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Murder at the museum

GeschichteKrimi / P12
Lindsay Donner Professor Connor Doyle
15.03.2014
15.03.2014
1
5.729
 
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15.03.2014 5.729
 
Titel: Murder at the museum
Autor: DancingStar
Crossover: PSI Factor/ Sue Thomas F.B.Eye
Pairing: Connor/ Lindsay, Jack/ Sue
Rating: 12
Kategorie: AU, Crime
Inhalt: Ein reicher Kunstsammler wird tot im Museum aufgefunden. Das Team soll ermitteln.
Anmerkungen: keine


Murder at the museum

Es geschah nicht alle Tage, dass man das Team in ein Kunstmuseum bestellte. „Weiß jemand von euch, was uns hier erwartet?“, fragte Jack neugierig, denn er hatte keine Ahnung, warum sie hier waren.
„Modernes Design. Klimatisierte Räume und etliche Bilder, die so wertvoll sind, dass du lebenslang davon leben könntest, wenn du sie auf dem Schwarzmarkt verkaufst.“
„Ich sehe, du hast die überlegt, was du mit so viel Geld machen könntest“, sagte Connor zur ihr, während sie die Marmortreppe des Chicago Museum of Modern Arts hinaufgingen. Genauso wie seine Kollegen hatte er keine Idee, warum man ausgerechnet ein Team des OSIR in das Kunstmuseum bestellt hatte.
„Vielleicht hat Big Foot ein Bild gestohlen“, hatte Jack gegrinst, während sie vom Flughafen direkt hierher gefahren waren, „Oder schlimmer noch: Er hat sich darauf verewigt.“ Seine Kollegen hatten im ersten Moment nicht gewusst, was sie von diesem Scherz halten sollten. Sie stöhnten innerlich auf, als sie das Museum zum ersten Mal sahen: Von außen wirkte es wie ein kalter, emotionsloser Betonklotz und als sie sahen, um welches Museum es sind handelte, ahnten sie, dass es sich um nichts Gutes Handeln konnte. Schlimmstenfalls hatte man das Team angefordert, damit es einen Kunstraub aufklären konnte, aber Lindsay hatte nichts Vergleichbares in den Nachrichten gehört.
An der Eingangstür wurden sie von einer Frau im buntgemusterten Overall empfangen. Sie trug ihre grauen Haare zu einem streng gebundene Zopf und bat sie sogleich herein. Offenbar war sie die Besitzerin des Museums, oder zumindest eine wichtige Geldgeberin. Die Frau bestand darauf, dass Sue ihren Hund Levi draußen vor der Tür am Fahrradständer festband. Nicht einmal Connors Einwände, dass Levi ein wichtiges Hilfsmittel für die gehörlose Sue war, brachten die Frau dazu, es sich anders zu überlegen.
„Ich freue mich, Sie hier willkommen zu heißen, auch wenn der Anlass kein Guter ist…“, sagte sie. Es war Frühsommer und ungewöhnlich warm in der Stadt. Das Innere des Museums war tatsächlich angenehm kühl.
Die Zeit war gekommen, sie auf den Grund ihrer Anwesenheit anzusprechen, fand Connor. „Man hat uns nicht gesagt, warum wir  in Ihr Museum kommen sollten…“, begann er, „Es wäre nur fair, wenn Sie mein Team und mich auf den neuesten Stand bringen.“
Die Museumsbesitzerin sah sie verständnislos an. Sollte sein Team tatsächlich aus nur vier Personen bestehen. Connor schien ihre Gedanken gelesen zu haben, denn plötzlich sagte er: „Es wäre leichter gewesen, ein Team zusammen zu stellen, wenn wir gewusst hätten was uns erwartet.“ Er erklärte ihr, dass sie außerdem noch Personal anfordern konnten, sollten sie an ihre Grenzen stoßen.
„Wie Sie vielleicht bemerkt haben, befinden Sie sich in einem der wichtigsten Musen des Landes“, begann die Besitzerin, „Und ich verlange, dass Sie die hier ausgestellten Kunstwerke mit Wertschätzung behandeln…“
Innerlich rollten Jack und Sue mit den Augen. Er warf ihr einen Blick zu und murmelte ein lautloses „Wie langweilig“. Weil Sue Lippenlesen konnte, war es ein leichtes für sie, herauszufinden, was er sagte. Sue konnte nicht anders als zu kichern.
Connor drehte sich nach den beiden um, konzentrierte sich dann jedoch wieder auf die Museumsbesitzerin. „Ich verspreche, dass wir die Kunstgemälde achten und wertschätzen. Aber warum sind wir hier?“
Sie machten sich nun auf den Weg in das Obergeschoss des Museums. Sie gingen eine breite Holztreppe hinauf. Ihre Schritte verursachten jede Menge Lärm auf dem Untergrund.
„Als ich vor zwei Tagen einen Kontrollgang durch mein Museum unternommen habe, habe ich einen toten Mann gefunden. Ich weiß nicht, wie wir ihn bei unserer allabendlichen Kontrolle übersehen konnten“, die Frau erklärte, dass sie und ein Wachmann jeden Abend einen Kontrollgang durch das Museum unternahmen um zu überprüfen, ob alles in Ordnung war.
Connor äußerte die Vermutung, dass der Mann ein Einbrecher war. Das Problem war nur, dass die örtliche Polizei keinerlei Einbruchsspuren entdeckt hatte.
„War er vielleicht ein Besucher des Museums, der sich Versteckt hat, während Sie Ihren Kontrollgang unternommen haben?“, fragte Lindsay. Allerdings machte dies einen harmlosen Museumsbesucher verdächtig. Vielleicht war er doch ein Einbrecher, der nur durch die Eingangstür hereingekommen war und sich im Museum versteckte, bis er zuschlagen konnte.
„Das liegt natürlich im Bereich des Möglichen“, sagte die Museumsbesitzerin, „Aber der Mann, den ich tot aufgefunden habe, hatte eigentlich kein Motiv gehabt, in dieses Gebäude einzubrechen. Er war der Besitzer einiger hier ausgestellter Kunstwerke und so wohlhabend, dass er sich um Geld nicht zu kümmern brauchte. Er liebte Kunst so sehr, dass er beinahe jeden Tag herkam.“
Sie blieben nun am oberen Ende der Treppe stehen. „Ma´am, ich verstehe noch immer nicht, warum wir eigentlich hier sind“, gab Connor zu. Sein Team nickte ebenfalls.
„Das ist offensichtlich“, meine die Museumsbesitzerin, „Ich habe den Mann vor einem Bild namens „Der Anfang der Dunkelheit“ aufgefunden. In Kunstkennerkreisen erzählt man sich, dass Gemälde sei verflucht.“

