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Auch Liebe wird öde

von -bamboo
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Bilbo Beutlin Fili Gandalf Kili Legolas Thranduil
05.03.2014
26.08.2014
22
80.203
12
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
05.03.2014 1.526
 
Vorgeschichte "Das Wispern der Zellentrakte...": http://www.fanfiktion.de/s/530ba88100035f87706c940/1/Das-Wispern-der-Zellentrakte-

Was bisher geschah...
Nachdem Bilbo von Spinnen eingewebt und sich bei dem Sturz von den Bäumen verletzt hatte, war er unauffindbar.
Thorin fand ihn und kurz darauf wurden sie von den Elben gefangen genommen.
Vor dem Elbenkönig stellte Bilbo dann seine freche Seite unter Beweis und die Zwerge wurden aufgrund Bilbos frecher Kommentare in die Zellen gesteckt. Keine Aussicht auf Flucht, keine Aussicht auf Freiheit.
Thranduil hat Bilbo und Thorin zusammen in eine Zelle gepackt.
Während der nächsten Tage schläft Bilbo unruhig auf dem harten Boden und leidet an gebrochenen Rippen und einer fiesen Platzwunde am Kopf. Als Thorin dies bemerkt, kümmert er sich leicht um den Halbling. Dabei kommt dieser dem Zwerg ungewollt näher.
Am nächsten Tag durften die Zwerge ein Bad nehmen. Es handelt sich um warme Quellen, in denen sie sich säubern konnten. Erneut kommen sich Bilbo und Thorin ungewollt näher. Daraufhin flieht Bilbo und Kíli und Fíli kümmern sich rührend um ihn.
Dabei achten sie besonders auf die Verletzungen des Halblings. Thorin kommt Bilbo auch einmal näher als beabsichtig.
Die nächsten Tage verstreichen bis auf den Besuch von Legolas und Thranduil, die sich um die Verletzungen von Bilbo kümmerten, ereignislos. Die beiden Männer kommen sich jedoch immer näher. Bis es zum Kuss kommt.
Dabei denkt Bilbo nie an seinen Ring. Oder an Flucht.
Wird er es jetzt tun?

-

• Tag 17 •
- Legolas -

Es war schon ein süßes Bild, ein Bild, was man nicht so schnell vergessen würde. Würde man in die Zelle treten, würde man zwei aneinandergepresste Körper sehen, die starke Arme umfassten einen zierlichen Körper, hielten ihn. Das fein geschnittene Gesicht der größeren Gestalt war in den Locken der kleineren Gestalt verborgen, der Atem beider Personen ging ruhig, wobei eine der beiden einen ziemlich flachen und zitternden Atem hatte.

Ja, Thorin und Bilbo schliefen zusammen auf dem Boden, auf der dünnen Matratze, die ungünstigerweise auch noch sehr schmal war. Für einen Zwerg war die Breite schon unangenehm, doch wenn die beiden nun auf der Matratze kuschelten, war es eng und mehr als nur unangenehm.
Aber nicht das Bild, dass die beiden aneinander geschmiegt dalagen, war süß, sondern das, wie sie dort lagen.

Wie schon erwähnt hatte Thorin seine Arme um Bilbo gelegt, sein Gesicht in den dicken Locken verborgen. Die schwarzen Haare mit den silbrigen Strähnen darin, die ihm ein edles und reifes Aussehen verliehen, hatten sich mit einzelnen Strähnen auf Bilbos Gesicht gelegt, und Bilbo hatte sich eine solche vorwitzige Strähne geschnappt und um einen seiner Finger gewickelt. Diese Strähne hatte er an seine Lippen geführt, und auf ebendiesen Lippen lag ein seliges Lächeln.

