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Mikeys neue Herausforderung

von - Leela -
GeschichteAllgemein / P6 / Gen
Annie Sloan Mikey Randall
18.03.2014
18.03.2014
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882
 
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18.03.2014 882
 
Annie lief über den Parkplatz, um zu Mikey aufzuschließen. „Mikey, warte…“
      Mikey drehte sich zu Parkers Freundin um. „Annie! Was gibt’s?“
      Annie blieb atemlos vor Mikey stehen. „Mikey du mußt mir helfen, bitte!“
      Der dunkelhaarige Motorradfreak lächelte gewinnend. „Klar! Worum geht es denn?“
      Annie schöpfte Atem, bevor sie erklärte: „Ich habe doch die Kinderbastelgruppe morgen im Diner. Aber ich kann sie morgen nicht leiten, weil mir etwas dazwischen gekommen ist. Kannst du das für mich übernehmen?“
      Mikeys Lächeln war schon während ihrer Erzählung verflogen.
      „Bitte!“ setzte Annie verzweifelt nach.
      Der Rocker konnte sich ein kleines Lachen nicht verkneifen. „Ich soll das, was dir dazwischen gekommen ist übernehmen?“ fragte er hoffnungsvoll.
      „Nein, die Bastelgruppe!“ zerschlug sie seine kühne Hoffnung.
      „Das habe ich geahnt.“ kommentierte er rhetorisch. Er machte eine abwehrende Geste. „Annie… Bei aller Freundschaft, das kann ich nicht!“ erklärte er entschieden. „Ich mache alles mögliche, aber eine Gruppe kleiner Kinder beaufsichtigen…“
      „Bitte, ich habe niemand anderen, der es tun könnte!“ flehte Annie.
      „Warum fragst du Parker nicht?“
      „Er hätte es sogar gemacht! Aber er muß morgen in der Videothek aushelfen, weil neue Ware reinkommt.“
      „Ach ja, da war was.“ erinnerte sich Mikey.
      Der Blick der blonden junge Frau wurde immer verzweifelter. „Bitte, ich habe schon alle gefragt. Du bist meine letzte Rettung!“
      „Kannst du deinen Termin nicht verschieben?“ schlug Mikey vor.
      „Das ist der Geburtstag meiner Oma!“
      Verblüffte Stille setzte ein.
      „Du legst einen Bastelnachmittag auf den Geburtstag deiner Oma?“ fragte Mikey fassungslos.
      „Nein!“ erklärte Annie verzweifelt. „Sie hatte ja schon Geburtstag, aber ich konnte nicht ahnen, daß sie die Feier auf genau den Tag legt, da hatte ich die Bastelgruppe schon zugesagt!“
      Mikey verdrehte unverhohlen die Augen.
      „Mikey, bitte! Ich habe sogar schon Kube gefragt! Ich würde dich in dieser Angelegenheit bestimmt nicht fragen, wenn ich nicht alles andere schon ausprobiert hätte…“ Sie sah ihn flehentlich an. Als keine Reaktion kam, setzte sie nach: „Mikey, wenn du es nicht machst, müssen wir den Nachmittag absagen…“
      „Was… muß ich denn da machen?“ erkundigte er sich, zwar mit nur wenig Begeisterung, aber irgendwie mochte er es ihr doch nicht antun abzulehnen.
      „Och, eigentlich gar nicht viel. Es geht darum, mit den Kindern Fensterbilder zu basteln. Das ist eigentlich ganz simpel. Das Material dafür und die Bücher mit den Vorlagen habe ich schon im Diner hinter den Tresen gelegt.“
      Mikey stand der Mund vor Verblüffung offen. „Ganz simpel? Ich dachte, ich soll nur ein bißchen aufpassen, daß keins von den Kindern wegläuft!“
      „Naja, wenn die Kinder Fragen haben, mußt du sie schon ein bißchen anleiten! Aber das ist ganz einfach, wirklich! Sie brauchen ja nur aus dem bunten Kartonpapier Formen auszuschneiden und zusammenkleben, und vielleicht noch ein bißchen anmalen.“
      „Nur…?“ keuchte Mikey. „Von… wie vielen Kindern sprechen wir denn?“
      „Keine Sorge, es ist nur eine kleine Gruppe!“ winkte Annie ab. „Mehr als zehn werden es nicht.“
      Mikey atmete gepreßt durch. „Vielleicht kann ich ja Parker überreden, daß ich ihn in der Videothek ablösen kann…“
      „Mikey, so schlimm ist es wirklich nicht!“ meinte Annie zuversichtlich. „Probier’ es doch einfach mal aus, du wirst sehen, das macht echt Spaß! Gegen Abend komme ich auch dazu, wenn das Kaffeetrinken vorbei ist.“
      „Versprochen?“ fragte Mikey.
      „Versprochen!“ erwiderte Annie.
      Mikey atmete tief durch. „Okay. Wann fängt es an?“
      „Die Kinder werden um drei gebracht. Das ganze soll maximal bis um sieben gehen. Eigentlich habe ich gesagt, bis um sechs, aber mit der ganzen Abholphase, zusammenpacken, und dann wollen die Kinder ja ihren Eltern auch zeigen was sie gebastelt haben…“
      „Schon verstanden. Vier Stunden. Okay, das werde ich schon irgendwie durchhalten.“
      Annie lächelte. „Du machst das schon, Mikey!“ Sie klopfte ihm auf den Arm. Dann gab sie ihm den Schlüssel zum Diner. „Am besten bist du schon zehn Minuten früher da zum aufschließen. Und Nick hat gesagt, wir dürfen von den Kaltgetränken aus dem kleinen Kühlschrank etwas nehmen.“
      „Alles klar.“
      Annie strahlte, ganz im Gegensatz zu Mikey. „Du bist ein Schatz! Also, dann sehen wir uns morgen abend!“ Damit wandte sie sich um und lief schon über den Platz zurück.
      „Annie?“ rief Mikey ihr nach, und sie drehte sich noch einmal mit fragendem Blick um. Er sah sie etwas verhalten an. „Und ich kann dich wirklich nicht auf dem Geburtstag deiner Oma ablösen…?“
      Annie schüttelte mit einem amüsierten Schmunzeln den Kopf. Dann lief sie weiter zu ihrem Auto.
      Mikey starrte den Schlüssel in seinen Händen an. Wie hatte er sich nur wieder breitschlagen lassen können; und dann ausgerechnet für so etwas? Ein Nachmittag mit zehn kleinen verzogenen Gören… Hatte es keinen freien Platz mehr in der Hölle gegeben?
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