Der tote Mann heiß James Williams und die Museumsbesitzerin hatte sogar den leitenden Polizeiermittler in dem Todesfall noch einmal in das Museum gebeten: Er wartete in dem Raum, in dem auch das besagte, verfluchte Gemälde ausgestellt war.
„Wie genau ist Mister Williams denn gestorben?“, wollte Sue von dem Polizisten wissen. Der dunkelhäutige Mann führte sie zu einem großen, gelben Smiley aus Plastik, dessen Lachgesicht sie von der Wand aus unschuldig anstrahlte. Dann holte er einige Fotos vom Tatort und dem Leichnam aus seiner Jackentasche. „Dieser Smiley ist etwa 500 Kilogramm schwer“, erklärte der Polizist, „Irgendwie muss der Smiley sich aus seiner Haltevorrichtung von der Wand  gelöst haben. Wir fanden James Williams unter dem Smiley begraben.“
„Welch Ironie. Ein fröhlich lachender Smiley hat zum Tod dieses Mannes geführt“, mischte sich Jack nun ein.
„Warum ist das Ironisch?“, Lindsay verstand nicht.
„Naja, der Tote wohnte zu Lebzeiten fast im Museum“, meinte Jack, „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier viel zu lachen gibt.“
Lindsay rollte mit den Augen, als sie dies hörte. Sie und Sue entdeckten ein Bild an der Wand, welches ihnen gefiel. Es zeigte eine Gruppe Frauen, offenbar Dienstmädchen, die in der Abenddämmerung nach Hause ging.
Als sie direkt vor dem Bild stehen blieben, hörte Lindsay ein lautes Pfeifen. Sie ergriff reflexartig Sue´s Arm und sei beide traten einen Schritt zurück. „Was war das?“, fragte Lindsay.
„Die Alarmanlage“, antwortete die Museumsbesitzerin, „Sehen Sie die weisen Linien auf dem Boden? Diese Linien dürfen sie nicht übertreten. Jedes Gemälde ist mit Lasern vor Diebstählen gesichert. Es gibt nur drei Menschen, die die Entsicherungscodes der Alarmanlage kennen: Ich, der Hausmeister und mein Geschäftspartner.“
„Ich nehme an, Sie haben ihren Geschäftspartner und den Hausmeister überprüft, bevor Sie sie eingestellt haben“, vermutete Sue und die Museumsbesitzerin nickte: „Sicherlich habe ich mir die polizeilichen Führungszeugnisse der beiden vorlegen lassen…“
Sie erreichten nun den Ort, an dem der reiche Kunstsammler James Williams gestorben war. Da das Museum noch immer für die Öffentlichkeit unzugänglich war, war der Tatort beinahe unverfälscht. Lindsay fand das seltsam: Der Smiley hing etwas fünfzig Meter entfernt an der Wand. James Williams war hier, direkt vor dem Bild „Der Anfang der Dunkelheit“ verstorben. Hatte sich der Smiley von der Wand gelöst und war wie ein Schweizer Käse durch die Gegend gerollt?
Der Polizist öffnete seine Jacke und zog eine Beweismitteltüte aus der Innentasche. In der durchsichtigen Plastiktüte befand sich ein Zettel. Die Worte auf dem Zettel waren mit einer Schreibmaschine oder einem Computer geschrieben worden. Connor ergriff die Tüte und las den Text auf dem Zettel laut vor: "Ich trage die Kette, die ich während meines Lebens geschmiedet habe. Ich schmiedete sie Glied für Glied“, er wandte sich nun an sein Team, „Und was sagt uns das?“
„Charles Dickens war der Mörder?“
Connor rollte erneut mit den Augen. Er entschuldigte sich bei dem Polizisten und der Museumsbesitzerin für Jacks dummen Kommentar und versprach ihnen, dass sie den mysteriösen Fall gerne lösen wollten.