Würden Elben nicht alles gleichgültig sehen, wäre Legolas bestimmt weich geworden und hätte sie noch länger beobachten können, doch dafür war jetzt keine Zeit. Er strich seine blonden, weichen Haare nach hinten und schaute in jede Zelle hinein, um zu gucken, wie es um die Zwerge stand.
Sie fütterten ihre Gefangenen nicht durch, aber dennoch mangelte es den Zwergen nicht an Essen. Und die zähen, starken Geschöpfe jammerten nicht über Hunger, die ersten Tage in den Zellen hatte Thranduil sie auch hängen lassen, hatte ihnen keine Nahrung und kein Trinken gebracht, trotzdem hatte sich niemand beschwert. Nicht einmal der Hobbit, von dessen Art man das ausgewogene Essen und die zahlreichen Mahlzeiten am Tag gewöhnt war.
Eigentlich waren ihre Gefangenen sogar sehr handzahm und angenehm, sie machten auch keine Schwierigkeiten. Vielleicht pöbelten sie manchmal eine Wache an, wenn ihnen wieder langweilig war, doch schwere Wutausbrüche hatten sie noch nicht erlebt.

Die blauen Augen des Elbenkriegers und Prinzen blieben an der Zelle hängen, an dem ein ziemlich junger Zwerg an der Wand zusammengesunken war und einen glatten Stein in der Hand hielt. Eine, zugegebene, sehr schlanke und schöne Hand, unberührt von der harten Arbeit der Zwerge. Die Hand passte eigentlich so gar nicht zu einem Zwerg, sie sah ja fast schon zu zart aus.
„Frag mich nicht nach meinem Namen.“, knurrte eine tiefe, angenehme Stimme und lenkte den forschenden Blick von Legolas auf das Gesicht des Zwerges. Anscheinend hatte dieser Zwerg heute keine gute Laune.
Ein kurzes Blickduell, dann eine genaue Musterung, und Legolas kam zu dem Schluss, dass dieser Zwerg ein sehr interessantes Exemplar war.
Die langen, gewellten Haare in einem gewöhnlichen dunkelbraunen Ton, die strähnig ins Gesicht hingen. Diese Haare würden niemals so weich sein wie seine. Legolas' eingebildete und selbstsichere Seite zeigte sich wieder, wie es so oft geschah. Hatte er von seinem Vater geerbt.

Locker lehnte er sich an die Wand neben der Zelle, schaute weiterhin in den Raum und zog nebenbei auch noch seinen Bogen von der Schulter, spielte an der Sehne, und sah den Zwergen nochmal genauer an.

An Bartwuchs schien es bei ihm zu mangeln, genauso wie tiefe, von Arbeit geprägter Gesichtszüge, die bei Zwergen häufig auftraten. Stattdessen besaß der namenlose Zwerg weiche, ja fast schon niedliche Gesichtszüge. Da fiel ihm ein, dass die Linie Durins oft so weiche und scharfe Gesichtszüge besaß, wie man bei Thorin sehen konnte.
„Durins Linie?“, brummte Legolas nur, legte seine schlanken Finger an die Sehne seines Bogens und spannte sie ein wenig, sodass sie mit einem Surren zurück schnellte.
Bei diesem Geräusch zuckte der Kopf des Zwerges hoch, und die Augen fixierten den Bogen schnell und füllten sich mit Sehnsucht.

Und diese Augen, vorher verdeckt von den Strähnen des welligen Haares, faszinierten Legolas am meisten. Es war ein dunkles Braun, dunkler als die Haare, und trotz der Dunkelheit dieser Augen funkelte eine Wärme in ihnen, die die Augen zu etwas Besonderem machten.
Es war schon seltsam, wie aufregend Legolas die braunen Augen fand, denn immerhin waren braune Augen nichts seltenes. Aber er selbst blickte im Spiegel in blaue Augen, sein Vater besaß blaue Augen, die meisten blonden Elben, die es überwiegend gab, sahen die Welt mit blauen Seelenspiegeln. Nur Tauriel hatte braune Augen, doch der Prinz stufte sie schon eher als grün ein. Im Sonnenlicht sah man hin und wieder die grünen Teile ihrer Augen. Das faszinierte Legolas nicht.

