Rosaroter Frühling (Kirschroter Sommer/ Türkisgrüner Winter)

GeschichteRomanze / P16
Elyas Schwarz Emely Winter
18.03.2014
11.11.2014
16
24.332
2
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Dieses Kapitel
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18.03.2014 960
 
Die Charaktere sind nicht von mir, sie gehören der Autorin Carina Bartsch und zu ihren zwei Büchern: Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter
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Die wenigen Stunden, die wir hatten, zum Schlafen, betrachtete ich Elyas. Immer wieder strich ich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht und fragte mich: Passiert das alles wirklich oder träume ich nur? Es schien mir alles so surreal, aber im Inneren wusste ich, dass ich nicht träumte.
Elyas schlug blinzelnd die Augen auf. Der Wecker hatte ihn geweckt.
  „Morgen, mein Engel“, murmelte er und drückte mir einen Kuss auf die Lippen.
  „Morgen, mein Hübscher“, erwiderte ich mit einem irren Grinsen auf den Lippen und erwiderte seinen züchtigen Kuss.
  „Weißt du, wie komisch das aus deinem Mund klingt?“
  „Ich kann auch sagen: Was machst du in meinem Bett?! Raus! Verschwinde!“
  „Nein“, schmollte er und vergrub das Gesicht an meinem Hals. „Das kannst du nicht machen.“
  „Nein, tue ich auch nicht“, lachte ich. „Du solltest aufstehen.“
  „Ja.“
  „Hast du Angst?“
  „Das nicht unbedingt. Ich mache mir bloß Sorgen.“
  „Es wird schon alles werden. Vertrau mir. Jessica kommt wieder in Ordnung, da bin ich mir sicher.“ Er lächelte mich an und mein Herz schlug schneller.
  „Eva ist schon weg“, klärte ich ihn auf. Er grinste frech. „Denk nicht mal dran, Schwarz. Du hast gleich einen Termin im Krankenhaus.“
  „Ist ja gut. Ich bin ganz artig.“

  Ich ließ Elyas nur sehr unwillig gehen und ihm schien der Abschied genauso schwer zu fallen. Ich sah von meinem Fenster dem Mustang nach. Vorgestern hatte ich die Fahrt darin gar nicht genossen.
Einige Stunden später klingelte mein Handy. Es war Alex.
  „Hey, Emely. Sebastian hat mich gerade angerufen. Er und Elyas sind jetzt noch im Krankenhaus. Jessica geht es gut und sie ist auf dem Weg der Besserung.“
  „Das sind gute Nachrichten.“
  „Ja, sag mal, weißt du, wo Elyas letzte Nacht war? Ich habe Sebastian gefragt, der hat mir aber nichts gesagt.“
  „Ähm...“
  „Emely!“
  „Ist ja gut. Er war bei mir.“
  „Und?“, quiekte sie.
  „Es ist alles gut zwischen uns.“
  „Das ist alles? Du wirst mir jetzt sofort die ganze Wahrheit erzählen oder ich rede nie wieder mit dir. Hast du verstanden?!“ Sie war unerbittlich.
  „Pass auf, Alex, es fährt gleich ein Bus und ich komme zu dir, okay?“
  „Sag dem Busfahrer, er soll auf die Tube drücken.“
  „Bis gleich.“

  Bei Alex angekommen, war mir bereits bewusst geworden, dass diese Unterhaltung nicht lustig werden würde. Sie zerrte mich in die Wohnung und befahl mir zu erzählen. Ungefähr eine halbe Stunde später war ich fertig. Es war natürlich nur die Kurzfassung, aber Alex war sprachlos.
  „Mein Bruder ist doch ein Arsch. Wie kann man so dumm sein? Wie kann er dir das antun? Wenn er diesen Sören nicht gemocht hat, hätte er ihm die Scheiße doch doppelt nicht glauben dürfen. Er kannte dich doch und muss doch gewusst haben, dass du niemanden so verletzen könntest. Und die Scheiße mit den E-Mails!“ Die Tür wurde geöffnet. Elyas und Sebastian waren zurück. Wütend stapfte Alex auf ihren Bruder zu. Sie verpasste ihm eine Ohrfeige. „Wie konntest du nur so eine Scheiße bauen?“, schrie sie. „Sei froh, dass du Emely betrogen hast und nicht mich! Ich hätte dich dafür geköpft. Das würde ich ja jetzt schon gerne machen! Ich hoffe, dir ist klar, wie sehr du Emely damit verletzt hast. Wehe, du machst so was noch mal, dann bekommst du es aber mit mir zu tun und dann ist es mir scheißegal, ob du mein Bruder bist oder nicht!“ Sie funkelte ihn an.
  „Alex, jetzt komm mal wieder runter. Es ist doch alles wieder in Ordnung“, versuchte ich Elyas vor seiner Schwester zu retten. Meine Worte wurden gegen Ende hin immer leiser, da Elyas’ Augen leuchten als er mich sah.
  „Emely, er hat dir zweimal das Herz gebrochen.“
  „Na und? Wir haben uns vertragen.“ Ich zwinkerte Elyas zu. „Und er hat das ja nicht mit Absicht gemacht.“ Elyas schien sich von Alex’ Ausbruch erholt zu haben.
  „Ich freue mich auch dich zu sehen, Schwesterherz.“
  „Komm mir bloß nicht mit Schwesterherz.“
  „Alex, jetzt lass deinen Bruder doch mal in Frieden. Das ist Emelys und Elyas’ Sache. Nicht deine“, schaltete sich Sebastian ein.
  „Jetzt fall du mir auch noch in den Rücken.“
  „Das hat doch nichts mit in den Rücken fallen zu tun. Es steht dir einfach nicht zu Elyas Vorwürfe zu machen. Das macht er selber schon genug.“ Sie grummelte noch ein bisschen.
  „Sorry, Bruderherz“, murmelte sie nach einer Weile.
  „Schon okay und jetzt haut endlich ab ihr Beiden.“
  „Äh. Ich wohne hier?“
  „Sebastian wollte mit dir noch irgendwo hin.“
  „Du bist ein Arsch, Elyas“, maulte Sebastian, der Alex das offenbar selber sagen wollte. „So dankst du mir meine Unterstützung.
  „Ich weiß“, grinste er.

  Als die Beiden verschwunden waren, kam Elyas auf mich zu. Ich saß noch immer auf der Couch. Er setzte sich neben mich und legte den Kopf an meine Schulter.
  „Wie geht es dir?“, fragte ich.
  „In Bezug auf was? Auf dich oder Jessica?“
  „Hmm... Beides.“
  „Ich bin sehr erleichtert, dass es Jessica den Umständen entsprechend gut geht.“
  „Und in Bezug auf mich?“
  „Ich realisiere so langsam, dass du mir noch eine Chance gibst. Alex hat mir gerade noch mal schön verdeutlicht, dass ich absolute Scheiße gebaut habe und dich beispiellos verletzt habe. Ich verstehe nicht, was du an mir findest...“
  „Tja. Ich auch nicht, aber ich liebe dich nun mal.“
  „Warum nur?“
  „Weil du einfach unwiderstehlich bist.“ Er grinste verlegen.
  „Das habe ich auch mal gedacht. Und dann traf ich dich wieder.“
  „Was jetzt? Ich soll schuld daran sein, dass du Scheiße gebaut hast und dich nicht mehr unwiderstehlich findest?“
  „Genau.“
  „Du spinnst ja wohl!“, rief ich empört.
  „Da hast du Recht.“ Er grinste und küsste mich.
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