Die Wette

GeschichteAllgemein / P12
26.02.2014
26.02.2014
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„....because i'm happy“, sag ich wie ich es eigentlich immer unter Dusche tat. Es war noch früh am morgen. Ich hoffte, ich habe Caro nicht geweckt. Ich zog mich an und ging in die Küche. Von meiner Mitbewohnerin war nichts zu sehen. Entschlossen ging ich in ihr Zimmer. Caro schlief noch. Sie sah ja schon irgendwie süß aus mit ihren verstrubbelten Haaren. Ich ging näher an das Bett heran und setzte mich neben sie. Dann streckte ich meine Hände aus und begann sie wach zu kitzeln. Anfang war sie noch genervt aber nach kürzester Zeit änderte sich dies schlagartig. „Schlafmütze komm beeil dich. Wir müssen gleich los.“
„Bin schon auf dem Weg.“, antwortete sie und machte sich samt frischen Klamotten auf ins Bad um zu duschen. Ich deckte in der Zeit den Frühstückstisch. Normalerweise würden wir ja im Studio essen, aber wir hatten heute frei und wollten zusammen mit Jamie und Sarah ans Meer fahren. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam Caro dann auch endlich mit frisch geföhnten Haaren und frischen Sachen aus dem Bad.
„Na endlich ich wäre fast verhungert.“, sagte ich gespielt beleidigt.
Caro lachte: „Armes kleines Bärchen.“ Sie wuschelte mir einmal kräftig durch die Haare. Sofort schnappte ich sie mir und tat bei ihr das gleiche. Wir mussten beide kräftig lachen.
„Jetzt hast du meine ganze Frisur versaut. Danke Patrick.“ ,sagte sie immer noch lachend.
„Nein. Jetzt sind wir quitt.“,antwortete ich ihr und streckte ihr die Zunge raus.
„Zunge zeigen tut man nicht, denn das heißt ich liebe dich.“,sagte sie immer noch lachend und setzte sich an den Tisch. Wenn sie nur wüsste was grade in mir vor sich ging. Ich spürte das ich ein wenig rot wurde und schaute kurz schüchtern zu ihr. Sie hatte meinen Blick nicht bemerkt. Gott sei Dank! Ich setzte mich zu ihr an unseren kleinen Tisch. Wir begannen uns Brote zu schmieren. „Kannst du mir mal die Butter geben?“, fragte sie mich.
„Ja klar.“,antwortete ich und gab sie ihr.
„Weißt du, wann Sarah und Jamie kommen wollten?“
Ich schüttelte den Kopf: „Sarah meinte, die beiden melden sich dann nochmal bei uns.“ Sie nickte. „Und was machen wir jetzt noch so lange?“ Im Kopf hätte ich tausende Ideen gehabt, aber die waren viel zu...naja sagen wir mal vertraut.
„Wir könnten noch ein bisschen durch Antwerpen schlendern.“, schlug ich letzten Endes vor. Sie nickte und wir zogen unser Jacken und Schuhe an.

Es war angenehm mild und die Sonne schien mit ihrer letzten Sommerkraft. Wie hatten nun schon Mitte September. Wir beschlossen gleich für die nächste Woche einkaufen zu gehen und gingen in einen Discounter. Am Bäckerstand sah ich eine richtig lecker aussehende Schokotorte.
„Boar sieht die lecker aus.“, sagte ich.
„Stimmt. Aber ich wette ich krieg die tausend mal besser hin.
„Okay......um was wetten wir?“,fragte ich hämisch grinsend.
„Der Verlierer muss den Gewinner heute Abend verwöhnen.“,antwortete Caro genau so hämisch grinsend und kam mir ganz nah. Ich schaute in ihre schönen, braunen Augen. Am liebsten hätte ich mich jetzt vorgebeugt und....
„Einverstanden.“,sagte ich ihr. Nachdem wir alles erledigt hatten, zog es Caro gleich in die Backabteilung. Sie kaufte alle wichtigen Zutaten.
„Woher weißt du denn was du alles brauchst?“,fragte ich ein wenig verwundert.
„Patrick. Ich bin gelernte Konditorin. Da ist so eine Schokotorte Anfängerding.“
Wir lachten beide und gingen zur Kasse. Danach holten wir noch ein Stück Torte vom Bäcker um später den Kuchen vergleichen zu können. *Piep* Erklang es aus meiner Hosentasche. Ich schaute auf mein Handy.
„Caro? Sarah hat mir grade geschrieben. Die beiden kommen gegen 16:00 Uhr zu uns.
Sie nickte und und wir machten uns auf den Weg nach Hause.

