for your bad tattoos

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Ian Gallagher Mickey Milkovich
24.03.2014
24.03.2014
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titel: for your bad tattoo
charaktere: ian, mickey
bemerkung das waisenhaus/[#_0235] Shameless US | Ian x Mickey | In den 5 Sekunden zwischen Traum und Aufwachen sieht er einen Ort, an dem sie glücklichen Pärchenscheiss machen können. Während der restlichen 86'395 Sekunden gibt es nur schmutzig schnell heimlich

boy, we grew up bad
but we never had nothing but each other
save your innocence for the next life
(natalia kills – trouble)


Mit Kash sind es zärtliche Berührungen und süße süße Worte. Diese melancholischen Augen, das scheue, weiche Lächeln.

Es ist so: Mit Kash fühlt Ian sich nie, wie das schmutzige Geheimnis, das er zweifellos ist. Er könnte nicht sagen, warum, und als er versucht, es Lip zu erklären, ist die Antwort ein spöttisches Kopfschütteln.


Mit Mickey ist es ein gottverdammter Zugunfall. Wie eine offene Wunde, die man wieder und wieder anfassen muss, obwohl man weiß, daß sie so niemals richtig verheilen wird.

»Kein Küssen, kein Nachher. Fick' mich und verschwinde.«

Es ist so: Mickey ist nicht schön. Fahle Haut und aufgesprungene Lippen (und die schiefen Tattoos auf den Fingerknöcheln) und seine Miene ist ein ständiges Abwägen, ein Wechselspiel von Arroganz und Feigheit. Mickey ist die Sorte Junge, die gerne das Maul aufreißt und dabei immer den Notausgang im Blick behält.

Es ist so: Mit Mickey ist man sich niemals sicher. (Und auch wenn die Sache mit Kash ein Geheimnis bleiben musste, hatte Ian immer gewusst, daß es nicht bloß Sex war.)

Es sind seine Augen, denkt Ian. Hellgrau und undurchdringlich.

Manchmal, wenn sie fertig sind, sprechen sie doch miteinander und Ian stellt sich vor, daß es vielleicht gar nicht so anders ist, als in anderen Beziehungen. Alltägliche Belanglosigkeiten und schmutzige Witze. Aber so oft er glaubt, endlich den richtigen Tonfall zu treffen, verlagert sich etwas, und Mickey verschwindet mit einer kurzen, scharfen Bemerkung.

Und manchmal ist das Bedürfnis nach Rache für die vielen kleinen Grausamkeiten so stark, daß Ian sich schwört: »Irgendwann werde ich Dir wehtun, Milkovich.«


Abends, kurz vor dem Einschlafen, morgens, kurz bevor er aufwacht, ist da dieser kurze Moment, in dem er an Mickey denkt und da ist dieses Gefühl, prickelnd wie gezuckerte Zitronen. Mickey, der sich ihm entgegen drängt und stöhnt und ungehalten fordert schnellerhärtertiefer.

Dann erinnert er sich, daß der alte Milkovich ihn abknallen würde, wenn er es wüsste. Daß er nicht der Einzige ist (und ja, sicher vögelt er auch mit anderen, aber wenn er ehrlich ist, ist Mickey der Einzige). Und was ist es überhaupt?

Lip sagt, daß sie alle nicht ganz normal sind – wie auch, in diesem Viertel, ohne Geld? »Vergiss' den ganzen Romantikscheiß, das ist was für Leute, die Kohle haben und sich langweilen.«

Es ist so: Ian ist nicht naiv genug, zu glauben, daß diese Sache gut ausgehen kann. Eines Tages wird es einfach aufhören. Mickey wird eine von seinen Schlampen heiraten oder verrecken, weil er sich einmal zu oft mit dem Falschen angelegt hat. Oder sich endlich die Kugel geben. Aber als Mickey auf Lloyd einprügelt und sich später, in einer Seitengasse, mit den Fingernägeln in Ians Schulter festkrallt, denkt Ian, daß der ganze Romantikscheiß nichts ist, gegen den heißen Atem an seinem Hals und das wilde wahnsinnige Glitzern in den hellgrauen Augen.