The unwanted fiancée

GeschichteDrama, Romanze / P16
Donna Paulsen Harvey Specter
03.03.2014
03.04.2014
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"Sie sind nicht bei der Sache Mr. Specter", mahnte ihn der Richter und es war nicht mal gelogen. Harvey war mit seinen Gedanken ganz woanders. Zuhause. Bei seiner Verlobten. Ja er war tatsächlich verlobt. Niemals hätte sich jemand gedacht, dass dieser Mann heiraten würde. Wozu auch? Wieso sich auf eine festlegen wenn ihm halb New York zu Füßen lag?

Aber im Alter von 42 wurde es tatsächlich langsam Zeit sich festzulegen. Er würde nicht ewig jung und schön bleiben. Und nicht das er sich Kinder oder so wünschte, aber tief in seinem Inneren wünschte er sich zumindest eine Frau die mit ihm im Schaukelstuhl auf der Dachterrasse seiner Penthouse Wohnung sitzen würde. Eine Frau die morgens Kaffee kochen würde und ihm zuhören wenn er ständig den alten Zeiten nach hing. Eine Frau mit der er seine Pension genießen konnte und sein ganzes Geld verprassen konnte, eine Frau die schließlich an seiner Seite sitzen würde wenn er seinen letzten Atemzug tat.

Und in Dana schien er diese Frau gefunden zu haben. Es war nie eine leichte Beziehung zwischen den beiden gewesen. Sie hatten sich schon in Harvard kennen gelernt. Dana war die Beste ihres Jahrgangs gewesen. Harvey hatte sich sofort in ihre wunderschönen, dunklen Augen verliebt. Sie hatten eine kurze aber feurige Beziehung gehabt. Nach ihrem Abschluss waren sie aber getrennte Wege gegangen.

Nun war Scottie, wie er sie liebevoll nannte, wieder da. Und diesmal war es mehr als nur eine feurige Affäre, auch wenn Harvey zugegeben musste dass der Sex nach wie vor sehr feurig war. Er hatte sich entschieden. Er hatte sich festgelegt. Und doch erschien ihm der Gedanke mit ihr verheiratet zu sein seltsam. Zu wenig vertraute er ihr. Er liebte sie, das glaubte er zumindest, aber er konnte ihr irgendwie nicht richtig vertrauen. Schon einmal hatte sie ihn betrogen, belogen und hintergangen. Und so etwas zu vergessen war nicht leicht, nicht mal wenn man sich vorstellte zu heiraten.

Er hätte ihr wohl nie einen Antrag gemacht, wenn Donna ihm nicht einen Schubs gegeben hätte. Donna hatte den Ring ausgesucht und ihm mitgebracht und Donna hatte ihn über alle Versionen von Heiratsanträgen aufgeklärt. Sie war es gewesen die ihm gesagt hatte, er würde Scottie lieben und er solle sich endlich festlegen und eine Familie gründen. Und wenn Donna das sagte würde Harvey das tun. Sie waren schon lange ein eingespieltes Team. Donna hatte alles vorbereitet und geplant, Harvey hatte sich nur noch hinknien müssen und die Frage der Fragen stellen. Scottie hatte sich gefreut. Sie hatte sich wirklich gefreut. Tränen in ihren Augen hatten ihm das verraten. Scottie war wie er. Keine Frau der großen Gefühle und trotzdem hatte sie vor Freude geweint. Oh ja er wollte sich an sie binden, er sollte sich an sie binden.

"Mr. Specter? Geht es Ihnen nicht gut? Haben Sie die Stimme verloren? Oder träumen Sie?", fragte der Richter und holte Harvey damit in die Realität zurück. Mike Ross, Harveys Assistent, warf ihm einen besorgten Blick zu und stupste ihn vorsichtig an. "Es ist unser Zeuge", flüsterte Mike ihm zu. Harvey erhob sich und ein stechender, pochender Schmerz zog durch seine Schläfen. Schon seit gestern Abend hatte Harvey Kopfschmerzen. Und das obwohl er nicht mal getrunken hatte. Schon länger nicht mehr. Er strich sich das Jackett zu recht und fing an den Zeugen in die Mangel zu nehmen. Normalerweise konnte er so etwas. Er war gefühlskalt und zeigte auch kein Mitgefühl für die Tränen die der ein oder andere Zeuge vergoss. Doch heute war irgendetwas anders. Nicht nur das Harvey nicht bei der Sache und er Kopfschmerzen hatte, nein noch etwas war anders. Ein stechender Schmerz in seinem Unterleib ließ  ihn zusammen zucken. "Mr. Specter?", fragte der Richter ihn skeptisch.

Mike war aufgesprungen, hatte sich aber nach einem strengen Blick von Harvey wieder gesetzt. "Alles in Ordnung", versicherte Harvey und fuhr fort. Harveys Augen schweiften unruhig im Raum hin und her. "Herr Anwalt! Reißen Sie sich zusammen oder suchen Sie irgendwas? Einen Ausweg vielleicht?", fragte ihn der Richter.

Harvey schüttelte heftig den Kopf. Zu heftig. Schwindel überkam ihn. Erneut zuckte er zusammen. Mike erhob sich wieder. "Euer Ehren, wäre es Ihnen recht wenn ich an diesem Punkt übernehme?", fragte er. Nein, schrie es in Harvey. Der Welpe war noch nicht bereit für einen so großen Fall. Er konnte das nicht. Harvey schüttelte den Kopf doch Mike ließ nicht locker. "Okay Mr. Ross übernehmen Sie, aber ich sage Ihnen beiden eines, ich lasse mich nicht gerne veralbern.", sagte der Richter.

Mike ging auf Harvey zu und wollte ihn zur Seite schieben doch Harvey rührte sich keinen Millimeter. "Das ist meine Aufgabe", flüsterte er ihm zu. Mike sah ihn besorgt an. "Harvey, Sie...setzen Sie sich Sie sehen gar nicht gut aus", sagte der Jüngere unsicher. Harvey wollte wieder den Kopf schütteln, doch plötzlich wurde um ihn herum alles schwarz....
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