Zuhause Angekommen räumten wir erst mal den Einkauf aus. Dann machte sich Caro daran, den Kuchen zu backen. „Madame? Darf ich Ihnen helfen, diesen vorzüglichen Schokoladenkuchen zu erstellen?“
„Das muss ich mir erst mal überlegen.“,sagte sie und schaute eine ganze Weile gespielt Nachdenkend.
„Und?“,fragte ich.
„Na klar.“ Wir lachten beide. Plötzlich küsste sie mich. Ich war ein wenig erschrocken über ihre Reaktion.
„Patrick....das tut....mir leid.....sorry.“,sagte sie und wandte sich von mir ab. Ich sah, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg.
„Hey. Ist doch okay. Ich meine, ich hab dich ja schon öfters geküsst.“,sagte ich um die Situation zu retten. Sie lächelte mir schüchtern zu und nickte.
„Okay. Was brauchen wir alles?“ Caro erklärte mir die Schritte. Das Backen war der reinste Spaß. Nach einer Ausgiebigen Mehlschlacht und einiger Runden Butter-ins-Gesicht-schmieren waren wir so ziemlich fertig. Caro musste den Kuchen nur noch dekorieren. Dabei konnte ich ihr nicht helfen also ging ich nochmals duschen. Danach löste sie mich quasi an der Badezimmertür ab und tat es mir gleich. Ich ging in mein Zimmer und legte mich auf mein Bett. Immer noch spürte ich ihre Lippen auf meinen. Sie waren so sanft. Manchmal wünschte ich mir wirklich Tom zu sein. Zumindest wenn auch sie meine Anna wäre. Ich stand auf und machte mich auf den Weg zu Caros Zimmer. Allerdings war ich so in Gedanken versunken, das ich vergaß, zu klopfen. Caro stand plötzlich nur in Unterwäsche vor mir.
„Hey.“,sagte sie ein wenig peinlich berührt und zog sich schnell ein längeren Pullover an. Es war mein Pulli. Ich hatte ihn ihr damals geliehen, als wir Nachts einen Außendreh hatten.
„Sorry ich war voll in Gedanken.“,murmelte ich leise.
„Dann sind wir ja jetzt quitt.“,zwinkerte sie mir zu und zog sich ihre Jogginghose an.
Danach gingen wir wieder ins Wohnzimmer und setzten uns aufs Sofa. Im Fernseher lief nichts sonderbar spannendes. Gelangweilt schaltete ich den Fernseher wieder aus und begann Caro zu ärgern. Wir veranstalteten eine Kissenschlacht. Plötzlich lag ich auf ihr und wir schauten uns tief in die Augen. Unsere Gesichter kamen immer näher. Kurz bevor sich unsere Lippen trafen, ließ und das schrille Klingeln aufschrecken. Caro schmiss mich regelrecht zur Seite und öffnete die Tür. Sarah und Jamie waren nun da. Da es zu regnen begonnen hatte, entschieden wir uns eine Runde Mensch Ärgere dich nicht zu spielen. Immer wieder berührten sich meine und Caros Hände und ich hatte das Gefühl Sarah hatte ein Auge auf uns geworfen. Nachdem wir zu Ende gespielt hatten und Jamie gewonnen hatte holte Caro die Torte aus dem Kühlschrank.
„So ihr seid jetzt unsere Probanden für die ultimative Schokoladentortenwette.“,sagte Caro.
Die beiden Mädels schauten erst ein wenig verwirrt, doch nachdem wir sie aufgeklärt hatten, war alles klar. Zuerst probierten sie den vom Bäcker und dann unseren selbstgebackenen. Sarah meldete sich als erste zu Wort: „Also Caro ich muss schon sagen, du hast dich echt selbst übertroffen.“
„Hey! Ich hab auch mitgeholfen.“,sagte ich gespielt beleidigt,
„Oh Entschuldigung der Herr. Ihr habt euch selbst übertroffen.“, verbesserte sich Sarah lachend.
„Da kann ich dir nur zustimmen.“, meinte Jamie.
Nach einiger Zeit gingen die Mädels und Caro machte den Abwasch, denn ich musste ja jetzt alles vorbereiten, da ich die Wette verloren hatte. Ich stellte im Wohnzimmer ganz viele Kerzen auf und suchte ein paar DVDs raus. Caro staunte nicht schlecht: „Wow. Das sieht ja echt super aus.“ Ich lächelte: „Lust auf eine DVD?“
„Erst muss ich noch meinen Text lernen und da du ja eh in der Szene vorkommst, können wir das ja auch zusammen tun.“ Ich willigte ein und holte mein Skript.
Es war eine romantische Szene zwischen Tom und Anna, die sich nach der ganzen Sache mit Noah versöhnen.
„Ich liebe dich und nicht Noah. Wie kommst du eigentlich auf dieses Quatsch?“,fragte sie mich als Anna. Nun müsste ich ihr alles erklären, aber ich konnte nicht. Der Schein der Kerzen schmeichelte so lieblich ihr Gesicht. Ich streichelte ihr sanft über die Wange. Wir schauten uns tief in die Augen und schon war es um uns geschehen. Sie zog mich zu sich heran und wir küssten uns, als gäbe es kein morgen mehr. Endlich musste ich nicht mehr diese Last mit mir herumtragen. Ich pustete die Kerzen aus und wir ließen den Rest Geschichte sein. Mitten in der Nacht wachte ich auf dem Sofa auf. Ich hatte angst, das ich das alles nur geträumt hatte aber als ich Caro neben mir liegen sah, wusste ich, es war die Wirklichkeit.
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