"Dein R.F."

KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
05.03.2014
05.03.2014
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Lieber Leser!
Vielleicht kennst du David Mitchells „Der Wolkenatlas“. Nachdem ich vor einiger Zeit das Kapitel „Briefe aus Zedelghem“ gelesen habe, habe ich diese kleine Scene hier geschrieben. Aber erst nachdem ich den Film gesehen und diesen Text hier ein wenig angepasst habe, war ich fast zufrieden damit. Also ist die Vorlage eine Mischung aus dem Roman und dem wirklich schönen Film.
Ich wünsche viel Spaß am Lesen!


"Dein R.F."

(1931)
Rufus Sixsmith ist geschäftlich in London, Robert Frobisher hingegen treibt sich nur herum.
Er ist sehr jung und sehr eitel und er rennt einfach in Sixsmith herein, als dieser den Plattenladen verlassen will.
„Entschuldigen Sie bitte!“, sagt Sixsmith und hebt seinen Hut vom Boden auf um ihn abzuklopfen und ihn sich wieder auf den Kopf zu schieben, „war keine Absicht.“
„Da bin ich ja beruhigt.“, erwidert Robert und lächelt bevor er sich an dem Blonden vorbeischiebt und den Laden betritt.
Doch drinnen sieht er sich um.
Der Mann steht etwas verloren auf dem Gehweg. Er trägt einen teuren, beigen Mantel und einen schrecklichen Hut mit Beulen. Aber er gefällt Robert. Seine Lippen sind ganz weich geschnitten und er hat freundliche Hundeaugen. Robert mag Männer dieser Sorte. Männer, die ihm die Kontrolle überlassen, sodass er keine Angst hat, diese zu verlieren. Er braucht diese Sicherheit. Und es ist verdammt schwer einen Mann zu finden, der ihm die Zügel in die Hand legt und sagt: „Bestimmt du den Weg.“
In dem Moment in dem Robert sich die schön gemusterte Weste des Mannes ganz genau einprägen will (denn sie gefällt ihm wirklich außerordentlich gut) dreht sich der Mann in seine Richtung und sieht ihn durch die staubige Scheibe hindurch an.
Robert drückt nervös seinen Zeigefinger.
Es gibt bestimmte Zeichen für ihn. Wie lange ein Blickkontakt dauert zum Beispiel. Die Vertrautheit in einem Lächeln auch wenn es sich um einen Fremden handelt. Wie sehr ihm der andere Körper zugewandt wird.
Er muss sich eingestehen, dass alles bei diesem Mann dagegen spricht. Alles, außer dem Lächeln.
Robert ist nervös und dreht sich schnell weg als er das Lächeln erwidert hat. Sein Herz schlägt ihm bis zum Hals.
Als er sich zurückdreht ist der Mann verschwunden.

Der Typ in dem Instrumentengeschäft ist ein elender Hund. Jedenfalls sieht Robert das so.  
„Sie haben das Klavier jetzt drei Stunden ausprobiert.“, brummt er, „kaufen Sie es oder nicht?“
Robert versucht nicht einmal die Notenblätter und den Füllfederhalter zu verbergen.
„Moment noch.“, hält er den Verkäufer hin, „ich bin mir noch nicht sicher.“
Eifrig schreibt er eine Zeile Noten nieder.
„Ich mir aber.“, kommt es zurück, „entweder Sie kaufen das Klavier, oder Sie verschwinden.“
Robert schnaubt und straft den Mann mit einem wütenden Blick, was diesen jedoch völlig kalt lässt.
Er knallt den Deckel zu und wettert: „Sie werden es noch bereuen den größten Komponisten aller Zeiten rausgeworfen zu haben!“ während er die Notenblätter zusammenschieb.
„Na sicher.“, meint der Mann unbeeindruckt, „wenn ich jetzt wohl bitten darf.“
Robert kann es einfach nicht lassen dem Mann provokant zu zunicken.
In dem Moment betritt Sixsmith mit einem Geschäftspartner den Laden. Er redet über ein lukratives Geschäft, doch Robert fällt ihm gleich ins Auge.
Robert zieht sich seinen Mantel über und der Verkäufer beobachtet ihn aufmerksam mit vor der Brust verschränkten Armen. Ärger liegt dickflüssig in der Luft.
„Sie werden es bereuen! So gut ist das Klavier nämlich auch nicht!“, faucht Robert.
„Ja sicher. Gehen Sie jetzt bitte.“
Sixsmiths Blick trifft den von Robert als dieser an ihm vorbei aus dem Laden läuft.
Ohne nachzudenken folgt er ihm auf die Straße und hebt ein Notenblatt vom dreckigen Boden auf, welches Robert aus den Händen gesegelt ist.
„Warten Sie!“, ruft Sixsmith, „Ihre Noten!“
Robert bleibt stehen und als er den Mann erkennt wird er rot wie ein Schuljunge. Es ist ihm peinlich, dass man gesehen hat, dass er sich kein Klavier leisten kann. Und dass er so ausfallend werden kann.
„Danke.“, sagt er knapp und will schon wieder gehen.
„Ich habe einen Flügel!“, ruft Sixsmith ihm nach, „ich kann kaum spielen, aber wenn Sie möchten-“, er lässt den Satz offen und Robert spürt es, er spürt, dass er die Freiheit hat zu entscheiden, dass er die Zügel in den Hand hat und er fühlt sich sicher.

