The truth about Varia and Eve Part 6 - Ephesia

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
21.03.2014
25.05.2014
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„Sahlia, hast du Eve gesehen?“

„Sie ist bei den Amalia und den anderen Königinnen.“

„Gut, ich muss euch beide sprechen, es ist dringend! Hat Eve etwas gegessen?“

„Nein, Gabrielle…“

Schweigend gingen sie zum Rat. Eve war im Gespräch mit Amalia, als Gabrielle mit Sahlia eintraf.

„Entschuldigt die Störung.“, Sahlia verneigte sich.

„Ihr stört nicht, wir waren gerade fertig.“

„Eve, ich muss mit dir reden. Es gibt das vielleicht eine Möglichkeit um…“,
Nairobe unterbrach Gabrielle, als sie in das Zelt gerannt kam.

„Eve…“, keuchte sie außer Atem, „…es sind Eindringlinge in unserem Gebiet. Die Späher brachten eben die Nachricht. Es ist eine schwer bewaffnete Gruppe Männer!!“

"Sei bitte genauer, Nairobe“, sprach Eve ruhig.

„Es sind etwa 10 Männer, gut ausgerüstet mit Waffen. Ein kleiner, dicker Mann sitzt auf einem großen Wagen, der tiefe Spuren im Boden verursacht.“

„Ein Wagen?“

„Ja, meine Königin.“

„Vielleicht ein armer Händler der durch Zufall, durch unser Gebiet reist?“, sprach Sahlia.

„Nein, nicht bei solcher Bewaffnung. Ich kann mir schon denken, was das für Leute sind…“, sprach Eve dunkel.

„Mörder oder Diebe?“

„Nein Sahlia, Sklavenhändler. Nairobe, sag den Frauen Bescheid, nimm viele Kriegerinnen mit, gute Bogenschützinnen. Wir brechen sofort auf!“

„Eve warte, du bist zu schwach für einen Kampf!“, warf Gabrielle energisch ein.

„Es geht mir gut!“

„Ich…“

„Keine Widerrede, Sahlia du kommst mit mir! Gabrielle?“

Gabrielle nickte ihr kurz zu. Kurze Zeit später steckte Nairobe erneut den Kopf zur Tür herein.

„Wir sind soweit!“

„Dann los!“

(xxx)

Eve ritt mit Gabrielle und Sahlia voran. Der Rest der Schar folgte ihnen in schnellem Tempo.

Kleanthes war unruhig. Er hasste die Amazonen und hatte keine Lust auf sie zu treffen. Sie kamen gut vorwärts, in etwa drei Stunden konnten sie das Gebiet verlassen, ohne Gefahr. Doch bis dahin war er ständig damit beschäftigt, die Umgebung abzusuchen. Das Kribbeln in seinem Bauch wurde unerträglich, Schweiß lief von seinem Kopf und durchnässte die Partie zwischen seinen Schultern. Selbst unter den Achseln konnte er die süßlich, riechende Feuchtigkeit spüren.

„Stopp!!!“, rief einer der Männer laut und hob die Hand.

Abrupt brachte Kleanthes den Wagen zum Anhalten.

„Was ist denn?“, zischte er angestrengt.

„Wir sind nicht mehr allein!“, sprach der kräftige Mann, der an der Spitze des Zuges ritt und zeigte auf den Weg.

Die Frau auf dem Pferd kam genau auf sie zugeritten.

„Verflucht! Das ist eine Amazone!!!“

„Na und! Sie ist alleine!“, rief einer der Männer.

„Zieht die Schwerter!!!“

„Nein wartet, wir wollen sie nicht bedrohen, lasst sie herankommen und verhaltet euch still!“, wies Kleanthes seine Leute an.

Langsam und ruhig näherte sich die Frau. Prüfend ließ sie ihren Blick in die Runde schweifen.

„Mein Name ist Eve, ich bin die Königin der Amazonen! Ihr habt unbefugt unser Land betreten!“

„Und was willst du dagegen tun, Süße?“, grölte der kräftige Mann lautstark.

„Sei ruhig Hydras! Mein Name ist Kleanthes!“, er verbeugte sich vor Eve, „…wir bitten hiermit darum, euer Land durchqueren zu dürfen!“

„Habt ihr euch verirrt?“

„Nein, doch die übliche Handelsroute ist am Pass versperrt. Wir konnten nicht weiter und haben uns dann für diesen Weg entschieden.“

Eve konnte sehen, dass der Mann log. Mit einem Ruck sprang sie vom Pferd.

