Die Spieluhr

von -Madara-
KurzgeschichteMystery, Schmerz/Trost / P12
Elant Wager Marsch Waxillium Ladrian Wayne Weher Ladrian Zane
23.03.2014
23.03.2014
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Hallo!

Ich kehre mal wieder nach Scadrial zurück. Ein kurzer Ausflug, der mir ziemlich viel Spaß gemacht hat.

Wie auch bei meinem Beitrag im Hobbit-Fandom habe ich hier nach dem Schreiben noch die ganz ekelhaften Fehler verbessert.
Ich habe ich die meiste Zeit über an die Charaktere aus den ersten drei Büchern gehalten, lediglich einmal habe ich einen kurzen Ausflug in die Zeit von >Wächter der Macht< unternommen.

Hier noch der Link zum Projekt:
http://forum.fanfiktion.de/t/8376/3




Rabenballade – Die Streuner

Marsch saß auf dem Dach von Keulers Laden.
Schmerz pochte in seinem Kopf und in seinem Rumpf, ausgehend von den Metallstacheln, die vor wenigen Tagen dort hindurchgetrieben wurden.
In seinem Inneren fühlte es sich leer an.
Noch immer war das Grauen so unglaublich nah, durch das er zum Stahlinquisitor geworden war. Noch immer sah er jene Bilder vor seinem inneren Auge.
Und nicht nur diese Bilder ließen ihm keine Ruhe. Der Oberste Herrscher war tot, doch Marsch konnte sich nicht freuen. Zumindest nicht so, wie die anderen.
Welchen Preis hatte er dafür gezahlt? Er würde sich damit abfinden können, dass man ein  Monster aus ihm gemacht hatte. Doch hatte sein jüngerer Bruder mit dem Leben zahlen müssen…



Miststück – Saltatio Mortis

Oft wurden in Luthadel Bälle vom Hochadel gegeben. Viele kamen dort zusammen.
Zuerst war Vin diese Welt zauberhaft vorgekommen, doch bald hatte sie ihren Fehler bemerkt.

Vin hielt sich etwas abseits, war von Sazed bereits alleine gelassen worden. Sie beobachtete ihre Umgebung. Beobachtete die anderen Frauen.
Es hatten sich Gruppen gebildet. Einige fanden sich scheinbar auf jedem Ball zusammen, andere nur dann und wann.
Viele der Frauen hatte Vin zu verabscheuen gelernt. Sie manipulierten andere und streuten Gerüchte, nur um selbst in einem besseren Licht dazustehen.
Vin verstand nicht, warum man so etwas tat. Durch Kelsier hatte sie ein ehrliches Miteinander kennen und schätzen gelernt. Nie wieder würde sie verstehen, wie man freiwillig dafür sorgen konnte, dass einem die eigenen Freunde ein Messer in den Rücken stechen würden, wenn man ihnen die Gelegenheit dazu gab.



Forever yours – Sunrise Avenue

Kelsier fiel vollkommen ausgelaugt auf die harte Pritsche in der Baracke. Im Dämmerlicht konnte er auf einer anderen Pritsche die Gestalt seiner Frau Mare ausmachen.
Sie schlief bereits. Der Tag in den Gruben hatte sie ebenso ausgelaugt wie ihn. An die täglichen Anstrengungen, den täglichen Kampf ums Überleben konnte man sich nicht gewöhnen. Auch dann nicht, wenn man schon fast ein Jahr hier war.
Kelsier und Mare konnten es schon als Segen empfinden, dass sie überhaupt ein Jahr hier überlebt hatten. Anderen war nicht einmal eine einzige Woche vergönnt.
Doch Kelsier war überzeugt, dass sie beide irgendwann würden fliehen können. Er jedenfalls würde nicht ohne seine Frau die Gruben verlassen, dass hatte er sich schon vorgenommen als Mare einige Tage nach ihm in die Gruben gebracht worden war. Auch wenn leise Zweifel in ihm blieben, ob es möglich war, dass der Oberste Herrscher nicht gelogen hatte und Mare eine Verräterin war.



