Ein Tag verändert dein Leben …

von Yido87
GeschichteDrama, Familie / P12
19.03.2014
13.11.2014
5
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So bin gespannt was ihr davon haltet :-)
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Der einzig leichte Tag war gestern ...

Nach drei Wochen war die OP Wunde soweit verheilt und Lesley wieder so fit das sie das Krankenhaus verlassen durfte. In den drei Wochen hatte Nick sich soweit es ging vorbereitet. Er hatte einen erste Hilfe Kurs und einen Kursus zur Herz Reanimation besucht, sich die notwenige Medikationen und Behandlungsschritte zeigen lassen. Hatte sein Gästezimmer in ein Zimmer für Lesleys verwandelt. Und etliche Gespräche mit den Ärzten geführt, die ihn auf alle Eventualitäten vorbereiten wollten. Und er hatte eine passende Pflegekraft gesucht die genug Erfahrungen mit herztransplantierten Kindern hatte. All das hatte so viel Zeit in Anspruch genommen das er Urlaub genommen hatte, auch die nächsten beiden Wochen in denen Lesley sich bei ihm eingewöhnen sollte hatte er noch frei. Er wollte jetzt nur für sie da sein damit es ihr nicht so schwer fiel sich an ihr neues Leben zu gewöhnen. Er hoffte das sie jetzt über den Berg war, das sie jetzt die endlosen Krankenhausaufenthalte hinter sich hatte, das ihr endlich ein Neustart möglich war.

Nick war heute außergewöhnlich früh auf den Beinen, obwohl ihm bewusst war das Lesley das Krankenhaus frühestens um 10 Uhr würde verlassen können. Erst musste Dr. Tameron die nötigen Papiere für die Entlassung fertig machen. Aber Anne, die engagierte Pflegekraft für Lesley, wollte schon um 8:30 hier sein. Als es an der Tür klingelte machte er eilig auf.
„Hallo ich bin Anne Miller“ sagte die junge Frau die vor der Tür stand und lächelte
„Ja kommen Sie rein, Miss Miller. Ich zeige ihn alles. Worum es geht haben wir ja schon ausführlich am Telefon besprochen“
Nickend stimmte Anne zu und betrat das Haus, Nick zeigte ihr wo sich alles befand und kurz nach neun war dann auch sämtlicher Papierkram erledigt.
„Ok Sie fangen dann also in zwei Tagen an ja? Dann hat Lesley etwas Zeit sich erst mal in ihr neues Zuhause einzugewöhnen. Und ich habe ja auch noch zwei Wochen Urlaub. Ich denke bis dahin hat sich das dann alles soweit eingespielt“
„Ja wir sehen uns Freitag. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.“
„Ihnen auch“ rief Nick ihr noch nach während er sich schon seine Jacke überzog um sich auf den Weg in die Klinik zu machen.
Er hielt vor der Klinik und schaute wie automatisch zu dem entsprechenden Fenster hoch, es war das selbe Fenster aus dem sie damals geschaut hatte, als sie ihm erzählte das sie wenn es regnete immer ganz aufgeregt wurde. Da bei Regen die Chancen besser standen das ein passendes Herz für sie kam.
Eiligen Schrittes überquerte Nick den Parkplatz und steuerte direkt die Fahrstühle an. Die Schwester hinter der Anmeldung nickte ihm freundlich zu und streckte einen Daumen in die Höhe da heute endlich der entschiedene Tag gekommen war wo Lesley nach Hause durfte. Ein Zuhause dass sie bis jetzt nicht einmal kennengelernt hatte. Doch Lesley machte das nichts, sie störte es nicht im geringsten, wie sie so vieles nicht störte, sie war einfach froh das sie leben durfte, genau wie Nick, der bis heute nicht wusste was er gemacht hätte wenn sie es nicht geschafft hätte. Lesley war dem Tod um Haaresbreite von der Schippe gesprungen, sie hatte ihm ein Schnäppchen geschlagen, wie Lesley es auszudrücken pflegte, auch das war wieder ein Grund warum Nick sie so unglaublich fand, ihre Sichtweise war so unglaublich.

