Der Maskenball

von Kazu22
KurzgeschichteDrama, Romanze / P12
18.02.2014
18.02.2014
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Gedankenverloren schritt ich durch die Straßen von Willendorf der größten Stadt meines Reiches. Viel zeit ist seit meiner Wiedergeburt vergangen, seitdem diene ich treu dem einzig wahren Herrscher Nosgoth. Sorglos herrsche ich über ein großes Reich im Osten des Landes und lebte sehr zurück gezogen.

Ich zog mir die Kapuze meines Umhanges tiefer ins Gesicht als eine kleine Schar von Menschen meinen Weg kreuzten. Ich versuchte nichts von meiner Erscheinung unter dem dunklen Gewand hervorblitzen zu lassen. Lange hatte ich mich den Untertanen meines Reiches nicht mehr gezeigt, zu groß war mein Bedürfnis nach Einsamkeit. Dem flehen meines Erstgeborenen Aurel war es zu verdanken das ich nun wie ein Phantom durch die Straßen der Stadt wandelte. Er sorgte sich immer um mein wohlergehen und bat mich unzählige male meine Festung zu verlassen in der ich mich wie ein Einsiedler zurück gezogen hatte. Nach wiederholten drängen beschloss ich seiner bitten nachzukommen, spürte ich doch das es meinem Sohn wichtig war. Nur ansatzweise konnte ich mir vorstellen wie schwer es Aurel fallen musste mit anzusehen wie sein Gebieter sich immer mehr zurückzog wie ein Tier das das Licht scheute.

Ich machte ihm keine vorwürfe, er konnte nicht ahnen das mein Leben trotz Unsterblichkeit und Macht trostlos und leer war. Drei Jahrhunderte waren ins Land gezogen als ich das letzte mal ihr Gesicht sah, ihre liebliche Stimme vernahm und ihren süßen Duft einatmete. Es verging kein Tag an dem ich nicht an sie dachte und jeder neugeborene Tag war wie ein Stich ins Herz dessen Schmerz mich Tag für Tag quälte. Lange hatte ich nicht mehr an den Tag unserer ersten Begegnung gedacht an dem ich mein Glück fand.

Ich war ein lebhafter, junger Krieger der seine Pflichten gegenüber den Orden zwar ernst nahm sie jedoch nicht an erster stelle stellte. Der Grund dafür hieß Andriel, eine Priesterin aus Avernus die mit der Aufgabe unser Seelenheil zu bewahren zu uns geschickt wurde. Ich hatte nie viel davon gehalten für unser Seelenheil zu sorgen, waren wir doch Krieger des heiligen Ordens und dazu bestimmt das Böse in dieser Welt zu bekämpfen. Zudem wurden wir vor jeder bevorstehenden Schlacht gesegnet was mir ebenso unsinnig erschien denn nur die Fähigkeit eines Kriegers bewahrte ihn vor dem Tode. Doch ein Krieger des Serafanen Ordens war dazu verpflichtet Buße zu tun und sich vor bevorstehenden Schlachten den Segen erteilen zu lassen. Und so mussten mich auch diesmal wieder meine Brüder mit viel aufwand dazu überreden in die Weihestätte unserer Festung zu gehen. Ich ließ wie immer meinen Brüdern den vortritt und lehnte mich gelangweilt gegen eine der Säulen um das Spektakel genervt zu beobachten.

