Der Maskenball

von Kazu22
KurzgeschichteDrama, Romanze / P12
18.02.2014
18.02.2014
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Ich liebte sie, sie bedeutete mir alles und ich träumte davon mit ihr glücklich zu werden doch war mir dies nicht vergönnt.

Es war eine ruhige Nacht, zumindest dachten wir das als wir wie aus dem nichts von Vampiren angegriffen wurden. Irgendwie hatten sie es geschafft ins innere der Festung zu gelangen und metzelten jeden nieder der ihnen in die quere kam.
Sie hatten es auf unseren Meister Möbius abgesehen der sich im inneren des Palais aufhielt um dort in seiner Kammer mit Hilfe seiner Gabe in die Zukunft zu sehen. Rahab, Melchiah und ich verteidigten den einzigen Eingang des Palais während Dumah, Turel und Raziel die Nachhut versuchte aufzuhalten die immer weiter vordrang.
Ein schrei ließ für einen Augenblick meine Aufmerksam von meinen Brüdern und dem Kampfgeschehen abweichen, als ich mich umsah erblickte ich Andriel die von zwei Vampir Abkömmlinge gegen die Wand gedrängt wurde. Ohne über die folgen nachzudenken verließ ich meinen Posten und eilte ihr zu Hilfe. Mit einigen hieben meines Schwertes streckte ich die Vampire nieder und konnte Andriel somit vor der drohenden Gefahr bewahren. Sie war völlig verstört und weinte, aufgelöst wenn auch erleichtert fiel sie mir um den Hals und klammerte sich fest an mich. „Ich... ich wollte nur... schnell hinüber zur... Basilika um... meine Gebetskette zu holen... da haben diese Wesen... mich angegriffen“ immer mehr schluchzte und weinte sie und ich versuchte sie zu beruhigen doch gelang mir dies nur mäßig. „Beruhige dich, du bist in Sicherheit“ sprach ich ihr mit sanfter stimme zu während um uns herum das Kampfgeschehen tobte. Nur langsam spürte ich wie ihr griff um mich lockerer wurde, ich musste sie von hier wegbringen, irgendwo hin wo sie sicher sei das war mein einziger Gedanke. Erst wenn sie außer Gefahr war konnte ich zu meinen Brüdern zurück kehren und meinen pflichten als Krieger des heiligen Ordens nachkommen. Ich drückte sie von mir und sah in ihr klagendes Gesicht „ich bringe dich zur Basilika dort bist du sicher“ ich ergriff ihre Hand die immer noch vor angst zitterte und rannte mit ihr zur Weihestätte die sich unweit von uns befand. Ich warf die Tür zum Atrium auf und lief an dem Brunnen vorbei durch die Vorhalle in die Kapelle.
„Hier bist du in Sicherheit“ ich sah wie erneut tränen in ihre Augen stiegen, obwohl ich in eile war versuchte ich ruhig zu bleiben und legte ihr behutsam meine Hände auf die Wangen. „Ich kehre so bald ich kann zurück“ ängstlich sah sie mich an „was ist wenn diese Wesen mich hier finden?“,
„sie haben es auf unseren Meister abgesehen, es wird dir hier drin nichts passieren, bleib hier bis ich dich hole“. Noch ein letztes mal sah ich in ihre geröteten Augen die voller sorge um mich waren und reichte ihr einen kurzen doch leidenschaftlichen Kuss als ich sie los ließ um zu meinen Brüdern zurück zu kehren.
Ich versuchte nicht all zu lange fern zu bleiben denn ich wollte sie nicht länger als nötig alleine lassen, ihre Reaktion auf den beinahe Angriff dieser Vampir Abkömmlinge war beängstigen und ich fürchtete das sie das geschehene nicht verkraften würde. Sie war eine Priesterin die beinahe ihr ganzes Leben in der Kathedrale von Avernus zugebracht und nur die schönen Seiten des Lebens kennen gelernt hatte, sie kannte nichts anderes als dieses Leben und diese schreckliche erfahrung hätte ich ihr ebenso gerne erspart.

