Erinnerung

KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
Alfred Ill Claire Zachanassian / Klara Wäscher
18.03.2014
18.03.2014
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18.03.2014 1.004
 
Anknüpfung an diese FF bzw weiterer Gedankengang und Romankurzfassung vom Original und Musical: http://www.fanfiktion.de/s/5210a17300013897199f3d62/1/Der-Besuch-der-alten-Dame



Erinnerung


Der heutige Tag
Sie schaute aus dem Fenster der Scheune. Es regnete noch immer in Strömen und es war noch kein Ende in Sicht. Ihre Haare, die nach der Zeit, nun weiß geworden waren, waren durchnässt. Sie zitterte leicht. Es ist ein wirklich kalter September. Sie schaute sich um und sah entfernt eine Decke liegen, stützte sich auf ihrem Geh-Stock auf und stand auf. Ihr Bein schmerzte. Vor einer geschätzten halben Stunde, hätte sie ihre Tabletten nehmen sollen, doch sie war nicht annähernd, in der Nähe des Hotels. Die Dame im schwarzen Hosenanzug, schritt langsam auf die Decke zu und Griff nach ihr, setzte sich wieder auf den nächst besten Heu-ballen und hüllte sich in der Decke ein. Ihre Gedanken kreisten. Dieser Ort kam ihr so bekannt vor und war doch gleichzeitig fremd geworden. Einst begann hier ihr Schicksal und veränderte schlagartig, ihr Leben.

40 Jahre zuvor
Eine junge Frau, mit glatten langen blonden Haaren saß auf dem Beifahrersitz eines VW Käfers und lachte. Es war mitten in der Nacht und die Person neben ihr, ein gut aussehender junger Mann,mit braunen Haaren und blauen Augen, fuhr den Wagen. Er schaute in ihre blauen zarten Augen und strich ihr über die Wange. „Ich liebe dich Kläri.“ sagte er leise und behutsam zu ihr. Sie schrie laut auf und dann wurde es dunkel um beide. Sie wachte auf, wusste nicht wo sie war. Sie schaute um sich. Eine Scheune musste es sein. „Alfred?“ rief sie laut in die stille Nacht hinaus. Sie wollte aufstehen. Ein Schmerz durchzuckte ihren Körper. Sie schaute zu ihren Beinen und sah nur das Blut, dass an ihnen war. Sie schrie um Hilfe und hoffte, dass irgendeiner sie hörte. Ein Mann im fortgeschrittenem Alter, fand sie wenig später, bewusstlos, in der Scheune, im Wald. Er brachte sie in das nächste Klinikum.

38 Jahre zuvor
2 Jahre war der Tag her, an dem ihr ein Arzt sagte: „Frau Wäscher, es tut uns sehr Leid, dass wir ihnen mitteilen müssen, dass sie ihr Kind verloren haben. Zudem müssen wir ihnen noch eine nicht erfreuliche Nachricht sagen. Sie werden nie wieder laufen können. Ihr rechtes Bein wurde mit einer Prothese versehen, wir konnten es nicht mehr retten. Das Linke Bein hat mehrere Brüche erlitten. Es tut mir sehr Leid. Mein aufrichtiges Beileid Frau Wäscher.“ Ich schloss die Augen und sank auf einen Stuhl, der in der verlassenen Straße stand. Ich hatte alles verloren. Meine Ehre, meinen Stolz, meine Würde und meine Liebe. Ein Mann trat vor mich und schaute mich an. „Ich kann dir helfen.“ sagte er. Ich wusste nicht was er meinte, aber doch schien er gutes Geld zu haben und so ging ich mit ihm.

10 Jahre zuvor
Die alte Dame stand, in einem weißen Hosenanzug, neben einem schwarzen Sarg. Sie legte die Hand darauf. Gestützt auf ihren Geh-Stock, der schwarz war und dessen Griff vergoldet ist, schaute sie den Priester an. Er gab ihm den letzten Segen und so sank der Sarg in den Boden hinab. Sie lächelte. Er hatte es gesagt. Er wollte ihr helfen und er hat es getan. Er hat sein Wort gehalten Durch ihn hieß sie nun nicht mehr Kläri Wäscher, sondern Claire Zachanassian. Eine reiche Witwe. Er verstarb sehr früh und so ging sie ihr Leben weiter und heiratete erneut. Ihr Haar war nun kurz und streng nach hinten gekämmt. Sie schaute in den Himmel und dankte, ihrem verstorbenem, achten Ehemann für die Zeit, die sie gemeinsam hatten und schritt dann mit ihren Bodyguards zur schwarzen Limousine.

5 Tage zuvor
„Danke meine Herren“. Die Dame erhob sich aus dem Sessel, ihres Konferenzraumes und ging, zu der großen Glaswand und schaute auf New York hinunter. John einer ihrer Bediensteten Streitmächte, ging auf sie zu. „Madam ihr Hubschrauber steht Abflug bereit. Sind sie sicher, dass sie in dieses Kaff reisen wollen?“ Sie lächelte. Die alte Dame, war sich sehr sicher. Sie nickte entschieden und ging dann, auf ihrem Geh-Stock gestützt, zum Fahrstuhl.

2 Tage zuvor
„2 Milliarden Schweizer Franken, wenn Alfred Ill stirbt!“ sagte sie laut. Die Güllener schauten sie erschrocken an. Sie fragten sich, ob die Dame im schwarzen Abendkleid und toupierten weißen Haaren, dies wirklich ernst meinte. Der Pfarrer sagte: „Gott wird sie strafen!“ sie hingegen sagte abweisend „Ich glaube nicht.“. Sie erhob sich und schritt zur Treppe empor und betrat die erste Stufe. Ihr Bein schmerzte leicht. Sie zog sich langsam, mit aller Kraft, am Treppengeländer entlang, auf ihren Geh-Stock gestützt, die Treppe empor. „Wir lehnen ihr Angebot ab!“ schrie der Bürgermeister, sie voller Wut an. Sie blieb stehen, drehte sich um und schaute ihn lächelnd an. „Ich kann warten“ sagte sie verachtend.  

Der heutige Tag      
Ein Mann im mittleren Alter, betrat die Scheune und setzte sich durchnässt neben sie. „Warum hast du das getan?“ fragte sie ihn, schaute jedoch immer noch nach draußen, in den Regen. „Es tut mir so leid. Ich wollte das alles nicht.“ er nahm ihre Hand. Erst jetzt, wendete sie ihren Blick, auf den Mann, der neben ihr saß und schaute ihm, tief in die Augen. „Du weißt nicht, was ich durchmachen musste. Ich habe mühselig wieder gehen gelernt und die Ärzte widerlegt. Ich habe damals, ein Kind in mir getragen. Wie konntest du das nur tun?“ im liefen Tränen, über die Wangen. „Claire es tut mir leid!“ sagte er, mit zittriger Stimme. Die Dame im schwarzen Anzug, blieb kalt und erhob sich. „Du wirst deine gerechte Strafe bekommen Alfred. Güllen hat mich zur Hure gemacht und nun mache ich ein Bordell daraus! Damals als ich noch jung war und in dich verliebt, hast du mich und unser Kind getötet und nun werde ich dich töten!“ sie schritt langsam zur Tür und trat in den strömenden Regen, drehte sich kurz, noch einmal um und schaute den verzweifelten Alfred an, bevor sie durch den Regen, Richtung Stadt zurück ging.
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