Brothers Conflict ღ Sweet Love

GeschichteDrama, Romanze / P16
01.03.2014
11.04.2015
2
4.822
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
01.01.2015 3.417
 
Konbanwa, minna! ^~^

Endlich habe ich es geschafft das erste Kapitel anzufertigen.
Ich hoffe mal, dass das Ende nicht so schlecht ausgefallen ist, weil ich es irgendwie etwas grob beschrieben hab.
Solltet ihr Fragen bezüglich der Eltern der Isoshima Familie haben, fragt mich ruhig, also wenn ihr den Text da am Ende nicht verstanden habt, sonst wird im Laufe der Story nochmal dieses Thema auftauchen, also keine Sorge.

So, genug geredet, ich wünsche euch noch viel Spaß beim Lesen! ^^

Revis und Favos sind wie immer herzlich Willkommen :3

GGLG Cookie-chan
______________________________________





ღ Chapter 01 ღ



ღEin gewisser Anruf ~ Der Anfang eines Umzugsღ




Erzähler Sicht





„Shin, Akane, aufstehen! Es ist bereits morgens, ihr müsst euch heute selber aus den Haus schwingen und euch eigenständig Frühstück machen. Ich muss nämlich schon zur Arbeit und komme erst abends wieder nach Hause bei den vielen Terminen. Die anderen sind schon abwesend, also nicht wundern, wenn ihr aufsteht. Ach übrigens, wo wart ihr beide eigentlich die ganze Nacht lang?“

Das gleißende Sonnenlicht durchdrang jede einzelne Schleierwolke, die sich am endlosen Horizont gebildet haben, und fiel mit warmen Strahlen auf das große Anwesen. Da das Fenster der Isoshima Zwillinge mit Gardinen bestückt war und somit über Nacht verdeckt wurde, konnte man den draußen gelegenen Garten kaum entdecken bis die Älteste namens Mira den Vorhang öffnete und dabei die restlichen zwei Knöpfe ihrer grünen Bluse schloss. Ein kalter Luftzug strömte aus dem geöffneten Fenster und auch die Sonnenstrahlen brachten die beiden Zwillinge zum Aufwachen. Gähnend drehte sich die Rotbraunhaarige in die andere Richtung ihres Bettes und ließ sich weiter in die Traumwelt geleiten, während ihr Zwillingsbruder die Hand vorm Kopf hielt, damit die Sonne nicht direkt auf sein Gesicht strahlte.

Graue Augenringe unterstrichen sein Gesicht, da er die ganze Nacht keinen Schlaf bekommen hatte und er sich deshalb die ganze Zeit die Augenlider rieb. Noch halb im Schlaf schaute er auf den roten Wecker, welche sich zu seiner Rechten auf seinem Nachtisch befand und schrak sofort auf.

„Huh, Nee-san? Schon so spät? Verdammt, ich wollte mich doch noch mit einem Kumpel treffen vor der Schule... Mist!“, rief er panisch in den Raum hinein, woraufhin er sich schnell aus seinem Bett entfernte, um sich die Schuluniform anzuziehen und dementsprechend noch eben seine Tasche zu packen.

„Mira-nee...? Bist du noch da? Du hattest ja gefragt, wo wir die ganze Nacht waren, nicht? Also das müsstest du Akane verdanken, denn sie war diejenige, die unbedingt auf diesem Rockkonzert wollte und sich dort mit ihrer Freundin mit mehreren Bierflaschen betrunken hatte. Dabei musste ich sie da raus schleppen und nach Hause bringen, obwohl ich viel lieber, was Anderes gemacht hätte.“

„Da hast du wohl was vergessen, Nii-san. Du warst währenddessen im Kasino und hast über vier Stunden Videospiele gezockt, welche dir Yura-nee als Einspielversion angeboten hatte und nicht ich. Und außerdem, dass war nicht irgendeine Band, das war „Skillet“, meine Lieblingsband, Baka“, erklang die zarte Stimme seiner Zwillingsschwester Akane, welche sich momentan mit ihrer Hand durch die Haare strich und noch etwas schläfrig drein schaute.

