Das Warten eines Klabautermannes

von Arzani92
KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12
Franky Lorenor Zorro Lysop Monkey D. Ruffy Nami Vinsmoke Sanji
04.03.2014
04.03.2014
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Friedlich lag sie vor dem Sabaody Archipel vor Anker, die letzten ruhigen Stunden noch genießend. Sie wusste bis in die letzte Faser ihrer Planken, dass die ruhige Zeit nicht mehr lange anhalten würde. Denn ihre Crew war wieder da. Nach zwei langen Jahren, war sie endlich nicht mehr alleine. Wie hatte sie diese neun Idioten vermisst. Wahnsinnig hatte sie alle vermisst, doch nun, endlich, ging ihre große Reise auf der Grandline weiter.

Lange hatte sie sich gefragt, was passiert war, denn hier, an ihrem Anlegeplatz, hatte sie nun mal nicht die beste Sicht auf die Dinge. Als Schiff war es ihr auch nicht möglich einfach mal schnell an Land zu gehen und nach dem Rechten zu schauen. Sicher, in ihrer Form als Klabautermann beziehungsweiße in ihrem Fall als Klabauterfrau, konnte sie auch vom Schiff, aber nicht weit weg. Sie war an ihre Planken gebunden, wollte und durfte sie doch nirgends anders sein. So war die Regel und die war auch gut und richtig so. Denn ein Schiff ohne Leben war ein Schiff, das schneller sank als man schauen konnte und das wollte sie, die starke Thousand Sunny, ihrer Crew nicht antun.
So musste sie auf Passanten warten, die ihr etwas erzählten. Oft schnappte sie auf, wie die Lage war, allein, weil die Menschen ihre wunderbare Galionsfigur bewunderten und sich dann lächelnd unterhielten.
Menschen unterhielten sich viel, sie mochten Worte, das war der Sunny schon aufgefallen. Sie dachte nur an ihre eigene Crew, an Luffy, der immer irgendeinen Blödsinn von sich gab, oder an Sanji und Zorro, die sich verbal immer stritten, egal was sie sagten. Ihr gefiel die Art der Menschen zu kommunizieren, sie selbst konnte ja nicht so viel sagen. Dabei hätte sie so wunderbare Geschichten erzählen können. Geschichten über ihre Strohhutpiraten und deren Leben auf den Wellen.

Aber hier auf dem Archipel war das alles nicht so einfach. Sie kam nicht so leicht an Informationen, da die Leute wussten, welches Schiff sie war und es gab zu viele Piraten und Jäger. Auch Marine gab es unglaublich viele. Die meisten Menschen waren der Sunny gegenüber nicht sehr friedlich eingestellt, hier auf diesen Inseln geformt aus Wurzeln der Yalkiman Mangroven.
Nur durch diesen komischen Mann, der nicht zu ihrer Crew gehörte und sie trotzdem beschützt hatte, hatte sie die zwei Jahre überlebt.
Natürlich waren auch diese Männer auf den fliegenden Fischen da gewesen, aber die meiste Arbeit hatte der Mann gemacht, denn sie alle Kuma nannten. Es wunderte sie, dass ein Shichibukai sie als Piratenschiff beschützte anstatt angriff. Oft hatte sie zugesehen, wie er schwere Verletzungen abbekam und umso stärker er sie vor Schäden bewahrt hatte, umso mehr hatte es sie gewundert. Aber als ihre Strohhutbande wieder aufgetaucht war, war er verschwunden und hatte ihre Verwirrung zurück gelassen. Sie wusste nicht warum er auf sie aufgepasst hatte, aber sie hoffte es herauszufinden, wenn sie endlich wieder ablegen würden. Dann, wenn sie alle auf dem Weg zur Fischmenscheninsel waren.

