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Casablanca in Tree Hill

von PUDGI
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Dan Scott Haley James Scott Nathan Scott
07.03.2014
07.03.2014
2
1.884
 
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07.03.2014 1.058
 
Mein Auftritt verlief wie gewohnt. Mein Text amüsierte die Leute, ich bewegte mich rhythmisch zur Musik und flirtete mit dem Publikum. Wenn ich sang, sorgte das immer für gute Laune in Karen’s Café. Und auch mir machte es unheimlichen Spaß, auf der Bühne zu stehen und für freundliche und ehrliche Menschen zu singen. Dies war noch ein Grund, weshalb ich nicht zu Dan’s Bar wechseln wollte. Obwohl ich mir fast sicher war, dass ich Nathan verlassen wollte. Für eine gutaussehende, junge Frau in den 1940er Jahren gab es nichts Besseres, einen Mann zu finden, der einem nicht nur finanzielle Sicherheit versprach, sondern auch noch anderweitig weit vorne lag. Eigentlich konnte ich es nicht besser treffen mit Dan, wenn es da nicht diesen großen Haken gäbe. Das große ABER, das so gut wie jede Beziehung schmückte: Dan war kein allzu netter Mensch. Sein Sohn Nathan mochte Dan nicht, weil er ihm nie wichtig war und er sich lieber um die Geschäfte kümmerte. Karen mochte Dan nicht, weil er ihr unbedingt das Geschäft vermiesen wollte, angefangen damit, dass er eine Bar gleich neben Karen’s Laden eröffnet hatte. Karen’s Sohn Lucas und seine Freunde mochten ihn nicht, weil er ihnen als ziemlich unsymphatisch rüberkam und  sie wie Dreck behandelte. Und Peyton und Brooke, die als die Idole von Carolina galten, mochten Dan nicht, weil er sie immer etwas ruppig und nicht gentleman-like behandelte. Insgesamt konnte keiner Dan Scott so richtig leiden, noch nicht mal ich wusste genau, was ich ihm gegenüber fühlte. Eigentlich sollte ich ihn lieben, immerhin schlief ich seit zweieinhalb Jahren mit diesem Mann und wollte für ihn sogar meinen Ehemann verlassen. Aber liebte ich ihn wirklich? So wie ich Nathan früher einmal geliebt hatte? Und genau das war mein Problem. Wenn ich alles so belassen würde, wie es momentan war, könnte ich sowohl meinen Job im Café –es lief für Karen im Moment nicht so gut, weil –ironischerweise- alle Kunden zu Dan’s Bar gingen- als auch meinen Mann –für den ich mittlerweile nur noch tiefe Zuneigung, keine Liebe aber empfand- verlieren. Und so wollte ich auf keinen Fall enden. Wenn ich mich aber scheiden und für Dan arbeiten würde, wer weiß, ob es mir dann tatsächlich besser ging. Oder ob ich eine unglückliche leere Seele in teuren Abendkleidern werden würde, die mit einem Mann verheiratet ist, bei dem sie sich wie eine Nutte fühlt und die keinen Spaß mehr bei ihrer Arbeit hat, weil sie für Leute singen muss, die genau solche Menschen waren, wie Dan Scott einer war. Korrupte Geschäftsmänner, die nur an zwei Dinge denken: das Geschäft und Sex. Und zwar exakt in dieser Reihenfolge. Sorgenvoll machte ich mich zur Bar auf, an der Nathan fleißig Drinks mixte und schon sehnsüchtig auf mich wartete. Ich kam nach jedem Auftritt an die Bar, um Nathan zu sehen. Als Barkeeper musste er öfters bis lang in die Nacht arbeiten, da hatte ich nicht viel von ihm. Doch in letzter Zeit war mein täglicher Besuch an der Bar eher eine Art Routine geworden als das Verlangen, Zeit mit meinem Mann zu verbringen. Ihm