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The Robber

GeschichteThriller / P16 / Gen
19.02.2014
03.04.2014
2
3.474
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19.02.2014 1.589
 
Staub wirbelte auf, als ein schwarzes Ross schnaubend vor einem Saloon zum Stehen kam. Die weißen makellosen Zähne blinkten auf und das Tier ging für ein paar Augenblicke auf die Hinterbeine. Erschrocken stolperte eine Frau ein paar Schritte zurück, die gerade aus dem Saloon gekommen war.
Der Reiter zog an den Zügeln und das Pferd ging gehorsam wieder zurück auf die Hufen. Der Reiter sprang vom Pferd.
Die Sporen klirrten, als die Lederstiefel auf dem sandigen Boden Fuß fassten. Der Reiter griff nach den Zügeln des Pferdes und führte es zu Pflöcken, wohin ihm das Pferd widerstrebend und schnaubend folgte.
Die Frau warf dem Neuankömmling einen wütenden Blick zu, doch er nickte ihr kurz zu und tippte sich an den Hut. Sie quittierte den Konflikt mit einem Aufstampfen und stolzierte davon.
Der Mann warf mit den grünen Augen einen Blick auf den gefüllten Saloon. Die Augen tasteten jedes Gesicht der Anwesenden ab. Von den grimmig ernsten Pokerspielern bis zu den Damen, die an rotem Wein nippten. Der Wirt hatte sich auf die Theke gestützt und unterhielt sich leise mit einem seiner Kunden. Mehrere gefüllte Bierkrüge standen auf dem Pokertisch. Hin und wieder griff einer der Männer nach den Bechern und trank ein paar Schlucke. Jeder Mann im Saloon trug einen Revolver am Gürtel. Auf dem Pokertisch lag eine Schrotflinte mit scharfer Munition und der Ankömmling vermutete hinter der Theke noch ein Gewehr. Er zählte insgesamt elf bewaffnete Männer.
Er warf einen Blick zu den beiden Damen. Sie trugen weite Kleider und es war nicht auszuschließen, dass auch sie unter den Kleidern Waffen trugen. Also dreizehn.
Er strich sich eine rote Haarsträhne zurück, die ihm hinter dem Ohr hervorgerutscht war und strich sich über die braune Lederjacke. Kurz spielte er mit den Knöpfen, bevor seine Hand zu den beiden Revolvern weiter glitt. Jede einzelne war voll mit sechs Patronen geladen. Er spielte kurz mit seinem Gürtel, bevor er dem Pferd ein letztes Mal auf die Schnauze klopfte. Mit langsamem Schritt trat er auf den roten Saloon zu. Das Saloonschild glänzte weiß in den heißen Tag.
Vor ihm schwangen die beiden Türen auf und er trat in den angenehmen Schatten des Saloons. Als die Schwingtüren zufielen, zuckten einige Spieler zusammen und schauten auf. Er nickte ihnen zu und trat an den Tresen. Mit unverhohlener Neugierde betrachtete er die beiden vornehm gekleideten Damen. Beide waren sehr hübsch und musterten ihn auch kurz lächelnd. Dann nippten sie an ihrem Wein und wandten sich ab.
Der Barmann entdeckte den Ankömmling, unterbrach sein scheinbar wichtiges Gespräch mit dem Kunden. Mit schwerem Schritt kam er herüber: „Kann ich etwas für Sie tun, Sir?“
„Ein Bier bitte.“
Gehorsam packte der Wirt einen Krug und zapfte dem Mann ein Bier. Mit einem Lächeln reichte der Barmann ihm den Krug.
„War mir eine Freude, ihnen helfen zu können. Zwei fünfzig.“
Der Ankömmling schüttelte den Kopf: „Ich bezahle nicht.“
Der Wirt zuckte zusammen: „Was?!“
Der Ankömmling spannte den Hahn seiner Waffe: „Sie haben schon verstanden.“
Bevor der Wirt noch etwas erwidern konnte, riss der Neuankömmling einen Revolver aus dem Gürtel und drückte ab.