Etwas mulmig war ihr schon, wenn sie an ihr nächstes Ziel dachte, immerhin war sie als Schiff dafür gemacht über den Wellen zu fahren und nicht darunter. Aber sie vertraute auf ihre Crew. Sie würden sie beschützen, wie sie es schon so oft getan hatten. Außerdem war Nami eine erfahrene Navigatorin, die sie bis jetzt immer sicher durch das unberechenbare Meer der Grandline geführt hatte. Sie würde es auch weiterhin tun, egal ob unter oder über Wasser. Da vertraute sie einfach diesen wunderbar komischen Piraten. Außerdem war ihr Ziel unumgänglich, wenn sie in die neue Welt wollten und dafür war sie, die Thousand Sunny gebaut worden. Sie war von Franky und all den Schiffsbauern aus Water 7 dafür gebaut worden, die Strohhüte in die Neue Welt bis nach Unicon zu bringen und wenn es sein musste noch weiter. Wo auch immer Luffy hinwollte, würde sie ihre Crew fahren.

Sie liebte diese wunderbaren Piraten. Alle, jeder einzelne der Strohhüte, schätze die Sunny wie ein Mitglied. In den Augen ihrer Crew war sie ein Mitglied, nicht nur ein Gebrauchsgegenstand und das machte sie glücklich. Ja, es machte sie glücklich Teil dieser Mannschaft zu sein, die sich um den zukünftigen Piratenkönig aufgebaut hatte. Es machte sie wahnsinnig stolz, dass Nami, Sanji, Zorro, Brook, Chopper, Robin, Lysop, Franky und natürlich Luffy ihr so sehr vertrauten, dass sie ihre Planken zu ihrem Zuhause auserkoren hatten. Sie kannte jedes einzelne ihrer Mitglieder in und auswendig, hatte sie doch genügend Zeit gehabt, sie kennen zu lernen. Immerhin taten diese neun Menschen alles auf ihr, sie schliefen in ihr, sie lebten auf ihr und sie setzten ihre Träume und Hoffnungen in die Seile, Planken, Segel und Masten der Sunny. Sie war ihr Schiff, das Schiff der Piratenbande, die Gol D. Roger und seiner Crew auf den Thron folgen würde und das ließ sie strahlen, wie keinen anderen Klabautermann.
Sie kannte die Lieblingsplätze von den Strohhüten und wusste, wer welche Handgriffe tat, damit sie in Schuss blieb und auf dem unberechenbaren Meer fahren konnte. Lächelnd dachte sie daran, wie Luffy auf der Galionsfigur saß, ihr nächstes Ziel aus erkor und dann aufsprang und einen weiteren Schritt in die richtige Richtung tat, um Piratenkönig zu werden. Sie war sich hundertprozentig sicher, dass Luffy der nächste Piratenkönig werden würde. Für sie gab es da keinen Zweifel dran, waren die Merry und sie sich doch in diesem Punkt hundertprozentig einig.

Lange hatte sie sich mit der Merry unterhalten. Sie hatten ja auch zwei Jahre Zeit dafür gehabt und da die Going Merry in ihr weiterlebte, war es auch möglich, dass sie sich unterhielten. Auch wenn dieses wunderschöne Schiff vor Water 7 gesunken war.
Es war alles ein bisschen kompliziert aus menschlicher Sicht, aber für sie Klabautermänner war es ganz einfach zu verstehen. Denn sie lebten unabhängig von dem einfachen Holz, unabhängig von Planken und Segeln. Sie waren die Geister der Schiffe und wurden in den Mitgliedern gehalten. Man konnte sie auch als Inkarnation der Schiffe betrachten, oder als Seele eben dieser.
Erst wenn die Crew ihr Schiff aufgab, es vergaß oder nicht achtete starb man als Klabautermann oder wurde - was noch viel schlimmer war - nie als Klabautermann geboren. Dann war ein Schiff nur ein totes Stück Holz und das waren die Brüder und Schwestern, um die man bitterlich weinte.
Ihre Crew jedoch hatte die Merry nicht vergessen  und bis zum Schluss um den Erhalt des Schiffes gekämpft und so lebte die Seele, also auch der Klabautermann der Going Merry, in ihr, der Sunny, weiter. Die Merry lebte wohl stärker weiter, als es manch andere, noch fahrende Schiffe und deren Klabautermänner, taten. Ja, es war schon ein bisschen kompliziert zu verstehen für einen Menschen, aber das musste sie ja nicht interessieren. Sie musste nur auf dem Wasser fahren, ihre Freunde sicher von einer Insel zur nächsten bringen und konnte glücklich darüber sein, dass in ihr nicht nur die Stärke von einem, sondern von zwei Schiffen, lebte.