ging das ganz ähnlich, das konnte ich sehen. Nicht nur ich war gelangweilt von unserem Ehealltag, auch er suchte nach Abwechslung und Verführung bei mir, die ich lieber bei Dan Scott abließ. Ich wollte Dan unbedingt heute noch sehen, ich hatte ein derartig starkes Verlangen nach diesem Mann, das es mich fast umbrachte. Ich musste nur noch herausfinden, wo Nathan heute vorhatte, Abend und Nacht zu verbringen. Vorsichtig fragte ich nach: „Nathan, ich wollte nur schnell Hallo sagen und dich fragen, wann du heute Schichtende hast und nach Hause kommst.“ „Hallo Schatz.“ Er drückte mir unsanft einen Kuss auf die Lippen, dann antwortete er mir: „Ich habe heute ausnahmsweise mal frei, deshalb bin ich schon in einer halben Stunde zu Hause.“ Mist. Dann musste ich mir wohl etwas anderes ausdenken…Ah ja, das ging vielleicht als Ausrede, den Abend und die halbe Nacht weg zu sein: „Da ist aber wirklich zu dumm. Ich habe nämlich schon etwas vor. Ich wollte mich mit Mrs. Strockford treffen, um Maße zu nehmen und Stoffe auszusuchen. Du weißt schon, für mein neues Kleid, das sie mir macht. Und die Frau ist ja bekannt dafür, ihre Arbeit sehr genau und sehr sorgfältig zu machen, da kann das sicher einige Stunden dauern.“ „Oh, das ist ja schade. Ich hatte mich schon darauf gefreut, den heutigen Abend mit dir zu verbringen. Aber wenn du den Termin wirklich nicht verschieben kannst…“ „Nein, das kann ich leider wirklich nicht. Tut mir leid, dass ich dir falsche Hoffnungen gemacht habe. Ich hätte dir vermutlich früher Bescheid geben sollen.“ „Ach, das ist schon in Ordnung. Habe viel Spaß.“ Er winkte mir zum Abschied; ich packte meine restlichen Sachen zusammen und fuhr so schnell ich konnte in meinem alten BMW nach Hause. Nathan tat mir schon irgendwie leid, er schien sich schon gefreut zu haben, aber sein derzeitiges Benehmen brachte mich zur Weißglut. Immer dieses ruhige, vornehme, frustrierte Verhalten, wie er sich an mich dran klemmte, wo ich auch hinging. Was es mir nicht unbedingt leichter machte, Dan zu treffen. Dieser hingegen war ganz anders. Er war ein wilder, zügelloser, sexy Mann, von dem man nie wusste, was er als Nächstes vorhatte. Zuhause angekommen griff ich gleich nach dem Telefon und wählte Dan’s Nummer. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann erklang seine raue Stimme am anderen Ende der Leitung: „Dan Scott hier, mit wem habe ich das Vergnügen?“ „Heute Abend noch, um kurz nach acht, ich werde an der Hintertür klopfen.“ Mit diesen wenigen Worten legte ich auf und machte mich daran, mich umzuziehen. Statt dem Unterkleid von Nathan zog ich mir ein samtenes Spitzenhemdchen über mein Höschen an, das oben mit Spitze und kleinen Diamantsteinchen besetzt war und meine Kurven besonders gut zur Geltung brachte. Noch seidene Strümpfe, hohe Lederstiefel und kräftigeres Make-Up, fertig. Meine Kette von Dan ließ ich selbstverständlich an. Aus dem obersten Fach des Kleiderschrankes holte ich einen langen dunkelgrauen Mantel mit Nerzkragen. Natürlich konnte ich mir so ein teures Stück nicht leisten, es war ein Geschenk von Dan gewesen, deshalb war er auch ganz hinten in der Ecke versteckt, wo Nathan nie suchen würde. Ich ging aus dem Haus und fuhr los zu meinem Rendez-Vous, zu meiner Affäre, wie man es nennen würde.
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