Während Connor mit dem Polizisten mitgegangen war, um sich den Leichnam des Kunststammlers James Williams anzusehen, waren Lindsay, Jack und Sue im Museum geblieben. Lindsay bewunderte soeben ein meterhohes Gemälde einer Pferdeherde, die über eine blühende Wiese galoppierte.
„Hey“, sagte Jack zu ihr als er links neben ihr stand.
„Hey“, antwortete sie und bemerkte, dass Sue nun zu ihrer Rechten aufgetaucht war, „Was ist los?“
„Nicht umdrehen“, murmelte Jack plötzlich.
„Wieso?“, Lindsay sah sich suchend um. Doch außer einigen Bildern an der Wand und einer Frau mit Walkie Talkie konnte sie nichts Unauffälliges erkennen.
„Ich sagte, nicht umdrehen“, zischte Jack.
„Wer ist die Frau mit dem Funkgerät?“, fragte Sue, „Sie beobachtet uns schon seit wir hier sind.“
„Keine Ahnung“, gab Lindsay zu, „Vermutlich soll sie aufpassen, dass wir nichts kaputt machen oder stehlen.“
Sie schwiegen eine Weile. „Weißt du, was ich mich frage?“, wollte Jack dann von ihr wissen, „Wenn jedes Kunstwerk durch Laser an der Wand gesichert ist… Wie konnte sich der Smiley von der Wand lösen und den reichen James Williams unter sich begraben?“
Lindsay schlug ihr Notizbuch zu. Das war tatsächlich eine sehr gute Frage und sie wusste sogar die Antwort: „Die Alarmanlage war abgeschaltet.“ Und da die Museumsbesitzerin gesagt hatte, dass es nur drei Menschen gab, die die Entsicherungscodes zum Abschalten der Alarmanlage kannte, grenzte dies den Kreis ihrer Verdächtigen enorm ein.

Lindsay erzählte Connor von ihrer neuen Vermutung, als er von der Polizei zurückkam. „Warum sollte die Museumsbesitzerin etwas damit zu tun haben?“, fragte er, „Sie war es, die uns um Hilfe gebeten hat?“
„Aber nur weil sie denkt, dieses Gemälde „Der Anfang der Dunkelheit“ sei verflucht. Vielleicht war sie es und versucht es irgendwie auf das Gemälde zu schieben“, vermutete Sue.
„Ich denke, wir sollten zumindest überprüfen, wo sich die Museumsbesitzerin, ihr Geschäftspartner und der Hausmeister zur Tatzeit aufgehalten haben“, schlug Lindsay vor, „Was sagt die Pathologie über den Tod von Mister Williams?“
„Er ist tatsächlich durch den Smiley verstorben. Das Kunstwerk war so schwer, dass es ihn nahezu zerquetscht hat. Außerdem schätzt der Pathologie den Zeitpunkt des Todes auf etwa zwei Uhr morgens.“
Lindsay legte die Stirn in Falten. Das würde tatsächlich bedeuten, dass niemand sonst im Museum gewesen sein konnte. Und wie konnte James Williams bei der allabendlichen Visite der Museumsbesitzerin unentdeckt bleiben?

Connor beauftragte Sue und Jack damit, den Geschäftspartner von Miss Handerson zu befragen, wo er zum Zeitpunkt des Mordes war. Bill May antwortete darauf, dass er die Nacht in seinem Bett neben seiner Frau verbracht und geschlafen hatte. Da seine Frau ebenfalls schlief, ließen Sue und Jack dies nur halb als Alibi gelten, aber Bill May war ein ideenreicher Mann: Er wusste zufällig, dass die Protokolle der Alarmanlage, mit der sein Haus gesichert war, an eine Sicherheitsfirma übertragen wurden. Er bot an, für Jack und Sue dort anzurufen und keine zehn Minuten später hatte besagte Sicherheitsfirma die Protokolle per Fax an sie geschickt. Sue und Jack überflogen die Liste: In der Nacht des Mordes war die Alarmanlage um 22:20 Uhr aktiviert und am nächsten Morgen um 06:36 Uhr deaktiviert worden. Bill May kam als Täter also nicht in Frage, da seine Frau erklärte, ihr Mann habe die Alarmanlage aktiviert und war dann gemeinsam mit ihr zu Bett gegangen.
Während Sue und Jack mit Mister May beschäftigt waren, befragten Lindsay und Connor den Hausmeister. Auch dieser hatte ein wasserdichtes Alibi, welches die Polizei sogar noch bestätigen konnte: Jake Green hatte seinen sechzehnjährigen Sohn um zwei Uhr morgens aus der Ausnüchterungszelle der Polizei abholen müssen.
Connor und Lindsay besprachen die neuesten Ergebnisse mit Sue und Jack am Telefon. Sie berichteten einander von den Alibis ihrer Verdächtigen. „Ihr wisst, was das heißt“, überlegte Sue, „Wenn der Hausmeister und der Geschäftspartner ein  Alibi haben, dann bleibt nur noch Miss Handerson als Verdächtige.“

Miss Handerson war bis zum Nachmittag selbst auf ihrem Handy nicht zu erreichen. Während das Team im Mobilen Labor auf sie wartete, erklärte Sue ihnen immer wieder, dass sie hoffentlich wüssten, was das bedeutete. Lindsay ahnte, worauf sie hinauswollte.
Schließlich kam der chinesische Lieferservice mit  dem Essen, welches sie bestellt hatten. Lindsay schnappte  sich eine von Connors Frühlingsrollen mit ihren Stäbchen. Er wollte sich beschweren, aber als sie ihm zuzwinkerte, ließ er es. Eigentlich mochten sie Außeneinsätze und konnten sich nicht darüber beschweren, dass Sue und Jack mit ihnen gekommen waren. Viele Mitglieder des OSIR waren so oft auf Reisen, dass sie keine Zeit für eine feste Beziehung hatten. Bei ihnen war das jedoch anders: Connor und Lindsay hatten die gleichen Interessen und sie konnten nachvollziehen, wie es war, beruflich oft unterwegs zu sein. Trotzdem wusste fast niemand von ihrer Beziehung: Sie hatten es nicht einmal ihren Freunden Anton und Peter erzählt. Als man das  Team damals auseinandergerissen und Anton dem Hauptquartier und Peter sein eigenes Team zugeteilt wurde, war das für alle Beteiligten schlimm gewesen und Connor und Lindsay wussten, dass Sue und Jack ihre Freunde niemals ersetzen konnten, doch dass die beiden ebenfalls ein Geheimnis hatten, beruhigte sie sehr.
„Da ist noch etwas, was mich beschäftigt“, gab Lindsay zu, „Der Zettel in der Hand des Toten: Ich trage die Kette, die ich während meines Lebens geschmiedet habe. Ich schmiedete sie Glied für Glied. Was hat das zu bedeuten?“
„Naja, in der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens sagt dies der Geist von Mister Marley zu Scrooge um ihn darauf aufmerksam zu machen, dass er zu Lebzeiten viele Fehler gemacht hat.“
„Also hat James Williams vor seinem Tod einen Fehler gemacht“, schlussfolgerte Connor, „Aber welchen?“

