Ein ungewöhnlicher Fang

GeschichteAbenteuer / P12
24.02.2014
24.02.2014
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Der Hafen war dunkel. Trevor schlich sich im Schutz der Dunkelheit in das große Hafengebäude, in welchem er den besonderen Fang vermutete. Für seine 18 Jahre war er hochgewachsen und kräftig, und so hatte er vor einigen Monaten einen kleinen Job als Hafenarbeiter angenommen. Im Hafen von Vancouver wurden immer freiwillige Helfer gesucht. Doch nachts ging er einer ganz anderen Aufgabe nach. Denn nachts kämpfte er für die Freiheit der Tiere.
Und am Morgen des Tages hatte er gehört, wie sich einige Fischer darüber unterhalten haben, einen ganz besonderen Fang gemacht zu haben. Sie hatten ein Meerestier gefangen, dessen Art ihnen bislang vollkommen unbekannt gewesen war. Sie wollten es am nächsten Morgen töten und dann den Kadaver zu einem nahegelegenen Labor bringen. Doch das konnte Trevor nicht zulassen.
Er schlug die Scheibe ein, und nahm einen großen Stein, mit welchem er die restlichen Glassplitter entfernte, damit er gefahrlos hineinklettern konnte. Kurz lauschte der junge Mann, doch offenbar hatte niemand ihn gehört. Dann drang er in das Gebäude ein.
Trevor musste nicht lange suchen, mitten in der Halle stand ein Käfig, in welchem sich eine seltsam humanoide Gestalt befand. Er schaltete seine Taschenlampe ein und leuchtete in den Käfig. Vor Schreck hätte er sie beinahe wieder fallengelassen. Vorsichtig leuchtete er wieder in den Käfig. Die Gestalt war eindeutig eine Art Fisch. Doch aus irgendeinem Grund hatte sie einen Körperbau der dem des Menschen nicht unähnlich war, nur dass sie etwas kleiner war. Der Kopf wurde von einem breiten Scheitelkamm geziert, und obwohl das Wesen scharfe Reißzähne hatte, spürte Trevor irgendwie, dass es nicht bösartig war.
„Keine Angst.“ sagte er ruhig und langsam, „Ich werde dir nichts tun.“
Das seltsame Wesen schien etwas ruhiger zu werden, und Trevor fragte sich einen Augenblick lang, ob es wohl ein intelligentes Wesen war. Dann besah er sich den Käfig genauer. Eine schwere Kette war um den Käfig gewickelt, an der ein großes Schloss hing. Trevor sah einen Tisch, auf welchem mehrere Werkzeuge lagen. Er ging vorsichtig hin und nahm eine große Kneifzange in seine Hände.
Das Wesen schnatterte aufgeregt in einer Reihe von Klicklauten, und der junge Mann sah neben der Kneifzange noch einen seltsam geformten Stock. Als er ihn in die Hand nahm, merkte er, dass er künstlich war, wusste aber dennoch nicht, was für ein Gegenstand es war. Das Fischwesen wurde jetzt etwas ruhiger, und Trevor fragte: „Das Ding hier gehört also dir? Soll ich es dir geben?“
Das Fischwesen nickte, eine seltsam menschliche Geste die Trevor wieder einmal vermuten ließ, dass er es mit einem intelligenten Wesen zu tun hatte. Er nahm beide Gegenstände und näherte sich wieder dem Käfig. Er reichte dem Fischwesen seinen Stock, welchen dieser dankbar annahm. Dann nahm er die Kneifzange, und durchtrennte zwei Glieder der schweren Kette.
Das Schloss fiel zu Boden, und die Käfigtür öffnete sich. Doch in der Halle ging zugleich überall das Licht an. Drei kräftige, brutal aussehende Männer standen am Eingang der Halle und näherten sich bedrohlich Trevor.
„Ich habe doch gesagt, ich haben jemanden gesehen.“ meinte einer von ihnen.
„Du willst wohl unseren Fang stehlen, und den Gewinn selber einstreichen, Kleiner.“ sagte ein zweiter, „Das werden wir aber nicht zulassen.“
Der dritte Mann sagte nichts. Doch die Art und Weise wie er sich bewegte, zeigte deutlich, dass er keine Skrupel kannte.
Plötzlich zuckte ein Blitz heran und traf alle drei Männer. Sie fielen bewusstlos zu Boden. Trevor drehte sich um. Der Blitz war hinter ihm gewesen. Das Fischwesen stand neben dem nun leeren Käfig und hatte seinen Stock in der Hand. Doch dieser war nun auf die dreifache Länge ausgefahren. Und offenbar hatte er die Blitze erzeugt.
„Damit haben wir uns beide wohl gegenseitig gerettet, wie?“ fragte Trevor.
Das Fischwesen schnatterte nur und nickte ihm dankbar zu. Dann verließ es die Halle, dichtauf gefolgt von Trevor. Am Eingang der Halle verschwand es aus dem Blickfeld des jungen Mannes, doch ein lautes Platschen verriet ihm, dass es wohl wieder in Richtung seiner Heimat unterwegs war.

ENDE

Hydrit = Eine friedliche und intelligente Spezies von humanoiden Fischen, welche in mehreren Unterwasserstädten in den Weltmeeren lebt.
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