Die Seitentür öffnete sich und eine Gestalt im weißen Gewand trat heraus. Anmutiger als sonst schritt sie mit gefaltete Händen auf Raziel und Dumah zu die bereits niedergekniet waren und blieb vor ihnen stehen. Dieser Priester kam mir diesmal etwas kleiner und schmaler vor als ich es in Erinnerung hatte. Vielleicht war ihm der heilige Wein ausgegangen tat ich es Scherzhaftigkeit ab und beobachtete weiter gelangweilt das geschehen. Die Kapuze die eben noch das Antlitz des Priesters verbarg wurde nun von zierlichen Händen zurückgeworfen. Lange, blonde Haare kamen zum Vorschein die lockig und sanft über die Schultern fielen während ein Engelsgleiches Gesicht mit Smaragdgrüne Augen auf meine Brüder herab blickte. Der Anblick dieser unbekannten war belebend wie ein Sonnenaufgang und ebenso anmutig. Ihr blick war sanft und ihre Geste zart als sie meinen Brüdern ihren Segen gab und sie ihrer Wege schickte.
Raziel kam nicht ohnehin meinen starren blick der fest auf die Priesterin gerichtet war zu bemerken doch ging er wortlos an mir vorbei. Als zu guter Letzt nun auch Rahab und ich zur Segnung vortraten und niederknieten war ich bemüht mein blick nicht vom Boden zu richten denn so schön sie auch war, es war nicht gestattet den Priester der einen den Segen erteilte anzublicken.
Mit viel mühe bewältigte ich diese Prüfung doch musste ich noch einmal in ihre wunderschönen grünen Augen sehen bevor ich in die Schlacht zog. Ich erhob mich aus meiner demütigenden Position während meine Augen gezielt die ihren suchten. In den grün ihrer Augen verlor ich mich und vergaß alles um mich herum, ich konnte meinen blick einfach nicht von ihr wenden. Nur das auffällige räuspern Raziel´s ließ mich aus meiner Versunkenheit aufwachen und meinen blick von ihr richten „kommst du?“. Ich verbeugte mich noch einmal bevor ich mich aufmachte meinen Bruder zu folgen.
Kaum hatten wir die Basilika verlassen richtete Raziel auch schon das Wort an mich „es ist schickt sich nicht eine Priesterin so anzustarren Zephon“ er hatte recht doch war es als wäre ich in ihrem zauber gefangen gewesen „ich weiß aber...“ ein verträumtes seufzen entfloh mir „sie ist so wunderschön...“. Ein leichtes grinsen blühte in seinem Gesicht auf „so etwas in der Art hatte ich mir schon gedacht“, mit Glücksgefühlen beseelt zog ich in die Schlacht.

Doch mein Bruder hatte recht, es war unhöflich eine Priesterin anzustarren und so beschloss nach unserer Ankunft in der Feste die Priesterin aufzusuchen. Noch bevor wir an den Stallungen ankamen sprang ich von meinem Pferd und lief auf dem direkten weg zur Basilika.
Dort angekommen betrat ich achtsam die Kapelle und fand die Priesterin vor welche Vorbereitungen für die bevorstehende Messe traf.
„Verzeiht“ gab ich von mir und verbeugte mich leicht, „was kann ich für euch tun?“ fragte sie mich mit ihrer sanften und freundlichen Stimme. „Ich möchte euch um Verzeihung bitten“ verdutzt sah sie mich an „um Verzeihung? Aber... für was?“. Ich musste in ihre wunderschönen Augen sehen die ich tagelang vor mir sah und die doch so weit weg waren „das ich euch damals so unschicklich anstarrte als ihr uns den Segen erteilt habt“. Ihr Gesicht zeigte eine leichte röte als sie dies von mir hörte „ihr müsst mich nicht um Verzeihung bitten ich bin Priesterin, ich bin es gewohnt angestarrt zu werden“.
„Aber sicher nicht auf solch Art und weise wie ich es tat“ sprach ich demütigst, verlegen senkte sie ihren blick „denn müsst ihr mir ebenso verzeihen denn ich starrte euch ebenfalls an“.
Die Schamesröte stieg mir ins Gesicht, „bitte verzeiht mir“ flehte sie. „Nein Priesterin ihr müsst mich nicht um Verzeihung bitten denn ich war es der seinen Blick nicht von eurer Schönheit wenden konnte“ schüchtern senkte sie erneut ihren blick „ich... ich kenne nicht einmal euren Namen“ sprach ihre Stimme zaghaft. „Zephon“ antwortete ich, „Zephon?...euer Name... er bedeutet Wächter“ brachte sie mir mit einem klang des Wohlseins in ihrer Stimme entgegen. „Eben dies ist meine Aufgabe, ich bewache diese Festung und alles was sich darin befindet, folglich auch euch...“ zaghaft nannte sie mir ihren Namen „A...Andriel“.
Ein wunderschöner Name für einen Engel, sanft ergriff ich ihre Hand und liebkoste diese zärtlich. Erschrocken hob sie ihren blick „bis bald Andriel“ hauchte ich in ihre zierlichen Hand worauf sich ihre Wangen rot färbten und ihr blick verträumt und zugleich glückselig erschien. Mit einem Gefühl des Wohlgefallens wandte ich mich ab und kehrte mit einem lächeln im Gesicht zu meinen Brüdern zurück.
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