Auf jeden Fall hatte sie sich mit der Merry unterhalten. Es hatte sich bei ihnen beiden klar herauskristallisiert, dass, wenn nicht Luffy neuer Piratenkönig werden würde, es keiner schaffen konnte. Denn in Luffy vereinte sich einfach alles was ein Pirat brauchte, um König zu werden. Er war stark, offen, hatte Träume und Ambitionen, aber er war vor allem ehrlich und er vertraute. Er vertraute auf seine Mannschaft, auf seine Stärke, auf das Glück und die Welt. Er versuchte es nicht im Alleingang, sondern tat alles für seine Crew, die wiederum alles für ihn tat, auch wenn sie nicht immer einer Meinung waren. Das schönste für die Sunny war, dass Luffy auch ihr vertraute.

Er vertraute ihr, dass sie ihn und seine Crew - ihre Crew - sicher von Insel zu Insel brachte. Er vertraute ihr, dass sie Wind und Wellen stand hielt und sie vor dem Ertrinken bewahrte. Er vertraute ihr, dass sie feindliche Schiffe schlagen konnte und das sie schnell und wendig zu starken Schiffen entkam. Ja, er vertraute ihr das Leben seiner Freunde an und das machte sie stolz.
Dieser Stolz und das Vertrauen, dass in sie gesetzt wurden, brachte sie dazu, ihr Bestes zu geben. Sie war aus dem besten Holz geformt, aus dem ein Schiff bestehen konnte. Erbaut von den besten Schiffsbauern dieser Welt. Sie würde ihre Crew und ihren Käpt’n nicht enttäuschen. Sie hatte der Merry versprochen ihren Willen weiter zu tragen. Sie hatte der Going Merry versprochen den Strohhutjungen aus dem East Blue zum Piratenkönig der gesamten Grandline zu machen. Das war der Traum des alten Schiffes der Strohhüte und inzwischen auch der Traum des neuen Schiffes. Es war ihr Traum und ein Versprechen. Ein Versprechen, dass sie nicht brechen würde.


Ruhig lag sie da und lächelte spitzbübisch, als sie die ersten Schreie ihrer Crew hörte. Zum Glück war sie gut gecoatet. Rayleigh hatte ganze Arbeit geleistet und sie wusste, obwohl es ihr erstes Coating war, das es von einem der besten vorgenommen worden war. Kein Stück ihres Holzes lag frei an der Luft, der Mantel der sie unter Wasser schützen würde, war perfekt um sie herum angelegt. So würden sie ihre Reise zur tiefsten Insel der Grandline unbeschadet überstehen. Sie hoffte nur, dass niemand von der Crew auf die Idee kommen würde, das Coating zu beschädigen. Luffy und Zorro waren ja manchmal etwas unbedacht, wenn es um sowas wie Feingefühl ging. Nicht umsonst hatten ihre Planken hier und da schon etwas abbekommen. Aber Nami und Sanji hatten ja zum Glück genug Verstand, um größere Schäden zu verhindern.

Sie freute sich, als ihre Crewmitglieder in Sicht kamen. Zwei Jahre Ruhe waren definitiv zu lange gewesen und es dürstete sie nach neuen Abenteuern. Lächelnd schaute sie sich noch einmal um, sog die Luft des Sabaody Archipels ein, dann löste sich die Gestalt der Klabauterfrau langsam auf und sie verband sich wieder mit der Sunny. Sie hatte lange gewartet, doch nun, endlich, würde es weiter gehen. Immer weiter, dorthin, wo auch immer ihr Kapitän hinsegeln wollte. So lange, bis sie ihr Ziel erreichten. Ihr Ziel, die absolute Freiheit auf dem Meer, die nur der Piratenkönig mit seiner Crew erreichen konnte.
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