Langsam legte sie ihre Hand auf ihre schmalen, rosigen Lippen, denn sie musste wenigstens einmal ausgiebig gähnen, um nicht allzu verschlafen zu wirken. Beim Aussprechen des letzten Satzes hatte sich eine kleine Wutader auf ihrer Stirn gebildet, denn ihr Bruder machte sich immer wieder um sie lustig. Der Braunäugige meinte, dass Rockbands eher was für Jungs wären, denn auf dem Konzert zum Beispiel war keine einzige weibliche Seele in der Luft, nur sie und ihre beste Freundin und unzählige Jungs hörten dem Rockkonzert zu, während viele Mädchen lieber über Fuuto Asakura schwärmten, der zur gleichen Zeit ein Konzert abhielt.

„Musst du immer versuchen von dir abzulenken? Ich hab Nee-san die Wahrheit gesagt und du weißt, dass Rockkonzerte nichts für kleine Mädchen wie dich sind.“

„Ist das dein Ernst? Komm nicht schon wieder mit diesem Thema an, welches wir schon vor ein paar Tagen geklärt haben. Du hast doch selbst beschlossen, dass wir „unsere“ Interessen gegenseitig akzeptieren sollten. Und nun fängst du ausgerechnet wieder an, mich mit deinen Spielchen zu nerven. Du gehst mir auf den Keks, Baka! Ach ja, Nee-san, Shin hatte ja vorher etwas mit einem Kumpel erwähnt, dabei möchte er nur ein Mädchen vorm Anfang des Unterrichts treffen“, entgegnete das braunäugige Mädchen, welche sich gerade ihre geschmeidigen, etwas lockigen Haare bürstete und grinste ihren Bruder mit einem diabolischen Lächeln an.

„Tch. Na und? Was geht dich das an? Nur weil du nie einen Freund bekommst, heißt das nicht, dass ich keinen Spaß mit den Mädels haben kann. Ach, und was war das für eine Szene gestern, wo dich ein Junge angemacht hatte?“

„Mich hatte kein Junge angemacht. Und wenn dann, hätte ich ihn sowieso abgewiesen, du Idiot. Wir sind Zwillinge, wir können nichts voneinander verheimlichen und du weißt, dass ich momentan niemanden habe, in den ich verliebt bin. Hast du mich verstanden, du Nervensäge? Jetzt halt einfach mal deine Klappe!“

„Ja, ich weiß, aber als ich dich gestern versucht hatte zu beruhigen, hattest du bei deinem Alkoholwahnsinn ganze Zeit meinen Namen erwähnt und dich an mich geschmiegt. Du wolltest mich gar nicht mehr loslassen, deshalb hab ich dir dieses Kissen, das jetzt auf deinem Bett liegt, gegeben. Nach diesem Vorfall kann ich gar nicht mehr von dir ablassen, Nee-chan“, entkam seinen Lippen, als er sich langsam in Bewegung setzte und nun einige Zentimeter von seiner Zwillingsschwester entfernt war. Ein Hauch seines heißen Atems strich an ihrer Unterlippe vorbei, was sie schnurstracks zum Erröten brachte.

„Huh! Was? G-geh mir vom Leib! Fass m-mich nicht an, Hentai! Machst du das wirklich bei jedem Mädchen? D-du bist wirklich der schlimmste Junge, den ich je erlebt habe! Wir sind Geschwister! Hallo, klingelt was bei dir? Und außerdem habe ich kein Interesse an dir, auf romantische Weise. T-tch, Baka!“

Geschockt ließ Akane ihre Haarbürste fallen und blickte direkt in das Gesicht ihres Gegenübers, dessen Lippen sich zu einem Grinsen verformten. Schritt für Schritt kam er näher, sodass sie immer wieder einen kleinen Schritt zurückwich und schlussendlich auf ihrem Bett landete.

Abrupt fing Shin an zu lachen und konnte danach einfach nicht mehr aufhören: „Haha, Nee-san. Diese Reaktion gerade von dir! Einfach atemberaubend, haha! Als ob ich jemals ein romantisches Interesse gegenüber meinen Schwestern entwickeln würde! Baka!“

Jetzt hatte er es zu weit getrieben, die Rotbraunhaarige ist nun völlig aus der Bahn geworfen worden, sodass sie vor Wut platzen könnte. Sie zuckte mit ihren Augenbrauen, wobei sich auch ihre Augenlider verengten und gab eine wütende Miene von sich, sodass ihr Gesicht in eine ewige Dunkelheit verschwand.

Aufgebracht packte sie das Kissen, welches neben ihr lag und begutachtete die drauf gedruckte Person, bevor sie es mit einem kräftigen Schwung ihm gegen den Kopf warf. Mit ihrem Zwillingsbruder hatte sie später noch eine Rechnung offen.