Nach dem Essen konnten sie die Museumsbesitzerin Miss Handerson noch immer nicht erreichen. Je länger dies dauerte, umso verdächtiger machte sie sich, fand Connor. Also setzte er sich in einer ruhigen Minute hinter seinen Computer und versuchte, etwas über James Williams herauszufinden.
Zuerst nahm er sich die öffentlichen Daten vor und so googelte er James Williams Namen. Er fand heraus, dass Mister Williams im ganzen Land Kunstgalerien besaß. Die größte Galerie befand sich in Los Angeles, wo er normalerweise auch lebte. James Williams besaß kein Facebook- Profil, aber seine Galerie in L.A. besaß eine Internetseite, die von einer seiner Angestellten gepflegt wurde. Connor fand in einigen Online- Zeitungen Bilder von James Williams, welche bei Galerieeröffnungen, Kunstevents und Preisverleihungen geschossen wurden. Ein Bild von Mister Williams mit Donald Trump. Ein weiteres Bild von ihm und Lady Gaga.
Connor ging nun zu den weniger bekannten Datenbanken über: Das OSIR hatte Zugriff auf alle möglichen Register von Nordamerika und so versuchte Connor, herauszufinden, ob James Williams vielleicht Schulden hatte, oder ob er in einem Bundesstaat jemals einen Strafzettel fürs Falschparken oder ähnliches erhalten hatte. Aber er fand nichts. Connor wollte seine Recherche soeben beenden, als jemand die Tür zu seinem Büro im Inneren des Mobilen Labors aufriss und den Kopf hereinstreckte. „Connor?“, es war Lindsay, „Wir haben Miss Handerson erreichen können. Du errätst nie, wo sie sich aufhält.“

„Am Flughafen?“, fragte Connor verständnislos, „Was macht sie am Flughafen?“
„Weiß nicht“, gab Lindsay zu, die den Wagen steuerte, „Sie wird uns das erklären müssen.“
Die Fahrt vom Museum bis zum Flughafen dauerte  fast eine halbe Stunde. Nachdem Lindsay und Jack herausgefunden hatten, wo Miss Handerson war, hatten sie die Flughafenpolizei angerufen und um ihre Hilfe gebeten. Sie wussten, dass man Miss Handerson im Büro des Zolls festhielt.
Und Miss Handerson war nicht glücklich darüber, sie zu sehen. „Das war ein ziemlich mieser Trick“, bemerkte sie. Sie hatte das Gespräch auf ihrem Handy nur entgegen genommen, weil der Anrufer mit maskierter Nummer anrief. Hätte sie gewusst, dass es sich bei dem Anrufer um Jack handelte, der beschlossen hatte, seine Strategie zu ändern, hätte sie das Gespräch niemals angenommen.
„Miss Handerson, ich dachte, wir gehen ehrlich miteinander um“, sagte Connor, „Stattdessen muss ich erfahren, dass Sie vorhatten, das Land zu verlassen.“
„Ich habe mir einen Flug nach Miami gebucht…!“, beschwerte sie sich und in diesem Moment wandte Connor sich an einen Zollbeamten: „Welchen Flug hat sie gebucht?“
„Der Flug um 18:00 Uhr nach Costa Rica.“ Der Zollbeamte legte nun ein Ticket von Air America auf den Tisch vor ihnen. Es war nur ein Hinflug gebucht.
Das ganze Team sah Miss Handerson nun ziemlich vorwurfsvoll an und sie beschloss, aufzugeben. „Gut, ich wollte nach Costa Rica“, gab sie zu, „Aber nur um dort ein neues Kunstwerk für das Museum abzuholen.“