„Ihr lügt!“

Kleanthes wich zurück, als sie auf ihn zuging.

„Ich sage es euch jetzt ein Mal im Guten. Ihr dreht sofort um, oder ihr werdet es bitter bereuen…“, die Männer lachten laut.

„Warum fangen wir sie nicht und kassieren beim Konsul eine Sonderprämie!“, sprach Hydras und zog seine Waffe.

„Nein, wir wollen keinen Streit. Wir werden umkehren, sofort!“

„Kleanthes, sei kein Narr. Sie ist alleine…“

Die Anderen schienen ebenfalls mutiger geworden zu sein. Mehrere Männer stiegen von ihren Pferden und gingen auf Eve zu. Lüstern grinsten sie in ihre Richtung.

„Ich würde das nicht tun…“, warnte Eve und zog ihr Schwert. Die Gruppe lachte erneut.

„Hey Männer!! Ich hab mal gehört, dass Amazonen ewige Jungfrauen sind, noch unberührt von den Händen eines Mannes…“

„Hydras! Zieht euch zurück und lasst sie in Frieden!!!“, schrie Kleanthes, doch seine Leute gehorchten ihm nicht.

„Ich will ihr doch gar nichts tun, ich sehe sie mir nur mal aus der Nähe an.
Oh ja, sie ist eine wirkliche Schönheit…“, er ging einmal um Eve herum, „…ich finde, wir sollten sie mitnehmen. Was mein ihr, Jungs?“

„Das ist meine letzte Warnung!“, sprach Eve und fixierte den Mann.

„Habt ihr das gehört!“, wieherte Hydras laut, „…sie warnt uns! Es wird mir eine Freude sein, dich glücklich zu machen, Königin Eve!“, er streichelte sich seinen Unterleib und blickte sie wollüstig an, „…packt sie!!!!“

„Wie ihr wollt!“, Eves schriller Pfiff ertönte und von allen Seiten, traten Frauen aus dem Unterholz hervor.

„Das ist eure letzte Chance, dreht sofort um und verlasst dieses Land!“

„Ich lasse mir bestimmt nicht von so einer Amazonenschlampe sagen, was ich zu tun habe! Auf sie!!“, wetterte Hydras. Wütend ließ er seine Klinge auf Eve herab sausen.

„Greift an!!!!", schrie Amalia.

Sofort kam Bewegung in die Menge. Die Krieger stürzten sich auf die Frauen, Pfeile zischten durch die Luft und trafen einige der Männer tödlich am Körper.

Kleanthes schlug die Hände über dem Kopf zusammen...

Seine Leute fielen wie die Fliegen, gerade noch konnte er sehen, wie Hydras Hals von Eves Schwert aufgeschlitzt wurde. Nach ein paar Minuten war alles vorbei. Bedrohlich ging Eve auf ihn zu.

„Bitte…tut mir nichts…“, er fiel vor ihr auf die Knie.

„Du bist Sklavenhändler, ist das richtig?“

Kleanthes nickte schnell.

„Ich hasse Sklavenhändler…“, Eve spuckte die Worte regelrecht auf den Boden.

Wimmernd hielt er sich die Hände vor die Brust.

„Ich werde dich verschonen, Kleanthes. Du hast zumindest versucht, deine törichten Mitstreiter davon abzuhalten, mich anzugreifen…“

„Danke…ihr werdet das…“

„Haltet den Mund! Ihr verschwindet sofort von hier, zwei der Frauen werden euch bis an die Landesgrenze begleiten. Solltet ihr es wagen, dieses Land noch einmal zu betreten, so werdet ihr es nicht wieder lebend verlassen, habt ihr verstanden?“, wieder ein schnelles Nicken.

Gabrielle untersuchte derweil den schweren Wagen.

„Wo ist der Schlüssel?“

„Er ist hier, in meinem Beutel...“

Mit einem schnellen, kräftigen Ruck riss Gabrielle ihm das lederne Säckchen vom Gürtel und ging zurück, um das Schloss zu öffnen. Was sie dann sah, ließ sie laut ausatmen...

In völliger Dunkelheit saßen zusammengepfercht mehrere Frauen, die sich schützend die Hand vor die Augen hielten. Unsicher dessen, was sie tun sollten, blickten sie Gabrielle verstört an.

