Gibt es noch Hoffnung?

GeschichteAllgemein / P12
Andrea Marino Jim Clancy Melinda Gordon
11.03.2014
23.11.2014
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Wie ist es, wenn mit einem Moment dein Leben umschlägt? Du nicht mehr weißt, wofür dein Leben gut ist. Wenn du eine Minute weinst und es dir vorkommt, als würde sich dein ganzes Leben wiederspiegeln, in diesen tausend, Milliarden nicht zählbaren Tränen? Was ist, wenn du eine geliebte Person verlierst? Man kann Personen nicht ersetzten, weder durch einen Klon, noch durch einen Zwilling. Wie reagierst du, wenn so etwas passiert? Diese unglaubliche Traurigkeit kann niemand beschreiben, außer demjenigen, welcher all das durchlebt hat. Ich lebte einst, doch dann bin ich langsam gestorben. Das Licht in mir wurde ausgelöscht. Wie eine Kerze die an deinem Todesbett mit deinem Tod erlischt.

Es war Abend, ich war allein. Nichts rührte sich im Haus, Jim war bereits vor drei Stunden zu Aiden gefahren. Kennst du diese leere in deinem inneren, wo man das Gefühl hat sie dringt nach außen aus dir heraus, weil es Außen genauso still ist, wie in deinem Inneren. Ich lag dort, einsam und allein, eine Leere durchquert mich und ich wartete darauf, dass das Telefon neben mir schellte. Ich hatte mir bereits erahnt, dass etwas geschehen war. Doch mit dem hatte ich nicht gerechnet. Nach einer Stunde in die Dunkelheit starren, hörte ich das Telefon klingeln. Ich ging dran.
„Jim, Jim!!! Wie geht`s ihm was ist mit ihm los???“ Ich schrie vor lauter Angst ins Telefon. Und während ich auf eine Antwort wartete hörte ich den schweren und tiefen Atem meines Mannes. „ Er ist tot“ mehr konnte er nicht hervorbringen. Man hörte durch das Telefon wie er anfing zu zittern und sein tiefer Atem wurde mit lautem Schluchzen durchbrochen. Eine Minute später hörte ich nicht mehr, als das helle Piepen des aufgelegten Telefonats. Mir steckte ein Kloß im Hals, ich konnte nichts heraus bringen, außer einem leisen Quieken. Wieso mein Sohn, wieso ich, wieso besitze ich diese Gabe? Ich spürte wie die heißen Tränen über meine Wangen liefen, bis ich irgendwann einschlief.

6:30 Uhr zeigte mein Wecker an. Ich suchte Jim neben mir im Bett, doch er war nicht da. Plötzlich überkam mich eine kälte. Ich ging runter in die Küche, nahm ein Messer und hielt es mir an den warmen nackten Hals. Irgendetwas stimmte nicht mit mir, mir wurde schwindelig und das Messer drückte immer, immer härter an die Seilte meines Halses. Verängstigt musste ich feststellen, dass direkt unter dem Messer die Pulsader liegt. Ich wehrte mich gegen diesen Druck, welcher war als würde mir jemand eine Hand mit diesem Messer gegen den Hals drücken. Doch ich sah niemanden, auch keinen Geist. Mir wurde langsam aber sicher die Luft abgeschnürt. Ich spürte bereits, wie eine kleine Masse Blut in mein weißes Nachtkleid lief. Doch noch bevor meine Pulsader hätte durchtrennt werden können, schaffte ich es das Messer von meinem Hals abzuwenden. Dabei schliff jedoch das scharfe graue Messer meinen Arm und schnitt eine tiefe, scharfe feine Wunde in ihn.
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