„Das hast du jetzt nicht gesagt, oder, Nii-san? Was soll ich mit diesem verdammten Kissen, wo dein Abbild drauf ist? Du hast es gar nicht verdient, der beste Gamer auf der ganzen Welt zu sein! Verrecke in der Hölle!“

„Hey, wenn ich ihr wärt, würde ich mich beeilen, ihr Streithähne. Der letzte Schulbus ist gerade losgefahren und ihr seid noch nicht mal da drin. Passt auf eure Noten auf, nicht das ihr wieder zum Schuldirektor müsst und ich nachher seiner Rede lauschen muss. Kommt schnell, ich fahr euch hin, aber heute das letzte Mal. Ich muss vielleicht auch an meiner Arbeit pünktlich erscheinen. Die kranken Kinder warten und ihr? Was ist, wenn eines von ihnen  eine schlimme Krankheit hat und ihr alles aufs Spiel setzt? Los, kommt! Ich muss das Haus noch abschließen“, erklang die Stimme der Ältesten aus dem Hausflur, welche sich zwei Hände um die Hüften gelegt hatte und sehnlichst drauf wartete bis beide durch die Haustür stolzierten.

„Was, schon so spät?“, erwiderten die bis gerade noch streitenden Personen monoton und beeilten sich, indem sie schleunigst in den weißen Mercedes einstiegen.

Die Hellbraunhaarige startete den Motor mit ihrem Zündschlüssel und fuhr vorsichtig aus der Einfahrt heraus, da sie das Auto am vorherigen Tag vorwärts eingeparkt hatte. Um die fünfzehn Minuten dauerte die Fahrt und schon stand das Fahrzeug auf dem vorderen Parkplatz der Schule. Eilig verabschiedete sich das Zwillingspaar von ihrer älteren Schwester und lief geschwind durch die Eingangstür des großen Gebäudes.




Akanes Sicht





//Mist! Die länglichen Flure sind alle totenstill, keine einzige Seele. Das heißt dann wohl, dass wir wieder zu spät sind... Obwohl wir doch immer wieder versuchen, nicht zu spät zu erscheinen, um Mira-nee und den Anderen nicht so viel Stress zu bereiten... wir sollten wohl am besten früher aufstehen und mal was Gutes tun. Verdammt, ich hab total vergessen, dass wir heute einen Überraschungstest schreiben!//

„Sag mal, Shin. Hast du für den Test gelernt?“

„Nope. Ich hatte ja keine Zeit dafür wegen dir.“

„Ach... immer die Schuld auf mich schieben, du Idiot. Dann lassen wir den mal ausfallen und schreiben morgen nach, okay?“

„Ich bin dafür, Nee-san.“

Vor unserem Klassenzimmer blieben wir stehen und hielten Ausschau nach unserem Lehrer. Niemand da. Der alte Knacker sitzt jetzt bestimmt an seinem Pult und lässt die anderen den Test schreiben. Hm... vielleicht sollten wir den Rest der Stunde in der Cafeteria verbringen. Was hältst du davon, Nii-san?

Kein einziger Schüler oder Lehrer weiß von unsere Kommunikation mit unseren eigenen Gedankengängen Bescheid. Sie würden es für verrückt halten und uns bestimmt zur Psychiatrie schicken, sollten wir es ihnen erzählen. Okay, wir sind Zwillinge, aber das mit den Gedanken wäre ein großer Fortschritt in der Medizin und Psychologie. Ich mein ja nur, weil wir wahrscheinlich das einzige Zwillingspaar sind, ohne Worte miteinander kommunizieren zu können. Das hört sich zwar jetzt komisch an, aber das ist so. Egal in welchem Moment wir stecken, wir wissen immer Bescheid, was der andere fühlt und dabei denkt. Schon seit der Geburt an sind wir auf geheimnisvoller Weise miteinander verbunden.

Mein Bruder hatte gerade seine Hände in die Hosentaschen seiner schwarzen Jeans vergruben und versuchte mit meinen schnellen Schritten mitzuhalten. Wir waren auf dem Weg zur Cafeteria, bevor noch unser Lehrer aus dem Raum treten und uns eine gewaltige Standpauke repräsentierte könnte.