Sixsmiths Flügel ist nicht wirklich seiner. Es ist jener, welcher in seinem Hotelzimmer steht. Die Tasten sind ein wenig vergilbt, aber sehr weich.
Robert spielt ein altes Stück aus der Zeit in der er spielen gelernt hat. Es ist leicht und sonnig und Sixsmith sieht ihm über die Schulter, einen Martini haltend, und scheint sich darüber zu freuen.
Robert weiß, dass der Mann keine Ahnung von Musik hat.
„Wirklich schön.“, lobt Sixsmith.
Augenblicklich hört Robert auf und neigt den Kopf um dem Mann in die Augen sehen zu können, „ja“, sagt er und träumt ein wenig vor sich hin, „ja, wirklich schön.“
Er kann jedes blonde Härchen in Sixsmiths Gesicht sehen, die hellen, langen Wimpern, die sanften Furchen in den Lippen, den kleinen Leberfleck am Kinn, der fast unsichtbar ist.
Sixsmith nippt an seinem Martini und geht zum Fenster um es zu öffnen. Londons Straßenlärm schwappt hinein.
„Lassen Sie sich nicht stören.“, sagt er und lehnt sich gegen die Brüstung, „Sie wollten doch spielen.“
Robert betrachtet die schönen Kurven von den Hüften, den schlanken Rücken, der unter einem weißen Hemd und der bunten Weste verborgen liegt und den Nacken in dem sich blondes Haar kräuselt.
„Eigentlich komponiere ich.“, meint er und ordnet seine Notenblätter.
„Komponieren? Auf einem Konzert sagte der Musiker einmal zu mir, dass Komponieren so wie Dichten ist, nur dass Dichtungen mit einem letzten Wort enden, Kompositionen jedoch immer weiter leben. Ob nun auf den Lippen oder im Kopf.“
Robert möchte aufstehen und den Mann küssen. Und lieben.
„Das stimmt.“, antwortet er nur verträumt. Eine Melodie wabert durch seinen Kopf und er summt sie zaghaft vor sich hin, ehe er sich zu den Tasten dreht und seine Finger darüber gleiten lässt.
„Das ist schön.“, hört er den Mann am Fenster.
„Sie finden wohl alles schön.“, neckt Robert und bekommt ein sonniges Lachen als Antwort.
„Muss am Komponisten liegen.“
Robert schluckt die Nervosität herunter und konzentriert sich auf den warmen, salzigen Stolz, den diese Worte hervorgerufen haben.
„Ich muss noch einmal weg.“, sagt Sixsmith irgendwann, vielleicht eine halbe Stunde später, „ein Treffen mit einem Geschäftspartner. Sie können bleiben, wenn Sie wollen.“
Robert schenkt ihm ein Lächeln als Dank.
„Haben Sie keine Angst, dass ich etwas stehle?“
Sixsmith tut als würde er überlegen, „nun, alles was Sie zu interessieren scheint ist der Flügel. Und ich befürchte, dass Sie es schaffen werden, diesen alleine aus dem fünften Stock zu tragen.“