7 Days to the wolves – Nightwish

Nebel hüllten Luthadel ein und legten einen undurchdringlichen Schleier über die Stadt und das ganze letzte Reich. Doch diese Nacht schien eine relativ klare Nacht zu sein, denn wenn Kelsier sein Zinn anfachte und den Blick zum dunklen Himmel wandte, dann konnte er die Sterne sehen.
Die Sterne, von deren Existenz die meisten Bewohner des Reiches nicht einmal wussten.
Der Blonde ließ den Kopf wieder nach vorne sinken, blickte durch den Nebel über die Dächer der Stadt. Die Fenster der Festungen des Hochadels waren nach wie vor erleuchtet und für Kelsier auch durch den Nebel gut zu sehen.
Er freute sich darauf, dass letzte Reich bis in seine Grundfesten zu erschütten, indem sie den Obersten Herrscher töteten. Er galt als unsterblich, doch Kelsier waren Gerüchte zu Ohren gekommen, dass diese Unsterblichkeit relativ war. Mit der richtigen Waffe würde man ihn töten können. Und er hoffte, dass das elfte Metall diese Waffe oder zumindest der Schlüssel zu dieser Waffe war.
Und dann würden die Skaa den Adel, die Obligatoren und die Inquisitoren des Ministeriums jagen, als wären sie ein Rudel Wölfe und die Diener des Obersten Herrschers die Schafe. Einer nach dem anderen würde von ihnen gerissen werden, dessen war Kelsier sich sicher. Grimmig zog er die Augenbrauen zusammen und ließ das Zinn verlöschen.



Sandmann – Oomph!

Marsch wusste, dass der Mann vor ihm ein Betrüger war und wagte es seine Bronze zu verbrennen. Der Mann vor ihm war ein Betrüger und irgendwas hatte das halb verhungert aussehende Mädchen hinter ihm damit zu tun. Doch noch war Marsch sich nicht sicher, auf welche Weise. Er wusste nur, dass einer von beiden seine Gefühle mit Allomantie hatte beeinflussen wollen. Nicht sehr geschickt zudem. So ging Marsch davon aus, dass es sich nicht um Häscher des Obersten Herrschers handelte, die nach Halbblütern wie ihm und seinem Bruder suchten.
Vorerst würde Marsch auch auf das Spiel des Betrügers eingehen, um das Mädchen im Auge behalten zu können. Und so tat er, als würde er sie nicht einmal bemerken.



Anderswelt – Schandmaul

In einem leichten Luftzug flackerten die Kerzen, die um Elant herum auf den Tischen der Bibliothek standen.
Er selbst nahm dies nicht wahr und fuhr sich mit einer Hand durch das ohnehin wirre Haar. Behutsam schlug er eine Seite des Buches um, in dem er gerade las.
Wieder einmal hatte er die Zeit vergessen, während er hier gesessen und gelesen hatte. Es passierte oft, denn die Bücher nahmen ihn mit auf eine Reise in andere Zeiten und beinah andere Welten. Sie waren ein Tor zu Dingen, die er niemals erleben würde.
Und außerdem war es immer ein Möglichkeit seinen Vater Straff Wager ein wenig zu ärgern. Die Beziehung zwischen ihnen war nie sonderlich herzlich gewesen, doch Elant machte dies nichts aus.
Er nahm einen Schluck aus seinem Weinkelch und warf einen kurzen Blick zu den Kerzen, ehe er seine Lektüre wieder aufnahm und sich abermals in dieser vertiefte.