Nach einer halben Stunde ertönte die Schulglocke, was den Anfang der kleinen fünfminütigen Pause andeutete. Im nächsten Moment stand Shin nicht mehr neben mir, sondern an der braunen Theke, um sich zwei belegte Brötchen zu kaufen. Natürlich damit wir beide nicht verhungerten, nahmen wir etwas Geld mit in die Schule, denn es kommt oft zu dem Fall, dass wir zu spät zur ersten Stunde erscheinen und gar keine Zeit haben zu frühstücken.

Diesmal hatte mein Zwillingsbruder einen großen Hunger, da er nur ein paar Bisse brauchte bis das ganze Brötchen in seinem Schlund verschwand. Ich hingegen aß recht langsam, um das Essen zu genießen und damit meine schlanke Figur nicht gleich ruiniert wird. Es heißt ja, dass wenn man schnell Dinge verspeist einen größeren Magen bekommen würde und dementsprechend zunimmt. Das wollte ich auf keinen Fall.

Langsam machten wir uns auf den Weg zu unserem Klassenraum, wo eine ziemliche Spannung in der Luft lag. Unser Lehrer ermahnte uns aufgrund der Verspätung und gab uns auch schnurstracks eine Aufgabe, die wir als vollständige Entschuldigung erledigen müssen. Mein Bruder musste unsere Klasse zur Ruhe bringen, was ihm teilweise gelang. Kein Wunder. Jedes Mädchen schwärmte für ihn und würden ihn nie in Stich lassen. Andererseits hassten die Jungs ihn dafür, dass jedes einzelne Mädchen ausgerechnet nur ihm verfallen waren. Genervte Blicke wurden ihm gegenüber ausgetauscht bis der alte Knacker versuchte die Klasse zu beruhigen. Endlich herrschte Stille, kein Lästern und auch kein Plaudern. Lässig schlenderte ich die Reihen entlang und verteilte Zettel, die ich aus dem Lehrerzimmer holen musste. Dort waren unsere zukünftigen Ziele drauf verfasst worden. Überrascht wendete ich meinen Blick zu meinem Bruder, welcher mich ebenfalls verwundernd anschaute. Was soll das heißen? Wir werden zu einer anderen Schule transferiert? Wer hat sich denn so was ausgedacht? Die Hinode High School ist ja auch gar nicht auf der anderen Hälfte von Japan. Ich muss zugeben, sie ist es wirklich, genau auf der anderen Seite. Aber warum? Das wäre zwar eine gute Gelegenheit mal eine Band zusammenzustellen. Ich als Gitarristin sowie Sängerin. Ein Wunder würde geschehen, immerhin hatte ich unzählige Stunden mit der Gitarre verbracht. Aber dennoch so weit von unserem Zuhause entfernt? Das kann nicht sein, müssen wir etwa wegziehen? Da haben einige meiner Schwestern ja Glück, sie müssen nicht umziehen, da sie eine eigene Wohnung besitzen. Verwirrt schaute ich aus dem Fenster und konnte meine Gedankenzüge gar nicht mehr in Wort fassen, so irritiert war ich im Moment... Was ist bloß passiert, dass wir sehr wahrscheinlich umziehen müssen?




Erzähler Sicht





„Dr. Isoshima? Sie haben einen Anruf erhalten, sie sollten sich unverzüglich melden...“

„Ich hab’s verstanden. Ich komme gleich, nachdem ich diesem Kind den Verband um den Fuß gewickelt habe. Legen Sie nicht auf und sagen demjenigen Bescheid, dass ich gleich kommen werde.“

„Okay, Ma’am. Gedulden Sie sich bitte einen Moment, sie behandelt gerade einen Patienten“, sprach die Empfangsdame in das Mikrofon und legte kurz den Telefonhörer zur Seite, da sie sich momentan einem Patienten zu wenden musste, der einen Termin vereinbaren wollte.

Nach einigen vergangenen Minuten kam die 30-jährige Ärztin aus dem Behandlungszimmer heraus und führte dabei ein kurzes Gespräch mit den Eltern des kleinen Jungen. Sie erklärte ihnen, wie oft man das Verband wechseln sollte und wie lange deren Sohn diesen tragen muss. Höflich beugten sich die Erziehungsberechtigten leicht nach vorne und bedankten sich herzlich für ihre Hilfe.