„Bitte, fürchtet euch nicht.“, sprach sie mit sanfter Stimme, „…mein Name ist Gabrielle, ihr seid jetzt in Sicherheit.“

Zögerlich kamen die Gefangenen nacheinander aus dem Wagen.
Die Amazonen staunten nicht schlecht, als sie die Sklavinnen erblickten. Ängstlich senkten die Frauen ihre Köpfe.

„Ihr braucht keine Angst haben. Mein Name ist Eve. Ich bin die Königin der Amazonen.“

Ohne Aufforderung gingen die Frauen auf die Knie.

„Nein bitte, erhebt euch.“

„Königin Eve?“, eine ältere Frauen sah sie entschlossen an, „...mein Name ist Suraya, ich komme aus Persien.“

„Nun Suraya, an wen solltet ihr ausgeliefert werden?“

„An einen Konsul. Wir alle hier wurden verschleppt und sollten zum körperlichen Vergnügen verkauft werden.“

„Was machen wir nun mit Ihnen?“, fragte Nairobe.

„Wir werden euch sicher aus unserem Land geleiten, ihr seid nun frei und könnt gehen.“

„Aber…“, Suraya ging mutig auf Eve zu, „…wohin sollen wir gehen? Wir haben niemanden mehr, allein sind wir jedem schutzlos ausgeliefert.“

„Sie spricht die Wahrheit, Eve.“, Gabrielle nickte ihr zu.

„Warum nehmen wir sie nicht mit?“, schlug Amalia vor, „...Unter unserem Schutz würden sie auf jeden Fall Überleben.“

„Bitte lasst uns nicht allein. Wir sind keine Kriegerinnen, aber wir haben andere Fähigkeiten. Ihr könnt uns doch nicht einfach zurücklassen.“

Behutsam legte Eve der aufgeregten Frau, die Hand auf den Arm.

„Nicht jede Amazone ist eine Kriegerin…“, lächelte sie, „…wenn ihr euch vorstellen könnt mit uns zu leben, dann sei es so. Bei uns ist jede Frau die Hilfe sucht immer willkommen.“

Suraya sprach kurz mit den anderen Frauen.

„Wir nehmen eure Hilfe gerne an, Königin Eve.“

„Gut, dann lasst uns von hier verschwinden und…“, eine der Frauen fuchtelte wild mit den Armen und versuchte zu sprechen.

„Was hat sie?“, sprach Eve und stieg von ihrem schwarzen Pferd.
Suraya ging auf die Frau zu und nickte.

„Verzeiht, sie kann nicht reden. Sie haben ihr die Zunge herausgeschnitten, aber ich weiß, was sie sagen will. Eine von uns fehlt noch, eine Frau namens Ephesia. Sie ist ganz hinten im Wagen angekettet. Wir können sie nicht zurücklassen. Sie hat mir das Leben gerettet. Bitte helft auch ihr!“

Mit schnellen Schritten war Gabrielle am Wagen, schemenhaft erkannte sie die zusammengekauerte, bewusstlose Gestalt.

„Es stimmt, hier ist noch eine Frau!“, rief sie laut.

Sie zog den Schlüssel aus dem Wagenschloss, stieg in die Dunkelheit, tastete nach dem Schloss und öffnete mit einem Ruck, die schweren Fesseln. Sie griff unter die Schultern des kraftlosen Körpers und zog ihn aus dem Wagen heraus ins Licht.

Heller Sonnenschein fiel auf das Gesicht und ließ all seine Schönheit erkennen. Gabrielle war wie erstarrt vor Schreck...

„Das ist…unmöglich.“, röchelte sie, “…Eve…“, versuchte sie zu schreien, doch es war nicht mehr als ein Flüstern. Gabrielle leckte sich mit der Zunge über die trockenen Lippen.

„Amalia, nimm dir zwei weitere Kriegerinnen und bring diesen Abschaum von hier weg!“, befahl Eve in abfälligem Ton.

Flink war Kleanthes auf den Beinen, doch er rutschte in seiner Panik auf dem Boden aus und schlug hart mit dem Rücken auf. Ein silbernes Blinken erregte Eves Aufmerksamkeit. Mit ihrer Schwertspitze schob sie seinen Kragen beiseite.

Bleich starrte sie auf das Symbol an seinem Hals...

„Woher...habt ihr...das?“, hauchte sie geschockt, doch bevor Kleanthes etwas sagen konnte, hallte Gabrielles markerschütternder Schrei durch den Wald...