Da niemand von ihnen Spanisch sprach, baten sie den Zoll um Hilfe und wie sich herausstellte, stand Miss Handerson schon seit einer Weile mit einem Museum in Costa Rica in Kontakt. Sie hatte dort ein Gemälde eines neuen, beliebten Künstlers erstanden und da es so wertvoll war, wollte sie persönlich nach Mittelamerika kommen und es abholen. Miss Handerson erklärte ihnen außerdem, dass es billiger war, ihren Rückflug nach Chicago in Costa Rica zu buchen. Aus diesem Grunde hatte sie nur ein augenscheinliches One Way- Ticket bei sich.
Sie fuhren mit Miss Handerson ins Museum zurück. Dort fragten sie sie, wie gut sie James Williams kannte und ob sie eine Idee hatte, was die Worte auf dem Zettel in seiner Hand bedeuteten: „Ich trage die Kette, die ich während meines Lebens geschmiedet habe. Ich schmiedete sie Glied für Glied.“
„Ich weiß nicht, was das bedeutet“, sagte sie. Lindsay, Jack und Sue fanden, dass sie in keinster Weise nervös wirkte.
„Gibt es etwas in James Williams´ Leben, was er bereut oder wovon Sie wissen, dass er es als schweren Fehler ansieht?“, fragte Connor.
„Nein, ich…“, Miss Handerson schüttelte den Kopf, „Ich weiß nur, dass er vor 20 Jahren eine Galerie in New York hatte, die bei einem Brand vollständig zerstört wurde. Er war damals nicht versichert, also musste er alleine für den Schaden aufkommen. Mehr weiß ich nicht. Tut mir leid.“ Sie versuchten, etwas Brauchbares aus Miss Handerson herauszubekommen, aber sie bestand darauf, dass sie nicht mehr wusste. Die Befragung dauerte bis zum Abend und schließlich gab Connor auf. Er beschloss, dass er mit den Überwachungsbändern des Museums weiter machen würde.
„Das ist einfach nicht unser Fachgebiet“, sagte er zu Lindsay, während sie alleine in dem Überwachungsraum saßen, „Wir sind für paranormale Phänomene zuständig. Und nicht für Kunststammler, die von einem Smiley erschlagen wurden.“
„Miss Handerson denkt, dass das verfluchte Gemälde etwas damit zu tun hat…“
Die Tür zum Überwachungsraum öffnete sich und Jack und Sue traten herein. Sue hatte Levi wieder im Mobilen Labor gelassen weil Miss Handerson nicht wollte, dass ein Hund seine Spuren in ihrem feinen Museum hinterließ und möglicherweise noch eines der wertvollen Kunstwerke zerstörte.
„Es ist spät. Wir sollten nach Hause gehen“, beschwerte Jack sich. Mit „nach Hause“ meine er selbstverständlich das Hotel, in dem man sie untergebracht hatte.
„Das können wir nicht“, antwortete Connor, „Wir sind soeben dabei, die Überwachungsbänder zu sichten.“
„Kennst du den Film „Nachts im Museum“? Was ist, wenn die Kunstwerke hier ebenfalls lebendig werden?“
Lindsay, die ebenfalls die Überwachungsbänder ansah, drehte sich zu Jack um. „Um deine Fragen zu beantworten: Ja, ich kenne den Film. Und selbst wenn die Kunstwerke in diesem Museum ebenfalls lebendig werden würden, hast du nicht viel zu befürchten: Hier gibt es nur Bilder.“
„Da wir davon sprechen: Warum ist dieses Bild „Der Anfang der Dunkelheit“ überhaupt verflucht?“, fragte Jack. Er und Sue fanden, das Bild sah unheimlich aus, denn es war nicht mehr als ein schwarzes, dunkles Rechteck im Hochformat.
Jack und Sue zogen jeweils einen Bürostuhl heran, um vor der Überwachungsanlage Platz zu nehmen. Connor erhob sich und fragte sie, ob er ihnen vom Getränkeautomaten im Pausenraum des Personals etwas mitbringen sollte. Sie bedankten sich und Connor ging davon.
Sobald er das Zimmer verlassen hatte, streckte Lindsay sich, als ob sie nach jemandem Ausschau halten würde. Dabei vergewisserte sie sich nur, dass ihr Freund wirklich gegangen war.
„Erzähl es nicht Connor, aber ich habe ein wenig recherchiert: Das Bild wurde 1860 von einem Künstler fertig  gestellt, der nach der Vollendung des Bildes am nächsten Morgen von seiner Frau tot aufgefunden wurde. Weil man damals glaubte, die Frau habe ihren Mann ermordet, wurde die Ärmste zum Tode verurteilt. Das Bild ging daraufhin in den Besitz der Kirche über. Der neue Besitzer, ein Priester, wurde eine Woche später ebenfalls Tod zu Füßen des Gemäldes aufgefunden. Und so ging das immer weiter, bis die Menschen Verdacht schöpften und das Bild jahrelang in einem öffentlichen Weinkeller lagerten. 1945 gelangte das Bild bei Aufräumarbeiten in die Hände eines Bauarbeiters der keine Ahnung hatte, was er mit dieser schwarzen Leinwand anfangen sollte und der das Bild dem Museum spendete. Seitdem hängt das Bild hier.“
„Glaubst du, diese Geschichte ist wahr?“, fragte Sue.
„Zumindest ist es wahr, dass das Bild häufig den Besitzer gewechselt hat. Ob das Bild wirklich verflucht ist, kann ich nicht sagen.“ Lindsay sah, wie enttäuscht Sue und Jack waren. „Nicht immer ist ein Gegenstand wirklich mit einem Fluch belegt“, sagte sie deshalb, „Connor und ich haben einmal in Ägypten eine Grabkammer untersucht, von der die Menschen behaupteten, sie sei mit einem Fluch belegt. Es stellte sich jedoch heraus, dass alle Wissenschaftler, die in der Grabkammer  gewesen waren, nicht an einem Fluch, sondern an Bakterien gestorben sind, die in der Grabkammer Jahrtausende lang konserviert waren.“
Dies brachte Sue auf eine Idee: „Wurde das Gemälde jemals untersucht?“, wollte sie wissen, „Was ist, wenn das Gemälde ebenfalls mit Bakterien behaftet ist und das der Grund ist, warum James Williams gestorben ist?“ Daran mochte sie eigentlich gar nicht denken, denn sie waren schon mehrfach an dem Bild vorbeigegangen.
„Der Pathologe der Polizei hat gesagt, dass er von dem Smiley erschlagen wurde und nicht an einer Infektion gestorben ist“, erinnerte Lindsay sie.
„Und die Bakterien bewirken nicht, dass sich ein fünfhundert Kilogramm schwerer Smiley von der Wand löst und einen Menschen unter sich begräbt.“ Jack tat es leid, dass er seiner Freundin widersprechen musste.
In diesem Moment kehrte Connor mit vier Dosen Cola zurück. „Ich habe nachgedacht“, begann er, „Ich habe eine Idee.“
Lindsay erhob sich von ihrem Stuhl. „Wir brauchen einen Vergleichs- Smiley. Nur so können wir herausfinden, was wirklich passiert ist.“
Connor legte die Stirn in Falten. „Das Gleiche habe ich auch gedacht.“