Als er nun die Station betrat saß Lesley bereits in einem Rollstuhl und sah ihm lächelnd entgegen.
„Du bist schon fertig?“ fragte Nick erstaunt nach
„Ja“ antwortete Lesley und sah ihn mit einem verschmitzten Lächeln an
„Wie hast du das hinbekommen?“
Doch bevor Lesley antworten konnte, sagte die Krankenschwester die gerade bei den Beiden ankam
„Sie hat da ihre Mittel und Wege“ und zwinkerte Nick zu, dieser schaute zu Lesley und ein Grinsen legte sich auf sein Gesicht
„Ich kann es mir vorstellen“ meinte er daraufhin und wandte sich dann wieder an die Schwester.
„Also ist sie bereit zu gehen? Alle Papiere sind ausgefüllt? Alle Tests durch?“
„Ja alles schon erledigt, ich hole die Entlassungspapiere, ihre Akte und den Medikamentenplan mit ihren Rezepten. Sie können Sie direkt unten in der Apotheke einlösen. Wollt ihr in der Zeit schon die Sachen aus dem Zimmer holen?“ Damit verschwand die Schwester wieder und Nick schob Lesley zurück ins Zimmer.
Nach einer kurzen Verabschiedung durch das Stationsteam waren die Beiden jetzt endlich auf den Weg nach Hause.
Nick blickte während der Fahrt immer wieder zu dem Mädchen hinüber, da sie im Moment sehr ruhig wirkte.
„Alles in Ordnung?“ fragte er nach
„Ja, ich bin nur Müde“ verstehend nickte er daraufhin, da das in ihrem Zustand völlig normal war. Aber als er an dem Haus ankamen war Lesley neugierig genug alles zu inspizieren bevor sie sich hinlegte.
„Du hast ein schönes Haus“ murmelte sie kurz vor dem einschlafen. Nick saß auf einem Sessel neben ihrem Bett.
Kurz dachte er darüber nach dann schaute er zu Lesley hinüber.
„Wir“ meinte er daraufhin
„Du wohnst jetzt auch hier“ fügte er an und sah noch ein kurzes Lächeln über ihr Gesicht huschen bevor sich ihre Augen ganz schlossen. Als er sich sicher war das sie eingeschlafen war verließ er leise den Raum und kümmerte sich um liegengebliebene Arbeit. Er hatte zwar eigentlich Urlaub doch er war sich bewusst welche Hölle über ihn herein brechen würde wenn er völlig unvorbereitet aus dem Urlaub zurückkehren würde. Die Flut an Akten und Arbeit würde ihn erschlagen und daher zog er es vor die Zeiten, während Lesley sich erholte dazu zu nutzen soviel wie möglich zu arbeiten. Die beiden Wochen gingen ziemlich schnell herum und er hatte die Zeit mit Lesley wirklich genossen.
Doch jetzt hieß es den Alltag so gut und strikt wie möglich durch zu Takten wie es ging damit er sein Arbeitspensum bewältigen konnte und sich soviel Zeit wie Möglich für Lesley freischaufeln konnte. Das Mädchen hatte es ihm wirklich angetan, er konnte sich stundenlang mit ihr unterhalten oder einfach nur Spiele spielen. Ihr hatte er sich soweit geöffnet wie er es schon sehr lange Zeit bei keinem Menschen mehr gemacht hatte.

Und so krochen die Wochen ins Land und wurden zu einer Routine, Nicks Vater der damals bei der Vormundschaftsanhörung dabei war, verstand zwar noch immer nicht warum Nick sie das antat. Aber ihm war auch bewusst geworden wie wenig er eigentlich von seinem Sohn wusste und das er gute Gründe hatte all das auf sich zunehmen um diesem Mädchen zu helfen. Er selbst war nicht dazu bereit gewesen als Sarah ihn darauf angesprochen hatte.
In der Rechtshilfe nahmen seit dieser Zeit Alle Nicks gelegentliche Unpünktlichkeit hin. Alvin hielt ihm den Rücken frei und auch Laurie half wo sie nur konnte, kam immer mal wieder bei Nick vorbei und kümmerte sich darum das alles lief. Auch wenn Anne anrief wenn Lesley Beschwerden hatte, hatte er die Unterstützung der anderen sicher. Er war mittlerweile mehr als der Sozialstundenabreißer geworden, er gehörte jetzt irgendwie dazu, war ein Teil der Familie geworden.

Lulu hatte sich schließlich dafür entschieden in der Jugendrechtshilfe anzufangen, sie hatte das Angebot von Fallin Associates dankend abgelehnt. Und kaum war sie da und hatte die Besenkammer als ihr Refugium eingenommen, tauchte dieser arrogante Schnösel Nick Fallin dort auf und beanspruchte es als sein Büro, doch das ließ sie sich nicht nehmen und schickte ihn weg. Als Lulu das Geschehen in der Jugendrechtshilfe einige Wochen beobachtet hatte fiel ihr deutlich auf das Nick ständig aus dem Rahmen fiel aber Alle unterstützten ihn scheinbar noch dabei. Niemand dieser kleinen eingeschworenen Gemeinschaft verlor ein Wort darüber was eigentlich los war. Sie hatte mehrmals versucht etwas herauszubekommen doch irgendwie blockten alle ab, sie fühlte sich manchmal leicht deplatziert und schob allein Nick die Schuld dafür zu, er schien Alle irgendwie zu beeinflussen und nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.

Nick wollte unter keinen Umständen dass sein Privatleben in der Jugendrechtshilfe oder bei Fallin Associates breitgetreten wurde, er war schon immer sehr verschwiegen und das hatten die Anderen akzeptiert. Daher gab keiner nähere Informationen über Nicks momentane Situation heraus, und so nahm das Geschehen seinen Lauf.
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