Als Sixsmith nach zwei Stunden zurückkommt spielt Robert noch immer. Er ist so versunken in einem neuen Stück, dass er den Mann erst bemerkt, als dieser geräuschvoll an der Bar mit Gläsern hantiert.
Es dämmert bereits.
„Wie kann ich Ihnen danken, dass ich spielen durfte?“
Sixsmith füllt zwei Gläser, kommt zu seinem Gast und reicht ihm eins. Als sein Finger die Hand des anderen streift fällt ihm auf wie kühl und klamm diese ist.
„Sie könnten mir Ihren Namen nennen und mich Rufus Sixsmith nennen.“
Robert grinst schelmisch, „das sind zwei Sachen, Sixsmith.“
„Sie haben natürlich recht.“, gespielt grübelnd zieht Sixsmith die Augenbrauen zusammen, „die einzige Lösung die mir einfallen würde, wäre, sie würden im Voraus für den nächsten Tag bezahlen.“
Robert bekommt eine Gänsehaut erster Klasse und nimmt schnell einen Schluck.
„Ganz der Geschäftsmann.“
Ein wenig unsicher ist er doch. Er ist immer unsicher bei Männern.
„Sie machen hohe Schulden, wenn Sie mir Ihren Namen unterschlagen.“
Robert nimmt noch einen Schluck, diesmal einen Kräftigeren. Es ist immer wieder ein Risiko.
„Robert.“, sagt er zaghaft, „Frobisher.“
„Was haben Sie da komponiert, Robert?“, will Sixsmith wissen und deutet auf die Notenblätter. Er sieht interessiert aus und das macht Robert ein wenig beschämt. Sixsmith scheint nämlich keine Ahnung von Musik zu haben.
„Nur eine kleine Melodie…“, weicht er erfolgreich aus.
„Wollen Sie sie einmal vorspielen?“
„Habe ich denn eine Wahl?“
Sixsmith lächelt über den dünnen Rand seines Glases, „nicht wirklich.“
Als Robert spielt lehnt sich Sixsmith erneut über seine Schulter. Er versucht mitzusummen, doch die Melodie ist zu unbeständig und er stolpert über eine Passage bis er es aufgibt.
„Gefällt mir gut.“, sagt er aufrichtig und ein wenig nostalgisch, „irgendwie klingt es nach…ich weiß auch nicht…“
„Es ist mir wegen Ihnen eingefallen.“, rutscht es Robert heraus und er wird augenblicklich unglaublich rot und verflucht sich und sein vorlautes Mundwerk.
Sixsmith mustert ihn von der Seite, doch er wagt es nicht den Blick zu erwidern sondern starrt auf seine Finger, die nun bewegungslos auf den gelblichen Tasten liegen.
„Und es handelt von-“, stellt Sixsmith leise in den Raum. Den winzigen, warmen Raum, der zwischen ihnen liegt.
Robert sieht seine Chance sich zu retten: „Von einem naiven Mann mit einem grauenvollen Hut.“
Sixsmith lacht leise, aber er lässt sich nicht beirren, denn er merkt dass sein Gast nervös ist. Er findet es unglaublich sympathisch.
„Nein, wirklich…“, will er wissen.
Er kann sehen wie sich die Nackenhaare bei Robert aufstellen und er muss sich wirklich hart zusammenreißen.
„Es handelt davon, dass du mir den Tag gerettet hast, weil ich hier spielen durfte. Weil du einfach da bist und mich nicht…“, er stockt kurz und sein Blick flackert prüfend über Sixsmiths Gesicht, „bedrängst.“
„Robert, du kannst so oft kommen wie du magst.“


