen und so blieb mir keine Wahl.

„Ja, ich werde versuchen euch zu helfen“. Akara drückte meine Hand und ein kleiner Energieschub schoss durch ihre Finger in meine und wanderte den Arm hinauf. Ein wohltuendes Prickeln breitete sich in meinem Körper aus. „Sei gesegnet Kind“.
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