Sie machten sich ohne ihre Getränke auf den Weg in den Ausstellungsraum, in dem der fröhlich lachende Smiley an der Wand hing und sie angrinste. „Der Smiley hängt hier“, sagte Connor, griff Sues Arme und platzierte sie genau vor dem Kunstwerk. Dann lief er mit großen Schritten quer durch den Raum, „James Williams ist hier gestorben…. Das sind gut fünfzig Meter. Was denkt ihr: Wie kommt der Smiley von dort hierher?“
„Er hat sich von der Wand gelöst und rollte durch den Raum“, vermutete Jack.
„Möglich. Ich habe mit dem Hausmeister gesprochen: Der Smiley ist mit einem Haken in der Wand befestigt. Nehmen wir an, diese Konstruktion ist tatsächlich fehlerhaft und der Smiley löst sich von der Wand…“
„…dann müsste er aufgrund seines Gewichts umkippen. Die einzige Möglichkeit ist, dass der Smiley durch den Raum bewegt wurde.“ Der Smiley wurde von der Polizei bereits auf Fingerabdrücke untersucht, aber es gab keine. Also hatte der Täter entweder Handschuhe getragen oder es gab keinen Täter und das schwere Kunstwerk war nicht von Menschenhand bewegt worden.
„Können wir den Smiley von der Wand nehmen?“, fragte Connor. Er wollte sehen, ob man das Kunstwerk wie einen Schweizer Käse durch den Raum rollen konnte. Sie gingen los, um den Hausmeister zu suchen, der soeben einen tropfenden Wasserhahn reparierte.
„Das geht nicht“, sagte der ältere Mann zu ihnen, „Der Smiley würde den Marmorboden beschädigen. Man kann diesen Gegenstand nicht einfach durch den Raum rollen.“
Als Lindsay dies hörte, warf die Aussage nur noch mehr Fragen auf: Der Hausmeister sagte, der Smiley sei zu schwer, als dass man ihn durch den Raum rollen könnte ohne den Marmorboden zu beschädigen. Der Fußboden im Ausstellungsraum war unbeschädigt. Der Hausmeister erzählte ihnen sogar, dass man den Smiley vor Jahren nur mit Hilfe eines Gabelstablers anbringen konnte und er berichtete auch, dass er beinahe Tage gebraucht hatte, um dem Marmorboden von den Reifenspuren zu befreien.
Aber wie war der Smiley dann einmal quer durch den Raum gelangt und konnte Mister Williams unter sich begraben? Und der Smiley hätte aufgrund seines Gewichts bestimmt jede Menge Krach verursacht. Warum war Mister Williams nicht davongelaufen, als er bemerkte, dass etwas nicht stimmte?

Sie waren zu den Überwachungsbändern zurückgekehrt und beschlossen, dass sie das Videomaterial heute Abend noch auswerten wollten. Das Band war allmählich zu den letzten Stunden gekommen, die sich im oberen Stockwerk des Museums kurz vor zwei Uhr morgens in der Nacht des Todes von James Williams abspielten. „Hier tut sich etwas“, meldete Jack, der das Videoband sichtete. Sofort versammelten sich seine Freunde um ihn und gemeinsam beobachteten sie eine hochgewachsene Gestalt im roten Mantel, der das Stockwerk laut Zeitstempel um 02:05 Uhr verließ.
„Man kann das Gesicht der Person gar nicht richtig erkennen“, beschwerte Connor sich.
„Die Person trägt einen Bauch vor sich her… Könnte sein, dass er oder sie darin etwas gestohlen hat“, vermutete Lindsay.
„Wir suchen jetzt nach einem leicht übergewichtigem Mann im roten Mantel.“
„Den Weihnachtsmann?“
„Ich sagte, leicht übergewichtig… Es könnte aber auch eine Frau sein…“, verbesserte Connor. Er hasste die Tatsache, dass man dieses wichtige Detail auf den Überwachungsbändern nicht richtig erkennen konnte. Die Gestalt war außerdem ziemlich androgyn.
„Was ist eigentlich mit Miss Handerson?“, fragte Sue plötzlich, „Wir haben bereits die Alibis des Hausmeisters und ihres Geschäftspartners überprüft, aber was ist mit ihr?“
Connor war einverstanden. Er beauftragte Lindsay damit, alle Museumsangestellten zu befragen, ob sie den Mann von den Überwachungsbändern kannten. Er und Jack würden sich um Miss Handersons Befragung kümmern.