„Ja, Durins Linie.“, fauchte der Zwerg wieder und der Elb zuckte kurz zurück. Bei diesen mit Sehnsucht gefüllten Augen hatte er keine so harte Antwort erwartet.
„Oh, entschuldige.“, zischte Legolas zurück und lehnte sich wieder an die Wand, schaute aber in die Zelle nebenan, in der ein blonder Zwerg hockte, der sich gerade gelangweilt seinen Bart flocht.
„Mach' dir nichts draus, er hat 'nen schlechten Tag.“
Die warme Stimme des breit gebauten Zwerges hallte mehrere Male in den spitzen Ohren des Elben nach, bis er es verstand.
„Alles klar...?“, murmelte er, spannte wieder die Bogensehne und bemerkte erneut den sehnsüchtigen Blick des Zwerges auf seinem Bogen. Da verstand auch er endlich, was der junge Zwerg hatte.

Sehnsucht nach seiner Waffe. Dem Bogen. Das Gefühl von glatten Holz unter den Fingern, die Sehne an der Fingerspitze, die Pfeile zwischen den Fingern und das schnelle Herzschlagen, wenn man auf etwas zielt.
Eine Leidenschaft.

- Bilbo -

Gähnend streckte er sich und blinzelte heftig. Der Schlaf saß noch in seinen Gliedern, und auch in seinen Augen hatte er sich eingenistet, und schien seinen Platz dort beanspruchen zu wollen. Er richtete sich auf und fuhr sich mit den Händen durch die Locken, strich sich über seine empfindlichen Ohren und ein Schauder fuhr durch seinen Körper. Erneut schien er die Lippen und Zähne seines Gefährten an den Ohren zu fühlen, fühlte sich zurückversetzt in die letzte Nacht, wo Thorin ihn einfach nicht hatte schlafen lassen, und Küsse auf seinen Nacken gehaucht hatte und schließlich so weit gegangen ist, dass er mit seinen Zähnen an seinem linken Ohr gezogen hatte.
Das Quietschen, dass durch diese Aktion von Bilbo abgegeben wurde, hallte ziemlich laut durch die Zellentrakte, und laut einer Wache war es sogar bis zu Thranduils Gemächern zu hören gewesen.
Empört war Bilbo nicht gewesen, nur er hatte Thorin so zum lachen gebracht, dass dieser eingeschlafen ist. Schien ziemlich erschöpfend gewesen zu sein, das Lachen.

Hände strichen über seine Brust, tasteten vorsichtig über seinen Brustkorb und die Rippen, die durch die Elbenheilmittel schneller geheilt sind als normalerweise, und schließlich verweilten sie auf seinem Bauch.
„Guten Morgen, Ghivashel.“, brummte die wohltuende Stimme Thorins in sein Ohr. Zufrieden legte Bilbo den Kopf in den Nacken, sodass sein Hinterkopf gegen die Stirn des Zwerges prallte.

Ja, ihm konnte es in einer Zelle eigentlich nicht besser gehen.


~♦~♦~



Halluu =3
Ich hatte eine Fortsetzung von "Das Wispern der Zellentrakte..." versprochen, und hier ist sie. In Form einer FF, nicht einer Kurzgeschichte.
Man sollte die Vorgeschichte gelesen haben, um dies hier zu verstehen.

Einen Upload-Rythmus werde ich nicht haben, aber einmal wöchentlich sollte ein Kapitel schon kommen. Im Umfang von 1000-2000 Wörtern werde ich die Kapitel halten, sollte ich aber eine zündende Idee haben oder etwas größeres vorhaben, werde ich das am Ende vom Kapitel erwähnen, da kann es sein, dass der Upload später erfolgt =3

Wie ihr lesen könnt, werden nun auch noch andere Sichten als nur Bilbo und Thorin vorkommen, mal sehen ^^

Im nächsten Kapitel wird Bilbo dann merken, dass ihm etwas fehlt, und in Kíli wächst der Wunsch, zu fliehen...
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