"Something Olde, Something New – Something Borrowed, Something Blue and A Sixpence in your Shoe"

von kwieen64
GeschichteRomanze, Familie / P16
John Stillman Kat Miller Lilly Rush Nick Vera Scotty Valens Will Jeffries
19.03.2014
13.09.2015
24
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Ja, ja - wenn Rosa Valens etwas vorschlug, dann war das Gesetz und da gab es keine Widerrede!

So etwas kannte Lil Zeit ihres Lebens nicht und es fällt ihr verständlicherweise schwer, das zu verstehen.




Scottys POV:

Liebevoll sah er die wundervolle Frau an, die er im Arm hielt. „Wissen Sie, ich habe da so eine Theorie...wir sind Cops, also ist heiraten für uns nicht vorgesehen, nicht wahr?!“ Scotty lächelte. Wie schnell er doch vom Gegenteil zu überzeugen war! Dachte er damals noch, ihm blieben nur die Charlenes dieser Welt. Niemals hätte er sich träumen lassen, dass das Leben noch solche Überraschungen für ihn bereit halten würde.

Übermorgen sollte endlich der „große Tag“ sein und seine Mutter bestand darauf, dass Brautleute die letzte Nacht vor der Hochzeit nicht im selben Bett schlafen dürften – das bringe Unglück in der Ehe. Bei dem Gedanken an Lillys ungläubigen Gesichtsausdruck musste er wieder grinsen. Daran musste sie sich wohl gewöhnen, dass Rosas Wort im Hause Valens unumstößliches Gesetz war. Das galt nicht nur für Schwiegertöchter und Söhne, sondern auch für seinen Vater. Keiner wagte es, ihr zu widersprechen. Also würde er morgen wohl oder übel die Nacht im Gästezimmer seiner Eltern verbringen.

„Das ist doch auch für dich die allerletzte Gelegenheit, deine Entscheidung noch einmal in Ruhe und alleine zu überdenken.“ versuchte er, es ihr leichter zu machen. Sie hatte ihn bei diesen Worten angesehen, als ob er den Verstand verloren hätte. „Wieso darüber nachdenken?“ stammelte sie fassungslos. „Wenn du einen Rückzieher machen willst, musst du es nur sagen...“ Erschrocken, aber bestimmt hatte er den Kopf geschüttelt. Wie kam sie nur auf eine solch' verrückte Idee?

Schon bei ihrer ersten Begegnung im Verhörraum war diese unerklärlich, geradezu magische Faszination von ihr ausgegangen. Wie hatte Diane so treffend gestichelt? „So etwas nennt man wohl Liebe auf den ersten Blick!“ Sie hatte mit ihrer scharfen Zunge immer den Nagel auf den Kopf getroffen.

Bei der schrecklichen, brenzligen Situation mit George Marks im Wald war er halb wahnsinnig vor Angst gewesen, dass ihr etwas zustoßen könnte. Gut, dass John damals schnell und entschlossen die richtige Entscheidung getroffen hatte. Richtig knapp war es dann bei der Geiselnahme von Ed Martenson. Einen langen Moment hatte er geglaubt, sie würde in seinen Armen sterben....dann wäre sein Herz mit ihr gestorben. Aber selbst nach diesen lebensbedrohlichen Begebenheiten war er zu feige, ihr und vor allem sich selbst seine Gefühle einzugestehen. Da musste ihm erst jemand wie Yates einen richtig heftigen Schubs geben!

Vorsichtig drehte er sich auf den Rücken. Sofort schlang Lil ihren Arm um ihn und legte ihren Kopf auf seine Brust. Ihr Atem ging ruhig und gleichmäßig, auf ihrem Gesicht lag ein entspanntes Lächeln. Scotty sah zu ihr hinab, strich ihr eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht und schloss die Augen. Hoffentlich schlief sie die kommende Nacht auch alleine so ruhig wie hier in dieser.



Lillys POV:

Dass es bei ihrer zukünftigen Verwandtschaft zehn Mal so turbulent, aber auch mindestens hundert Mal herzlicher zuging als sie es jemals bei ihrer Mutter erlebt hatte – daran musste sich Lil erst gewöhnen. Aber diese seltsamen Bräuche toppten alles!

Rosa hatte beim sonntäglichen Familienessen verkündet, dass es Unglück bringen sollte, wenn die Brautleute die letzte Nacht vor der Hochzeit gemeinsam in einem Zimmer schlafen. Schon so viel Aberglauben machte sie sprachlos, aber Scottys Reaktion darauf gab ihr den Rest. Der mutierte in Gegenwart seiner streng blickenden Mutter vom coolen Cop zum gehorsamen Zwölfjährigen. Er nickte brav und versprach am 06. pünktlich zum Abendessen und anschließenden Übernachten zu erscheinen. Das konnte er ihr doch nicht antun!

Ausgerechnet in dieser Nacht, vor dem alles entscheidenden Tag, wo er doch ganz genau wusste, wie sehr sie alleine unter den nächtlichen Alpträumen litt! Darüber war noch nicht das letzte Wort gesprochen. Als Lil ihn auf dem Heimweg im Wagen darauf ansprach, war Scotty total erstaunt über ihr Unverständnis. „Das ist doch auch für dich die allerletzte Gelegenheit, deine Entscheidung noch einmal in Ruhe und alleine zu überdenken.“ Sie dachte, sie hätte sich verhört. Das hatte ihr den Rest gegeben. Hatte er kalte Füße bekommen, sich einen Problemfall wie sie aufzuladen? „Wenn du einen Rückzieher machen möchtest, musst du es nur sagen...“ Sie würde schon irgendwie damit fertig werden. Schließlich hatte sie immer noch das Angebot von Cavanaugh! Denn ihn nach all' dem weiterhin jeden Tag zu sehen – das ertrug Lil dann doch nicht.

Da hatte sie Scotty wohl ganz falsch eingeschätzt. Seinem fassungslosen Blick nach zu urteilen, dachte er keineswegs an einen Rückzieher. Sie würden wohl beide noch ein wenig an ihrem gegenseitigen Vertrauen arbeiten müssen!

Anderen Menschen - speziell Männern - zu trauen, war noch nie ihre Stärke gewesen. Die hatten sie, bis auf einige wenige Ausnahmen, nur enttäuscht. Wenn nur diese böse kleine Stimme in ihrem Kopf nicht wäre. Sie flüsterte wieder und wieder: „Warum sollte ausgerechnet DER anders sein als all' die Anderen?“ Zum Glück meldete sie sich in den letzten Monaten seltener und leiser. Vielleicht verschwand sie eines Tages ja ganz!? Mittlerweile brachte sie glücklicherweise schon ein liebevoller Blick, eine innige Umarmung, ein einziger Kuss von Scotty zum Schweigen.

Doch an diesem Abend brauchte es mehr als das, damit der Gedanke an die kommende einsame Nacht seinen Schrecken verlor. Selbst das gelang ihm so gut, dass Lil in seinen Armen beruhigt einschlafen konnte.



So, das war also jetzt das allererste Kapitel meiner Fortsetzung und ich bin sehr gespannt auf eure Meinung dazu. Also haut fleißig in die Tasten. Ich freue mich wie immer über Lob und jede Art von  konstruktiver Kritik.
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