Das Wartezimmer war mit zahlreichen Patienten gefüllt, nur musste Mira den wichtigen Anruf entgegennehmen und somit eine Ersatzperson für sie einspringen lassen. Das jemand ausgerechnet sie mitten in der Arbeitszeit anrief, war recht ungewöhnlich. Entspannt ließ sie sich auf einen schwarzen Drehstuhl fallen, welcher in einem weißgestrichenen Raum stand, wo sich niemand außer die Ärztin befinden darf. Auf ihrem Schreibtisch lag ein Briefumschlag, in welchem sich der angefertigte Familienstammbaum vorfand. Sie hatte bis jetzt noch nicht reingeschaut, wollte allerdings nach dem Ende ihrer Arbeitsschicht diese durchlesen. Dies war auch der Grund, warum sie heute erneut vom Thema abgelenkt und manchmal in ihre Gedankenwelt gezogen wurde. Um die Person am Telefon nicht noch länger warten zu lassen, hob sie den Hörer leicht an und hielt es an ihrem rechten Ohr.

„Guten Tag. Hier spricht Dr. Isoshima. Was kann ich für Sie tun?“

„Schatz, du brauchst nicht so höflich zu sprechen, ich bin’s.“

„Papa? Warum rufst du mich während der Arbeit an? Du weißt, dass ich das nicht in Kauf nehmen kann...“, ertönte aus den vollen Lippen der Ältesten der Isoshima Familie, als sie einen seriösen Blick auflegte und weiter zu sprechen vermag, jedoch von den darauffolgenden Worten ihres Vater abgebrochen wurde.

„Schatz. Ich weiß es wird schwer für dich werden. Aber... du musst mir bitte jetzt zuhören... Es tut mir wirklich leid, aber... du musst dir eine neuen Job als Kinderärztin suchen. Morgen muss das Haus geräumt werden... wir haben unser Haus verkauft...“

„Was habt ihr gemacht? Unser Haus verkauft? All meine wertvollen Erinnerungen sind in diesem Haus entstanden, ich kann sie nicht einfach fallen lassen... Ich bin dort aufgewachsen, Oto-san. Ich kann es nicht einfach aufgeben, all meine Träume, die ich hier verwirklicht habe... einfach hergeben! Das kannst du vergessen!“

„Beruhig dich bitte, Liebling. Ich verstehe deine Gefühle, aber...“

„Aber was? In letzter Zeit kümmerst du dich nur um die Wünsche meiner jüngeren Geschwister. Was ist mit mir? Ich möchte auch noch ein vernünftiges Leben führen können...“

„Führ dich bitte jetzt nicht so auf... Du bis die Älteste von deinen Geschwistern. Zeig doch etwas Rücksicht. So, haben wir dich nicht erzogen.“

„... Papa? Es tut mir wirklich leid... Ich weiß nicht, was mit mir los ist... Vielleicht ist es der ganze Stress und die Lasten, welche ich auf mir trage.“

Beinahe hätte die Smaragdgrünäugige angefangen Tränen zu vergießen, wollte sich jedoch ihrem Vater erwachsen gegenüber stellen. Sie ballte ihre Hände zu Fäuste und wartete nervös auf die Worte, die ihr Vater noch zu beichten hatte.

„Stress? Lasten? Schatz, wie oft haben wir dir schon gesagt, dass du ein paar Dinge auch deinen Geschwistern überlassen solltest. Du bist ja fast schon wie deine Mama, bevor ich gekommen war und sie vor schlimmen Dingen bewahrt habe. Okay, es stimmt. Wir haben dich in deiner Kindheit oft allein gelassen, das heißt aber nicht, dass der Job wichtiger als deine Familie ist, verstehst du? Wir wollen nur das Beste für euch alle. Mach dir keine Sorgen um die Arbeit. Du wirst eine Neue finden ganz sicher. Ach ja, deine Lasten, gib ein paar weiter, okay? Ich möchte nicht, dass noch irgendwas mit deiner Psyche passiert. Das würden Mama und ich nicht verkraften... Versuch es zumindest. Ich rufe nachher noch bei euch Zuhause an. Überleg es dir gut und packt eure Sachen. Die Adresse müsste im Familienstammbaum stehen und die Person, die dort wohnt, wird recht überrascht sein, dass ihr kommt, aber die Eltern der Asahina Familie sollten bereits darüber Bescheid wissen. Na gut, ich muss jetzt weiter an die Arbeit. Bis später...“