Der Wirt wurde von der Wucht des Schusses in die Brust getroffen und wurde gegen seine Bierfässer geschleudert. Die Fässer verloren ihren festen Stand, die Stützen schwankten und sie rollten auseinander. Der Wirt fiel zu Boden und hinterließ eine große Blutpfütze.
Die Reaktion von den Spielern im Raum war viel zu langsam. Sie versuchten schnell ihre Waffen aus den Halftern zu reißen, waren dabei jedoch zu hastig, dass die Revolver ihren Händen entglitten und auf den Boden fielen.
Der Neuankömmling war schnell. Schüsse peitschten durch den Raum aus seinen Revolvern. Der Mann am Tresen brach blutend zusammen, ein Spieler griff sich an den aufplatzenden Hals und ein weiterer wurde aus einem Fenster katapultiert.
Der Ankömmling sah rechtzeitig noch, wie ein Mann mit dem Gewehr anlegte und schaffte es, sich noch hinter die Bar zu retten, bevor das Holz des Tresens zersplitterte. Er warf schnell einen Blick zu den Frauen, die sich schon auf den Boden geworfen hatten und sich die Ohren zuhielten. Die Hände zitterten.
Ein weiterer Schuss peitschte durch den Raum und zerschoss die sorgfältig sortierten Gläser. Scherben prasselten auf den Boden und eine besonders große schnitt ihm die halbe Hand auf.
Der Schmerz war höllisch, aber er versuchte ihn zu ignorieren und warf einen Blick unter die Bar. Ein Schrotgewehr ruhte unter der Kasse. Erleichtert steckte er die Revolver in den Gürtel, packte das Gewehr und lud durch.
Die halbe Bar zersplitterte direkt über ihm und Holzstücke stürzten auf ihn. Schnell befreite er sich von dem Holz und richtete sich auf.
Als die Schrotladung den Kopf des Gewehrmannes erreichte, explodierte er fast und das Blut spritzte in sämtliche Richtungen. Die anderen Pokerspieler schrieen entsetzt auf, als Gehirnstücke an ihren Augen vorbeiwirbelten und er wagte sich nach einem weiteren durchladen die Waffe noch einmal abzufeuern. Die Ladung zerschmetterte brutal den Magenbereich und riss den Mann gegen die Wand. Holzsplitter gruben sich in den Hals des Pokerspielers.
Der Mann warf das Schrotgewehr weg und griff schnell wieder nach den Revolvern. Eine Kugel sauste haarscharf an ihm vorbei und traf stattdessen den Spiegel, der zersprang.
Er ließ wieder die Schüsse peitschen.
Dreißig Sekunden später waren alle Männer im Saloon tot.
Der Ankömmling überprüfte seine beiden Pistolen. Der eine war Leer-geschossen, im anderen waren noch drei Patronen. Er füllte die geleerten Kammern der Revolvertrommel und trat zu den beiden Damen.
Beide waren verängstigt und warfen ihm vorsichtig einen Blick zu.
„Aufstehen!“, befahl er und richtete die Waffen auf die Damen.
Mit zitternden Gliedern standen die Frauen auf. Sie waren jedoch nicht zu hastig, verliehen ihren Aufstehen fast ein bisschen Würde und Grazie. Langsam drehten sie sich zu dem Mörder um.
Er blickte wahrscheinlich in die beiden schönsten Gesichter der Welt. Beide Damen strahlten eine würdevolle, elegante Art aus, die beinahe bei dem Verbrecher wirkte.
Die zweifellos jüngere der beiden hatte braune Augen, die ihn mit so großer Angst ansah, dass es fast wieder süß war. Er liebte es, die Angst in den Augen der Menschen zu sehen. Ihr Mund blutete; sie schien sich vor Angst auf die Lippen gebissen zu haben. Ihre braunen Haare waren kunstvoll zu einem Knoten zusammengebunden, verlieh ihr trotz der schrecklichen Lage eine strenge Note. Er warf einen Blick auf das Kleid der Dame, glaubte fast darunter eine Waffe zu vermuten und betrachtete anerkennend ihren Vorbau. Das Kleid warf durch den Staub des Saloons und zweifellos auch durch die Schießerei in Mitleidenschaft gezogen worden. Es war zerrissen und verschmutzt.