Sie entschuldigten sich bei Miss Handerson, dass sie sie so spät am Abend in ihrer schicken Eigentumswohnung störten, doch sie erklärten ihr auch, dass sie einige Fragen an sie hatten. „Ich habe recherchiert“, sagte Miss Handerson und ging gar nicht auf ihr Anliegen ein, „James Williams hat tatsächlich einige Fehler gemacht. Wussten Sie, dass er in Miami eine Galerie besaß, die ausgebrannt ist?“
„Sagten Sie nicht, das war vor 20 Jahren in New York?“, fragte Connor.
„Das ist richtig. Aber er hatte auch eine Galerie in Miami, die vor 8 Jahren durch ein Feuer vernichtet wurde. Der feine Unterschied ist, dass James diesmal versichert war und fast 20 Millionen Dollar Entschädigung kassierte.“
Jack und Connor sahen sich an, dann fuhr Miss Handerson fort: „Die Versicherung schickte einen Gutachter, der allerdings herausfand, dass jemand den Brand in der Galerie mutwillig verursacht hatte. James verlor das Geld und sein Ansehen in der Kunstszene. Und er wurde verklagt… Ich nehme an, das ist der Fehler, auf den der Zettel in seiner Hand hindeuten soll.“
„Miss Handerson, wo waren Sie in der Nacht, als der Unfall geschah?“, fragte Connor nun.
Sie sah ihn an, als ob sie entsetzt sei, dass er dies überhaupt fragte. „Ich war zuhause und habe geschlafen.“
„Kann das jemand bestätigen?“
„Natürlich nicht“, Miss Handerson klang nun noch entsetzter. Sie strafte sie mit Missachtung und schickte sie dann aus ihrer Eigentumswohnung. „Mit unserer Befragung haben wir gar nichts erreicht“, stellte Jack ein wenig enttäuscht fest. Sie beschlossen, sofort zum Mobilen Labor zurück zu fahren.