Seemannslied – Subway to Sally

Gemeinsam mit Wayne saß Waxillium Ladrian in einem Zug, der das fruchtbare grüne Land um Elantel nur zu bald hinter sich gelassen hatte und hinaus ins Rauland rauschte.
Staub wirbelte auf und hüllte den Zug in eine dichte Wolke, die die Sicht aus den Fenstern erschwerte.
Wax ließ sich davon nicht stören, während sein Freund Wayne dies nicht einmal zur Kenntnis nahm. Bereits kurz nachdem der Zug angefahren war, war er eingeschlafen. Seinen geliebten Hut hatte er sich dabei tief ins Gesicht geschoben, sodass seine geschlossenen Augenlieder für Wax unsichtbar waren.
Mit gemischten Gefühlen beobachtete Waxillium die vorbeiziehende Landschaft. Einerseits freute er sich, dass er die Stadt verlassen konnte. Andererseits ließ er damit den Ort zurück, den er inzwischen irgendwie angefangen hatte als seine Heimat zu sehen. Und er ließ Marasi zurück, von der er noch immer nicht genau wusste, was sie und ihn miteinander verband.
Er hoffte, dass sie bald in die Stadt zurückkehren würden, auch wenn Wayne diese Hoffnung nicht teilte, wie er wusste.



Mir allein – Subway to Sally

Schon vor einiger Zeit hatte sich die Nacht über das Land gelegt wie ein dunkles Tuch. Doch Marsch konnte aufgrund der Eisenstacheln, die seine Augen durchbohrt hatten, seine Umgebung ebenso wahrnehmen, als wäre hellster Tag. Es war sein Fluch und sein Segen.
Als Stahlinquisitor benötigte Marsch nur noch wenig Zeit um zu ruhen. Das kam ihm gelegen, denn so hatte er weniger Zeit nachzudenken.
Wenn er zu lange still am selben Ort verharrte, dann hatte er wieder das Gefühl unter der Kontrolle Ruins zu stehen. Panik ließ dann seinen Mund trocken werden und sein Körper jagte Adrenalin durch seine Adern.
Es benötigte dann jedes Mal eine schier gewaltige Anstrengung sich selbst davon zu überzeugen, dass er sich bewegen konnte ohne dass Ruins Aufmerksamkeit sich auf ihn richten würde. Dass er nicht mehr in seinem eigenen Körper gefangen war, sondern frei war.
Doch obwohl er frei war, blieben die Schrecken.



Ins Dunkel – Subway to Sally

Wieder einmal hatte Zane sich eines der geliebten, beinah spielerischen Gefechte mit der anderen Nebelgeborenen geliefert.
Und nicht nur ihm schienen die nächtlichen Zusammentreffen Freude zu bereiten, denn auch Vin wurde zusehends zutraulicher ihm gegenüber. Wie Schatten huschten sie über die Dächer der schlafenden und in Nebel gehüllten Stadt. Die Quasten ihrer Nebelmäntel umflatterten sie, ließen sie mit dem diesigen Grau der Nacht eins werden. Es war in diesen Momenten egal, dass sie Feinde sein sollten und dass sie auf verschiedenen Seiten standen.
In diesen Momenten glaubte Zane sogar die geflüsterten Worte der Stimme überhören zu können, die sich in seinem Inneren eingenistet hatte.



Fairytale gone bad – Sunrise Avenue

Weher wusste, dass er sich eigentlich nicht auf Allrianne einlassen sollte. Es gab mehr als nur einen Grund, der gegen diese Verbindung sprach.
Zum einen sollte er eigentlich Allrianne als Feindin betrachten oder zumindest immer im Hinterkopf behalten, dass sie ein Spitzel sein könnte. Und zum anderen war da noch der gewaltige Altersunterschied zwischen ihnen, auf den auch Hammond – hilfsbereit wie immer – oft genug hinwies.
Doch Weher wusste auch, dass er sich tatsächlich und hoffnungslos in diese junge Frau verliebt hatte, die einem Sturm gleich in sein Leben hineingerauscht war.
Und wenn er nun ihr ebenmäßiges Gesicht betrachtete und das Blitzen ihrer Augen sah, dann fragte er sich, ob die Gründe, die gegen diese Verbindung sprachen, wirklich so gewichtig waren.
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