Butterflyboy

KurzgeschichteHumor / P16 Slash
24.03.2014
04.08.2014
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Butterflyboy

Für meine Sai, die den besten „Gregory Roy Charles“ von allen zeichnet (*flap flap nniiääää*).


Prolog

Die Nachwehen eines schlechten Traumes weckten Nagisa.
Es war noch sehr früh, durch das staubige Fenster schimmerte eine veilchenblaue Nacht und milchiges Mondlicht.
Nagisa spürte einen warmen Körper an seinem, einen schweren Arm, der auf seinem Bauch ruhte, und warmer, träger Atem gegen seinen Hals flackernd.
Gregory.
Leise seufzend versuchte Nagisa näher an ihn heranzurücken, obwohl er dafür fast in ihn hineinkriechen müsste. Er drehte müde den Kopf um Gregory ansehen zu können.
Er lag ganz still und sah unendlich friedlich aus. So als wären alle seine Gedanken, seine Ängste und sein Hass einfach fortgewischt. So als wäre da nur noch Frieden. Und Liebe.
Tastend setzte Nagisa einen Kuss auf den feuchten, warmen Mund des anderen und dann noch einen auf die harte, kräftige Kinnlinie.
Es würde nichts helfen.
Wenn er das nächste Mal erwachen würde, wäre sein Bett verwaist. Gregory wäre fort so wie immer, ohne eine Nachricht zu hinterlassen, ohne die Aussicht auf ein Wiedersehen.
Wie oft hatte er sich schon Hoffnungen gemacht, welche gnadenlos zerschlagen wurden, von einem bitteren Wort, einem zu groben Handgriff.
Nein, Gregory empfand nichts, gar nichts.
Er kam, holte sich was er wollte und ging wenn er sich ausgeruht hatte.
Nur einmal hatte Nagisa gewagt, sich zu sträuben, da war er vielleicht 18 gewesen. Es war kurz nachdem aus enger Freundschaft ein sexuelles Verhältnis wurde, kurz nachdem sich Gregory völlig von ihm und der Welt abgeschottet hatte. Kurz bevor Nagisa klar wurde, dass da mehr war. Jedenfalls auf seiner Seite. Dass er sich verliebt hatte und zwar in einen Mann, der nichts mehr zu hassen schien, als die Liebe.
Seufzend vergrub Nagisa sein Gesicht an Gregorys Schulter, die Hand auf seinem Bauch verrutschte weiter nach unten und ein heißer Schauer lief ihm über den Rücken.
Gregory war gröber gewesen dieses Mal, rücksichtloser noch als sonst.
Noch pochte der Schmerz unterschwellig in Nagisa, aber er wusste aus Erfahrung, dass er spätestens wenn die Sonne aufging nichts weiter machen konnte, als sich in seinem Bett zu vergraben.
Er wollte schlafen, aber irgendwas hielt ihn wach. Vorsichtig streckte er die Hand aus und berührte hauchzart einen von Gregorys Flügeln, die einfach dalagen auf dem Laken, schutzlos und zerbrechlich.
Feiner Staub glänzte an seinem Zeigefinger und er zog ohne weiter nachzudenken damit eine sanfte Spur auf Gregorys Wange zu seinen Lippen.
Wenn Gregory wusste was er da tat, er würde vor Wut schnauben und toben und einfach auf dem Fenster verschwinden.
Aber so…wenn er schlief, dann konnte Nagisa sich einbilden, er hätte Kontrolle über diesen ruhelosen Mann. Dann konnte er sich einbilden, dass da mehr war. Dass Gregory zum Frühstück bleiben würde, vielleicht hinter der Zeitung vergraben, aber dennoch da, dass er sagen würde: „Bis später. Ich freu mich auf dich.“
Plötzlich murrte Gregory im Schlaf, dass Nagisa heftig zusammenzuckte. Aber es passierte nichts, außer dass sich Gregory auf den Bauch drehte und Nagisa dabei halb unter sich begrub.
Erschrocken war dieser einen Moment wie erstarrt, doch dann glühten seine Wangen vor Zuneigung für diesen warmen, gewaltigen Löwen, der auf ihm ruhte und er fügte sich dem Gewicht und legte seine Arme um die massigen Schultern, darauf bedacht, die empfindsamen Flügel nicht zu berühren.
Im Grunde passten Schmetterlingsflügel sehr wohl zu Gregory. So sehr dieser sich dagegen sträubte. Denn auch Schmetterlinge flogen davon, wenn man sie berührte. Sie verweilten niemals.
Und es gab niemanden, der sie zum Verweilen bewegen könnte.
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