Robert ist nass bis auf die Knochen als er durch die Hotellobby schlürft. Man sieht ihn missbilligend an, aber keiner hält ihn auf.
Er klopft und tritt ein als er die Zustimmung dafür bekommt.
„Du lieber Himmel!“, ruft Sixsmith, der sofort von seinem Sessel aufspringt und in das Badezimmer rauscht.
Er kommt mit zwei Handtüchern wieder, „hast du denn keinen Schirm?“
Robert schüttelt grinsend den Kopf und pellt sich aus seinem Mantel.
„Möchtest du eine-“, eine Spur verlegen kratzt sich Sixsmith am Kopf, „einen Bademantel haben?“
„Gerne.“
Er zieht sich im Bad um, seine Kleider sind nur ein einziger nasser Klumpen.
Der Bademantel riecht als wäre er schon einmal getragen worden. Auf dem Etikett im Nacken ist „R.S.“ eingestickt. Robert wickelt sich den weichen, cremefarbenden Stoff um und fühlt sich augenblicklich behaglich.
Die Tür zum Bad ist nur angelehnt und bevor er rauskommt lugt er durch den Spalt. Er trifft Sixsmiths Blick, den dieser verlegen abwendet.
„Von hier drinnen ist ein Sommerregen wirklich schön.“, sagt Robert und stellt sich ans Fenster.
Der Regen schlägt mit dicken, vollen Tropfen gegen die Scheibe und ganz London liegt unter grau-blauen Wolken und ist verhangen im Regen. Alles verschwimmt und Robert summt eine kleine Melodie vor sich hin, die ebenso verschwommen ist.
Als er sich umdreht sieht er wie Sixsmith seine nassen Kleider über sämtliche Stuhllehnen im Zimmer hängt.


Als Sixsmith eine Woche später London verlassen muss, ist Robert jeden Tag bei ihm gewesen.
Roberts Hände sind klamm als er das Zimmer betritt und die gepackten Koffer sieht.
„Du hast nicht gesagt, dass du fährst.“, murmelt er verwirrt und ein wenig verlassen.
„Doch habe ich, zweimal.“, erwidert Sixsmith lächelnd, „aber du hast gespielt.“
„Du hast kein Wort gesagt.“, hält Robert dagegen und er weiß, dass er Recht hat. Weiß der Teufel, warum Sixsmith nichts gesagt hat. Vielleicht wollte er sich wegschleichen. Vielleicht wurde ihm der Besuch zu viel. Robert schluckt den Kloß in seinem Hals runter und schieb die Notenblätter, die er schon rausgeholt hatte, zurück in seine Mantelinnentasche.
„Na gut, dann…“, unbeholfen dreht er sich zur Tür, „also auf Wiedersehen.“
„Warte.“
Robert bleibt stehen wie erstarrt. Sixsmiths Stimme ist plötzlich so nahe und sie klingt wie warmes, weiches Wasser.
„Ich will dich nicht aufhalten, Sixsmith, wirklich nicht…“
„Spielst du noch einmal meine Melodie?“
Wortlos geht Robert zum Flügel und hebt die Klappe während er sich setzt. Er braucht die Noten nicht, er hört die Musik im Kopf und seine Finger spielen mit.
„Danke…“
Sixsmith legt beide Arme um ihn und gräbt seinen Kopf in Roberts dichtes, dunkles Haar. Robert durchfährt ein Schauer, doch bald hebt er zögerlich eine Hand von den Tasten und legt sie sanft auf die von Sixsmith. Vorsichtig schieb er seinen Zeigefinger zwischen die Finger der warmen Hand, die auf seiner Brust ruht und sich dort richtig anfühlt.
Er lehnt sich in die Umarmung, legt seinen Kopf zurück und spürt Sixsmiths Atem an seinem Hals. Hauchzart streichen Lippen über seine Haut.
„Ich werde dir schreiben.“, verspricht Sixsmith leise, „so oft ich nur kann.“