Schnellstens eilte ich zu meinen Brüdern um sie aufs neuste zu unterstützen, als ich jedoch am Palais ankam sah ich das Raziel, Melchiah und Dumah bereits zum Eingang des Gebäudes zurück gedrängt worden waren und diesen mit aller macht verteidigten.
Die Scharen von Vampiren rissen nicht ab, immer mehr von ihnen drangen in die Festung und machten es uns beinahe unmöglich das weitere vordringen zu verhindern. Unsere Kräfte schwanden mit jedem vernichteten schlag gegen diese Bestien, zudem raubten sie mir die Zeit. Ich wollte so schnell wie möglich zu Andriel doch war mir dies verwehrt solange immer mehr von diesen Blutsaugern auftauchten. Melchiah sank kraftlos auf die knie, nur mit Not konnte er sich auf seine Hellebarde stützen während wir die nächste Flut von Vampiren abwarteten die nicht lange auf sich warten ließ. Wieder griff uns eine Schar von Vampiren an und brandete gegen unsere Verteidigung. Fauchend rannten sie auf uns zu und während ich versuchte Melchiah vor ihren angriffen zu schützen und gleichzeitig keinen von ihnen durchkommen zu lassen taten meine Brüder trotz Erschöpfung ihre Pflicht und streckten einen nach den anderen nieder.

Mit der zeit drangen immer weniger von ihnen in die Festung bis schließlich ihr Strom abriss und die Bedrohung vorüber war. Ich verlor keine zeit und eilte sogleich ich zur Basilika, „Zephon wo willst du hin?“ waren die letzten Worte die ich von meinem Bruder Raziel noch vernahm doch hatte ich nur einen Gedanken zurück zu Andriel. Wieder stieß ich die Tür zum Atrium auf und kurz darauf die zur Kapelle, noch bevor ich die letzte Tür ganz aufgestoßen hatte rief ich bereit ihren Namen. Als ich die Kapelle betrat fiel mein blick sofort auf den Altar der in einiger Entfernung geradewegs vor mir lag. Aus der entferung erblickte ich einen hellen schein auf dem Treppenabsatz des Altars, furcht durchzog als ich mir diesen hellen schein genauer betrachtete.
Ich rannte den Gang entlang an den Bänken vorbei zum Altar in der Hoffnung ich würde mich irren doch je näher ich kam umso mehr bewahrheitete sich meine Befürchtung. „Andriel“ rief ich als ich ihrem leblosen Körper auf dem Treppenabsatz vorfand. Auf ihrem Gewand zeichnete sich eine blutige Wunde ab, ihre Hände waren ebenso blutverschmiert wie ihre Robe.
Ich fiel auf die Knie und hob sie in meine Arme, immer wieder sagte ich ihren Namen doch gab sie keine Reaktion von sich. Sie sah aus als würde sie schlafen und jeden Moment ihre Augen öffnen doch tat sie es nicht.
Tränen rannen mir übers Gesicht und tropften auf ihre haut, wieder und wieder ließ ich ihren Namen über meine Lippen kommen in der Hoffnung sie würde mich hören. Ich drückte sie an mich und strich durch ihr Goldfarbenes Haar.
Ich kam zu spät sie war tot, als ich dies erkannte ließ ich einen schmerzvollen und zu gleich wütenden Schrei los der durch die gesamte Basilika hallte.
Voller Schmerz drückte ich sie fester an mich und weinte in ihr weiches Haar, welches mir damals mit seinem goldenen Schein die Sinne raubte. Auch jetzt noch sah sie aus wie ein Engel und nicht einmal das Blut auf ihren Körper oder die Fahlheit in ihrem Gesicht konnte dies ändern.

„Zephon“ hörte ich eine Stimme sagen welche sich direkt auf mich zu bewegte. Der mitfühlende klang darin kam von meinem Bruder Raziel der ebenso wie meine übrigen Brüder nun vor mir standen und mit entsetzen auf uns herab blickten. Verzweifelt wog ich ihren Körper hin und her und blickte starr und voller Zorn ins leere. „Lasst mich alleine“ verlangte ich von ihnen doch rührte sich keiner von der Stelle „Zephon es...“ begann mein Bruder doch bevor er fortfahren konnte stieg der Schmerz in mir ins unermessliche. „GEHT“ schrie ich sie an während meine geröteten, unmutigen Augen sie erbittert anblickten, erst nach kurzem zögern kamen sie meiner Forderung nach und ließen mich mit meinem Schmerz alleine.

Noch lange hielt ich sie in den Armen und fragte nachdem warum? Warum wurde sie mir genommen, ich wollte sie doch nur beschützen, sie vor allem übel dieser Welt bewahren doch nun war sie tot. Ich hätte sie beschützen, sie retten können wenn mich meine pflichten als Serafan Krieger nicht gebunden hätten. Ich nahm die Gebetskette an mich welche sie mit ihren Händen umschlossen hatte und nun das einzige war was mir von ihr blieb.
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