Die Fahrt zum Mobilen Labor dauerte zwanzig Minuten und Jack und Connor hatten ihren Freundinnen heißen Kaffee mitgebracht. „Die Kaffeemaschine ist kaputt“, erinnerte Connor sie, als Lindsay ihren Becher entgegen nahm und einen Schluck trank. „Danke“, murmelte sie, während Connor sich auf einen Stuhl neben sie fallen ließ. Er fragte sich, was sie hier machte, denn sie hatte einige Überwachungsbänder mit in das Mobile Labor genommen. „Was siehst du dir an?“
„Wusstest du, dass eine Überwachungskamera auf das Gemälde „Der Anfang der Dunkelheit“ gerichtet ist?“, fragte sie, „Ich dachte mir, ich sehe mir die Bilder an. Vielleicht erfahren wir so, was wirklich passiert ist.“
„Was hast du bis jetzt?“
„Nichts“, das musste Lindsay neidlos zugeben.
Währenddessen hockten Sue und Jack gemeinsam auf der Treppe zum Mobilen Labor. Auch sie tranken einen Becher heißen Kaffee. „Was hat Miss Handerson gesagt?“, fragte Sue neugierig. Levi legte müde seinen Kopf auf ihren Oberschenkel.
„Nicht viel“, antwortete Jack, „Sie war beleidigt, weil wir sie überhaupt nach ihrem Alibi gefragt haben.“
„Das wundert mich nicht“, meinte Sue und sie registrierte Jacks verwirrten Gesichtsausdruck, „Nachdem du und Connor losgefahren wart, um Miss Handerson zu befragen, habe ich in der Zentrale angerufen und darum gebeten, mit unserem Kontaktmann von Financial Future zu sprechen. Ich habe mit einem Mann namens Max Stein geredet, der James Williams sogar kannte und er erklärte mir, sie hatten sich auf einem Book Festival für klassische Literatur kennen gelernt. Es war wohl eine heimliche Liebe, denn außer seinen engsten Freunden wusste niemand, dass sich Williams für Literatur interessierte.“
„Daher das Zitat von Charles Dickens…“
„Es wird noch besser“, versprach Sue, „Financial Future ist die Bank von Miss Handerson.“
Jetzt erinnerte er sich, dass er ihre Bankverbindung auf den Briefen gesehen hatte, die sie dem OSIR geschickt hatte.
„Und nun rate, er James Williams vor 8 Jahren eine Summe von 25 Millionen Dollar überwiesen hat.“
Jack brauchte nur noch zu kombinieren: Miss Handerson hatte James Williams vor 8 Jahren eine hohe Summe überwiesen. Vor 8 Jahren war seine Galerie in Miami ausgebrannt und er war auf eine hohe Geldstrafe verklagt worden. War Miss Handerson nur eine gute Freundin, oder versuchte sie, etwas zu verbergen? Und als gute Freundin wusste sie sicherlich, dass James klassische Literatur sehr mochte…
Sie wollten aufstehen und ins Innere des Mobilen Labors gehen um mit Connor zu sprechen, aber in diesem Moment erregte etwas ihre Aufmerksamkeit. Sue glaubte, im Inneren des Museums ein Licht gesehen zu haben. Jack war erleichtert, als er Connor und Lindsay noch immer hinter ihrem Computerbildschirm antraf. „Connor, Sue hat herausgefunden, dass Miss Handerson James Williams vor 8 Jahren mit einer großen Geldsumme aus der Klemme geholfen hat…“
„Das ist noch nicht alles“, fiel Sue ihm ins Wort, „Ich habe ein Licht im Museum gesehen. Es könnte eine Taschenlampe gewesen sein…“
„Ein Licht?“, Connor und Lindsay waren sofort alarmiert. Sie griffen ebenfalls nach ihren Taschenlampen und machten sich auf den Weg zum Haupteingang des Museums. Sue nahm Levi diesmal mit. Sollten sie es hier wirklich mit einem Einbrecher zu tun haben, wäre der Hund sicherlich hilfreich. Als sie die Eingangstür erreichten, stellte sich die Frage, wie sie das Museum betraten ohne die Alarmanlage auszulösen.
„Vielleicht ist das eine sehr gute Idee“, meinte Lindsay, „Die Polizei würde sofort herkommen.“
Connor zögerte seine Sekunde, dann nickte er. Er knackte die Eingangstür mit einem Dietrich und sie betraten das Gebäude. Sie hatten erwartet, dass die Alarmanlage ziemlich viel Lärm veranstalten würde, doch dies blieb aus. Vermutlich war es eines dieser High- Tech- Geräte, welches die Polizei per Funk in Kenntnis über den Einbruch setzte.
Eine Vorahnung führte sie in das obere Stockwerk des Museums. Der Smiley hing hier.
Ihre Schritte verursachten polternde Geräusche auf der breiten Holztreppe und sollte sich momentan wirklich ein ungebetener Gast in diesem Museum aufhalten, so hoffte Connor, dass er sie nicht hören würde. Im Ausstellungsraum, in dem der Smiley untergebracht war, brannte Licht. Jack griff nach der Waffe, die an seinem Gürtel hing. Dann wartete er, bis Connor ihm zunickte und sie den Raum stürmen konnten. „Sofort stehen bleiben!“, rief er der Gestalt im roten Mantel zu, „Hände hoch und langsam umdrehen.“
Die Gestalt im roten Mantel stand vor dem augenscheinlich verfluchten Gemälde und tat, was man ihr  gesagt hatte. Die Person drehte sich langsam um und zog dann mit einer fließenden Handbewegung die rote Kappe des Mantels vom Kopf. „Miss Handerson“, Connor und Lindsay waren in keinster Weise erstaunt, „Sie sind die Person im roten Mantel.“
„Sie haben das Museum kurz nach zwei Uhr morgens verlassen in der Nacht, in der James Williams gestorben ist.“
„Schon gut, ich gebe es zu…!“
„Was ist mit dem verfluchten Gemälde?“, fragte Sue.
„Mein Geschäftspartner Bill May ist auf diese Geschichte gestoßen“, schimpfte sie, „Und als Williams im gleichen Raum Tod aufgefunden wurde, in dem auch das Bild hängt, brauchte dieser Trottel nur eins und eins zusammenzählen. Er hat darauf bestanden, dass man das Bild untersuchen lässt. Ich beschloss, mir diese Tatsache zu Nutze zu machen, nachdem die dümmliche Polizei nicht in der Lage war, den Tod von James aufzuklären, wog ich mich in Sicherheit…!“
Hätte Miss Handerson damit gerechnet, dass man ihr dieses Team schickte, welches den Mord aufklärte, hätte sie gerne darauf verzichtet.
„Warum haben Sie ihren Freund James getötet?“, wollte Jack nun wissen und Miss Handerson hob fragend den Kopf. „Wir wissen, dass sie ihm mit einer großen Summe aus der Klemme geholfen haben“, fügte er dann hinzu.
„Er wollte mir das Geld nicht zurückzahlen, nachdem er in der Kunstszene wieder Fuß gefasst hatte. Ich habe ihm von Anfang an gesagt, dass ich ihm das Geld nur leihe… Ich habe ihn in das Museum gelockt, um ihm den größten Schrecken seines Lebens zu bescheren.“
„Wie haben Sie es geschafft, James Williams mit dem Smiley zu ermorden?“, fragte Lindsay, aber Miss Handerson sagte kein Wort mehr.
Sie hörten Sirenen in der Ferne. „Die Polizei ist da“, berichtete Connor, denn er sah die Sirenen der Polizeiwägen durch die Glasscheiben der Eingangstür. Die Polizisten betraten das Museum und kamen sogleich zu ihnen in den ersten Stock. Sie verhafteten Miss Handerson und lasen ihre Rechte vor. Dann führten sie Miss Handerson zu ihren Wagen. Als die Frau den Hund sah, der neben Sues Füßen hockte, bekam sie fast einen Tobsuchtsanfall. Sie schrie und wehrte sich, als man sie zu dem Polizeiwagen brachte.

Connor wusste nicht, ob er sich freuen sollte, als sie Bill May am nächsten Tag mitteilten, dass das Gemälde offensichtlich nicht verflucht war. Seine Geschäftspartnerin und die ehemalige Besitzerin des Museums hatten lediglich nicht damit gerechnet, dass man ihr auf die Schliche kommen würde.
„Eine Frage hätte ich dennoch“, gestand Sue, bevor sie sich endgültig von Mister May verabschiedeten, denn ihr Flugzeug startete bereits in vier Stunden, „Was denken Sie? Wie hat Miss Handerson ihren alten Freund James mit diesem schweren Smiley töten können?“
Mister May schien eine Weile nachdenken zu müssen. Doch auch er kam zu keinem brauchbaren Ergebnis. „Vielleicht hat das Bild doch etwas damit zu tun.“
„Ausgeschlossen“, antwortete Lindsay.
„Sind Sie sicher?“
„Ziemlich.“
Mister May schien mit dieser Aussage sehr zufrieden zu sein, denn er hatte sie gebraucht um sicher zu sein, dass er das Bild in sein Zuhause holen könnte. Sicher, er war nicht sehr geschmackvoll, aber dafür umso wertvoller.

Was blieb, war die Frage, wie Miss Handerson es geschafft hatte, den schweren Smiley zu bewegen und damit ihren Freund James zu erschlagen.
Und ein Bild, welches pechschwarzes Nichts zeigte.

Fin
 
 
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