Ein halbes Jahr und unzählige Briefe später reißt Robert erneut einen Brief auf. Nur diesmal ist es anders. Denn diesmal steht schon in den ersten Zeilen:
„Mein liebster Komponist, Ich werde nach London kommen. Nächste Woche Montag findest du mich wieder in dem Hotel, in dem du mir so eine wunderbare Melodie geschenkt hast…“
Roberts Hände zittern als er einen Blick auf den Poststempel und dann auf das Datum wirft. Er verflucht die Post.
Er liest den Brief auch gar nicht zu Ende, sondern wirft ihn auf den Tisch, schnappt seinen Mantel und rauscht aus der winzigen Luke, die manche Menschen Hotelzimmer schimpfen und auch noch Geld dafür haben wollen.
Er klopft ein paar Mal und tritt dann ein, obwohl kein Wort von Sixsmith gekommen ist.
Er findet ihn schlafend auf der Couch, noch seine Schuhe tragend. Die Koffer stehen mitten im Raum.
Mit klopfendem Herzen betrachtet Robert ihn bevor er zum Flügel geht, ihn leise aufklappt und beginnt zu spielen.
Er nimmt die Tasten sanft, jede Note wie cremiger Honig. Er hört wie Sixsmith erwacht und wie er sich aufsetzt. Das Geräusch von gutem Stoff und dann Lederschuhe über den dicken Teppich.
Als sich Arme um seinen Körper legen muss er innehalten und die Augen schließen. Er seufzt tief und zufrieden.
„Mein lieber Sixsmith…“, haucht er überwältigt, „mein lieber lieber Sixsmith…“
Sixsmith bläst ihm sanft seinen warmen Atem ins Ohr bevor er einen Kuss darauf setzt, „spiel mir die ganze Nacht vor, Robert…“, bittet er leise.
„Ich habe dich vermisst.“
„Ich weiß.“

Sie sitzen in einem kleinen Café und trinken starken Espresso und essen Sahnekuchen. Sixsmith erzählt von den Geschäften, die er in London zu erledigen hat und Robert berichtet von seinem neuen Job als Klavierbegleitung in der Oper.
Robert beobachtet die ganze Zeit wie die Gabel in Sixsmiths rotem, saftigem Mund verschwindet und wieder herausgezogen wird.
Er wünschte sich, dass seine Zunge die Gabel wäre und er versinkt so sehr in dem Gedanken, dass er Sixsmith gar nicht mehr zuhört.
„Du träumst, Robert.“, sagt Sixsmith sanft, „wovon?“
„Von dir.“
Sie gehen erst als es schon dunkel ist und ein milchiger Sternenhimmel über London liegt.
Wäre es nicht 1931 hätte Robert die Hand des anderen gehalten und nicht mehr losgelassen. Aber ein Blick scheint zu genügen.
„Ich sollte gehen.“, sagt Robert, „du musst doch morgen schon früh aufstehen.“
Sixsmith fasst ihn ganz vorsichtig am Arm, „ich hätte es lieber, du würdest noch etwas für mich spielen.“

Robert dreht sich auf dem Hocker um als er geendet hat und sieht seinen Gastgeber fragend an. Das Lächeln, das ihn trifft, macht ihn nervös.
Genauso wie der Blick und der Gang von Sixsmith als dieser zu ihm kommt.
„Was machst du?“, fragt Robert eine kleine Spur verunsichert, weil er die Kontrolle abgegeben hat, schon als er zugestimmt hat noch mit auf das Zimmer zu kommen.
Sixsmith bleibt zwischen seinen Beinen stehen und hebt langsam und mit Bedacht die Hände, mit denen er Roberts Gesicht umschließt. Ihm gefällt der rote Schimmer auf Roberts Wangen und die Unsicherheit in dem sonst so fokussierten Blick.
Er beugt sich hinab, Roberts Atem streicht über sein Gesicht und dann legt er seine Lippen ganz vorsichtig und tupfend auf die des anderen.
Es ist wirklich nicht Roberts erster Kuss, aber der erste, der eine Bedeutung hat. Und dieses Gefühl durchflutet ihn mit solch einer Intensität, dass er sich nur an Sixsmith festhalten kann. Er schlingt seine Beine um die des anderen und zieht Sixsmith näher zu sich. Die Arme gräbt er in das feine, blonde Haar. Er spürt, dass Sixsmith lächelt und er erwidert es bevor er ihn hungriger küsst.
„Ich liebe dich.“, sagt er und er weiß, dass Sixsmith ihn auch liebt.
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