Dann warf er einen Blick auf die Ältere. Sie war etwas höher gewachsen und hatte genau wie er, helle grüne Augen, die mit purer Angst gefüllt waren, aber nicht ihn, sondern seinen Revolver anstarrten. Ihr blondes gelocktes Haar fiel ihr über das Gesicht und wild durcheinander über den Rücken, das Kleid war verrutscht und aus ihrem Arm ragte ein kurzer Holzsplitter.
Doch der Mann ließ sich, trotz dem unglaublichen Bild das sich ihm bot, nicht beirren. Er hob den Revolver etwas höher.
„Zieht eure Kleider aus.“
Die jüngere kam mit zitternden Fingern gleich der Aufforderung nach, doch die Ältere machte nichts.
Der Mann spannte den Hahn des Revolvers und richtete die Pistole auf sie und zückte die zweite Waffe.
Jetzt kam die Dame schnell der Aufforderung nach, öffnete fast eine Spur zu hastig ihre Knöpfe und ließ ihr Kleid an ihrem Körper herunter gleiten. Der Mann folgte jeder Bewegung.
Beide trugen ein weißes Unterhemd, dass jedoch sehr Figur betont genäht war. Keine von beiden war bewaffnet.
Dann deutete er auf die Ältere und zeigte auf den Stuhl.
„Du setzt dich jetzt dort auf den Stuhl. Und du nimmst diese Decke und wickelst dich ein.“
Gehorsam ging die Blonde und setzte sich auf den Stuhl, während die jüngere die braune Decke von der Bar nahm und sich darin einwickelte. Der Mann ging zu der älteren, nahm einen Strick von seinem Gürtel und fesselte ihre Arme auf den Rücken und ihre Beine an den Stuhl. Dann zückte er ein Messer und zerschnitt ihr Unterhemd. Sie schauderte, als die kalte Klinge kurz ihre Haut berührte.
Er ging zu der jüngeren und versuchte sie ebenfalls zu fesseln, doch sie wehrte sich, sehr zu seinem Verdruss. Als er ihr dann einen Revolver an den Kopf drückte, hörte sie auf sich zu wehren und ließ sich die Hände vorne zusammenbinden.
Er packte sie an den Händen, zog sie mit sich mit, warf jedoch der blonden noch einen hämischen Blick zu. Erschrocken warf die Dame einen Blick an sich herab.
Ihr Unterhemd war genau in der Mitte gerissen, so dass man ihre Brüste sah. Verzweifelt und mit einem hasserfüllten Blick in seine Richtung versuchte sie das Hemd über ihre Blöße zu rucken, scheiterte jedoch.
Dann begann sie zu schimpfen: „Du Schwein, du ... du Hurensohn!“
Sie warf ihm viele Schimpfwörter an den Kopf, doch er ging seelenruhig zum Ausgang, fesselte die jüngere an einen Pfosten, knebelte sie und trat dann zu der älteren. Dann zückte er wieder sein Messer.
Beim Anblick der langen Klinge verstummte sie.
„Danke, dass du jetzt ruhig bist. Aber ich muss es tun.“
Er holte mit der leeren Hand aus und schlug ihr ins Gesicht. Der Stuhl schwankte und stürzte lautstark zu Boden. Ihr Kopf traf eine Tischkante und sie war sofort bewusstlos.
Dann schnitt der Mörder die jüngere los und trat zu seinem Pferd. Er hob sie hoch, schwang sich dann hinter ihr in den Sattel und gab dem Pferd die Sporen. Eilig verließ er den Ort.
In einer Stunde erst würde der Sheriff den Diebstahl bemerken.
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