„...“

Kein einziges Wort kam über Miras blassen Lippen. Sie war einfach fertig nach diesem Gespräch. Ihre Familie müsste morgen kehrt machen und all die wertvollen Erinnerungen würden vergehen, allerdings in einem Fotoalbum noch festgehalten werden. Mit einer zitternden Hand griff sie nach dem braunen Umschlag und zog ein weißes beschriftetes Papier heraus. Als sie sich den Familienstammbaum genau anschaute, konnte sie ihren Augen nicht mehr trauen. Ihre Schwester Yura wurde adoptiert und hieß eigentlich mit Nachnamen Nagami.  Unzählige Tränen bahnten sich den Weg nach unten, ihre Eltern hatten sie die ganze Zeit angelogen. Sie meinten, dass Yura eine schlimme Krankheit besaß und deshalb sechs Jahre im Krankenhaus verbringen musste. Dabei war sie gar nicht schwer krank, sondern wurde mit sechs Jahren von Miras Eltern adoptiert.

„Ich wusste das nicht... Mama, Papa, warum habt ihr uns angelogen? Es tut mir leid, Yura... Wirklich. Sind deine leiblichen Eltern etwa verstorben...? Verdammt, Nee-san...“

Das Gesicht der Hellbraunhaarigen verdüsterte sich, ehe sie sich mit den Rücken an den Stuhl lehnte. Sie hatte ja gar keine Ahnung, wobei ihre Schwester auch rein gar nichts über die Vergangenheit der Isoshima Familie wusste, genauso wie die Anderen, welche nach ihr folgten. Über das was ihre Eltern erleben mussten, wussten die Anderen nicht Bescheid außer natürlich der Ältesten. Aus einem bestimmten Grund soll sie es ihnen auch nicht erzählen. Es war eine echt schwere Zeit für ihre Eltern. Einerseits hatte die Großmutter der Isoshima Geschwister einen großen Hass gegen deren Vater geheckt, zum Anderen war die Psyche ihrer jetzigen Mutter total zerstört und konnte nur durch eine Therapie behandelt werden. Ihr Ehemann stand immer an ihrer Seite, auch wenn die Mutter von ihr es nicht erlaubte. Das führte zu einem schlimmen Konflikt zwischen Mutter und Tochter, indem ihre Mutter plötzlich einen Herzinfarkt bekam und schlussendlich nach ein paar Sekunden im Krankenhaus verstarb. Nach diesem Vorfall war es auch das erste Mal, dass sich sie und ihr Mann ohne Hindernisse in die Augen schauen und deren Liebe bekennen konnten. Daraus entstand dann die Älteste der Isoshima Familie, welche aufgrund der Arbeit ihrer Eltern auf sich alleine gestellt war und gleichzeitig auf ihre nacheinander folgenden Geschwister aufpassen musste. Eine große Last, die auch noch bis heute anhält.


Am späten Nachmittag wurden alle Geschwister vom plötzlich auftauchenden Geschehen aufgeklärt. Über den Umzug und auch über den Anruf, den Mira inmitten der Arbeit von ihrem Vater erhalten hatte. Zwar waren alle total aufgewühlt, stimmten trotzdem dem Geschehen zu, da sie wie sonst auch auf eine ähnliche Schule gehen können, nur dass es dort halt andere Lehrer etc. gibt und manche auch schon auf der anderen Seite Japans einen Arbeitsplatz gefunden haben. Das war natürlich kein Problem, dennoch hatten sie dies nicht von ihren Eltern erwartet. Immerhin lebten sie schon eine Ewigkeit in diesem Haus. Nur was neu dazukam, war ein vorgeschlagener Haushaltsplan, welchen sich Mira überlegt hatte, um ihren Eltern nicht noch mehr Sorgen zu bereiten und ein paar ihrer Lasten an ihren Geschwister abzugeben, einzelne Kleinigkeiten wie Müll rausbringen, Essen kochen und so weiter, halt Aufgaben, die man im Haushalt erledigen muss und wofür sie zurzeit aufgrund der jetzigen Arbeitssuche keine Zeit hat. Die letzten Kartons wurden aus dem Wohnzimmer gebracht und in den weißen Lieferwagen gepackt. Natürlich können vorerst nicht so viele dort einziehen, sodass ein paar im Hotel übernachten müssten, um Tag für Tag dort einzuziehen und nicht gleich Chaos in die Asahina Familie hineinzubringen.

Das neue Leben mit der Asahina Familie kann demnächst beginnen! ღ
Review schreiben